Aus aktuellem Anlaß und vielen Diskussionen in den Medien (z.B. Rad, Leichtathletik) interessiert mich Eure Meinung zum Thema Doping.
Soll jeder dopen, wie er/sie will (d.h. freigeben), oder sollte Doping aufs Schärfste bekämpft werden? Welche Möglichkeiten gibt es, den Kampf anzusagen (Fernsehübertragungen canceln, Sperre, Gefängnis, Gesetze)?
Wer ist eigentlich am meisten "Schuld" an dieser Misere (wir als Zuschauer, Medien, Athleten, ...)? (Ihr seht, ich bin natürlich gegen Doping! ).
Klar, könnte man Doping frei geben.
Dies hätte zur Folge, dass man nicht mehr einen Wettkampf zwischen Menschen hat, sondern einen Wettkampf zwischen den Dopinghersteller.
Da aber Doping die Gesundheit gefährden kann ist es sicher richtig, dass da rigoros durchgegriffen wird. Andererseits bin ich nicht bereit mit meinen Krankenkassenprämien die Genesung eines dopingverseuchten Sportlers zu finanzieren.
Welche Möglichkeiten gibt es, den Kampf anzusagen (Fernsehübertragungen canceln, Sperre, Gefängnis, Gesetze)?
Um Doping einzunehmen braucht es mindestens "zwei" Leute. Somit ist es wichtig dass nicht nur der Sportler sondern auch die Hintermänner bestraft werden.
Als Strafe könnte ich mir folgende Varianten vorstellen:
Ein Sportler wird lebenslänglich gesperrt und er muss eine empfindliche Geldstrafe bezahlen. Die Strafe wird reduziert falls er bei den Ermittlungen mithilft die Hintermänner zu fassen.
Bei Teamsportarten werden sämtliche Mitspieler während einer Saison gesperrt. Und auch die Mannschaft als solches (also auch nicht mit anderen Spieler) darf eine Saison lang nicht mehr auftreten. Eventuell dürfen auch die Mitglieder der Geschäftsleitung keinen "Sportclub" mehr führen.
Ärzte die Doping verabreichen und Fachleute (Chemiker, Apotheker etc.) die Doping zusammen mixen kriegen ein Berufsverbot.
Wurde das Doping in einem Industriebetrieb produziert verliert dieser Betrieb sämtliche Patentrechte.
Wer ist eigentlich am meisten "Schuld" an dieser Misere
Ich denke mal der Mensch kann es nicht verkraften dass die Leistungsfähigkeit seines Körpers an Grenzen stösst und man dadurch nicht jedes Jahr einen neuen Weltrekord aufstellen kann. Da ist es natürlich schon verlockend wenn man durch die Einnahme eines Pülverchens eine hundertstel Sekunde schneller sein kann.
Auch das Geld ist ein Problem. Denn wenn man in gewissen Sportarten die Höhe der Siegerprämien sieht ist es nicht verwunderlich, dass da einige Leute zu unerlaubten Mittel greifen damit sie zu den Besten gehören.
Übrigens der Besitzer des Phonak Teams hat aus den Dopingfälle die Konsequenzen gezogen. Auf Ende Jahr wird das Team aufgelöst. Somit gibt es kein Schweizer ProTour-Team mehr.
Ich sehe es ähnlich wie TPD:
Es ist eigentlich nicht einzusehen, warum ich die Dopingfolgen von geldgierigen, erfolgshungrigen Sportlern mitfinanzieren sollte - u.a. mit meinem Krankenkassenbeitrag.
Die Spätfolgen sind eben nicht zu unterschätzen. Andererseits:einen toten Sportler muß man ja nicht unbedingt mitfinanzieren .
Eine kleine Geschichte zu mir (wen es interessiert):
Ich kann aus eigener Erfahrung in der Leichtathletik sagen, daß es -zumindest damals als Jugendlicher- einfach war, an bestimmte Substanzen zu gelangen. Ich war Ende der 80er an der Schwelle zum Leistungssport. Im Rhein-Main-Gebiet gab und gibt es eine Reihe erfolgreicher und finanzstarker Vereine. Nach einem relativ erfolgreichen Wettkampf zog mich (als für einen "armen" Verein startender Sportler) ein Betreuuer eines dieser Vereine zu sich und bot mir, falls ich dem Verein als Aktiver beitreten sollte regelmäßige finanzielle Unterstützung, monatliche Sportkleidung, eine gute Mannschaft im Mehrkampf/Erfolg, die erforderliche medizinische Kontrolle und ganz direkt leistungsfördernde Präparate, an die er ohne Problem gelange (darüber solle ich mir keine Sorgen machen!!!). Wohlgemerkt, ich war damals erst im Alter von 17 Jahren! Natürlich habe ich abgelehnt, aus verschiedenen Gründen. Und bin dann im Mittelmaß "versunken", was mich aber nicht weiter störte, denn mir sollte der Sport einfach nur Spaß machen und das Studium nicht darunter leiden.
Was ich damit sagen wollte: Es beginnt schon früh und man gelangt, wenn man nicht aufpaßt, ganz schnell in einen Sog hinein, aus dem man sich nicht so einfach mehr retten kann. Ich will damit nicht sagen, daß der Sportler das Opfer ist, eher aber, daß der Sportler früh genug sagen sollte: Stop, bis hierhin und nicht weiter! Da fängt es an. Klar, die Versuchung ist groß...
Übrigens sollten sich die abstimmenden Forumsmitglieder dazu mal äußern, warum sie Doping freigeben würden. Die Argumente wären sicher interessant .
Bei Teamsportarten werden sämtliche Mitspieler während einer Saison gesperrt. Und auch die Mannschaft als solches (also auch nicht mit anderen Spieler) darf eine Saison lang nicht mehr auftreten.
Eine Kollektivbestrafung von (unschuldigen) Mitspielern halte ich weder für fair noch für juristisch durchsetzbar. Auf alle Fälle sollten aber die Erfolge bzw. Punkte des Teams aberkannt werden, was ja auch teilweise geschieht.
Was ich damit sagen wollte: Es beginnt schon früh und man gelangt, wenn man nicht aufpaßt, ganz schnell in einen Sog hinein, aus dem man sich nicht so einfach mehr retten kann.
Das seh ich genauso, denn nur so lässt sich erklären, dass immer wieder Wiederholungstäter, denen eine lebenslange Sperre droht, erwischt werden. Man ist immer geneigt zu sagen: "So blöd kann man doch nicht sein". Aber es ist wahrscheinlich wirklich ein Teufelskreis: Gedopt um mit der Spitze mitzuhalten - erwischt - nach der Sperre keine Chance Anschluss an die Spitze zu finden - wieder gedopt - wieder erwischt.
Übrigens sollten sich die abstimmenden Forumsmitglieder dazu mal äußern, warum sie Doping freigeben würden. Die Argumente wären sicher interessant .
Ich bin gegen die Freigabe von Doping. Als einziges Argument dafür könnte ich mir vorstellen, dass man dann von "fairen" Wettkämpfen, im Sinne von Chancengleichheit ausgehen könnte. Ich halte das aber für ein sehr schwaches Argument. Damit wird nämlich der Breitensport kaputt gemacht. Soll ich meinen Sohn morgen ins Training schicken mit der Perspektive, dass er in 3 - 4 Jahren die Alternative hat, Pillen zu fressen oder hinterherzurennen?
ich denke schon, daß jetzt eine zeit gekommen ist wo auch die zuschauer
also die konsumenten aufgeklärt genug sind, um zu wissen was da alles seit jahren läuft und
gelaufen ist und das ganze so auch nicht mehr sehen wollen.
Wenn Doping freigegeben würde, würden die Wettkämpfe wahrscheinlich im Labor entschieden. Obwohl das ja Heute auch schon so ist teilweise. Aber auf eine andere Art.
vor allem sollte man mal endlich die kontrollen konsequent durchziehen. was soll das, wenn bei einer leichtathletik-em nur die sieger, nicht aber die anderen medaillengewinner kontrolliert werden? was soll das, wenn sich die klugen organisatoren hinstellen und sagen, die em war dopingfrei - aber noch keine einzige probe analysiert ist (sonntag abend)? und schließlich: was soll das, wenn der wada-code immer noch nicht konsequent und in JEDEM land umgesetzt wird?
viele verbände (ob fach- oder nationalverbände) haben an vernünftigen kontrollen kein interesse, und letztlich fehlt den kontrollorganen ganz massiv das geld. solange sich daran nichts ändert, bleibt alles so ein murks wie es jetzt ist. schlusssatz: freut euch auf peking 2008!
Auch ich bin gegen eine Freigabe. Aber es wird Zeit, dass endlich mal rigoros durchgegriffen wird. Es braucht aber auch einen Wandel in den Köpfen. Nicht nur in deren der Sportler und Sportlerinnen sondern auch beim Publikum. Von vielen Athleten werden Siege erwartet und alles andere als Unakzeptabel gewertet. Erlaubt den Sportlern das Verlieren! Natürlich ist es ärgerlich, entäuschend ja schmerzend, aber man würde den enormen Erfolgsdruck, der auf gewissen Sportlern lastet, erheblich minimieren.
Leider gibt es Sportarten, bei denen man ohne Doping teilweise gar nicht mehr an die Spitze kommt! Der Ehrliche ist, wie an anderen Orten auch, wieder einmal der Dumme.
Stefan hat geschrieben: schlusssatz: freut euch auf peking 2008!
Damit ist der Nagel auf den Kopf getroffen! Das kann noch so toll organisiert werden und äußerlich schön werden, hinter den Schmuh, der da betrieben werden wird, wird die Welt wohl kaum dahinter kommen...
Ich finde Doping dumm und gefährlich, das ist wie Karten zu zinken... Jedoch schaue ich vor allem gerne die Ausdauersportarten und hoffe immer, dass es mit fairen Mitteln ausgetragen wird und bin so leider immer wieder sehr enttäuscht. Aber ich finde sowieso, dass jeder, der sich diesen Wettkämpfen stellt, mit fairen Mitteln, eine super Leistung bringt, da ist der Sieg nicht so wichtig....
also ich bin definitiv gegen eine freigabe. wer schickt denn seine kinder noch richtung leisstunsgsport wenn klar ist dass sie sich damit durch irgendwelche mittel ihr gesundheit ruinieren? zumal es auch juristisch nicht unproblematisch ist. wenn man doping frei gibt und jemand erleidet dadurch spätschäden, dann kann der arzt der das mittel abgegeben hat unter umständen belangt werden. zudem wäre doch für alle zuschauer die sache uninteressant wenn klar wäre dass alle gedopt sind. gut, dass ist heute schon so (zumindest fast überall), aber es hat ja noch den mantel des sauberen sports.
meiner meinung nach müssen die kontrollen stark verbessert werden. nusätzlich zu den wettkampfkontrollen noch mehr trainingskontrollen, wirklich unangekündigt und vorallem in den vorbereitungsphasen wo aufgedopt wird. bei den radfahrern zum beispiel im winter in den trainingslagern. und wenn man dafür nach südafrika fliegen muss muss es einem dass halt wert sein.
zudem muss endlich diese doping deckende lobby aus funktionären wie zb bei der uci gebrochen werden und es darf nicht alles wie jetzt bei ulle und basso so ewig verschleppt werden. die sportler gehören gesperrt, und vorallem die hintermänner ordentlich gestraft!
ich bin außerdem dafür dass alle proben (blut und urin) mindestens 10 besser 20 jahre irgendwo tiefgekühlt aufgehoben werden und dann auch noch untersucht werden können wenn neuere methoden zur verfügung stehen. klar dass kostet, aber dafür muss der sport in dem es zt am geld ja nicht mangelt auch zahlen. man sieht ja am fall lance armstrong was so eine aufbewahrung bringen kann. hätte man das konsequent gemacht, wären viele ehemailige ddr rekorde oder aber auch ergebnisse im radsport der 90er mittlerweile wohl schlicht wertlos.
also ich bin definitiv gegen eine freigabe. wer schickt denn seine kinder noch richtung leisstunsgsport wenn klar ist dass sie sich damit durch irgendwelche mittel ihr gesundheit ruinieren?
Leistungssport war nie gesund, auch ohne Pillen etc.
Ich bin eigentlich auch gegen Doping. Denn wenn es zugelassen würde, müssten alle Spitzensportler diese Substanzen zu sich nehmen, da sie sonst gar nicht mehr Konkurrenzfähig wären. Heute ist der "Dopingkonsument" noch darauf bedacht, das ganze so gut wie möglich zu vertuschen. Würde es zugelassen, würden die Sportler in Versuchung kommen immer mehr der Substanzen zu sich zu nehmen um weiter mit der Konkurrenz mithalten zu können. Und dass "dopen" tödlich sein kann, hat die Vergangenheit gezeigt. Ich denke die Todesrate im Spitzensport würde drastisch steigen. Obwohl sich dann das Problem von selber lösen würde.
Leistungssport war nie gesund, auch ohne Pillen etc.
klar war er dass nie, aber ohne dopingmittel kann sich das bei einigen sportarten im normalen rahmen halten, bzw nicht ungesünder sein als kein sport. und auch wenn es schäden gibt, so viele tote wie die dopingmittel hat der sport glaube ich noch nicht verursacht.
bei so sachen wie rythmischer sportgymnastik... ist es natürlich unbestritten dass das auch ohne doping furchtbare auswirkungen haben kann!
Die Leichtathletik steht vor ihrem nächsten spektakulären Dopingfall: Laut Berichten mehrerer US-Zeitungen wurden in einer Probe der dreimaligen Sprint-Olympiasiegerin Marion Jones Spuren von Epo gefunden. Das Ergebnis der B-Probe liege noch nicht vor.