Felssturz am Eiger

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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Werna76
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Felssturz am Eiger

Beitrag von Werna76 »

orf.at:

An der Ostflanke des fast 4.000 Meter hohen Eiger im Berner Oberland in der Schweiz drohen rund zwei Millionen Kubikmeter Fels auf den unteren Grindelwaldgletscher zu stürzen. Die Lage verschärfe sich Tag für Tag, meinen Experten.

Die Steinmasse soll einem Volumen von rund 2.000 Einfamilienhäusern entsprechen. Menschen und Gebäude sind aber nicht in Gefahr.


Wann könnte die "Felsnase" abbrechen?
Seit Beginn von Messungen Mitte Juni hat sich ein 250 Meter langer Hauptspalt um rund vier Zentimeter pro Tag verbreitert. Wann die riesige Felsnase abbricht, ist nach Angaben von Geologen schwierig einzuschätzen.


Seit mehreren Wochen sind in dem absturzgefährdeten Gebiet kleinere und größere Felsabbrüche zu beobachten. Sie erfolgen außerhalb des bewohnten Gebietes von Grindelwald. Die Felsen stürzen auf den unteren Grindelwaldgletscher, kurz bevor sich das Tal am Gletscherende zu einer Schlucht verengt.


Spannungen im Berg
Ursache für den Spalt sind Spannungen im Berg, die sich nach dem Rückgang des Gletschers entladen. Eindringendes Wasser trägt ebenfalls dazu bei, dass der Berg brüchig wird. Die Geologen sprechen von einem natürlichen Vorgang.


Erinnerungen an den Fall Gotthard
Erst in der vergangenen Woche waren rund 6.000 Kubikmeter Felsen über der viel befahrenen Gotthard-Autobahn weggesprengt worden. Dort hatten Felsstürze Ende Mai ein deutsches Ehepaar getötet. Die Autobahn war einen Monat lang gesperrt.
Zuletzt geändert von Werna76 am 14.07.2006 - 11:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Oscar
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Beitrag von Oscar »

Aus dem Echo von Grindelwald:
Grindelwald | 03. Juli 2006
Unüberlegte Panikmache
Zur Felssturzsituation an der Eiger-Ostflanke

Unstabil geworden ist der rund 200 Meter hohe und 250 Meter breite Wandfussbereich links des Wasserfalls. Die bisherigen Abbrüche haben bereits zu einem beträchtlichen Schuttkegel auf dem Toteis hinter der Gletscherschlucht geführt (unten). Links der (ungefährdete) Wanderweg zum Berghaus Bäregg.


Nicht viel Neues gibt es bislang von der Felssturzaktivität am Eiger zu berichten. Nach wie vor brechen einzelne Felspakete aus der gesamthaft sich abspaltenden Felsschuppe ab, krachen zu Tal und geben sich im Dorf unten zu erkennen als mehr oder weniger ausgedehnte Staubwolken, die durch die Gletscherschlucht heraustreiben. Wie angekündigt, konnten die Spiegel auf dem bewegten Teil der Felswand sowie ein Einmesspunkt auf dem festen Teil angebracht werden, so dass die Bewegungen nun aus sicherer Distanz mit optischem Gerät gemacht werden können. «Übers Wochenende haben wir beobachtet, dass sich beim weiter öffnenden Spalt eine verstärkte vertikale Verschiebung ergeben hat», erläuterte Rettungschef Kurt Amacher gegenüber dieser Zeitung. Was daraus zu schliessen sei, könne jedoch niemand verlässlich sagen. Ob die auf zwei Millionen Kubikmeter geschätzten Felsmassen tatsächlich gänzlich abstürzen werden oder ob sich das Ganze eventuell in «abgesacktem» Zustand wieder beruhigt, kann auch von Fachleuten wie dem Geologen Hans Rudolf Keusen nicht schlüssig beantwortet werden. Mit Einschätzungen der Lage sind da offenbar andere «Fachleute» weniger zimperlich – angesichts der aufgebauschten Meldungen, die aufs Wochenende hin in Presse und TV auszumachen waren. Vor laufender Kamera vom Szenario einer «Flutwelle bis nach Interlaken» zu sprechen, wenn ein möglicher Grossabsturz den Abfluss der Lütschine unterbinden sollte, kann dabei wohl nur als unüberlegte Panikmache bezeichnet werden…
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Heute im Hamburger Abendblatt, es sind wieder Mengen an Gestein abgebrochen, die prognostizierten 2 Mio. cbm sollen die nächsten Tage folgen:
Erst geht das Eis, dann kommt der Berg . . .

Eiger-Ostwand: An dem berühmten Alpenmassiv bahnt sich ein gigantisches Schauspiel an - eine Folge der Erderwärmung. Zwei Millionen Kubikmeter Felsgestein drohen abzustürzen. Eine neue Studie der Universität Zürich zeigt, daß das erst der Anfang einer großen Veränderung der Alpen ist.

Von Roland Knauer

Bild
Der Eiger ist in Bewegung: Auch gestern stürzten wieder tonnenweise Steine von der Felsnase, die sich an der Ostwand ablöst, in die Tiefe (links). Foto: Reuters


Berlin -
Langsam schiebt sich die Felsnase an der Ostwand des 3970 Meter hohen Eiger in der Schweiz talwärts, jeden Tag schafft sie einen halben oder dreiviertel Meter. Zwei Millionen Kubikmeter Fels schieben sich dort in der Nähe der Gemeinde Grindelwald in den Berner Alpen unaufhaltsam abwärts, Wissenschaftler zeichnen jeden Millimeter davon genau auf. In den nächsten Tagen dürfte die Felsnase ihren letzten Halt verlieren, befürchten die Forscher. Dann donnern grob geschätzt sechs Millionen Tonnen Gestein - das entspricht rund 200 000 Lkw-Ladungen - auf den Grindelwaldgletscher.

Zum Glück sind keine Menschen bedroht, die Felsmassen treffen sogar den "Richtigen". Denn der Grindelwaldgletscher ist der Verursacher des gewaltigen Felssturzes, der sich in den Schweizer Alpen anbahnt. Jedes Jahr zieht sich sein Eis ein wenig zurück. Die steilen Hänge an der Seite aber stützen sich auf diese Eismassen. Ist der Gletscher weg, fehlt sozusagen das Widerlager, und die Hänge kommen ins Rutschen.

Im Mai 2005 ging solch ein steiler Hang oberhalb des Grindelwaldgletschers ab: Eine halbe Million Kubikmeter Schutt donnerte damals in die Tiefe. Plötzlich stand das Bergrestaurant Stieregg nicht mehr 80 Meter von der mehr als eineinhalb Kilometer hohen Steilwand entfernt, sondern balancierte praktisch auf der Abbruchkante. Im Prinzip passiert das gleiche jetzt wieder, nur dürfte diesmal die vierfache Geröllmenge in die Tiefe rutschen. Und die Alpen kommen auch an einigen anderen Stellen in Bewegung.

Die Ursachen für diese gigantischen Felsabbrüche kennt Michael Zemp vom Geographischen Institut der Universität Zürich: "Die Gletscher sind einfach zu groß für die heutigen Temperaturen." Um dies zu erklären, hat der Forscher zusammen mit seinen Kollegen die Alpen in kleine Quadrate unterteilt, die mit je einem Hektar ungefähr die Fläche eines Fußballfeldes haben. Mit Computermodellen rechnen die Wissenschaftler dann für jede dieser Flächen mit einem Stück Gletscher darauf aus, wie sich das Eis verändert, wenn die Klimaerwärmung fortschreitet.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, daß die steigenden Temperaturen in den letzten 150 Jahren die Fläche der Alpengletscher halbiert haben. Wie die Zukunft aussehen könnte, versuchen die Forscher mit verschiedenen Temperatur-Szenarien darzustellen. Steigen die Temperaturen beispielsweise um zwei Grad Celsius bis zum Ende dieses Jahrhunderts, haben die deutschen Gletscher schlechte Karten - die Alpen zwischen Bodensee und Salzburg dürften dann eisfrei sein. Schon heute schmelzen die wenigen Gletscher wie Schnee in der Märzensonne. Auch in Österreich sieht die Situation nicht viel besser aus. Steigen die Temperaturen um drei Grad Celsius - was viele Forscher als realistisch ansehen -, dürften in der Alpenrepublik gerade einmal zehn Prozent jener Gletscher übrigbleiben, die sich dort zwischen 1971 und 1990 noch befanden.

Ein wenig besser sieht es in der Schweiz aus: Dort dürfte bei drei Grad Temperaturanstieg immerhin ein knappes Drittel der Gletscherfläche übrigbleiben. In der Eidgenossenschaft fließen nun einmal besonders große Gletscher, die sich nicht so schnell schmelzen lassen. Schließlich dauert es seine Zeit, bis zum Beispiel die 27 Milliarden Tonnen Eis im fast 24 Kilometer langen Aletschgletscher in Wasser verwandelt sind. Selbst im Jahrhundertsommer 2003 verloren die Alpengletscher "nur" zweieinhalb Meter ihrer Dicke. Beim an der dicksten Stelle immerhin 800 Meter starken Aletschgletscher dauert das Schmelzen daher wohl Jahrhunderte.

Weil das Eis aber so langsam schmilzt, hinken die Gletscher der Klimaentwicklung immer ein Stück hinterher; für die heutigen Temperaturen sind sie einfach zu groß. Auch wenn der Menschheit also das "Wunder" gelänge, die Temperaturen auf dem derzeitigen Niveau zu halten, würden die Gletscher also noch etliche Jahre weiterschmelzen, bis sie klein genug für die heutigen Verhältnisse wären.

Auch auf himmlische Hilfe sollte man in diesem Fall nicht bauen. So wissen die Forscher zwar, daß steigende Schneefälle mehr Eis bilden und so einen Ausgleich für das Eis schaffen könnten, das am unteren Ende durch steigende Temperaturen wegschmilzt. Aber der Schneefall müßte schon um ein Viertel zunehmen, um für den Gletscherschwund nur ein einziges Grad Temperaturerhöhung wettzumachen. Das ist aber bereits das obere Ende der Fahnenstange, das Klimaforscher bei einer Zunahme der Niederschläge erwarten würden. Die Temperaturen aber könnten bis 2100 leicht um drei oder fünf Grad steigen. Der zusätzliche Schnee reicht also einfach nicht, um die Gletscher der Alpen zu retten. "Wir bräuchten etliche Winter hintereinander mit viel Schnee und kühle Sommer, in denen wenig Eis schmilzt, um die Gletscherschmelze zu stoppen", weiß der Züricher Forscher Michael Zemp. Genau dafür aber sehen die Klimaforscher wenig Chancen.

Die Gletscher werden also weiter schwinden, und die bisher von ihnen gestützten Hänge werden weiter jedes Jahr zu Millionen Tonnen in die Tiefe donnern. Die Klimaerwärmung aber läßt die Alpen auch noch aus einem anderen Grund ins Rutschen kommen, erklärt Hans-Wolfgang Hubberten vom Alfred-Wegener-Institut in Potsdam: "Die Dauerfrostböden tauen bei steigenden Temperaturen auf", befürchtet der Forscher, der seit 15 Jahren solche Permafrostböden an der Eismeerküste Zentralsibiriens unter die Lupe nimmt.

In Sibirien kann man die Folgen dieses Auftauens bereits besichtigen: Häuser rutschen plötzlich ab, wenn der Boden unter ihrem Fundament schmilzt, Äcker verwandeln sich in Kraterlandschaften. Dort aber ist das Gelände relativ flach, und niemand kann daher aus den Verhältnissen in Sibirien auf die steilen Hänge der Alpen schließen. Erst vor vier oder fünf Jahren begannen daher Wissenschaftler wie Stephan Gruber am Geographischen Institut der Züricher Universität die Dauerfrostböden der Alpen zu untersuchen.

"Dieser Permafrost-Boden findet sich an Nordhängen schon in Höhen zwischen 2000 und 2200 Metern", erklärt der Forscher, "in Extremlagen gibt es sogar bereits in 1200 Meter Höhe Dauerfrostboden." Das gefrorene Wasser hält in diesen Höhen die Felsschichten des Gebirges wie ein Patentkleber zusammen. "Wie zwei Backsteine mit einer Wasserschicht dazwischen kann man sich die Situation vorstellen", erklärt Stephan Gruber. Friert das Wasser, kann man die Backsteine schief stellen, ohne daß der obere Stein abrutscht. Sobald das Wasser aber taut, gleitet der obere Backstein in die Tiefe.

Genau das gleiche passierte, als die Rekordhitze des Jahrhundertsommers 2003 das Eis im Untergrund des Matterhorns schmolz oder als ein paar warme Tage im Sommer 2005 den Mont Blanc zwischen Italien und der Schweiz aufheizten: Jeweils donnerte ein Teil der Gebirgsidylle talwärts und nahm gleich noch ein paar Kletterrouten mit. Weil die steigenden Temperaturen langsam in die Tiefe wandern, läßt der Klimawandel also auch einen Teil der Alpen einstürzen.

erschienen am 12. Juli 2006
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Beitrag von snowflat »

Aus dem Handelsblatt:
Riesiger Felsspalt entdeckt: Am Eiger droht dramatischer Bergsturz

Gefahr am Eigner: In der Ostflanke des Schweizer Berges hat sich ein Riss aufgetan. Die instabilen Felsmassen an könnten sich bereits in den nächsten Tagen lösen. Die obere Spalte ist bis zu fünf Meter weit.

HB GRINDELWALD. Geologen rechnen damit, dass die Felsnase an der Ostflanke des Eigers in den nächsten Tagen auf den Unteren Grindelwaldgletscher donnern könnte. Genauere Aussagen seien erst nach weiteren Messungen möglich. Immer rascher bewegte sich in den vergangen Tagen am Eiger die absturzgefährdete Felsnase nach vorne und unten. Von gewaltigen Verschiebungen sprach auch der Grindelwalder Bergrettungsführer Kurt Amacher, der für die Berner Oberländer Gemeinde den Fachausschuss für Naturgefahren leitet.

Als Grund für die Destabilisierung des Gesteins, aus dem sich seit dem 18. Juni stets kleine und größere Felsstürze lösten, gab Keusen den Rückgang des Unteren Grindelwaldgletschers an. „Mit dem Gletscherrückgang verlor die Partie ihre Stütze - in den vergangenen 50 bis 100 Jahren ist das ewige Eis um mindestens 100 Meter Höhe zurückgegangen,“ bestätigten Geologen einen Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“. Zudem konnte Wasser in die nun bröckelnde Ostflanke des Eigers eindringen und den erheblichen Druck erzeugen, der vor knapp drei Wochen zur ersten Absprengung sowie den fortlaufenden Felsbewegungen und Felsstürzen geführt hatte.

Seit 18. Juni sind von der Eiger-Ostflanke bereits bis zu 4000 Kubikmeter Fels heruntergekommen. Wanderer in der Region hatten zuletzt immer wieder kleinere Felsstürze beobachtet. Der erwartetet "Superabbruch" zieht nun zusätzliche Touristen an den Berg. „Die Wetterprognosen sind gut, und mancher will sich dieses Naturschauspiel natürlich mal aus aller Nähe ansehen“, sagt Hansruedi Burgener, Wirt vom „Bäregg“ in fast 1800 Meter Höhe im Schweizer Grindelwald.

Am Eiger lässt sich in diesen Tagen erahnen, was die Klimaerwärmung für den Alpenraum bedeuten kann. Nicht nur die Geltscher schmelzen - auch die Bergbahnen stehen auf immer unsicher werdendem Grund. Felsstürze kommen nun in immer kürzeren Intervallen. Es gebe zwar Staub und Lärm und kleinere Erdbeben. Auf keinen Fall bestehe aber eine Gefahr wie etwa an der Gotthardautobahn, wo rund 6000 Kubikmeter Felsen weggesprengt werden mussten, sagen Experten. Dort hatten Felsstürze Ende Mai ein deutsches Ehepaar getötet.

In Grindelwald stürzen die Felsen auf den unteren Grindelwaldgletscher, kurz bevor sich das Tal am Gletscherende zu einer Schlucht verengt. Mittlerweile hat der Bergschutt die Gletscherzunge teilweise schon verdeckt.
Dateianhänge
Riesiger Spalt: Aus der Luft sind die Risse an der Ostflanke des Eigers deutlich zu erkennen. Foto: dpa
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Beitrag von snowflat »

SpiegelOnline:
DROHENDER BERGSTURZ: Am Eiger wackelt die Wand

Von Joachim Hoelzgen

Alarm am Eiger: In der Ostflanke des Berges hat sich ein Riss aufgetan, der inzwischen sieben Meter breit ist. Experten befürchten, dass schon bald ein 200 Meter hohes Felspaket aus zwei Millionen Tonnen Gestein in die Tiefe stürzt - mit dramatischen Folgen.

Hansruedi Burgener, der Wirt der Bäregghütte im Berner Oberland, hatte gestern Abend wieder alle Hände voll zu tun. Den Gästen mussten Tomatensuppe, Fleischvogel mit Gemüse und Kartoffelstock serviert werden - und dann musste Burgener im späten Licht noch einmal mit dem Fernglas vor die Hütte gehen.

Der Ausblick von der Bäregghütte ist atemberaubend. Nahe am Horizont ragt das 4049 Meter hohe Fiescherhorn empor. Und gleich gegenüber steigt die wilde Ostflanke des Eiger (3970 Meter) auf, deren Felsen aussehen wie der Schuppenpanzer eines alten Krokodils. Über ihnen erstreckt sich auch noch ein Hängegletscher, der sogenannte Challifirn. Und noch eine Etage höher zieht sich der untere Teil des Mittellegigrats dahin, den Bergsteiger als den luftigsten und elegantesten Anstieg auf den finsteren Riesen Eiger schätzen.

Burgener aber hat jetzt kein Auge für das imposante Panorama. Er muss einen Felsabriss beobachten, der unterhalb des Challifirns entstanden ist und der immer breiter wird. Der Spalt ist 250 Meter lang und klafft inzwischen sieben Meter auseinander - weit genug, dass er samt der Felswand darunter in die Tiefe stürzen kann. Dort würden dann zwei Millionen Tonnen Kalkgestein die Zunge des Unteren Grindelwaldgletschers zermalmen, der zwischen dem Eiger und dem benachbarten Schreckhorn (4078 Meter) talwärts fließt.

Felswand könnte Gletscher aushebeln

Im Gletscherdorf Grindelwald herrscht deshalb Alarmzustand. Man hat eine Touristenattraktion - den großen Holzsteg in der Gletscherschlucht - geschlossen. Und man beobachtet aufmerksam den Wasserstand der Schwarzen Lütschine, die vom Unteren Grindelwaldgletscher her durch das weltbekannte Bergdorf mit seinen Pulks japanischer, amerikanischer und indischer Touristen fließt.

Das instabile Felspaket in der Ostflanke des Eiger ist 200 Meter hoch, doch seine Basis ist vermutlich noch einmal so tief. Sie riegelt den Eisstrom am Rand ab und reicht mutmaßlich bis zu dessen Grund. Im Ernstfall, so lautet ein Szenario, kann die Felswand den Gletscher von der Seite her rammen und regelrecht aushebeln.

Der Bergsturz würde einen gewaltigen Pfropfen aus Eis, Wasser und Gestein bilden. Das Schmelzwasser des Gletschers würde sich stauen und dann schließlich überschwappen. Eine Flutwelle wäre die Folge, zu der es auch schon im Rekordsommer 2003 gekommen war, als die Zunge des Oberen Grindelwaldgletschers wegen der Hitze ausdünnte und einstürzte. Baumstämme und Trümmer aller Art wurden damals bis hinab in den Brienzer See getragen.

Schnell wachsender Riss

Quer durch die Alpen haben Forscher einen dramatischen Rückgang der Gletscher dokumentiert. Auch der Untere Grindelwaldgletscher ist ein Opfer der Klimaerwärmung und eines heißen Sommers wie diesem, bei dem die Nullgrad-Grenze bis auf 4500 Meter am Tag ansteigt. In den letzten 20 Jahren hat der Eisstrom pro Jahr einen Meter an Dicke verloren, und von der Besuchergalerie ist er überhaupt nicht mehr zu sehen.

Durch den Schwund hat aber auch der Druck auf die umliegenden Felswände stark abgenommen. Das führte zu Spannungen im Kalk-Karst des Eiger und schließlich zu dem Riss, den Hüttenchef Burgener Mitte Juni als Erster entdeckte.

Weil es zwei kleinere Felsabbrüche mit Staubfahnen gab, inspizierte er die Wand mit dem Feldstecher - und erspähte die Spalte, die damals nur 20 Zentimeter breit war. Burgener informierte das Gemeindeamt von Grindelwald und das wiederum den Geologen Hans Rudolf Keusen, einen Experten für Bergstürze in Zollikofen nahe Bern. Keusen hat etwa Gutachten über einen Bergsturz am Montblanc erstellt, der so mächtig war, dass er einen ganzen Teil der Montblanc-Ostwand wegrasierte.

Überwachung mit Spiegeln und Laserscanner

Um die Bewegungen an der wackeligen Wand des Eiger feststellen zu können, ließ Keusen von Bergführern Spiegel installieren und die wiederum vom Gegenhang mit Lasern anpeilen. Die Laufzeit des Laserlichts macht Verschiebungen bis auf den Millimeter genau messbar.

Die vom Absturz bedrohte Wand aber macht diese Art der Untersuchung schwierig: Steinschlag hat mittlerweile drei der ursprünglich fünf Spiegel zertrümmert. Seit Dienstag wendet der Geologe deshalb ein Hightech-Verfahren an, das in den Alpen noch nie erprobt wurde.

Keusen macht mit einem Laserscanner Bilder der Bergflanke und legt sie dann auf dem Computerbildschirm übereinander. "So lassen sich auch Bewegungen auf einer großen Fläche haarscharf darstellen", hat der Mann aus Zollikofen herausgefunden.

Die Zeit drängt, weil am gestrigen Dienstag schon wieder 1000 Kubikmeter Fels ins Tal stürzten. Doch selbst Keusen weiß trotz der modernsten Mittel nicht genau, was am Eiger noch geschehen wird. Auch Schmelzwasser spiele eine Rolle, das vom Challifirn durch Felsrisse in die Tiefe sickere und nach außen auf die Wand drücke. Und wenn die Zunge des Unteren Grindelwaldgletschers hohl ist, könnte bei dem Bergsturz die Eisdecke einbrechen. Die Felsmassen würden dem einst stolzen Gletscher damit vollends den Garaus machen und bedrohlich weit ins Tal donnern.

Doch das Hochgebirge ist schwer zu berechnen. Das Desaster könnte "in den nächsten Tagen oder in wenigen Wochen" geschehen, vermutet der Geologe. "Es kann aber auch sein", fügt er an, "dass alles am Berg zum Stillstand kommt."
Bilder:

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^^ Riss in der Ostflanke des Eiger: Experten befürchten gewaltigen Bergsturz

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^^ Blick von der Alp Bäregg auf die Felsspalte an der Ostflanke des Eigers: Die instabilen Felsmassen könnten sich bereits in den nächsten Tagen lösen

Bild
^^ Vorboten des Dramas: Wanderer beobachten einen kleineren Abbruch von Gestein am Eiger

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^^ Felssturz: Der kleine Abbruch zeigt, was schon in den nächsten Tagen in weit größerem Maßstab geschehen könnte

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^^ Helikopter über dem Riss in der Eiger-Ostflanke: Zwei Millionen Kubikmeter Gestein könnten auf den Unteren Grindelwaldgletscher donnern

Bild
^^ Wanderer gegenüber der Eiger-Ostflanke: Der Berg ist derzeit in ständiger Bewegung

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^^ nstabile Spalte: Das rund 200 Meter hohe Felspaket könnte den Gletscher von der Seite her rammen und regelrecht aushebeln

Bild
^^ Präzisionsmessung: Mit modernsten Mitteln dokumentieren Experten die Bewegungen an der Ostflanke des Eiger

Bild
^^ Eigernordwand: Der Berg in den Alpen ist eine Berühmtheit
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Beitrag von TPD »

Am Eiger bricht grosse Felsmasse ab
Im Felssturzgebiet am Eiger ob Grindelwald sind am Abend knapp ein Drittel der absturzgefährdeten rund 2 Millionen Kubikmeter Felsmasse abgebrochen. Rund 500 000 bis 700 000 Tonnen Fels krachten auf den unteren Grindelwaldgletscher.
Kurt Amacher, Rettungschef von Grindelwald, bestätigte eine Meldung in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens DRS. Das Gestein sei nach Aussagen des Wirtes im Berggasthaus Bäregg, das auf der gegenüberliegenden Talseite liegt, kurz vor 20.00 Uhr zu Tale gedonnert.
.....
Quelle: espace.ch 13.07.06 21:18
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Beitrag von snowflat »

Salzburger Nachrichten:
700.000 Kubikmeter Fels am Eiger zu Tal gestürzt
13. Juli 2006 | 21:48

Am Eiger bei Grindelwald in der Schweiz ist es am Donnerstag zu einem erwarteten ersten massiven Felssturz gekommen. Knapp ein Drittel der absturzgefährdeten rund zwei Millionen Kubikmeter Felsmasse stürzten auf den darunter liegenden Gletscher. Über dem Ort Grindelwald schwebte am Abend eine dicke Staubwolke.

Das Naturschauspiel wurden von zahlreichen Schaulustigen aus sicherer Entfernung beobachtet. Nach Angaben von Geologen stürzte die rechte Partie der seit Tagen aufreißenden Felsnase ab. Zu Tal gegangen sind nach Schätzungen der Experten etwa 500.000 bis 700.000 Tonnen Felsmasse. Das Absturzgebiet liegt weit außerhalb des Siedlungsgebietes. Weder Menschen noch Gebäude sind deshalb in Gefahr.

Ursache für die Spaltung des Berges sind offenbar Spannungen, die sich nach dem Rückgang des Gletschers entladen. Eindringendes Wasser trägt ebenfalls dazu bei, dass der Berg brüchig wird.

© SN/APA.

und:

13. Juli 2006, 20:51; Letzte Aktualisierung: 22:13
Grosser Felssturz am Eiger
Ein Drittel der Felsmasse zu Tal gekracht
Im Felssturzgebiet am Eiger ob Grindelwald sind am Donnerstagabend rund ein Drittel der absturzgefährdeten ca. 2 Millionen Kubikmeter Felsmasse abgebrochen.

Rund 500 000 bis 700 000 Tonnen Gestein krachten auf den Gletscher. Kurt Amacher, Rettungschef von Grindelwald, bestätigte eine Meldung in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.

Die Felsmassen seien nach Aussagen des Wirtes im Berggasthaus Bäregg kurz vor 20.00 Uhr zu Tale gedonnert.

Über Grindelwald schwebte eine dicke Staubwolke. Amacher rechnete weiterhin damit, dass der Rest der 2 Millionen Kubikmeter Fels ebenfalls noch abbrechen wird.

Absturz kam nicht überraschend

Laut Aussagen des Geologen Hans Rudolf Keusen stürzte die rechte Partie der Felsnase ab. Diese habe sich seit mehreren Tagen stark zerlegt, weshalb ein Abbruch an dieser Stelle eigentlich zu erwarten gewesen sei, sagte er auf Anfrage.

Die linke Partie der Felsnase präsentiere sich von der Front her relativ kompakt. Sie bewege sich nicht so stark wie vor dem Absturz die rechte.
Einen sofortigen Absturz der linken Felspartie erwartet Keusen nicht. Allerdings könnte dieser durchaus auch nur eine Frage von Tagen sein.

«Madonna» abgestürzt

Am Donnerstagvormittag war bereits eine markante Felsnadel, die rund 30 Meter hohe so genannte «Madonna», auf den Gletscher gestürzt. Die rund 1000 Kubikmeter Fels hatten sich im nördlichen Teil des Felssturzgebietes in der Schlosslauenen vom Berg gelöst.

Lage nicht gefährlich

Die gegenüberliegende Talseite mit dem Wanderweg zur «Bäregg» sei nach wie vor nicht gefährdet, erklärte Keusen. Grosse Probleme sollte auch der Gletscherabfluss nicht bereiten.

Laut Keusen kann es sein, dass herabfallendes Gestein in die enge Gletscherschlucht gerät, dort aber lediglich kleinere Probleme verursachen würde. Die Situation werde laufend überwacht.

Die Felsnase, die auf den Grindelwaldgletscher abzurutschen droht, befindet sich an der Ostflanke des Eigers. Das Felssturzgebiet liegt weit ausserhalb des Siedlungsgebietes. Weder Menschen noch Gebäude sind deshalb in Gefahr.

(sda/wenn)
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Beitrag von starli »

Wenn das in der Schweiz so weiter geht, werden's bald keine 4.000er mehr haben ,-)

Hoffentlich können die Wissenschaftler mit den Beobachtungen 'was anfangen - für den Fall, daß sich so 'was auch mal in einem bewohnten Gebiet ankündigt...

.. wobei dann vermutlich eine gezielte Sprengung sinnvoller wäre als abzuwarten?!
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Dachstein
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Beitrag von Dachstein »

starli hat geschrieben:Wenn das in der Schweiz so weiter geht, werden's bald keine 4.000er mehr haben ,-)

Hoffentlich können die Wissenschaftler mit den Beobachtungen 'was anfangen - für den Fall, daß sich so 'was auch mal in einem bewohnten Gebiet ankündigt...

.. wobei dann vermutlich eine gezielte Sprengung sinnvoller wäre als abzuwarten?!
Zu Eins: :rofl: , aber so drastisch wird es nicht. ;)
Zu Zwei: Sage nur: Eibischrofen (hoffentlich schreibt man den so) bei Schwaz.
Zu Drei: Wozu Sprengen, wenn das Zeug sowieso runterkommt? Und dann noch in unbewohntem Terrain.

Und ehrlich gesagt, diese ganzen von den Medien so hochgepushte kleinen Felssturzereignisse sind gegen die wirklich großen Ereignisse im Quartär eine Lapalie.

MFG Dachstein

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Beitrag von GMD »

Eine der grossen Profiteure des Naturspektakels ist die PB zur Pfingstegg. Die hatten letztes Wochenende die grösste Passagierzahl seit 35 Jahren, und für dieses Wochenende rechnet man sogar mit noch mehr Fahrgästen! Die Bahn verkauft jetzt sogar ein Steinschlag-Ticket!
Probably waking up
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Stefan
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Beitrag von Stefan »

ich denke, auch für die bäregg-hütte wirds sich lohnen, nachdem der neubau ja erst seit 1. juli offen ist. aber das geschäft gönn ich ihnen nach dem pech mit der alten hütte
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starli
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Beitrag von starli »

Dachstein hat geschrieben:Zu Drei: Wozu Sprengen, wenn das Zeug sowieso runterkommt? Und dann noch in unbewohntem Terrain.

Und ehrlich gesagt, diese ganzen von den Medien so hochgepushte kleinen Felssturzereignisse sind gegen die wirklich großen Ereignisse im Quartär eine Lapalie.
Das mit den Sprengen war auch auf den Fall bezogen, wenn so 'was in einem bewohnten Gebiet stattfindet.

Und sorry - daß es in Österreich, im Waldviertel, früher 'mal 8.000er (!) gab, weiß ich erst seit ORF2 gestern ...

Trotzdem kommen derartig riesige Felsstürze in den Alpen recht selten vor in einem Menschenleben, so daß es durchaus verständlich ist, daß so 'was medial etwas ausgeschlachtet wird.
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Klimawandel
Papa, der Berg brennt!


Von Franziska Bossy


17. Juli 2006 Vorbei an „Cafestübli” und „Hafepintli” auf der einen Seite und auf der anderen an kleinen Yachten, die ruhig auf dem türkisblau-silbrigen Thuner See sich wiegen, schiebt der Zug sich gemächlich über Spiez und Interlaken Ost nach Wilderswil. Ungestüm rauscht durch die grasgrüne Idylle der schlammig-dunkle Flußverlauf der Lütschine. „Heut nachmittag hat's ein schweres Gewitter gegeben”, sagt die Schaffnerin, während sie die Billets kontrolliert. Als die Berner-Oberland-Bahn an geranienbehangenen Balkonen und Gartenzwergen vorbei gegen zwanzig Uhr schließlich in Grindelwald einfährt, türmt sich in der alpinen Bilderbuchlandschaft zwischen Mettenberg und Eiger ein gewaltiger weißer Schatten.

Kurz zuvor war im Felssturzgebiet an der Eiger-Ostflanke rund ein Fünftel der zwei Millionen Kubikmeter gefährdeter Malmkalk-Gesteinsmasse unter Krachen und Tosen kollabiert und hatte eine zunächst fünfzig Meter hohe Staubsäule produziert. Während das Tal sich in staubige Dämmerung hüllt, scheint auf den Gletscher droben noch die Sonne.

Wie mit tiefen Paukenschlägen
Am nächsten Morgen ist die Ablagerung auf den getönten Heckscheiben der Autos auf dem Parkplatz an der Luftseilbahnstation so dick, daß der nächtliche Schauer ihr nur ein tropfenförmig-marmoriertes Muster einzeichnen konnte. „Papa, la montagne, elle brule!” (Papa, der Berg brennt!) Diesen Eindruck der kleinen Sylvie in den Armen ihres Vaters kann man von der Gondel aus zur Pfingstegg hinauf tatsächlich gewinnen, denn immer wieder ziehen rauchartige Schwaden von der Ostwand des Eigers talwärts. Oben, auf dem Wanderweg zur Berggasthütte Bäregg, spielt sich im Minutentakt das gleiche Schauspiel vor internationalem Publikum ab. Wenn es im Berg knackt und bricht, halten die Gäste auf den gesicherten Rängen des Mettenbergs mitfühlend den Atem an: „Poor mountain, it crumbles!”

Man sieht die Steinbrocken stürzen, dann erst hört man sie. Wie mit tiefen Paukenschlägen und dann auch helleren, klimpernden Xylophontönen. Seit drei Wochen schon spielt dieses Geröllmassen-Orchester immer wieder auf, wenn das Gestein auf den Unteren Grindelwaldgletscher kracht. Was bleibt, ist das Rauschen des Gletscherwasserfalls, das gleich einer Meeresbrandung die sich auflösenden Staubschleier von der Bühne verabschiedet.

Ein ganz perfider Staub
Das Poltern des Eigers, als die Felsnase vom labilen Vorbau der Bergwand abbrach, hallte am Vorabend bis in den Ort hinab. „Es ist schon sehr eindrücklich, wie der Berg implodiert”, staunt Gemeinderatsmitglied Patrick Bleuer. Nahe dem Kieswerk, wo der kalkweiße und der schiefergraue Zufluß der Lütschine aufeinandertreffen, ist ein Großteil der Staubwolke heruntergekommen, die Gebäude und Wagen sind so schmutzig, als hätte ein Wüstensturm getobt. „Vor einer Woche waren die Windverhältnisse so extrem, da lief der Staub nur so von den Fenstern runter”, sagt Bleuer. Der Hotelbesitzer zeigt hier im Tal auf den Weg in die enge Gletscherschlucht, die vorsorglich gesperrt wurde, um niemanden durch die aufwirbelnden Partikel oder die Druckwelle zu gefährden: „Das ist ja ein ganz perfider Staub.”

Bleuer kritisiert die mediale Sensationslust am Berg. „Wir wollen es nicht unter den Tisch wischen, aber wir wollen es auch nicht dramatisieren. Der Eiger ist ja eigentlich unser Berg, wo international bekannt ist.” Und das sorge grundsätzlich für einen guten Zustrom von Touristen. Dabei sei der Felssturz aber keineswegs nur Publikumsmagnet: Seit die Resonanz in der Presse oft einseitig das Gefahrenpotential betone, riefen besorgte Stammgäste scharenweise im Hotel an, ob es denn überhaupt noch möglich sei, anzureisen; dabei lasse sich das Spektakel aus einer vollkommen sicheren Distanz beobachten. „Das ganze Tal hier, das rutscht ein bis zwei Zentimeter im Jahr, aber das war immer so. Das merken wir gar nicht. Unser Betrieb rutscht auch”, lächelt Bleuer.

„Eiger cracks up”
Um das Ausmaß der Folgen weiterer Felssturzsituationen abschätzbarer zu machen, melden sich auch immer wieder Gletscherwissenschaftler zu Wort. Von einer „möglichen Flutwelle beim See auf den Unteren Grindelwaldgletscher” sprach Hugo Rätzo, ein Geologe des schweizerischen Bundesamtes für Umwelt, im Radio. Eine Welle, die von dem relativ kleinen Becken ausgehen könnte, wäre „zwar nicht harmlos, aber auch nicht gefährlich”, äußert sich sehr vorsichtig der zuständige Geologe der Region, Hans Rudolf Keusen von der Firma Geotest, gegenüber der örtlichen Zeitung „Berner Oberländer”. Dieses Szenario hat sich momentan entschärft, weil der Schuttkegel, der auf dem Gletscher liegengeblieben ist, aus erstaunlich feinkörnigem Material bestehe, aus dem nur vereinzelt größere Gesteinsbrocken herausragten.

Gegenüber der „Neuen Zürcher Zeitung” betont der Glaziologe, daß von dem Bergsturz zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung ausgegangen sei. Die dichte Staubwolke, die in Richtung des Dorfes gezogen sei, habe zu fast hundert Prozent aus unbedenklichem Kalkstaub bestanden. Keusens Stellungnahme ist für den Tourismus in Grindelwald von einiger Bedeutung, da die beachtliche Medienpräsenz des Alpenortes auch zu phantasievollen Meldungen führte. So kursierte in den regionalen Radios bereits am Mittwoch mittag die Information, daß der „Gupf”, also der Vorsprung, abgestürzt sei. Dabei hatte nur die Überschallgeschwindigkeit von Militärflugzeugen für ein explosionsartiges Echo gesorgt. An anderer Stelle wird das Geschehen von der Eiger-Ostflanke schon einmal an die bekanntere Eiger-Nordwand verlegt. Aus einiger Entfernung titelte der „Sydney Morning Herald” gar mit „Eiger cracks up” und verglich die Menge losen Gesteins mit dem doppelten Volumen des Empire State Building.

Düstere Klimazukunft Schweiz
Daß sich ein zivilisatorischer Umbruch mit Verlautbarungen aus den Bergen ankündigen würde, das prophezeite vor einiger Zeit schon die isländische Sängerin Björk in dem Song „The modern things”. Ihrer Utopie zufolge warteten die Phänomene der Moderne schon seit der Zeit der Dinosaurier auf den richtigen Moment, aus dem Felsen auszubrechen. Ganz so dramatisch zugespitzt sehen Wissenschaftler die Situation nicht. Doch auch ihre Prognosen vermitteln keineswegs zuversichtliche Erkenntnisse.

Die aktuellsten Wahrscheinlichkeitsrechnungen für die Schweiz stammen vom „Beratenden Organ für Klimaänderungen”. Im zwanzigsten Jahrhundert ist es nach dessen Einschätzung im globalen Mittel auf der Erde ungefähr 0,6 Grad Celsius wärmer geworden, der Temperaturanstieg in der Schweiz mit Erwärmungen zwischen 1,3 und 1,6 Grad aber deutlich höher ausgefallen. Innerhalb der Studie „Die Schweiz im Jahr 2050” hat der Klimaforscher Christoph Frei von der ETH Zürich das Szenario „Die Klimazukunft der Schweiz - Eine probabilistische Projektion” entworfen. Erste Ergebnisse des Unternehmens zeigen, daß die Niederschlagsmenge in der Schweiz im Winter durchschnittlich ungefähr um acht Prozent zunimmt, im Sommer um siebzehn Prozent abnimmt. Bei den mittleren Temperaturen sei mit einer Erwärmung von 0,9 bis 3,4 Grad im Winter und von 1,4 bis 4,7 Grad im Sommer zu rechnen. Für die Übergangsjahreszeiten sei die Erwärmung vergleichbar mit derjenigen im Winter.

Griffige Maßnahmen
Diese Klimasimulationen, so die Studie, stellten den wohl umfangreichsten Datensatz dar, der je zur Abschätzung von Unsicherheiten in Klimaprojektionen für die regionale Skala hergeleitet worden sei. Trotzdem würden die Modellketten nur einen eingeschränkten Bereich der tatsächlichen Unsicherheit abdecken. So sei kein Szenario darunter, das eine „überraschende Klimaantwort”, wie eine Abschwächung oder sogar Abschaltung des Golfstroms, berücksichtige. Unsicherheiten entstünden bei der Vorausberechnung der klimatischen Veränderungen außerdem dadurch, daß natürliche Klimavariationen sich auch zukünftig mit dem „anthropogenen Klimasignal”, also dem vom Menschen verursachten Wandel, überlagern würden.

Es gebe wachsende Hinweise darauf, daß zumindest ein Teil der beobachteten globalen Klimaänderung der letzten Dekaden tatsächlich bereits eine Folge der Treibhausgas-Emission sei. Neben der Erwärmung werde daher auch im Wasserkreislauf und in anderen Klimagrößen mit Veränderungen zu rechnen sein. Der „World Wildlife Fund” nahm den Bergrutsch am Eiger zum Anlaß, abermals griffige Maßnahmen zum Schutz des Klimas zu fordern. Wie der Felssturz am Matterhorn vor drei Jahren sei auch der Abbruch am Eiger eine Folge des Klimawandels.

Wenn alles überläuft
Die wissenschaftlichen Hypothesen spiegeln sich - wenn auch oft unbewußt - in der Vorstellungswelt der Bergbevölkerung. An einem Hotelpool in Grindelwald thront in einem kitschigen Abbild der Eiger über der glatten Wasserfläche des Schwimmbads. Bemerkenswert an der Wandmalerei ist die Hitzevision, die sie vermittelt: Das Bild zeigt eine sehr gelbe Sonne an einem gleißend gelben Himmel, die Landschaftsausläufer am Fuß des Berges sind ebenso wüstengelb ins Licht getaucht. Mit dieser solaren Perspektive drängt sich die Erkenntnis auf, daß das weitere Abtauen der Gletscher und die Erhöhung der Niederschlagsmengen letztendlich zunehmende Schutzmaßnahmen in Grindelwald notwendig werden lassen könnten. Zwar sind die Bewohner schon darauf eingerichtet, da, wie Patrick Bleuer sich erinnert, sich immer wieder Seen auf dem Gletscher gebildet und ins Tal entleert haben. Das habe dann in Kombination mit tagelangen Regengüssen schon einmal „alles zum Überlaufen gebracht”: Dadurch sei beispielsweise der ganze Golfplatz überschwemmt worden.

Wie ein ungewollt ironischer Kommentar wirkt da das Werbeplakat des Reisezentrums in Spiez. Dieses lockt mit dem Slogan „Oh sole mio. Städtereisen. Gebucht am Bahnhof Spiez” und zeigt ein Bild der untergehenden Sonne am roten Abendhimmel, vor dem sich die Silhouette eines Gondoliere in Venedig abhebt. Man könnte spotten, bald würden Reisen nach Venedig hinfällig, da auch die Dörfer im Berner Oberland langfristig alle eine ähnlich wäßrige Existenz führen könnten. „Die Berge verlieren zwar etwas von ihrem Make-up”, sagt der Grindelwalder Gemeindepräsident Andreas Studer, „aber dadurch kommen sie noch mächtiger zur Geltung”, fügt er mit marketingorientiertem Lächeln hinzu. Die Aufmerksamkeit, die in den letzten Tagen dem kleinen Grindelwald und dadurch auch abermals der Klimaschutzdiskussion zuteil wurde, war jedenfalls denkbar massiv.
Bilder:

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^^ Die Eiger-Ostwand bröckelt. Das zieht Touristen an

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^^ Rauschende Schwaden: Geröll statt Gletscher

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^^ Warten auf den großen Felssturz

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^^ Jeder Schritt könnte zuviel sein, jederzeit

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^^ Brüchig an mehreren Stellen: Wann stürzt die Ostwand endgültig?

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^^ Immer wieder ...

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^^ ... stürzt Geröll zu Tal

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^^ Ständig steht eine Staubwolke über dem Grindelwald-Gletscher

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^^ Aus der Nähe: Die Felsspalte wächst

Quellen:
Text: F.A.Z., 17.07.2006, Nr. 163 / Seite 29
Bildmaterial: dpa, REUTERS SCHWEIZ, AP, REUTERS
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Beitrag von snowflat »

Da ist noch Bewegung drin:
Am Eiger wandert die Nase weiter

Immerhin bewegt sich der Fels an der Ostflanke nicht mehr so schnell wie noch im Sommer, als ein massiver Abbruch drohte. Der könnte sich aber laut Berg-Experten im nächsten Jahr ereignen.

Am Eiger könnte sich nächstes Jahr das Szenario dieses Sommers wiederholen, als ein Felssturz drohte. Experten sehen zudem die Gefahr einer Flutwelle.

Noch ist unklar, ob die für den Tourismus wichtige Gletscherschlucht im Frühling geöffnet werden kann.

Die neuesten Messresultate machen nach Angaben des Geologen Hans Rudolf Keusen deutlich: Zum ersten Mal bewegt sich die Felsnase nicht mehr so schnell. Während sie zuvor täglich zehn bis 15 Zentimeter gewandert sei, habe sie sich in den vergangenen zwei Monaten noch rund vier Zentimeter pro Tag bewegt.

„Völlig unerwartet ist das nicht“, sagte Keusen. Er habe zwar angenommen, dass sich der Fels allein durch die Schwerkraft weiter senke. Nun habe sich aber herausgestellt, dass das Wasser ebenfalls eine große Rolle spiele. Weil kaum mehr Wasser im Fels zirkuliere, werde sich die Lage im Winter vielleicht ganz beruhigen.

Insgesamt sei der hintere Teil der Felsnase an der Eiger-Ostflanke im letzten halben Jahr rund 100 Meter gegen den Gletscher gesunken.

Diese Entwicklung führt laut Bergrettungschef Kurt Amacher möglicherweise dazu, dass sich die Ereignisse dieses Sommers wiederholen: „Es könnte sein, dass sich eine zweite Scheibe abspaltet und nächstes Jahr nochmals dasselbe passiert.“ Ob es dazu kommt, lässt sich aber noch nicht sagen. Der Gletscher sei unberechenbar, verforme sich ständig.

Im Winter wird die Lage deshalb weiter beobachtet. Eine Kamera auf der Bäregg liefert täglich ein Bild des Gletschers und des Sees.
Zudem wird der Seepegel gemessen. Momentan sinke er, sagte Keusen.

Gletscherabfluss kann zu Flutwelle führen
Er rechnete damit, dass der See in ein paar Wochen ganz leer sein wird. Problematisch werde es erst wieder im Frühling, wenn die Gletscherschmelze eintrete.

Es ist denn auch nicht der Fels, der Keusen Sorgen macht, sondern der Gletscherabfluss, der zu einer Flutwelle führen könnte. Dies sei bereits in den 50er Jahren geschehen und erneut denkbar. Aus Angst vor einer Flutwelle blieb auch die Gletscherschlucht den ganzen Sommer über gesperrt, obwohl sich der Fels wieder beruhigt und der Staub gesetzt hatte.

Verluste für den Tourismus
Durch die Sperrung gingen Grindelwald Tourismus laut Vizedirektor Toni Baumann rund 100.000 Franken verloren. Gelitten haben insbesondere die betroffenen Restaurants. Ruth Meier, Inhaberin des Hotel-Restaurant „Gletscherschlucht“ spricht von einem Einnahmenverlust von 60 Prozent. Der Betrieb wurde zwar nicht geschlossen, man arbeitete aber nur mit vier statt neun Mitarbeitern weiter.

Hinzu kamen Mehrkosten für die Reinigungsarbeiten wegen des Staubs, der sich in allen Nischen festgesetzt hatte, und der Ärger mit der Versicherung, die nichts bezahlen will, weil ja eigentlich nichts passiert sei. Dennoch sei sie zuversichtlich, sagte Meier. Das Wintergeschäft sehe vielversprechend aus, Hotel und Restaurant seien auch in den kalten Monaten immer gut frequentiert und bereits gut gebucht. Und dann hoffe sie natürlich, dass die Schlucht im Frühling wieder geöffnet werden könne.
Quelle: Süddeutsche
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Re: Felssturz am Eiger

Beitrag von schifahrer »

Auf dem Foto (vom 25.08.2008) sieht man noch Teile der Fundamente der Stieregghütte, die dem Felssturzgebiet gegenüberlag. Der alte Weg zur Hütte ist mittlerweile gesperrt.

Bild

Auf dem folgenden Bild sieht man die Abrisskante. Oben steht das Berghaus Bäregg.

Bild

Auf dem Weg zur Schreckhornhütte wurden wir den ganzen Tag entweder von polternden Gesteinsmassen oder einstürzenden Eismassen begleitet.
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Re: Felssturz am Eiger

Beitrag von EBM »

Ich bin im "Super-Sommer" 2003 noch an der Stieregghütte mit nem Almdudler gessesen. Im Hintergrund ging massig Eis vom Gletscher ab und Geröll polterte vom Gegenhang ins Tal - hat mich damals schon beeindruckt.
Stiereggalm und Weg.jpg
^^ hier sieht man ganz gut wieviel Masse damals abgegangen ist. Ganz recht ist das Ende der terasse der Alm zu sehen. Auch der alte Weg ist gut zu sehen, war mit einem grünen "Fangnetz" gesichert und schon etwas ausgesetzt.
Gletscher Pano.jpg
^^ Fiescherhörner mit Gletscher - da rumste eine Lawine nach der anderen runter.

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Re: Felssturz am Eiger

Beitrag von billyray »

Ich hab diesen Sommer da auch ein paar Fotos gemacht:

Hier und hier sieht man den merkwürdig geformten Abbruch am Eiger ganz gut, und hier ist nochmal eine andere Perspektive auf den Abrutsch an der Stieregg.

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