Skifahren am Ätna

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PB_300_Polar
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Skifahren am Ätna

Beitrag von PB_300_Polar »

Skifahren am Ätna


Die Entdeckung Siziliens erfordert offene Sinne, die Bereitschaft, sich auf diese Insel einzulassen. Diese Voraussetzungen können es Besuchern vielleicht ermöglichen, den Kaufmann Johann Philipp Möller zu verstehen, der, nachdem er – schwer seekrank – am 1. April 1787 in Palermo endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, von Sizilien überwältigt war. »Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele – hier erst ist der Schlüssel zu allem«, schrieb Möller in sein Tagebuch. Sizilien war für ihn die »Königin der Inseln«, ein»Land von unsagbarer Schönheit«. Was die Einschätzung Möllers so interessant macht, ist die Tatsache, dass es sich dabei um die Meinung des wohl berühmtesten Italien-Reisenden aller Zeiten handelte: um Johann Wolfgang von Goethe, der aus Weimar unter diesem Pseudonym über die Alpen reiste.

Ein großes touristisches Problem Siziliens ist die Existenz der Mafia. Die Vision, in der Heimat der »ehrenwerten Gesellschaft« Gesundheit und Eigentum aufs Spiel zu setzen, dürfte viele abschrecken. Sizilien muss gegen eine Vielzahl von Vorurteilen ankämpfen. Dabei gehen die Reize der größten Mittelmeerinsel leicht unter: eine höchst attraktive Mischung aus besonderer Landschaft, mediterranem Lebensgefühl und einer beeindruckenden Kultur.

Neben der Mafia schreckt vermutlich die Vorstellung vom feuerspeienden, größten aktiven Vulkans in Europa mögliche Sizilienbesucher ab. Doch gerade wenn der Ätna aktiv ist, bietet sich dem Betrachter ein großartiges Naturschauspiel.

Eine extravagante Ausrüstung ist die Kombination von Badebekleidung und Ski im Gepäck einer Frühlingsreise nach Sizilien. Einzigartig und relativ unbekannt ist der Ätna als Skigebiet. - Nichts für Skitouristen, die alpine Standards als Bedingung für einen gelungenen Skitag brauchen.
Die Anfahrt zu den Lifts führt über Linguaglossa durch bizarre Lavahalden vorbei an verschütteten Häusern durch Laub- später Pinienwälder bis auf eine Höhe von 1816m nach "Etna Nord".
Dort setzt die Mischung aus Bizarr und Üppig der Landschaft in bunten Verkaufsbuden fort. Die Ski - und Snowboardschule bietet neben Privat- und Gruppenunterricht frisch gepflückte Orangen aus dem Tal zum Verkauf an. Im Verleih- und Serviceshop werden kaputte Beläge mit 20Jahre alten Tropfstiften ausgebessert und während der Wartezeit auf die Reparatur der Geräte kann man Madonnenbilder, Heiligenfiguren oder etwas weltlicher eingestellt Keramikfliesen erstehen. An allen Ständen angeboten werden zum Verleih und Verkauf Plastikbobs, das Modell scheint für den Gebrauch am Vulkan genormt, die Vielfalt der Farben umfasst jedoch sicherlich die ganze Palette der Herstellerfirma.
Als schwierig erweist sich in diesem bunten Ambiente die Suche nach Orientierungshilfen für das Skigebiet. Die einzige Karte vom Gebiet, eine in verwittertes PVC verpackte DIN A 4 Kopie einer Skizze, ist so angebracht ist, dass Himmelsrichtung von Karte und Natur übereinstimmen und ein halber Kopfstand nötig wäre sie zu enträtseln. Der Entschluss einen ortskundigen Skilehrer (leicht zu erkennen an einem absolut schwarz gebrannten Teint, der selbst die härtesten mitteleuropäischen Berufskollegen als Bleichgesichter erscheinen ließe) zu befragen, ist besonders bei dichtem Nebel sehr ratsam, da auch auf der Piste weder Absperrungen noch Hinweisschilder existieren. Die einzige Warnung an den antiken Tellerliften bezieht sich auf gesittete Auffahrtsweise.
Die Sicherheitsvorkehrungen an der Talstation von Lift 4, der Skilehrerempfehlung für Fortgeschrittene erweisen sich als effizient. Bei Nebel wird der Lift eingestellt, die Besucher werden eingeladen ins nächstgelegene Lokal einzukehren um dort mit der gesamten Liftcrew den letzten Damenabfahrtslauf der Saison im Fernsehen zu verfolgen. Die Niederlage von Isolde Kostner wird zwar bedauert, doch leicht über einem guten Glas Rotwein und hervorragender Antipasti alla Casa vergessen.
Trotz anhaltendem Nebel, wird nach Beendigung der Fernsehübertragung und ausreichender Stärkung Entwarnung gegeben und man darf die Lifte wieder benutzen. Personalmangel wird hier ganz einfach durch unterschiedliche Betriebszeiten der verschiedenen Aufstiegshilfen ausgeglichen. Der Lift für Experten, die den Nachmittag nutzen wollen ist die Nr. 5.
Ein überwältigendes Erlebnis ist beim Auftauchen aus dem Nebelmeer der Anblick des weiß rauchenden, riesigen Vulkans und seinen beeindruckenden Firnhängen. Bild etna3
Sollte man vielleicht beim nächsten Besuch die Felle einpacken?

Die erste wirkliche Abfahrt, ist ein Abtasten der Schneeverhältnisse. Dieser Berg bietet eine außergewöhnliche Erscheinungsform von Firn, die auch für gute Skifahrer gewöhnungsbedürftig ist und einen sehr sanften Stil bevorzugt.
Stimmt das Material (Funcarver und extra grobe Belagsstruktur) findet man jedoch rasch die persönliche Ätnatechnik. Dem Skigenuss pur auf dem 3300 m hohen aktiven Vulkan mit Blick auf das ionische Meer steht nichts mehr im Weg!

Zum Apres und für einen romantischen Aufenthalt bietet sich Taormina, die Urzelle des Tourismus auf Sizilien, an. Seine Panoramalage etwa 200 Meter über dem Meer und das milde Klima haben große Anteile an der Entwicklung zum Touristenzentrum gehabt. Doch auch wenn sich die Touristen in Taormina wie nirgendwo sonst auf Sizilien drängeln, hat dieser Ort immer noch Reize, die einen Besuch lohnen.

Cucina Siciliana -vom Essen und Trinken in Sizilien.
Melonensoorbeet und Sesambrot, Thunfischrogen und Seeigel, Orangenmarzipan und Cassata mit Schafsquark: Auf der Insel der Korngöttin Dehmether changiert die italienische Küche ins Orientalische. Agrumen, Artischocken und Auberginen haben die Araber zuerst hier kultiviert, die spanischen Vizekönige führten die kleinen süßen Tomaten ein, Wein und Öl haben schon die antiken griechischen Kolonisten heimisch gemacht. Vielfalt der Kulturen, Vielfalt der Speisen, die Insel im Herzen des Mittelmeeres ist es gewöhnt, jahrhundertealte Rezepte neu zu interpretieren. Schon Odysseus aß mit gesegnetem Appetit den selbstgeschöpften Hirtenkäse des Kyklopen Polyphem ...
Quelle: http://www.kunstpiste.com/archive.php?report=24

Direkt zu den Liften am Etna: http://www.etnasci.it ab Oktober 2006 auch auf deutsch :-)
Der Schnee kommt.....

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Stefan
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Beitrag von Stefan »

die galerien sind eine fundgrube 8O 8O 8O
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Jürgen P.
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Beitrag von Jürgen P. »

Hallo


Pistenraupen gibt es dort natürlich auch.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
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Bild von Wolfgang Löper, 05/2007
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