Demokratieverständnis in Tirol

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!
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hagelschlag
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Beitrag von hagelschlag »

miki hat geschrieben: vor allem dem Gemeingerat und dem Bürgermeister gratuliere ich für die doch sehr mutige Entscheidung :zustimm:
die bauarbeiten sind widerrechtlich! das ist nicht mutig, sondern einfach nur dumm! :abgelehnt: :bindagegen: :flop: :nichtzufassen: :sonicht: :unfair: :esreicht:

mir scheint, sobald in tirol irgendetwas für den tourismus gemacht wird, dann spielt es anscheinend keine rolle, ob bewilligt/ nicht bewilligt, negative uvp,.. alles wurscht.

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miki
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Beitrag von miki »

"Die Politik braucht mehr Spielraum für Entscheidungen. Wenn anstelle dessen nur der Beamtenapparat regiert, ist das demokratiepolitisch bedenklich."
Ganz meine Worte. Wozu gibt es denn überhaupt Wahlen, wenn dann sowieso Beamte über wichtige Fragen entscheiden? Das ist für die Herren Politiker sehr bequem: im Wahlkampf dies und das versprechen, wenn man dann die Versprechen bricht kann man es auf 'Beamte' abschieben :evil: .

widerrechtlich? Was soll das? Der Wiederstand gegen die Naziherrschaft im besetzten Europa, die Volksbewegung gegen den Kommunismus Ende der 80er in Osteuropa oder die Unabhngigkeitserklärung Sloweniens im 1991 waren auch wiederrechtlich, sprich gegen die damals geltenden Gesetze. So what?

^^Meinetwegen kann einer der Mods diesen Beitrag löschen, ist mir wurscht. Oder wenigstens den zweiten Absatz. Wenn ihn wenigstens einige in der Zwischenzeit gelesen haben ist mein Ziel schon erreicht!
hagelschlag
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Beitrag von hagelschlag »

ad miki: dieser vergleich hinkt gewaltig!
ich frage dich, wieso gibt es umweltschutzgesetze??

weils so lustig ist? oder soll mit den gesetzen doch etwas ge- oder beschützt werden? ich bin dagegen, dass die tiroler gletscher dermassen verschandelt werden.

du kommst aus slowenien. ihr habt den zug zum meer. wie würdest du es finden, wenn "müllschiffe" ihren dreck vor die slowenische küste kippen würden?
seilbahner
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Beitrag von seilbahner »

@hagelschlag;
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BadlyDrawnBoy
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Beitrag von BadlyDrawnBoy »

miki hat geschrieben:[quotewiderrechtlich? Was soll das? Der Wiederstand gegen die Naziherrschaft im besetzten Europa, die Volksbewegung gegen den Kommunismus Ende der 80er in Osteuropa oder die Unabhngigkeitserklärung Sloweniens im 1991 waren auch wiederrechtlich, sprich gegen die damals geltenden Gesetze. So what?
Um ehrlich zu sein, ist das eine nicht hinzunehmende Herabwürdigung vieler Tausendener, die Leib und Leben für Freiheit und Demokratie aufs Spiel gesetzt haben!

Das ist eine Dorfposse und keinster Weise mit den von Dir aufgeführten Widerstandkämpfern zu vergleichen!

BDB
Xtream
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Beitrag von Xtream »

BadlyDrawnBoy hat geschrieben:
Um ehrlich zu sein, ist das eine nicht hinzunehmende Herabwürdigung vieler Tausendener, die Leib und Leben für Freiheit und Demokratie aufs Spiel gesetzt haben!
sorry aber in die kerbe muss ich auch mal reinschlagen..... es gibt weder freiheit noch demokratie! geld regiert die welt und im pitztal hat garantiert die TIWAG die suppe gescheit versalzen....
habt den zug zum meer. wie würdest du es finden, wenn "müllschiffe" ihren dreck vor die slowenische küste kippen würden?
denn vergleich find ich ja noch bescheurter.....

dorfpose hin oder her! im grunde gehts hier mehr ums prinzip.... wenn die pitztaler bevölkerung sich so einen sicherheitsweg wünscht dann hat IMHO der rest die klappe zu halten! also von demokratie kann da keine rede sein..... :twisted:
hagelschlag
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Beitrag von hagelschlag »

Xtream hat geschrieben:wenn die pitztaler bevölkerung sich so einen sicherheitsweg wünscht dann hat IMHO der rest die klappe zu halten!
das ist ein wunsch ans christkind! wo kommen wir bloss hin, wenn jeder gegner oder andersdenker sofort seinen mund halten muss? es gilt das recht auf freie meinungsäusserung!!!

da du dich, Xtream, für das "klappe halten" einsetzt, schlage ich vor, dass du gleich als erster "deine klappe hältst". genau wie du geschrieben hast.
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mic
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Beitrag von mic »

servus hagelschlag so kennt man dich!

gruß mic
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Beitrag von Wombat »

Wenn ich so die Aussagen der Pitztaler und der Politiker ansehe, die hier gepostet wurden, muss ich mich über deren Demokratieverständnis wundern. In einer Demokratie sind Exekutive(z.B. Beamte) und Legislative(Parlament) klar getrennt. Politiker mischen sich aber immer wider in die Exekutive ein und wundern sich dann wenn sie auf die Nase bekommen. Leider lassen sich viele Leute von solchem Geschwätz immer wieder blenden. Wenn sich dann mal z.B ein Landesvertreter(ist ein Politiker gehört aber zur Exekutive) darüber hinweg setzt, muss er sich dann nicht wundern wenn er von den Umweltschutzverbänden einen Tritt vors Bein bekommt, wenn die vor Gericht gehen. Schliesslich leben wir in Europa in einer Demokratie.

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Roberto
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Beitrag von Roberto »

miki hat geschrieben:widerrechtlich? Was soll das? Der Wiederstand gegen die Naziherrschaft im besetzten Europa, die Volksbewegung gegen den Kommunismus Ende der 80er in Osteuropa oder die Unabhngigkeitserklärung Sloweniens im 1991 waren auch wiederrechtlich, sprich gegen die damals geltenden Gesetze. So what?
Ganz großer Forumsport.
Wenn ich das nächste mal falsch parke, werde ich auch so argumentieren.
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miki
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Beitrag von miki »

Jetzt wo ich 4 Tage Zeit zum Durchatmen hatte, melde ich mich wieder zum Thema.

Zuerst: OK, mag sein das mein Vergleich etwas zu hart formuliert war. Falls jemand entweder selbst am Wiederstand gegen die Naziherrschaft im besetzten Europa oder in der Volksbewegung gegen den Kommunismus Ende der 80er in Osteuropa persönlich beteiligt war, in dieser Zeit gelitten hat oder Verwandte/Freunde/Bekannte unter einer dieser bieden Diktaturen verloren hat, bitte ich um Entschuldigung :oops:

Was die Unabhngigkeitserklärung Sloweniens im 1991 betrifft, nehme ich nichts zurück, das werde ich doch besser beurteilen können als die Kollegen Hagelschlag oder BDB: im Jugoslawien der späten 80er musste auch keiner mehr um sein Leben fürchten, politische Häftlinge gab es auch kaum noch, wir konnten frei ins Ausland reisen und auch eine begrenzte Demokratie hatten wir in den letzten Jahren Jugoslawiens. Also kämpften wir mit unserer widerrechtlichen Loslösung von Jugoslawien im Jahr 1991 in erster Linie um die Chance besser leben zu können, an das entwickelte Europa anzuschliessen, ohne die schwerfällige belgrader Bürokratie ertragen, mitschleppen und füttern zu müssen. Kurz gefasst: wir wollten besser leben, wir wollten unsere wirtschaftlichen Chancen nutzen. Und darum geht es letztendlich auch den Pitztalern!

Was mich an der ganzen Sache wütend gemacht hat war der Automatismus: widerrechtlich = schlecht = muss sofort eingestellt werden. Falls mir jemand glaubhaft beweisen würde das gerade im Tal wo die Talabfahrt geplant ist (und bereits begonnen wurde) irgendwelche Tiere 'von der roten Liste' leben, besonders seltene Pflanzen wachsen oder das durch die Sprengarbeiten der halbe Berg abrutschen könnte, würde ich mir es vielleicht noch einreden lassen. Aber 'widerrechtlich' als absolutes Totschlagargument anzugeben, das passt nicht in den Dickschädel eines alten Anarchisten. Deshalb habe ich eben schnell drei Beispiele genommen, wo auf jeden Fall widerrechtlich, aber gesellschaftlich positiv gehandelt wurde.

Ich mag zwar keine Nationen - Vorurteile (leider ist auch unser Forum davor nicht 100% - ig imun), etwa 'wo viele Polen skifahren sind keine Ski sicher' oder 'alle Holländer sind schlechte Ski- und Autofahrer'. Aber: durch einige Reaktionen wurde ich schon ein wenig nachdenklich, ob nicht doch was dran ist an dem weltweiten Vorurteil, nach dem Deutsche bzw. generell Leute aus dem deutschsprachigen Raum als zwar sehr diszipliniert, arbeitswillig und organisiert gelten, sich aber manchmal doch zu sehr an Ordnung – und – Gesetz halten und dazu neigen, Authoritäten unkritisch zu gehorchen (Xtream, du bist da ausgenommen :wink: ). Bei unseren südöstlichen und südwestlichen Nachbarn, also am Balkan und in Italien, geht man mit Gesetzen und Vorschriften doch etwas lockerer um.
du kommst aus slowenien. ihr habt den zug zum meer. wie würdest du es finden, wenn "müllschiffe" ihren dreck vor die slowenische küste kippen würden?
Sorry, aber dieser Vergleich ist mindestens genau so daneben wie meiner. Es will keiner 'von draussen' ins Pitztal kommen und irgendwas irgendwohin werfen, es ist in diesem Fall umgekehrt: die Mehrheit der Pitztaler wünscht sich diese Abfahrt und ein überbezahlter Bürokrat 'von aussen' hindert sie daran. Wenn du schon mit dem Vergleich zum slowenischen Meer sind: das ist so als würde Slowenien ein neues Hotelkomplex am Meer, eine neue Küstenautobahn oder eine Vergrösserung der Hafens von Koper planen, auf jeden Fall irgendwass das Arbeitsplätze sichert und von der Mehrheit der lokalen Bevölkerung befürwortet wird, und die Behörde (egal, ob früher aus Belgrad oder heute aus Brüssel) würde ein negatives Bescheid geben. Ja, in diesem Fall wäre ich sofort dafür 'schwarz' zu bauen.

Apropos Schwarzbau:
Bild

Diejenigen die meine Berichte fleissig lesen werden ihn kennen, es ist der Speicher unterhalb der Talstation des Schleppliftes Ruska am Pohorje (Skigebietsteil Areh). Schwarzbau aus dem Jahr 1999. Nachdem den Verantwortlichen der Bergbahnen klar wurde, das die Behördenverfahren noch einige Jahre dauern werden, lies man Bagger auffahren. Und kriegte vom Inspektor einen Baustopp. Und baute trotzdem fertig. Und kriegte vom Inspektor eine Verfügung, nach der 'der Speicher ungehend zuzuschütten ist'. Die man klarerweise ignorierte. Und dank diesem Speicher kann ich seit Dezember 1999 am Areh auf gut hergerichteten Pisten fahren. Nach 4 Jahren Papierkrieg hat man den Teich nachträglich legalisiert, die Bergbahnen zahlten (glaube ich wenigstens) umgerechnet 4000 Euro Strafe und der Chef 400. Wenn mich jemand fragt, 4 Saisonen die man dadurch gerettet hat waren viel mehr als 4400 Euro wert. Gut das es noch Leute mit Mut gibt, egal ob in Maribor oder im Pitztal. Ich drücke den Pitztalern auf jeden Fall weiterhin fest die Daumen :gut: !
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GMD
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Beitrag von GMD »

Schön und gut, aber wo kämen wir hin, wenn jeder macht was er will ohne sich um allfällige Regeln zu kümmern? Was würdest du sagen Miki, wenn dir dein Nachbar widerrechtlich eine Mauer vor die Aussicht stellen würde, und dies damit begründen würde, dass er davon profitiere und du halt Pech gehabt hast?
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Beitrag von miki »

Ich muss sagen, bei einigen eurer Vergleiche muss ich mich schon sehr wundern. Ich befürworte den Bau einer Skipiste, die

a) den Pitztalern von höchster politischer Stelle bereits versprochen wurde und
b) vom Bürgermeister, dem Gemeinderat und wohl auch von der mehrzahl der Bevölkerung befürwortet wird

Und was kriege ich als 'Gegenargument'? Hagelschlag wünscht mir das Müllschiffe Dreck vor die slowenische Küste kippen und GMD möchte mir eine Mauer vor die Aussicht stellen :( ?

Nun, mit Hagelschlag vernünftig zu diskutieren geht wohl nicht, aber @GMD: was sollte das mit der Mauer? In dienem Vergleich würde mein Nachbar profitieren und ich wäre geschädigt. Im Pitztal sehe ich die Sache etwas anders: die Pitztaler würden vom Bau profitieren, aber den Nachbarn würde dadurch kein Schaden entstehen. Mir ist nicht bekannt dass eine der Nachbargemeinden irgendwas gegen das Projekt hätte.
(nicht ganz korrekt: vielleicht würden die reichen Falkners aus Sölden durch die gestiegene Atraktivität des Pitztales 0.1% der Skifahren an die Nachbarn verlieren :wink: , was ich beim besten Willen nicht als ernstzunehmendes Problem betrachten kann).
Zuletzt geändert von miki am 02.08.2006 - 13:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von GMD »

Es geht nicht nur ums Pitztal, sondern ums Prinzip. Mal angenommen, die Pitztaler kommen damit durch, dann wird sich doch bald mal jeder Bauherr (egal was er baut) sich einen Dreck um Auflagen und Gesetze kümmern und vor sich herwursteln wie es ihm passt.
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