ägypten goes to andermatt
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benjamin
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ägypten goes to andermatt
In diesem Thread stehen in chronologischer Reihenfolge die jeweils aktuellen Zeitungsartikel zum Mega-Projekt der Orascom Holding in Andermatt. Der erste Artikel stammt von der Präsentation der Projektidee im Dezember 05, die letzten Artikel vom Herbst 06.
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Urner Wochenblatt: 06.12.05
Ein Ägypter kommt nach Andermatt
Samih Sawiris, ein ägyptischer Unternehmer, prüft konkret, ob er in Andermatt mehrere hundert Millionen Franken in den Tourismus investieren will. Uri ist nun eingeladen, das Projekt mit Hotels, Appartements, Ferienhäuser, Wellnessanlagen und Golfplatz ernsthaft und speditiv zu behandeln. Am Sonntag, 18. Dezember, wird Samih Sawiris persönlich die Bevölkerung von Andermatt über seine Idee ins Bild setzen.
Was Samih Sawiris aus Ägypten im Urserental vorhat, klingt wie ein Märchen. Es ist ihm aber ernst. Und die ersten Reaktionen im Urnerland zum touristischen Grossprojekt von Samih Sawiris auf mindestens 600`000 Quadratmetern klingen durchwegs positiv. Touristische, wirtschaftliche und politische Kreise sehen darin eine grosse Chance, ja die Chance überhaupt für den Kanton Uri.
Ski und Golf ... und ein Sportcenter
Samih Sawiris ist kein Ölscheich, auch kein Prinz aus 1001 Nacht. Er hat in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen studiert, und er ist Christ. Er ist Unternehmer wie sein Vater und seine zwei Brüder. Samih Sawiris beabsichtigt, mehrere hundert Millionen Franken in eine Hotel- und Ferienanlage in Andermatt zu investieren. Er denkt an den Sommer- und Wintertourismus. Er ist auch bereit, in die Sportanlagen im Urserental zu investieren. Karl Danioth, Präsident des Verwaltungsrates der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG: «Ich werde in nächster Zeit mit ihm Ski fahren und ihm das Gebiet zeigen.» Und Samih Sawiris kann sich auch vorstellen, für Andermatt ein Sportcenter zu bauen.
Das Projekt beinhaltet Hotels, darunter auch ein Fünf-Stern-Hotel, Appartements, Ferienhäuser, Wellness- und Fitnessanlagen sowie einen 18-Loch-Golfplatz. Nach verschiedenen Abklärungen käme für eine allfällige Realisierung des Tourismusprojektes letztlich jenes Gebiet des Waffenplatzes Andermatt in Frage, das nord-westlich der Umfahrungsstrasse liegt. Vom Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) liegt ein Brief auf dem Tisch, der Verkaufsbereitschaft zu den notwendigen Teilen des Waffenplatzes Andermatt signalisiert.
Mindestens 1300 Betten
Zum Projekt in Urseren kam es eigentlich per Zufall. Bei einem internationalen Kurs im Ruag-Areal in Bürglen/Altdorf im Novemebr 2004 sass Regierungsrat Josef Dittli neben dem ehemaligen Schweizer Botschafter in Ägypten. Sie unterhielten sich irgendwann auch über den Kanton Uri und sein brachliegendes touristisches Potenzial. Der Botschafter hatte gut zugehört und versprochen, diesbezüglich mit einem Investor Kontakt aufzunehmen. Der Investor heisst Samih Sawiris, 48-jährig, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Orascom Hotels Holding (OHH), einer Firma der Orascom Companies.
Kontaktgruppe in Uri
Im Dezember 2004 war der Kontakt mit Uri geknüpft. Im Frühling dieses Jahres besuchte Samih Sawiris den Kanton Uri, begleitet unter anderem von Regierungsrat Josef Dittli. Der Ägypter suchte einen Ort im Alpenraum, der von Zentren aus gut zu erreichen ist. Und er fand Andermatt, ideal gelegen zwischen Zürich und Mailand. Samih Sawiris bestätigte sein Interesse. So begann eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, finanziert durch die Urner Kantonalbank (UKB), mit Vorabklärungen. Verwaltung, Korporation Ursern, Gemeindebehörden und Betroffene sind in die Vorabklärungen integriert worden. Auch der Urner Regierungsrat hatte seit Monaten Kenntnis über ein international tätiges Tourismusunternehmen, das mögliche Standorte für ein Hotel- und Zweitwohnungsprojekt im Urserntal prüft. Der Regierungsrat stand in diesem Zusammenhang auch in Kontakt mit den Gemeindebehörden von Andermatt, Hospental und Realp, der Korporation Ursern, den Landeigentümern und dem Unternehmer.
Informationsveranstaltung in Andermatt
Nun will Samih Sawiris, der in der Zwischenzeit viermal im Urserental war, am Sonntag, 18. Dezember, persönlich die Bevölkerung von Andermatt über sein Projekt informieren. Wenn er dann in nützlicher Frist die Zusicherung für die benötigten Landflächen erhält, kann die eigentliche Planung des Projektes angepackt werden. Parallel dazu sind die ordentlichen Verfahren zu durchlaufen. Dazu gehören insbesondere das Richtplanverfahren, das Zonenplanverfahren und das Baubewilligungsverfahren.
Neue Urner Zeitung:
Schwerreicher Ägypter will in Andermatt Hotels bauen
ANDERMATT - Es klingt wie ein Märchen aus 1001 Nacht, nimmt aber konkrete Formen an: In Andermatt soll eine neue Tourismusanlage mit mehreren Hotels, Ferienhäusern und einem Golfplatz entstehen. Hinter dem Projekt steht der ägyptische Milliardär Samih Sawiris.
Der 48-jährige Unternehmer Samih Sawiris, Mitbesitzer der Orascom Hotels and Development, prüft ernsthaft, in Andermatt einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe in ein Tourismus-Resort zu investieren. Die Anlage ist zum grössten Teil auf Boden des VBS geplant. Weitere Teile des Waffenplatzes Andermatt sollen umfunktioniert werden.
Wie die "Neue Urner Zeitung" in ihrer Ausgabe vom Samstag enthüllt, war Sawiris bereits mehrmals in Andermatt. Eine Urner Arbeitsgruppe, der Vertreter aus Politik und Wirtschaft angehören, hat das Projekt schon weit vorangetrieben. Im September hat das VBS seine Bereitschaft signalisiert, Teile des Waffenplatzes zu verkaufen. «Damit steigen die Chancen, die flächenmässigen Anforderungen Sawiris’ erfüllen zu können», sagt der Urner Regierungsrat Josef Dittli, der von einer "einmaligen Chance" für den Kanton Uri spricht.
Samih Sawiris ist der jüngste Spross einer der reichsten ägyptischen Familien. Auf der Forbes-Liste der Reichsten der Welt steht sie an 200. Stelle. Gemeinsam mit seinem Vater und zwei Brüdern herrscht Samih Sawiris über Orascom Hotels and Development (OHD), das grösste Hotelimperium Ägyptens. Zudem gehören der Familie die grösste Baufirma des Nahen und Mittleren Ostens, das grösste Telekommunikationsunternehmen sowie die modernsten Hotelanlagen in El Gouna am Roten Meer.
Bruno Arnold/Markus Zwyssig
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Urner Wochenblatt: 06.12.05
Ein Ägypter kommt nach Andermatt
Samih Sawiris, ein ägyptischer Unternehmer, prüft konkret, ob er in Andermatt mehrere hundert Millionen Franken in den Tourismus investieren will. Uri ist nun eingeladen, das Projekt mit Hotels, Appartements, Ferienhäuser, Wellnessanlagen und Golfplatz ernsthaft und speditiv zu behandeln. Am Sonntag, 18. Dezember, wird Samih Sawiris persönlich die Bevölkerung von Andermatt über seine Idee ins Bild setzen.
Was Samih Sawiris aus Ägypten im Urserental vorhat, klingt wie ein Märchen. Es ist ihm aber ernst. Und die ersten Reaktionen im Urnerland zum touristischen Grossprojekt von Samih Sawiris auf mindestens 600`000 Quadratmetern klingen durchwegs positiv. Touristische, wirtschaftliche und politische Kreise sehen darin eine grosse Chance, ja die Chance überhaupt für den Kanton Uri.
Ski und Golf ... und ein Sportcenter
Samih Sawiris ist kein Ölscheich, auch kein Prinz aus 1001 Nacht. Er hat in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen studiert, und er ist Christ. Er ist Unternehmer wie sein Vater und seine zwei Brüder. Samih Sawiris beabsichtigt, mehrere hundert Millionen Franken in eine Hotel- und Ferienanlage in Andermatt zu investieren. Er denkt an den Sommer- und Wintertourismus. Er ist auch bereit, in die Sportanlagen im Urserental zu investieren. Karl Danioth, Präsident des Verwaltungsrates der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG: «Ich werde in nächster Zeit mit ihm Ski fahren und ihm das Gebiet zeigen.» Und Samih Sawiris kann sich auch vorstellen, für Andermatt ein Sportcenter zu bauen.
Das Projekt beinhaltet Hotels, darunter auch ein Fünf-Stern-Hotel, Appartements, Ferienhäuser, Wellness- und Fitnessanlagen sowie einen 18-Loch-Golfplatz. Nach verschiedenen Abklärungen käme für eine allfällige Realisierung des Tourismusprojektes letztlich jenes Gebiet des Waffenplatzes Andermatt in Frage, das nord-westlich der Umfahrungsstrasse liegt. Vom Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) liegt ein Brief auf dem Tisch, der Verkaufsbereitschaft zu den notwendigen Teilen des Waffenplatzes Andermatt signalisiert.
Mindestens 1300 Betten
Zum Projekt in Urseren kam es eigentlich per Zufall. Bei einem internationalen Kurs im Ruag-Areal in Bürglen/Altdorf im Novemebr 2004 sass Regierungsrat Josef Dittli neben dem ehemaligen Schweizer Botschafter in Ägypten. Sie unterhielten sich irgendwann auch über den Kanton Uri und sein brachliegendes touristisches Potenzial. Der Botschafter hatte gut zugehört und versprochen, diesbezüglich mit einem Investor Kontakt aufzunehmen. Der Investor heisst Samih Sawiris, 48-jährig, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Orascom Hotels Holding (OHH), einer Firma der Orascom Companies.
Kontaktgruppe in Uri
Im Dezember 2004 war der Kontakt mit Uri geknüpft. Im Frühling dieses Jahres besuchte Samih Sawiris den Kanton Uri, begleitet unter anderem von Regierungsrat Josef Dittli. Der Ägypter suchte einen Ort im Alpenraum, der von Zentren aus gut zu erreichen ist. Und er fand Andermatt, ideal gelegen zwischen Zürich und Mailand. Samih Sawiris bestätigte sein Interesse. So begann eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, finanziert durch die Urner Kantonalbank (UKB), mit Vorabklärungen. Verwaltung, Korporation Ursern, Gemeindebehörden und Betroffene sind in die Vorabklärungen integriert worden. Auch der Urner Regierungsrat hatte seit Monaten Kenntnis über ein international tätiges Tourismusunternehmen, das mögliche Standorte für ein Hotel- und Zweitwohnungsprojekt im Urserntal prüft. Der Regierungsrat stand in diesem Zusammenhang auch in Kontakt mit den Gemeindebehörden von Andermatt, Hospental und Realp, der Korporation Ursern, den Landeigentümern und dem Unternehmer.
Informationsveranstaltung in Andermatt
Nun will Samih Sawiris, der in der Zwischenzeit viermal im Urserental war, am Sonntag, 18. Dezember, persönlich die Bevölkerung von Andermatt über sein Projekt informieren. Wenn er dann in nützlicher Frist die Zusicherung für die benötigten Landflächen erhält, kann die eigentliche Planung des Projektes angepackt werden. Parallel dazu sind die ordentlichen Verfahren zu durchlaufen. Dazu gehören insbesondere das Richtplanverfahren, das Zonenplanverfahren und das Baubewilligungsverfahren.
Neue Urner Zeitung:
Schwerreicher Ägypter will in Andermatt Hotels bauen
ANDERMATT - Es klingt wie ein Märchen aus 1001 Nacht, nimmt aber konkrete Formen an: In Andermatt soll eine neue Tourismusanlage mit mehreren Hotels, Ferienhäusern und einem Golfplatz entstehen. Hinter dem Projekt steht der ägyptische Milliardär Samih Sawiris.
Der 48-jährige Unternehmer Samih Sawiris, Mitbesitzer der Orascom Hotels and Development, prüft ernsthaft, in Andermatt einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe in ein Tourismus-Resort zu investieren. Die Anlage ist zum grössten Teil auf Boden des VBS geplant. Weitere Teile des Waffenplatzes Andermatt sollen umfunktioniert werden.
Wie die "Neue Urner Zeitung" in ihrer Ausgabe vom Samstag enthüllt, war Sawiris bereits mehrmals in Andermatt. Eine Urner Arbeitsgruppe, der Vertreter aus Politik und Wirtschaft angehören, hat das Projekt schon weit vorangetrieben. Im September hat das VBS seine Bereitschaft signalisiert, Teile des Waffenplatzes zu verkaufen. «Damit steigen die Chancen, die flächenmässigen Anforderungen Sawiris’ erfüllen zu können», sagt der Urner Regierungsrat Josef Dittli, der von einer "einmaligen Chance" für den Kanton Uri spricht.
Samih Sawiris ist der jüngste Spross einer der reichsten ägyptischen Familien. Auf der Forbes-Liste der Reichsten der Welt steht sie an 200. Stelle. Gemeinsam mit seinem Vater und zwei Brüdern herrscht Samih Sawiris über Orascom Hotels and Development (OHD), das grösste Hotelimperium Ägyptens. Zudem gehören der Familie die grösste Baufirma des Nahen und Mittleren Ostens, das grösste Telekommunikationsunternehmen sowie die modernsten Hotelanlagen in El Gouna am Roten Meer.
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Zuletzt geändert von benjamin am 19.09.2006 - 19:45, insgesamt 2-mal geändert.
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Ein ägyptisches Märchen in Andermatt Neue Luzerner Zeitung 21.12.05
Dem ägyptischen Millardiär und Investor Samih Sawiris geht es nicht ums Geld, sondern um den Spass. Und diesen will er im Kanton Uri finden.
Die Menschen in Andermatt sehen in Ihnen zurzeit eine Art Weihnachtsmann, der sein Füllhorn über einem stagnierenden Tal ausschütten wird. Wie sehen Sie selber Ihre Rolle?
Samih Sawiris: Ich betrachte diese Sache umgekehrt: als Weihnachtsgeschenk für mich. Ich hätte grosse Freude und wäre sehr stolz darauf, wenn es mir gelingen würde, meine Ideen auch einmal in Europa zu verwirklichen.
Und warum gerade in Andermatt?
Der Schweizer Botschafter in Kairo hat Andermatt einmal in einem Gespräch mit mir erwähnt. Das war vor mehr als einem Jahr. Ich ging dann hin, schaute mir die Gegend an und dachte: Das könnte etwas sein für mich.
Was hat Sie so beeindruckt?
Das Dorf hat mir auf Anhieb gefallen. Es ist so schön! Ausserdem liegt es zentral und gut erschlossen zwischen Mailand und Zürich. Wir müssen also nicht bei null beginnen, sondern können mit angemessenem Aufwand eine neue Feriendestination schaffen.
Und das bedeutet bezüglich der Anzahl Betten?
Aus Erfahrung rechne ich, dass wir mit 800 Zimmern anfangen müssen. Das ist die kritische Grösse, die wir brauchen, damit die grossen Reiseveranstalter auf die Idee kommen, Andermatt auf ihre Karte zu setzen.
Besteht da nicht die Gefahr, dass Andermatt den jetzigen Charme, den Sie so sehr schätzen, verliert?
Nein! Nehmen wir Crans-Montana. Es hat den Charme des kleinen Dorfs in den Alpen, den es zu meiner Jugendzeit hatte, total verloren. So etwas darf sich in Andermatt nicht wiederholen, denn der alpine dörfliche Charme ist unsere Marktnische. Die Leute sollen dereinst gar nicht merken, wenn sie vom alten Dorf ins neue kommen.
Reicht das aus für den Erfolg?
Nein. Wir brauchen noch zwei, drei besondere Attraktionen. Eine davon ist ein Golfplatz. Er muss ausgezeichnet sein, damit wir mit ihm angeben können.
Angeben?
Genau. Ihr wollt nach St. Moritz? Bitte, dort findet ihr auch einen Golfplatz, einen gewöhnlichen. Aber hier, bei uns in Andermatt, findet ihr den besten!
Und was wollen Sie sonst noch bieten?
Eine Sporthalle und ein Schwimmbad, eventuell mit Sandstrand. Sie lachen jetzt, aber in Dubai hat man eine Skipiste gebaut. Sie ist nicht zu vergleichen mit den Pisten hier, aber sie verkauft sich gut.
Alles das wird viel Geld kosten. Wie viel?
Für Zahlen ist es noch zu früh. Wir haben ja erst die Grundidee und kein fertiges Projekt. Aber die Geldfrage ist für mich ohnehin zweitrangig. Sonst würde ich Aktien kaufen.
Vorrangig sind die Freude und der Stolz darauf ...
... dass ich eine Idee verwirklichen kann, ja, und dass die Menschen Freude daran haben. Dieses schöne Gefühl des Erfolgs will ich erleben. Wenn es gekoppelt ist mit Rendite, umso besser, dann ist der Spass doppelt. Auf diesen doppelten Spass hoffe ich also auch in Andermatt.
Die Menschen vor Ort hoffen ja vor allem auf neue Arbeitsplätze. Wie viele würden Sie schaffen?
800 Zimmer dürften mindestens 250 Arbeitsplätze bringen. Zusätzlich entstünden viele kleine Läden, die auch neue Stellen schaffen.
Auf der andern Seite müssten wohl ein paar Bauern dem Golfplatz weichen.
Das möchte ich nicht. Der Golfplatz lässt sich mit der Landwirtschaft kombinieren, denn die Greens brauchen nicht viel Platz.
Kühe auf dem Golfplatz?
Als einmaliges Verkaufsargument, genau. Das ist interessant für die Leute. Wir werden also dafür sorgen, dass die Bauern bleiben, selbst wenn wir sie am Ende noch dafür bezahlen müssten (lacht). Im Ernst: Alles andere wäre ein Verlust für uns.
Wie gehts jetzt weiter?
In 12 bis 18 Monaten möchte ich alle Genehmigungen haben. Danach braucht man nicht mehr als 24 Monate, bis alles steht. Es geht nicht Stück für Stück, man muss alles auf einmal machen. Dafür brauchts mindestens eine Million Quadratmeter.
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17. Januar 2006, Neue Zürcher Zeitung
Ägyptische Hotelpyramiden für Andermatt
Ausgreifen des Touristik-Unternehmens Orascom in die Schweiz
Der Name des ägyptischen Unternehmers Samih Sawiris ist in der Schweiz durch ein geplantes Engagement zum touristischen Ausbau von Andermatt zu einem Begriff geworden. Der Milliardär investiert bereits in Ägypten und in den Golfländern.
ber. Kairo, 16. Januar
Samih Sawiris, der Vorsitzende des ägyptischen Unternehmens Orascom Hotels & Development, hat zu Beginn der Woche die Presse über seine jüngsten Expansionspläne informiert. Dabei sprach er auch eine seiner neusten Ideen, nämlich den touristischen Ausbau des Skiorts Andermatt, an. Andermatt bedeutet zwar den ersten Schritt Richtung Europa, stellt jedoch nicht die einzige Ausdehnung des ägyptischen Touristik-Unternehmers ins Ausland dar. Während die beiden ägyptischen Projekte bereits in die Tat umgesetzt sind und Gewinne ausschütten, befinden sich die übrigen noch im Bau oder gar erst in der Planung. Dank den ägyptischen Hotel- Städten Al-Gouna am Roten Meer und Taba-Hights am Golf von Akaba hat sich der Netto-Gewinn von Orascom Hotel & Development zuletzt jährlich verdoppelt. Im Jahr 2005 betrug er umgerechnet 35 Mio. Fr.
An der Spitze der Börse
Samih Sawiris entstammt einer Unternehmerfamilie. Seine beiden Brüder Nagib und Nasif sind in zwei anderen gewinnträchtigen Sparten tätig, nämlich in der Zementproduktion und in der Mobilfunkbranche. Auch sie erwirtschaften grosse Gewinne in Ägypten und haben längst ins Ausland nach Afrika, dem Nahen Osten und nach Asien expandiert. Der Name Orascom, den bereits der Vater und frühere Bauunternehmer Onsi geschaffen hatte, steht heute für die gesamte Gruppe. Mit 40% Umsatz an der Kairoer Börse steht Orascom unangefochten an deren Spitze. Ägyptens wirtschaftlicher Fortschritt stützt sich heute zum grössten Teil auf den Erfolg der Orascom-Gruppe.
Die Projekte in Oman stünden kurz vor ihrer Verwirklichung, erklärte der 48-jährige Samih stolz. Oman war bisher eine touristische Wüste; mit vier Orascom-Hotelkomplexen wird sich das rasch ändern. Die beiden grössten bei Salalah und Muskat werden Kopien von Al-Gouna und Taba-Hights sein. Mehrere Hotels werden sich an einer Lagune zusammenfinden; ein Zentrum mit Restaurants und Geschäften soll den Eindruck einer gewachsenen Ortschaft vermitteln. Zugpferd für die Hotelkomplexe, die letztlich für den Massentourismus bestimmt sind, soll allerdings ein winziges «Acht-Sterne»-Haus werden. Es werde auf der Halaniyat-Insel vor Salalah stehen, nur 20 Zimmer haben und die Reichsten der Reichen anziehen, sagt Samih Sawiris.
Immobilienverkauf an Ausländer
Ähnliche Projekte sind für Jemen geplant; weiter investiert Sawiris im Emirat Ras al-Kheima. Anders konzipiert wirkt das Vorhaben Andermatt. Doch Samih witzelt: «So sehr unterscheidet es sich nicht - Schnee ist ähnlich wie Sand.» Der Schwierigkeiten, die sich am kapitalstarken Standort Schweiz mit seinen hohen Löhnen für einen Investor stellen, scheint sich der Ägypter allerdings bewusst zu sein. Auf die Idee, in der Schweiz zu investieren, ist Samih nicht selbst gekommen. Vielmehr wurde er nach Andermatt eingeladen, um dort die Möglichkeiten des Baus eines Hotelkomplexes zu prüfen. Mittelsmann war der frühere Schweizer Botschafter in Kairo, Raimund Kunz, der Al-Gouna sehr gut kannte und sich laut Samihs Aussagen gut vorstellen kann, dass das dortige Konzept auch in Andermatt den Tourismus ankurbeln könnte.
Das Hauptproblem, welches sich in Andermatt stellt, ist das Bedürfnis nach möglichst viel Land, will man doch wie gewohnt immer mehrere Hotels errichten; ausserdem müsse ein Golfplatz geschaffen werden, um auch in der schneefreien Zeit Gäste anzuziehen. Nach Samihs Worten konnte das Problem gelöst werden, weil Andermatt ihm günstiges Terrain für den Bau der Hotels angeboten habe. Für den Golfplatz soll Sawiris' Land, das bis anhin landwirtschaftlich genutzt wurde, verpachtet werden.
Noch etwas anderes lässt Sawiris auf Erfolg und Gewinne in der Schweiz hoffen: «Ausser Hotels werden wir Villen, Chalets und Wohnungen bauen.» Der Ägypter hat laut eigenem Bekunden die Bewilligung erhalten, diese Objekte auch an Ausländer zu verkaufen. Laut Sawiris steigt der Bedarf an Ferienwohnungen überall, auch in der Schweiz - allerdings nicht nach irgendwelchen, sondern nach solchen, wie er sie konzipiere und die in eine Hotelanlage integriert seien. Seine Käufer seien, beteuert der Unternehmer, Leute, die einerseits die private Atmosphäre einer Wohnung geniessen, anderseits auch alles das machen möchten, was sonst nur dem Hotelgast gratis offen stehe. Anfragen für den Preis einer Ferienvilla oder -wohnung in Andermatt träfen zu Dutzenden täglich bei ihm ein.
Dem ägyptischen Millardiär und Investor Samih Sawiris geht es nicht ums Geld, sondern um den Spass. Und diesen will er im Kanton Uri finden.
Die Menschen in Andermatt sehen in Ihnen zurzeit eine Art Weihnachtsmann, der sein Füllhorn über einem stagnierenden Tal ausschütten wird. Wie sehen Sie selber Ihre Rolle?
Samih Sawiris: Ich betrachte diese Sache umgekehrt: als Weihnachtsgeschenk für mich. Ich hätte grosse Freude und wäre sehr stolz darauf, wenn es mir gelingen würde, meine Ideen auch einmal in Europa zu verwirklichen.
Und warum gerade in Andermatt?
Der Schweizer Botschafter in Kairo hat Andermatt einmal in einem Gespräch mit mir erwähnt. Das war vor mehr als einem Jahr. Ich ging dann hin, schaute mir die Gegend an und dachte: Das könnte etwas sein für mich.
Was hat Sie so beeindruckt?
Das Dorf hat mir auf Anhieb gefallen. Es ist so schön! Ausserdem liegt es zentral und gut erschlossen zwischen Mailand und Zürich. Wir müssen also nicht bei null beginnen, sondern können mit angemessenem Aufwand eine neue Feriendestination schaffen.
Und das bedeutet bezüglich der Anzahl Betten?
Aus Erfahrung rechne ich, dass wir mit 800 Zimmern anfangen müssen. Das ist die kritische Grösse, die wir brauchen, damit die grossen Reiseveranstalter auf die Idee kommen, Andermatt auf ihre Karte zu setzen.
Besteht da nicht die Gefahr, dass Andermatt den jetzigen Charme, den Sie so sehr schätzen, verliert?
Nein! Nehmen wir Crans-Montana. Es hat den Charme des kleinen Dorfs in den Alpen, den es zu meiner Jugendzeit hatte, total verloren. So etwas darf sich in Andermatt nicht wiederholen, denn der alpine dörfliche Charme ist unsere Marktnische. Die Leute sollen dereinst gar nicht merken, wenn sie vom alten Dorf ins neue kommen.
Reicht das aus für den Erfolg?
Nein. Wir brauchen noch zwei, drei besondere Attraktionen. Eine davon ist ein Golfplatz. Er muss ausgezeichnet sein, damit wir mit ihm angeben können.
Angeben?
Genau. Ihr wollt nach St. Moritz? Bitte, dort findet ihr auch einen Golfplatz, einen gewöhnlichen. Aber hier, bei uns in Andermatt, findet ihr den besten!
Und was wollen Sie sonst noch bieten?
Eine Sporthalle und ein Schwimmbad, eventuell mit Sandstrand. Sie lachen jetzt, aber in Dubai hat man eine Skipiste gebaut. Sie ist nicht zu vergleichen mit den Pisten hier, aber sie verkauft sich gut.
Alles das wird viel Geld kosten. Wie viel?
Für Zahlen ist es noch zu früh. Wir haben ja erst die Grundidee und kein fertiges Projekt. Aber die Geldfrage ist für mich ohnehin zweitrangig. Sonst würde ich Aktien kaufen.
Vorrangig sind die Freude und der Stolz darauf ...
... dass ich eine Idee verwirklichen kann, ja, und dass die Menschen Freude daran haben. Dieses schöne Gefühl des Erfolgs will ich erleben. Wenn es gekoppelt ist mit Rendite, umso besser, dann ist der Spass doppelt. Auf diesen doppelten Spass hoffe ich also auch in Andermatt.
Die Menschen vor Ort hoffen ja vor allem auf neue Arbeitsplätze. Wie viele würden Sie schaffen?
800 Zimmer dürften mindestens 250 Arbeitsplätze bringen. Zusätzlich entstünden viele kleine Läden, die auch neue Stellen schaffen.
Auf der andern Seite müssten wohl ein paar Bauern dem Golfplatz weichen.
Das möchte ich nicht. Der Golfplatz lässt sich mit der Landwirtschaft kombinieren, denn die Greens brauchen nicht viel Platz.
Kühe auf dem Golfplatz?
Als einmaliges Verkaufsargument, genau. Das ist interessant für die Leute. Wir werden also dafür sorgen, dass die Bauern bleiben, selbst wenn wir sie am Ende noch dafür bezahlen müssten (lacht). Im Ernst: Alles andere wäre ein Verlust für uns.
Wie gehts jetzt weiter?
In 12 bis 18 Monaten möchte ich alle Genehmigungen haben. Danach braucht man nicht mehr als 24 Monate, bis alles steht. Es geht nicht Stück für Stück, man muss alles auf einmal machen. Dafür brauchts mindestens eine Million Quadratmeter.
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17. Januar 2006, Neue Zürcher Zeitung
Ägyptische Hotelpyramiden für Andermatt
Ausgreifen des Touristik-Unternehmens Orascom in die Schweiz
Der Name des ägyptischen Unternehmers Samih Sawiris ist in der Schweiz durch ein geplantes Engagement zum touristischen Ausbau von Andermatt zu einem Begriff geworden. Der Milliardär investiert bereits in Ägypten und in den Golfländern.
ber. Kairo, 16. Januar
Samih Sawiris, der Vorsitzende des ägyptischen Unternehmens Orascom Hotels & Development, hat zu Beginn der Woche die Presse über seine jüngsten Expansionspläne informiert. Dabei sprach er auch eine seiner neusten Ideen, nämlich den touristischen Ausbau des Skiorts Andermatt, an. Andermatt bedeutet zwar den ersten Schritt Richtung Europa, stellt jedoch nicht die einzige Ausdehnung des ägyptischen Touristik-Unternehmers ins Ausland dar. Während die beiden ägyptischen Projekte bereits in die Tat umgesetzt sind und Gewinne ausschütten, befinden sich die übrigen noch im Bau oder gar erst in der Planung. Dank den ägyptischen Hotel- Städten Al-Gouna am Roten Meer und Taba-Hights am Golf von Akaba hat sich der Netto-Gewinn von Orascom Hotel & Development zuletzt jährlich verdoppelt. Im Jahr 2005 betrug er umgerechnet 35 Mio. Fr.
An der Spitze der Börse
Samih Sawiris entstammt einer Unternehmerfamilie. Seine beiden Brüder Nagib und Nasif sind in zwei anderen gewinnträchtigen Sparten tätig, nämlich in der Zementproduktion und in der Mobilfunkbranche. Auch sie erwirtschaften grosse Gewinne in Ägypten und haben längst ins Ausland nach Afrika, dem Nahen Osten und nach Asien expandiert. Der Name Orascom, den bereits der Vater und frühere Bauunternehmer Onsi geschaffen hatte, steht heute für die gesamte Gruppe. Mit 40% Umsatz an der Kairoer Börse steht Orascom unangefochten an deren Spitze. Ägyptens wirtschaftlicher Fortschritt stützt sich heute zum grössten Teil auf den Erfolg der Orascom-Gruppe.
Die Projekte in Oman stünden kurz vor ihrer Verwirklichung, erklärte der 48-jährige Samih stolz. Oman war bisher eine touristische Wüste; mit vier Orascom-Hotelkomplexen wird sich das rasch ändern. Die beiden grössten bei Salalah und Muskat werden Kopien von Al-Gouna und Taba-Hights sein. Mehrere Hotels werden sich an einer Lagune zusammenfinden; ein Zentrum mit Restaurants und Geschäften soll den Eindruck einer gewachsenen Ortschaft vermitteln. Zugpferd für die Hotelkomplexe, die letztlich für den Massentourismus bestimmt sind, soll allerdings ein winziges «Acht-Sterne»-Haus werden. Es werde auf der Halaniyat-Insel vor Salalah stehen, nur 20 Zimmer haben und die Reichsten der Reichen anziehen, sagt Samih Sawiris.
Immobilienverkauf an Ausländer
Ähnliche Projekte sind für Jemen geplant; weiter investiert Sawiris im Emirat Ras al-Kheima. Anders konzipiert wirkt das Vorhaben Andermatt. Doch Samih witzelt: «So sehr unterscheidet es sich nicht - Schnee ist ähnlich wie Sand.» Der Schwierigkeiten, die sich am kapitalstarken Standort Schweiz mit seinen hohen Löhnen für einen Investor stellen, scheint sich der Ägypter allerdings bewusst zu sein. Auf die Idee, in der Schweiz zu investieren, ist Samih nicht selbst gekommen. Vielmehr wurde er nach Andermatt eingeladen, um dort die Möglichkeiten des Baus eines Hotelkomplexes zu prüfen. Mittelsmann war der frühere Schweizer Botschafter in Kairo, Raimund Kunz, der Al-Gouna sehr gut kannte und sich laut Samihs Aussagen gut vorstellen kann, dass das dortige Konzept auch in Andermatt den Tourismus ankurbeln könnte.
Das Hauptproblem, welches sich in Andermatt stellt, ist das Bedürfnis nach möglichst viel Land, will man doch wie gewohnt immer mehrere Hotels errichten; ausserdem müsse ein Golfplatz geschaffen werden, um auch in der schneefreien Zeit Gäste anzuziehen. Nach Samihs Worten konnte das Problem gelöst werden, weil Andermatt ihm günstiges Terrain für den Bau der Hotels angeboten habe. Für den Golfplatz soll Sawiris' Land, das bis anhin landwirtschaftlich genutzt wurde, verpachtet werden.
Noch etwas anderes lässt Sawiris auf Erfolg und Gewinne in der Schweiz hoffen: «Ausser Hotels werden wir Villen, Chalets und Wohnungen bauen.» Der Ägypter hat laut eigenem Bekunden die Bewilligung erhalten, diese Objekte auch an Ausländer zu verkaufen. Laut Sawiris steigt der Bedarf an Ferienwohnungen überall, auch in der Schweiz - allerdings nicht nach irgendwelchen, sondern nach solchen, wie er sie konzipiere und die in eine Hotelanlage integriert seien. Seine Käufer seien, beteuert der Unternehmer, Leute, die einerseits die private Atmosphäre einer Wohnung geniessen, anderseits auch alles das machen möchten, was sonst nur dem Hotelgast gratis offen stehe. Anfragen für den Preis einer Ferienvilla oder -wohnung in Andermatt träfen zu Dutzenden täglich bei ihm ein.
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- Registriert: 28.09.2005 - 22:07
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Schweiz
21.12.2005
Pharaonischer Plan
Die Einwohner von Andermatt verlassen die kleine Urner Gemeinde zuhauf. Nun kommt Hoffnung aus Ägypten. Der Milliardär Samih Sawiris will aus dem Bergdorf eine blühende Alpenoase machen.
Thorsten Dörting
Mit seiner zweiten Antwort zieht der Mann, der Andermatt retten kann, das Volk des Urserentals auf seine Seite.
«Bringen Sie Ihre ägyptischen Arbeiter und Architekten mit?»
Er lächelt, er wiegt den Kopf. Dann beugt er sich zum Mikrofon und sagt: «Nein. Die würden sich zu Tode frieren.»
So ist der Auftritt des Samih Sawiris, ausgebildet in Berlin, reich geworden in Kairo und angereist in das verschneite Andermatt, um Zukunft zu schenken. Was er den rund 900 Menschen in der Mehrzweckhalle bietet, scheint wenig. Keinen Architektenentwurf bringt er und auch kein Geld. Nur sich selbst und die Idee von einem Andermatt, das bald in einem Atemzug mit Sankt Moritz genannt werden soll – oder einen Atemzug davor. Sawiris bringt Hoffnung.
Auf den Zukunftskarten des Thinktanks Avenir Suisse sind Orte wie Andermatt heute nur weisse Fleckchen – die «alpine Brache». Herz und Lunge Andermatts war die Armee, aber mit dem Schrumpfkonzept des VBS blutet der Ort aus. Mitte der Neunzigerjahre zählte Andermatt 1600 Einwohner, heute noch an die 1300. Die Andermatter verlassen die Berge – ihre Berge.
«Wir müssen angeben»
Samih Sawiris, 48, trägt Grau und Schwarz, keine Goldkettchen oder andere Accessoires orientalischer Opulenz. Er wirkt wie ein verwestlichter Mittelschichtsaraber; Arzt könnte er sein oder Anwalt. Auf dem Pressepodium links von ihm sitzt Hansueli Kumli (CVP), der Gemeindepräsident. Kumli schiebt die Brust vor und lächelt. Man weiss nicht, ob es ein Lächeln des Stolzes ist oder eines der Unsicherheit. Sawiris kokettiert mit seinen Deutschkenntnissen – sie sind nahezu perfekt. Dann setzt er an. Er informiert nicht, er parliert. Er wünscht sich «zwei oder drei Dinge, die man mit dem Ort verbinden soll». Ein Reporter fragt nach. «Ein Schwimmbad mit Strand. Schauen Sie nach Dubai. Die haben eine Schnee-Skipiste. Eine Schnee-Skipiste!» Und weiter sagt Sawiris: «Einen Golfplatz. Mit dem wir angeben können.» Gemeindepräsident Kumli zuckt kurz, blickt hinüber. Sawiris wiederholt: «Wir müssen angeben. » Kumli lächelt wieder. Wie viel Geld? «Was rentiert. Aber mindestens für 800 Zimmer – am Anfang.»
Die Sawiris, eine christlich-koptische Familie, sind in Ägypten eine Legende, ihre Hände vergolden. 1950 gründet der heute 74-Jährige Onzi Sawiris eine Baufirma. Gamal Nasser, Symbolfigur des panarabischen Sozialismus, verstaatlicht das Unternehmen 1961. Sawiris geht nach Libyen, fängt neu an. Dieses Mal enteignet ihn Moammar al-Gadhafi. 1969 kehrt Sawiris zurück nach Ägypten – und hat erneut Erfolg. Seine drei Söhne schickt er zum Studium ins Ausland. Nassef studiert Wirtschaft in Chicago, er übernimmt das Baugeschäft. Naguib studiert Elektrotechnik an der ETH, er leitet den Telekommunikations- Zweig, den erfolgreichsten Ableger der Dachgesellschaft Orascom; dieses Jahr hat er sich die italienische Mobilfunkfirma Wind einverleibt. Samih studiert Wirtschaftsingenieurwesen in Berlin und wird Chef von Orascom Hotels & Development. Das Magazin «Forbes» schätzt die Sawiris auf 5,2 Milliarden Dollar.
Mittags speisen sie unter vier goldenen Kuppeln im höheren ihrer zwei Nile City Towers, den architektonischen Symbolen familiärer Macht. Brüder und Vater fragen: «Wo ist Uri?» Selbst Bruder Naguib, der an der ETH studierte, weiss es nicht. Samih erklärt: Andermatt ist von Mailand knapp drei Stunden entfernt, von Zürich sind es zwei, und die Strassen sind gut – reiche Gäste. Brüder und Vater nicken. So erklärt Samih Sawiris es auch den Schweizern.
Samih Sawiris sagt von Bruder Nassef, er bewege sich im zähen Baugeschäft wie ein Panzer. Bruder Naguib rase durch den schnellen Telekommunikations-Markt wie ein Rennwagen. Und er selbst, Samih, reite auf einem Esel. Sein Esel stakst hinauf zum Tourismusolymp: «Mein Traum ist es, in Europa ein Faktor zu werden.» Und: «Die grösste Herausforderung ist die Schweiz.» In der Heimat stampfte er 1992 eine Stadt aus dem Sand, sie liegt am Roten Meer und heisst El-Gouna (Lagune). Dort leben 10'000 Menschen, künstliche Kanäle schlängeln sich vorbei an Villen und Restaurants, seit fünf Jahren wählen sie dort die Miss Belgian Beauty. Spital, Schulen, Moscheen und eine Kirche sorgen für die Angestellten.
El-Gouna – ein ökologisches, leicht steriles Resort, in dem selbst die Kleiderbügel aus rezykliertem Plastik sind, brummt. Wie die «Taba Heights», das zweite grosse Projekt. Kein Branchenexperte findet sich, der über Fehlschläge berichten könnte. Kein Journalist, etwa beim renommierten «Al-Ahram Weekly», der von Skandalen wüsste. In der Andermatter Mehrzweckhalle hängt vor einer Kletterwand aus Beton eine Leinwand, gross wie im Kino. Lokale Prominenz aus Verwaltung und Politik müht sich, dem Volk mit Charts und Tabellen zu erklären, warum es ägyptisches Geld braucht. Dann spricht Sawiris, und Bilder von El-Gouna schweben über die Leinwand wie Phantasmen aus einem Märchen. Jachten, die im Abendlicht glänzen, Villen mit golden schimmernden Dächern im «Unique Nubian Style». Sawiris redet nur 15 Minuten. Das Publikum ist so still, als schliefe es, als wolle niemand aufwachen.
Die Fragen, bitte. Sie kommen zögerlich. Werden auch die Dörfler den Golfplatz nutzen können? «Der schönste Golfplatz der Welt ist in Vietnam. Da bauen sie Reis an. Das will ich auch: Doppelgrün.» Kühe sollen grasen, Dörfler spazieren, inmitten golfender Touristen. Und auch die Reste der Armee sollen bleiben. Dann ängstliche Fragen aus dem gebrochenen Selbstbewusstsein der Dauersubventionierten, der Bewohner der «alpinen Brache». Was ist mit Berner Subventionen? Was mit Koordination? «Sie brauchen den Rest der Schweiz nicht. Lassen Sie uns gemeinsam machen.» Sawiris wechselt vom «Sie» zum «Ihr» und «Euch» – schliesslich zum «Wir».
Nach elf Fragen schweigt der Saal. Ex- Nationalrat Franz Steinegger (FDP) fragt: «Sollen wir weitermachen?» Das Volk des Urserentals hebt die Hand zum Ja. Die Gegenprobe? Alle Arme bleiben unten.
****************
Orientierungsversammlung für Bevölkerung in Ursern
Zwischen Andermatt und Samih Sawiris hats gefunkt
Beim Zusammentreffen zwischen dem ägyptischen Unternehmer Samih Sawiris und der Urschner Bevölkerung ist der Funke übergesprungen. «Bisher war das Tourismusprojekt eine Investition, jetzt ist sie für mich schon fast Verpflichtung», sagte Samih Sawiris am Ende der Orientierungsversammlung vom 18. Dezember in Andermatt gegenüber dem «Urner Wochenblatt». Um die 1000 Personen wollten den Mann kennen lernen, der in Andermatt ein riesiges Tourismusprojekt mit Hotel- und Wohnungsanlagen, Wellnesscenter, 18-Loch-Golfplatz et cetera plant.
Samih Sawiris am Ende der Orientierungsveranstaltung. «Bei uns hier in Andermatt» – diese Formulierung benutzte er an diesem Abend mehrere Male.
Noch ist die Anwerbephase zwar noch nicht abgeschlossen, aber in Andermatt hat man sich mit dem Traum bereits angefreundet. Wenn alles optimal läuft, könnten in 18 Monaten die Baumaschinen auffahren.
21.12.2005
Pharaonischer Plan
Die Einwohner von Andermatt verlassen die kleine Urner Gemeinde zuhauf. Nun kommt Hoffnung aus Ägypten. Der Milliardär Samih Sawiris will aus dem Bergdorf eine blühende Alpenoase machen.
Thorsten Dörting
Mit seiner zweiten Antwort zieht der Mann, der Andermatt retten kann, das Volk des Urserentals auf seine Seite.
«Bringen Sie Ihre ägyptischen Arbeiter und Architekten mit?»
Er lächelt, er wiegt den Kopf. Dann beugt er sich zum Mikrofon und sagt: «Nein. Die würden sich zu Tode frieren.»
So ist der Auftritt des Samih Sawiris, ausgebildet in Berlin, reich geworden in Kairo und angereist in das verschneite Andermatt, um Zukunft zu schenken. Was er den rund 900 Menschen in der Mehrzweckhalle bietet, scheint wenig. Keinen Architektenentwurf bringt er und auch kein Geld. Nur sich selbst und die Idee von einem Andermatt, das bald in einem Atemzug mit Sankt Moritz genannt werden soll – oder einen Atemzug davor. Sawiris bringt Hoffnung.
Auf den Zukunftskarten des Thinktanks Avenir Suisse sind Orte wie Andermatt heute nur weisse Fleckchen – die «alpine Brache». Herz und Lunge Andermatts war die Armee, aber mit dem Schrumpfkonzept des VBS blutet der Ort aus. Mitte der Neunzigerjahre zählte Andermatt 1600 Einwohner, heute noch an die 1300. Die Andermatter verlassen die Berge – ihre Berge.
«Wir müssen angeben»
Samih Sawiris, 48, trägt Grau und Schwarz, keine Goldkettchen oder andere Accessoires orientalischer Opulenz. Er wirkt wie ein verwestlichter Mittelschichtsaraber; Arzt könnte er sein oder Anwalt. Auf dem Pressepodium links von ihm sitzt Hansueli Kumli (CVP), der Gemeindepräsident. Kumli schiebt die Brust vor und lächelt. Man weiss nicht, ob es ein Lächeln des Stolzes ist oder eines der Unsicherheit. Sawiris kokettiert mit seinen Deutschkenntnissen – sie sind nahezu perfekt. Dann setzt er an. Er informiert nicht, er parliert. Er wünscht sich «zwei oder drei Dinge, die man mit dem Ort verbinden soll». Ein Reporter fragt nach. «Ein Schwimmbad mit Strand. Schauen Sie nach Dubai. Die haben eine Schnee-Skipiste. Eine Schnee-Skipiste!» Und weiter sagt Sawiris: «Einen Golfplatz. Mit dem wir angeben können.» Gemeindepräsident Kumli zuckt kurz, blickt hinüber. Sawiris wiederholt: «Wir müssen angeben. » Kumli lächelt wieder. Wie viel Geld? «Was rentiert. Aber mindestens für 800 Zimmer – am Anfang.»
Die Sawiris, eine christlich-koptische Familie, sind in Ägypten eine Legende, ihre Hände vergolden. 1950 gründet der heute 74-Jährige Onzi Sawiris eine Baufirma. Gamal Nasser, Symbolfigur des panarabischen Sozialismus, verstaatlicht das Unternehmen 1961. Sawiris geht nach Libyen, fängt neu an. Dieses Mal enteignet ihn Moammar al-Gadhafi. 1969 kehrt Sawiris zurück nach Ägypten – und hat erneut Erfolg. Seine drei Söhne schickt er zum Studium ins Ausland. Nassef studiert Wirtschaft in Chicago, er übernimmt das Baugeschäft. Naguib studiert Elektrotechnik an der ETH, er leitet den Telekommunikations- Zweig, den erfolgreichsten Ableger der Dachgesellschaft Orascom; dieses Jahr hat er sich die italienische Mobilfunkfirma Wind einverleibt. Samih studiert Wirtschaftsingenieurwesen in Berlin und wird Chef von Orascom Hotels & Development. Das Magazin «Forbes» schätzt die Sawiris auf 5,2 Milliarden Dollar.
Mittags speisen sie unter vier goldenen Kuppeln im höheren ihrer zwei Nile City Towers, den architektonischen Symbolen familiärer Macht. Brüder und Vater fragen: «Wo ist Uri?» Selbst Bruder Naguib, der an der ETH studierte, weiss es nicht. Samih erklärt: Andermatt ist von Mailand knapp drei Stunden entfernt, von Zürich sind es zwei, und die Strassen sind gut – reiche Gäste. Brüder und Vater nicken. So erklärt Samih Sawiris es auch den Schweizern.
Samih Sawiris sagt von Bruder Nassef, er bewege sich im zähen Baugeschäft wie ein Panzer. Bruder Naguib rase durch den schnellen Telekommunikations-Markt wie ein Rennwagen. Und er selbst, Samih, reite auf einem Esel. Sein Esel stakst hinauf zum Tourismusolymp: «Mein Traum ist es, in Europa ein Faktor zu werden.» Und: «Die grösste Herausforderung ist die Schweiz.» In der Heimat stampfte er 1992 eine Stadt aus dem Sand, sie liegt am Roten Meer und heisst El-Gouna (Lagune). Dort leben 10'000 Menschen, künstliche Kanäle schlängeln sich vorbei an Villen und Restaurants, seit fünf Jahren wählen sie dort die Miss Belgian Beauty. Spital, Schulen, Moscheen und eine Kirche sorgen für die Angestellten.
El-Gouna – ein ökologisches, leicht steriles Resort, in dem selbst die Kleiderbügel aus rezykliertem Plastik sind, brummt. Wie die «Taba Heights», das zweite grosse Projekt. Kein Branchenexperte findet sich, der über Fehlschläge berichten könnte. Kein Journalist, etwa beim renommierten «Al-Ahram Weekly», der von Skandalen wüsste. In der Andermatter Mehrzweckhalle hängt vor einer Kletterwand aus Beton eine Leinwand, gross wie im Kino. Lokale Prominenz aus Verwaltung und Politik müht sich, dem Volk mit Charts und Tabellen zu erklären, warum es ägyptisches Geld braucht. Dann spricht Sawiris, und Bilder von El-Gouna schweben über die Leinwand wie Phantasmen aus einem Märchen. Jachten, die im Abendlicht glänzen, Villen mit golden schimmernden Dächern im «Unique Nubian Style». Sawiris redet nur 15 Minuten. Das Publikum ist so still, als schliefe es, als wolle niemand aufwachen.
Die Fragen, bitte. Sie kommen zögerlich. Werden auch die Dörfler den Golfplatz nutzen können? «Der schönste Golfplatz der Welt ist in Vietnam. Da bauen sie Reis an. Das will ich auch: Doppelgrün.» Kühe sollen grasen, Dörfler spazieren, inmitten golfender Touristen. Und auch die Reste der Armee sollen bleiben. Dann ängstliche Fragen aus dem gebrochenen Selbstbewusstsein der Dauersubventionierten, der Bewohner der «alpinen Brache». Was ist mit Berner Subventionen? Was mit Koordination? «Sie brauchen den Rest der Schweiz nicht. Lassen Sie uns gemeinsam machen.» Sawiris wechselt vom «Sie» zum «Ihr» und «Euch» – schliesslich zum «Wir».
Nach elf Fragen schweigt der Saal. Ex- Nationalrat Franz Steinegger (FDP) fragt: «Sollen wir weitermachen?» Das Volk des Urserentals hebt die Hand zum Ja. Die Gegenprobe? Alle Arme bleiben unten.
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Orientierungsversammlung für Bevölkerung in Ursern
Zwischen Andermatt und Samih Sawiris hats gefunkt
Beim Zusammentreffen zwischen dem ägyptischen Unternehmer Samih Sawiris und der Urschner Bevölkerung ist der Funke übergesprungen. «Bisher war das Tourismusprojekt eine Investition, jetzt ist sie für mich schon fast Verpflichtung», sagte Samih Sawiris am Ende der Orientierungsversammlung vom 18. Dezember in Andermatt gegenüber dem «Urner Wochenblatt». Um die 1000 Personen wollten den Mann kennen lernen, der in Andermatt ein riesiges Tourismusprojekt mit Hotel- und Wohnungsanlagen, Wellnesscenter, 18-Loch-Golfplatz et cetera plant.
Samih Sawiris am Ende der Orientierungsveranstaltung. «Bei uns hier in Andermatt» – diese Formulierung benutzte er an diesem Abend mehrere Male.
Noch ist die Anwerbephase zwar noch nicht abgeschlossen, aber in Andermatt hat man sich mit dem Traum bereits angefreundet. Wenn alles optimal läuft, könnten in 18 Monaten die Baumaschinen auffahren.
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Neue Luzerner Zeitung 19.05.06:
Andermatt
Sawiris-Projekt ist voll auf Kurs
An der offenen Dorfgemeinde in Andermatt orientierte Martin Schön, Koordinator des Sawiris-Projekts in Andermatt, gestern Abend aus Sicht der Bauherrschaft über den Stand der Arbeiten. «Die Verhandlungen mit dem VBS im Hinblick auf den Abschluss eines Kaufrechtsvertrags für das Land sind praktisch abgeschlossen», hielt Schön fest. In den kommenden Wochen werde das Land noch öffentlich ausgeschrieben, weil das VBS rechtlich dazu verpflichtet sei. Im Verlauf des Sommers sollte dann gemäss Schön der Vertrag unterzeichnet werden können. Auch sei die Bauherrschaft daran, Verträge mit jenen Landwirten abzuschliessen, die auf dem beanspruchten Gebiet ein Nutzungsrecht hätten. Alle Pächter würden die gleiche Entschädigung für den Wert der Nutzungsrechte erhalten.
Baustart im Frühling 2008?
«Wir haben die erste und zugleich wichtigste Phase des Projekts gestartet, die Erarbeitung des Masterplans», hielt Schön weiter fest. «Samih Sawiris hat für dessen Entwicklung eines der weltbesten Plaungsbüros beauftragt», Der Masterplan werde im Herbst fertig sein. Er bildet die Grundlage für die architektonisch-bauliche Gestaltung der geplanten Hotels und Ferienhäuser. «Wir denken, bis Ende Jahr das ganze Resortprojekt in den wesentlichen architektonisch-baulichen Details vorstellen zu können», so Schön. Im kürzesten Fall können im Frühjahr 2008 die Bauarbeiten aufgenommen werden.
********************************************************
Da kann man nur hoffen, dass auch die weiteren Fallstricken des Projekts (z.B. allfällige Einsprachen) beseitigt werden können. Die Realisation des Ferienresorts wäre nicht nur für die Region sondern für den ganzen Schweizer Tourismis ein Meilenstein. Nicht zuletzt ermöglich das Projekt den Ausbau der skitechnischen Erschliessung.
Andermatt
Sawiris-Projekt ist voll auf Kurs
An der offenen Dorfgemeinde in Andermatt orientierte Martin Schön, Koordinator des Sawiris-Projekts in Andermatt, gestern Abend aus Sicht der Bauherrschaft über den Stand der Arbeiten. «Die Verhandlungen mit dem VBS im Hinblick auf den Abschluss eines Kaufrechtsvertrags für das Land sind praktisch abgeschlossen», hielt Schön fest. In den kommenden Wochen werde das Land noch öffentlich ausgeschrieben, weil das VBS rechtlich dazu verpflichtet sei. Im Verlauf des Sommers sollte dann gemäss Schön der Vertrag unterzeichnet werden können. Auch sei die Bauherrschaft daran, Verträge mit jenen Landwirten abzuschliessen, die auf dem beanspruchten Gebiet ein Nutzungsrecht hätten. Alle Pächter würden die gleiche Entschädigung für den Wert der Nutzungsrechte erhalten.
Baustart im Frühling 2008?
«Wir haben die erste und zugleich wichtigste Phase des Projekts gestartet, die Erarbeitung des Masterplans», hielt Schön weiter fest. «Samih Sawiris hat für dessen Entwicklung eines der weltbesten Plaungsbüros beauftragt», Der Masterplan werde im Herbst fertig sein. Er bildet die Grundlage für die architektonisch-bauliche Gestaltung der geplanten Hotels und Ferienhäuser. «Wir denken, bis Ende Jahr das ganze Resortprojekt in den wesentlichen architektonisch-baulichen Details vorstellen zu können», so Schön. Im kürzesten Fall können im Frühjahr 2008 die Bauarbeiten aufgenommen werden.
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Da kann man nur hoffen, dass auch die weiteren Fallstricken des Projekts (z.B. allfällige Einsprachen) beseitigt werden können. Die Realisation des Ferienresorts wäre nicht nur für die Region sondern für den ganzen Schweizer Tourismis ein Meilenstein. Nicht zuletzt ermöglich das Projekt den Ausbau der skitechnischen Erschliessung.
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benjamin
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NZZonline 07.06.06
Nun gibt es das Land zum Traum
VBS schreibt in Andermatt Grundstücke von 735'000 Quadratmetern aus
Der Traum von einem alpinen Ferienresort des Ägypter Samih Sawiris könnte bald auf festem Boden stehen. Das Verteidigungsdepartement (VBS) schreibt drei Grundstücke zu einem Mindestpreis von 10 Millionen Franken zum Verkauf aus. Bis zum 4. August kann geboten werden. Die Korporation Ursern hat ein Rückkaufsrecht zumindest auf einem Teil der Grundstücke.
rel. Will der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris tatsächlich in Andermatt seinen Traum von einem alpinen Ferienresort verwirklichen, ist nun der Augenblick zum Handeln gekommen. Das VBS schreibt in Andermatt Grundstücke in der Gesamtgrösse von rund 735'000 Quadratmetern Fläche aus. Dafür möchte das Departement von Bundesrat Schmid mindestens 10 Millionen Franken lösen.
Allerdings muss das VBS die Grundstücke gemäss den geltenden Vorschriften öffentlich ausschreiben. Es können also auch noch andere mitbieten. Allerdings hat die Korporation Ursern ein Rückkaufsrecht auf einen Teil der Grundstücke, wie bei der für die Liegenschaften zuständige VBS-Abteilung Armasuisse zu erfahren war. Es handle sich dabei um rund 100'000 Quadratmeter. Die Korporation Ursern hat, wie allfällige übrige Bieter, bis 4. August Zeit, sich die Sache zu überlegen und Angebote einzureichen. Geplant ist offenbar, dass zuerst Ursern das Land kauft und es dann anschliessend an das Unternehmen Orascom von Sawiris weiterverkauft.
Entsorgung von Altlasten kann teuer sein
Notwendige Ein- und Umzonungen sowie allfällige zusätzliche Investitionen wie Massnahmen für Hochwasserschutz und bestehende Verträge müssen von der Käuferschaft übernommen werden, wie das VBS am Freitag mitteilte. Der Kanton Uri hat bereits einen Kredit für die planerische Umsetzung des Projekts gesprochen. Allerdings dürfte die Entsorgung der Altlasten noch einige Kosten verursachen, zumal auf einem Teil der Grundstücke auch geschossen wurde.
Ganz verschwinden wird die Armee aus Andermatt jedoch nicht. Wie das VBS weiter ausführt, bleibt der Waffenplatz Andermatt Kompetenzzentrum für Gebirgsausbildung und Armee-Sportstützpunkt.
Sawiris hat im Dezember 2005 das Projekt für eine grosse Ferienanlage in Andermatt vorgestellt. Sie soll unter anderem über 800 Betten, einen 18-Loch-Golfplatz sowie ein Hallenbad mit Wellness-Angebot verfügen. Die Urner Regierung unterstützt das Vorhaben und hat eine Projektorganisation eingesetzt.
Nun gibt es das Land zum Traum
VBS schreibt in Andermatt Grundstücke von 735'000 Quadratmetern aus
Der Traum von einem alpinen Ferienresort des Ägypter Samih Sawiris könnte bald auf festem Boden stehen. Das Verteidigungsdepartement (VBS) schreibt drei Grundstücke zu einem Mindestpreis von 10 Millionen Franken zum Verkauf aus. Bis zum 4. August kann geboten werden. Die Korporation Ursern hat ein Rückkaufsrecht zumindest auf einem Teil der Grundstücke.
rel. Will der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris tatsächlich in Andermatt seinen Traum von einem alpinen Ferienresort verwirklichen, ist nun der Augenblick zum Handeln gekommen. Das VBS schreibt in Andermatt Grundstücke in der Gesamtgrösse von rund 735'000 Quadratmetern Fläche aus. Dafür möchte das Departement von Bundesrat Schmid mindestens 10 Millionen Franken lösen.
Allerdings muss das VBS die Grundstücke gemäss den geltenden Vorschriften öffentlich ausschreiben. Es können also auch noch andere mitbieten. Allerdings hat die Korporation Ursern ein Rückkaufsrecht auf einen Teil der Grundstücke, wie bei der für die Liegenschaften zuständige VBS-Abteilung Armasuisse zu erfahren war. Es handle sich dabei um rund 100'000 Quadratmeter. Die Korporation Ursern hat, wie allfällige übrige Bieter, bis 4. August Zeit, sich die Sache zu überlegen und Angebote einzureichen. Geplant ist offenbar, dass zuerst Ursern das Land kauft und es dann anschliessend an das Unternehmen Orascom von Sawiris weiterverkauft.
Entsorgung von Altlasten kann teuer sein
Notwendige Ein- und Umzonungen sowie allfällige zusätzliche Investitionen wie Massnahmen für Hochwasserschutz und bestehende Verträge müssen von der Käuferschaft übernommen werden, wie das VBS am Freitag mitteilte. Der Kanton Uri hat bereits einen Kredit für die planerische Umsetzung des Projekts gesprochen. Allerdings dürfte die Entsorgung der Altlasten noch einige Kosten verursachen, zumal auf einem Teil der Grundstücke auch geschossen wurde.
Ganz verschwinden wird die Armee aus Andermatt jedoch nicht. Wie das VBS weiter ausführt, bleibt der Waffenplatz Andermatt Kompetenzzentrum für Gebirgsausbildung und Armee-Sportstützpunkt.
Sawiris hat im Dezember 2005 das Projekt für eine grosse Ferienanlage in Andermatt vorgestellt. Sie soll unter anderem über 800 Betten, einen 18-Loch-Golfplatz sowie ein Hallenbad mit Wellness-Angebot verfügen. Die Urner Regierung unterstützt das Vorhaben und hat eine Projektorganisation eingesetzt.
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Quelle: Basler Zeitung 12.08.06
Beim Tourismusgrossprojekt in Andermatt treten Landschaftsschützer als Konkurrenten gegen den ägyptischen Investor an.
Der ägyptische Investor Samih Sawiris bekommt bei seinem Tourismusprojekt in Andermatt Konkurrenz aus Naturschutzkreisen. Pro Natura bietet beim Landkauf mit – und will so den geplanten Golfplatz verhindern.
Der ägyptische Milliardär Samih Sawiris braucht für sein Tourismusresort in Andermatt mit 800 Zimmern und 18-Loch-Golfplatz Land, viel Land. 735 000 Quadratmeter hat das Departement Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) Anfang Juli zum Verkauf ausgeschrieben. Die drei Landstücke verkauft das VBS zu einem Mindestpreis von 10 Millionen Franken. Nach Auskunft von Armasuisse-Sprecher Godi Huber sind bis Eingabeschluss am 4. August zwei Angebote eingetroffen: Neben jenem von der Korporation Ursern, die das Land an Sawiris weiterverkauft, liegt überraschend auch eine Offerte von Pro Natura vor.
«Bessere Ideen»
Die Naturschutzorganisation interessiert sich aber nur für ein Teilstück, das ausserhalb von Dorf und Bauzonen liegt. Es ist das minderwertigste der drei Landstücke. Pro Natura bietet 720 000 Franken, was einem Betrag von 1.25 Franken pro Quadratmeter entspricht. «Wir sind nicht gegen das Sawiris-Projekt. Nur haben wir für dieses ökologisch wertvolle Teilgebiet bessere Ideen als einen Golfplatz», sagt Otto Sieber von Pro Natura Schweiz. Die Organisation bezieht sich auf das vom Bundesrat 1999 beschlossene Landschafts-Konzept, wonach sich der Bund verpflichtet, bei Landverkäufen ökologische Werte zu beachten. «Unser Angebot gefährdet Sawiris’ Projekt nicht; einzig der Golfplatz müsste anders geplant werden, bekämen wir den Zuschlag», sagt Sieber.
In Andermatt zeigt man sich über den Vorstoss besorgt. Die Naturschützer riskierten, dass der ägyptische Investor seine Pläne begräbt, so der gestrige Tenor nach Bekanntgabe der Pro Natura als zweitem Bewerber. Beim Sawiris-Clan gibt man sich indes gelassen. «Für uns ist das kein Problem», sagte Sprecher Franz Egle, der sich aus Sawiris’ Ferienresort El Gouna am Roten Meer meldete, wo der Investor zurzeit zusammen mit Vertretern auch des Kantons Uri technische Fragen im Hinblick auf den Masterplan erörtert. Nach Egle rückt Sawiris vom ehrgeizigen Vorhaben und Fahrplan – er will in etwa einem Jahr mit Bauen beginnen – nicht ab. «Wir werden uns mit dem Mitbewerber in Verbindung setzen, um deren Anliegen aufzunehmen», sagte Egle.
Weiterer Konkurrent?
In Andermatt weiss man auch noch von einem weiteren «Konkurrenten», allerdings von einem anderen Kaliber als Pro Natura. So soll eine russische Öl- und Gashandelsfirma mit Namen Gaspipes ein ähnliches Tourismus-Projekt wie jenes von Sawiris in Andermatt verfolgen. Laut Angaben einer Urner Vermittlerin war geplant, beim Landkauf mitzubieten. Ein solches Angebot sei beim VBS bis zur Stunde nicht eingetroffen, sagte der Armasuisse-Sprecher.
Goldgräberstimmung
Ob es weitere Interessenten wirklich gibt, konnte gestern nicht in Erfahrung gebracht werden. Richtig ist, dass seit Sawiris’ Auftritt in Andermatt nichts mehr ist wie früher. Ganz Andermatt und überhaupt das Urserntal, ja, der ganze Kanton Uri bis zur Regierung gibt und geben sich alle erdenkliche Mühe, den Investor nicht zu vergraulen. Die Erwartungen sind hoch; die lange beklagte Tourismus-Lethargie scheint Uri überwinden zu wollen. «Es herrscht eine Stimmung zwischen Hoffen und Bangen», sagt der Andermatter Alex Simmen.
Vorerst überwögen die positiven Stimmen. Simmen weiss von einigen Jungen, die sich eine Rückkehr nach Andermatt überlegten, weil sie hier wieder Chancen zum Bleiben sehen. Im Urner Dorf werden auch frühere touristische Projekte neu aufgelegt; mehrere Hoteliers hegen Sanierungs- und Ausbaupläne. Neue Finanzierungspläne etwa für das gemeindeeigene Hallenbad (zusammen mit Sawiris) werden ausgearbeitet. Von den Banken fliesst zwar noch kein Geld, aber einige Unternehmen, wie etwa die Gemsstock-Bahnen, bekamen erste Signale, dass man beim Investieren beistehen will.
Immobilien-Boom
Bemerkbar macht sich das «Sawiris-Fieber» auch auf dem Immobilienmarkt: Alex Renner vom Hotel «Drei Könige» schätzt, dass die Preise für Immobilien seit Anfang Jahr rund 20 Prozent in die Höhe geschnellt sind. Das kann Liegenschaftshändlerin Anita Farei zwar nicht bestätigen. Sie weiss nur, dass die Nachfrage gewaltig und das Angebot völlig ausgetrocknet ist, weil die Wohneigentümer sich dank Sawiris’ Plänen eine Wertsteigerung ihres Objekts erhofften.
*************************
Na ja, unsere grünen Freunde... Weshalb kommen die erst jetzt auf die Idee, dass das Grundstück aus Sicht des Naturschutzes wertvoll ist?
Beim Tourismusgrossprojekt in Andermatt treten Landschaftsschützer als Konkurrenten gegen den ägyptischen Investor an.
Der ägyptische Investor Samih Sawiris bekommt bei seinem Tourismusprojekt in Andermatt Konkurrenz aus Naturschutzkreisen. Pro Natura bietet beim Landkauf mit – und will so den geplanten Golfplatz verhindern.
Der ägyptische Milliardär Samih Sawiris braucht für sein Tourismusresort in Andermatt mit 800 Zimmern und 18-Loch-Golfplatz Land, viel Land. 735 000 Quadratmeter hat das Departement Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) Anfang Juli zum Verkauf ausgeschrieben. Die drei Landstücke verkauft das VBS zu einem Mindestpreis von 10 Millionen Franken. Nach Auskunft von Armasuisse-Sprecher Godi Huber sind bis Eingabeschluss am 4. August zwei Angebote eingetroffen: Neben jenem von der Korporation Ursern, die das Land an Sawiris weiterverkauft, liegt überraschend auch eine Offerte von Pro Natura vor.
«Bessere Ideen»
Die Naturschutzorganisation interessiert sich aber nur für ein Teilstück, das ausserhalb von Dorf und Bauzonen liegt. Es ist das minderwertigste der drei Landstücke. Pro Natura bietet 720 000 Franken, was einem Betrag von 1.25 Franken pro Quadratmeter entspricht. «Wir sind nicht gegen das Sawiris-Projekt. Nur haben wir für dieses ökologisch wertvolle Teilgebiet bessere Ideen als einen Golfplatz», sagt Otto Sieber von Pro Natura Schweiz. Die Organisation bezieht sich auf das vom Bundesrat 1999 beschlossene Landschafts-Konzept, wonach sich der Bund verpflichtet, bei Landverkäufen ökologische Werte zu beachten. «Unser Angebot gefährdet Sawiris’ Projekt nicht; einzig der Golfplatz müsste anders geplant werden, bekämen wir den Zuschlag», sagt Sieber.
In Andermatt zeigt man sich über den Vorstoss besorgt. Die Naturschützer riskierten, dass der ägyptische Investor seine Pläne begräbt, so der gestrige Tenor nach Bekanntgabe der Pro Natura als zweitem Bewerber. Beim Sawiris-Clan gibt man sich indes gelassen. «Für uns ist das kein Problem», sagte Sprecher Franz Egle, der sich aus Sawiris’ Ferienresort El Gouna am Roten Meer meldete, wo der Investor zurzeit zusammen mit Vertretern auch des Kantons Uri technische Fragen im Hinblick auf den Masterplan erörtert. Nach Egle rückt Sawiris vom ehrgeizigen Vorhaben und Fahrplan – er will in etwa einem Jahr mit Bauen beginnen – nicht ab. «Wir werden uns mit dem Mitbewerber in Verbindung setzen, um deren Anliegen aufzunehmen», sagte Egle.
Weiterer Konkurrent?
In Andermatt weiss man auch noch von einem weiteren «Konkurrenten», allerdings von einem anderen Kaliber als Pro Natura. So soll eine russische Öl- und Gashandelsfirma mit Namen Gaspipes ein ähnliches Tourismus-Projekt wie jenes von Sawiris in Andermatt verfolgen. Laut Angaben einer Urner Vermittlerin war geplant, beim Landkauf mitzubieten. Ein solches Angebot sei beim VBS bis zur Stunde nicht eingetroffen, sagte der Armasuisse-Sprecher.
Goldgräberstimmung
Ob es weitere Interessenten wirklich gibt, konnte gestern nicht in Erfahrung gebracht werden. Richtig ist, dass seit Sawiris’ Auftritt in Andermatt nichts mehr ist wie früher. Ganz Andermatt und überhaupt das Urserntal, ja, der ganze Kanton Uri bis zur Regierung gibt und geben sich alle erdenkliche Mühe, den Investor nicht zu vergraulen. Die Erwartungen sind hoch; die lange beklagte Tourismus-Lethargie scheint Uri überwinden zu wollen. «Es herrscht eine Stimmung zwischen Hoffen und Bangen», sagt der Andermatter Alex Simmen.
Vorerst überwögen die positiven Stimmen. Simmen weiss von einigen Jungen, die sich eine Rückkehr nach Andermatt überlegten, weil sie hier wieder Chancen zum Bleiben sehen. Im Urner Dorf werden auch frühere touristische Projekte neu aufgelegt; mehrere Hoteliers hegen Sanierungs- und Ausbaupläne. Neue Finanzierungspläne etwa für das gemeindeeigene Hallenbad (zusammen mit Sawiris) werden ausgearbeitet. Von den Banken fliesst zwar noch kein Geld, aber einige Unternehmen, wie etwa die Gemsstock-Bahnen, bekamen erste Signale, dass man beim Investieren beistehen will.
Immobilien-Boom
Bemerkbar macht sich das «Sawiris-Fieber» auch auf dem Immobilienmarkt: Alex Renner vom Hotel «Drei Könige» schätzt, dass die Preise für Immobilien seit Anfang Jahr rund 20 Prozent in die Höhe geschnellt sind. Das kann Liegenschaftshändlerin Anita Farei zwar nicht bestätigen. Sie weiss nur, dass die Nachfrage gewaltig und das Angebot völlig ausgetrocknet ist, weil die Wohneigentümer sich dank Sawiris’ Plänen eine Wertsteigerung ihres Objekts erhofften.
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Na ja, unsere grünen Freunde... Weshalb kommen die erst jetzt auf die Idee, dass das Grundstück aus Sicht des Naturschutzes wertvoll ist?
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Unterschätz das nicht.Ein seit mindestens 60 Jahren von der Armee genutztes Gelände soll ökologisch wertvoll sein? Bei aller Sympathie, das ist doch bekloppt!
In Thun hat man auf dem Waffenplatz schon sehr seltene Pflanzen entdeckt.
Andererseits bin ich immer wieder erstaunt, dass sich eine solche Organisation einen Landkauf von knapp einer Million leisten kann.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Michael Meier
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Militärgelände gehören Schweizweit zu den Grössten Naturbiotopen. Grund. Der Mensch benutzt nur eine Kleine Fläche. Dazwischen liegt vien Land brach, welches aber nicht genutzt werden kann weil geschossen wird. Beispiel Eigental. Eigentlich ein Hochmoor. Allerdings wurde es trocken gelegt und für die Landwirtschaft Nutzbar gemacht. Ausser der Schiessplatz. Die Jog-Scheiben, Panzerrollbahn und KD, Boxen am Hang, Dazwischen ein Sumpfgebiet und auf der anderen Seite das Läger. Der Sumpf und die Tiere darin stört es kein Bisschen ob jetzt da Kugeln über ihre Köpfe fliegen oder nicht. Allerdings stört es den Bauern wenn er ins Schussfeld gerät. Dito Andermatt. Man schiesst mit dem Gewehr oder Panzer direkt über ein Biotop mit See. Zum Thema Kugelfang. Die Holzschnitzel werden Jährlich abgetragen und verbrannt. Das Blei, welches darin ist schmilzt und wird wieder verwendet. So werden 95% aller verschossenen Kugeln wieder eingesammelt. Dito mit dem Hülsen. Zudem haben zu solchen gebieten Privatpersonen keinen Zutritt. Keine Hunde, Keine Camper, Keine Grillfeste, usw. Wenn kein Militär anwesend ist, ist da Ruhe.
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Dass Militärgelände ökologisch besonders interessante Gebiete sind/werden ist ein generelles Phänomen. In Österreich gibts ja Mitteleuropas grössten Truppenübungsplatz (TÜP Allentsteig im Waldviertel, damals wurden von den Nazis ganze Ortschaften ausgesiedelt ... später übernahm das Öst. Bundesheer den Übungsplatz). Durch die spärliche Nutzung (wie ja Michael Maier beispielhaft schon dargestellt hat) entwickelten sich hier über die Jahrzehnte einzigartige Biotope/Pflanzengesellschaften etc. Das soll ein Paradies für Biologen sein und ist ein beliebtes Studienobjekt einschlägiger Fachleute. Ab und an sieht man dann auch beeindruckende Reportagen im Fernsehen.
Offensichtlich sind SoldatInnen im tiefsten Herzen besonders grün
(und nicht nur äusserlich
).
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Michael Meier
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Ehrlich gesagt ist mir das mit dem Golfplatz irgend wie Spanisch. Realp hat schon einen und Selva/Tschamut auch. So viele Golfer gibts jetzt auf dieser Welt auch wieder nicht, dass man 3 Alpine Golfplätze Auf so engem Raum braucht??
War erst letzten Mittwoch wieder im Eigenthal. Sorry aber gescheite Bilder hats leider nicht gegeben vom Schiessplatz selber. Nur Pics von uns. Aber das nächste mal mach ich welche. Kann morgen (Sofern es nicht Regnet) noch rasch mit dem Fahrrad raus auf den Schiessplatz Andermatt und das ganze da mal Fotografieren.
War erst letzten Mittwoch wieder im Eigenthal. Sorry aber gescheite Bilder hats leider nicht gegeben vom Schiessplatz selber. Nur Pics von uns. Aber das nächste mal mach ich welche. Kann morgen (Sofern es nicht Regnet) noch rasch mit dem Fahrrad raus auf den Schiessplatz Andermatt und das ganze da mal Fotografieren.
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Wombat
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Da stellt sich einfach die Frage in wie weit Göschenen in das Projekt mit einbezogem wird. Den Göschenen leidet seit Jahren an der Abwanderung. Dort stehen zum Teil ganze Häuser leer. Wer also schlau ist, sieht sich dort nach einer Wohnung um. Die 15 Min mit dem Auto nach Andermatt ist wohl zum verkraften und zur Not gibt's ja noch die Bahn.benjamin hat geschrieben:Quelle: Basler Zeitung 12.08.06
Immobilien-Boom
Bemerkbar macht sich das «Sawiris-Fieber» auch auf dem Immobilienmarkt: Alex Renner vom Hotel «Drei Könige» schätzt, dass die Preise für Immobilien seit Anfang Jahr rund 20 Prozent in die Höhe geschnellt sind. Das kann Liegenschaftshändlerin Anita Farei zwar nicht bestätigen. Sie weiss nur, dass die Nachfrage gewaltig und das Angebot völlig ausgetrocknet ist, weil die Wohneigentümer sich dank Sawiris’ Plänen eine Wertsteigerung ihres Objekts erhofften.
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bluewin.ch 12:30 17.08.2006
VBS verkauft Land an Korporation Ursern für 10 Millionen Franken
Hat gut lachen: Samih Sawiris (Archiv)
[Bild: Keystone] Die Armee verkauft ihre ausgeschriebenen Parzellen in Andermatt UR für 10 Mio. Franken an die Korporation Ursern. Damit rückt das geplante Tourismusprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris ein Stück näher. Pro Natura geht leer aus. [sda] - Die Korporation Ursern habe mit 10 Mio. Franken das höchste Gebot eingereicht, teilte das eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit. Sie erwirbt das Land im Auftrag des ägyptischen Unternehmers Samih Sawiris und wird ihm die Grundstücke der Armee zum gleichen Preis weiterverkaufen.
Sawiris plant auf dem Gelände eine grosse Ferienanlage, die unter anderem über 800 Betten, einen 18-Loch-Golfplatz sowie ein Hallenbad samt Wellness-Angebot verfügen soll. Die Urner Regierung und das Kantonsparlament unterstützen das Projekt. Laut dem VBS werden nun die detaillierten Verkaufsverhandlungen aufgenommen.
Das Angbot von Pro Natura ist laut VBS ausser Betracht gefallen, weil sich die Naturschutzorganisation nur für ein Teilgebiet interessierte. Das VBS wollte die drei Parzellen mit einer gesamten Fläche von rund 735 000 Quadratmetern aber nur als Ganzes verkaufen.
Pro Natura hatte sich für die grösste der drei Parzellen interessiert und für die rund 576 000 Quadratmeter 720 000 Franken geboten. Das Gebiet sollte nach den Vorstellungen von Pro Natura zum Naturschutzgebiet aufgewertet werde; das Hotelprojekt wolle man nicht gefährden.
Allerdings wäre der geplante Golfplatz wohl nur schwerlich zu realisieren gewesen. Darauf verzichten könne Sawiris aber nicht, sagte dessen Berater Franz Egle in einem Interview mit der "Neuen Luzerner Zeitung". Der Golfplatz gehöre als ein wichtiges Element zwingend zum Projekt.
Gegenwärtig wird laut Egle für das Projekt ein Masterplan erstellt, als Grundlage für die weitere Planung. Mitte September soll zusammen mit den Behörden auch die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand informiert werden.
- GMD
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Der 18 Loch Golfplatz könnte das Ende für den in Realp sein, da der nur 9 Löcher hat. Schade, denn landschaftlich ist das einer der aussergewöhnlichsten Plätze der Schweiz. Bedauerlich auch, weil dort Leute mit viel Engagement und Herzblut am Werk sind, die den Golfsport auch den "normalen" Leuten ermöglichen wollen.
Probably waking up
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benjamin
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NZZonline 17.08.06
Ferienresort in Andermatt nimmt erste Hürde
Armee verkauft Land zu Handen des Investors
Die Armee verkauft ihre ausgeschriebenen Parzellen in Andermatt für 10 Millionen Franken an die Korporation Ursern. Damit rückt das geplante grosse Tourismusprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris ein kleines Stück näher. Pro Natura hatte sich im Bestreben um den Schutz der Natur ebenfalls für das Land interessiert, geht aber leer aus.
(sda) Die Korporation Ursern habe mit 10 Millionen das höchste Gebot für die Armeeparzellen mit einer Gesamtfläche von 735’000 Quadratmetern eingereicht, teilt das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit. Sie erwirbt das Land im Auftrag des ägyptischen Unternehmers Samih Sawiris und wird ihm die Grundstücke der Armee zum gleichen Preis weiterverkaufen.
Land nur als Gesamtfläche erhältlich
Sawiris plant auf dem Gelände in Andermatt eine grosse Ferienanlage, die unter anderem 800 Betten, einen 18-Loch-Golfplatz sowie ein Hallenbad samt Wellness-Angebot umfassen soll. Die Urner Regierung und das Kantonsparlament unterstützen das Projekt.
Die Grundstücke waren anfangs Juli zum Verkauf ausgeschrieben worden. Der Käufer muss bestehende Verträge und allfällige zusätzliche Investitionen zum Beispiel für den Hochwasserschutz übernehmen. Der Waffenplatz Andermatt bleibt bestehen.
Das Angebot von Pro Natura ist laut VBS ausser Betracht gefallen, weil sich die Naturschutzorganisation nur für ein Teilgebiet interessierte. Das VBS wollte die drei Parzellen aber nur als Ganzes verkaufen.
Sawiris will Gespräch suchen mit Pro Natura
Pro Natura hatte sich für die grösste der drei Parzellen interessiert und für die rund 576’000 Quadratmeter 720’000 Franken geboten. Das Gebiet sollte nach den Vorstellungen von Pro Natura zum Naturschutzgebiet aufgewertet werden; das Hotelprojekt wolle man aber nicht gefährden. Der geplante Golfplatz wäre aber ohne die grösste Parzelle wohl nur schwerlich zu realisieren gewesen.
Sawiris stellte Gespräche mit Pro Natura und anderen Umweltorganisationen in Aussicht; ein Treffen sei anfangs September geplant. Auch mit den betroffenen Landwirten will Sawiris reden.
Ferienresort in Andermatt nimmt erste Hürde
Armee verkauft Land zu Handen des Investors
Die Armee verkauft ihre ausgeschriebenen Parzellen in Andermatt für 10 Millionen Franken an die Korporation Ursern. Damit rückt das geplante grosse Tourismusprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris ein kleines Stück näher. Pro Natura hatte sich im Bestreben um den Schutz der Natur ebenfalls für das Land interessiert, geht aber leer aus.
(sda) Die Korporation Ursern habe mit 10 Millionen das höchste Gebot für die Armeeparzellen mit einer Gesamtfläche von 735’000 Quadratmetern eingereicht, teilt das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit. Sie erwirbt das Land im Auftrag des ägyptischen Unternehmers Samih Sawiris und wird ihm die Grundstücke der Armee zum gleichen Preis weiterverkaufen.
Land nur als Gesamtfläche erhältlich
Sawiris plant auf dem Gelände in Andermatt eine grosse Ferienanlage, die unter anderem 800 Betten, einen 18-Loch-Golfplatz sowie ein Hallenbad samt Wellness-Angebot umfassen soll. Die Urner Regierung und das Kantonsparlament unterstützen das Projekt.
Die Grundstücke waren anfangs Juli zum Verkauf ausgeschrieben worden. Der Käufer muss bestehende Verträge und allfällige zusätzliche Investitionen zum Beispiel für den Hochwasserschutz übernehmen. Der Waffenplatz Andermatt bleibt bestehen.
Das Angebot von Pro Natura ist laut VBS ausser Betracht gefallen, weil sich die Naturschutzorganisation nur für ein Teilgebiet interessierte. Das VBS wollte die drei Parzellen aber nur als Ganzes verkaufen.
Sawiris will Gespräch suchen mit Pro Natura
Pro Natura hatte sich für die grösste der drei Parzellen interessiert und für die rund 576’000 Quadratmeter 720’000 Franken geboten. Das Gebiet sollte nach den Vorstellungen von Pro Natura zum Naturschutzgebiet aufgewertet werden; das Hotelprojekt wolle man aber nicht gefährden. Der geplante Golfplatz wäre aber ohne die grösste Parzelle wohl nur schwerlich zu realisieren gewesen.
Sawiris stellte Gespräche mit Pro Natura und anderen Umweltorganisationen in Aussicht; ein Treffen sei anfangs September geplant. Auch mit den betroffenen Landwirten will Sawiris reden.
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benjamin
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Berner Zeitung 18.08.06:
«Ich bin doch kein Märchenprinz»
Der Ägypter Sawiris will aus einem Urner Bergdorf eine Top-Tourismusdestination machen. Zweifel lassen ihn kalt.
Interview: Gregor Poletti
Sind Sie der Märchenprinz, der Andermatt wie Dornröschen aus dem touristischen Tiefschlaf wachküssen will?
Samih Sawiris: Nein, denn dieses Dorf in den Schweizer Alpen ist keine Leiche und ich doch kein Märchenprinz. Ich verstehe mich vielmehr als Vater, der seine Tochter zum Opernball führt, gut vorbereitet und adrett gekleidet.
Aber ein bisschen wahnwitzig klingt...
...Sie meinen, ich sei doch ein Spinner. Dieses Etikett hat man mir auch damals angehängt, selbst meine Familie verpottete mich als Spinner, als ich mit meinen Plänen aufkreuzte, in der Wüste ein Tourismusprojekt auf die Beine zu stellen. Und inzwischen ist El Gouna eine hervorragend funktionierende Oase für Erholungssuchende. Heute bezeichnet mich niemand mehr öffentlich als Spinner. Das manche dies hinter vorgehaltener Hand immer noch tun, stört mich überhaupt nicht. Denn der Erfolg gibt mir Recht.
Hat Andermatt dieses Potenzial überhaupt oder ist dieses Vorhaben für Sie nicht vielmehr ein Spekulationsobjekt?
Ich bin vollständig überzeugt vom touristischen Potenzial dieses Bergdorfes. Gleich mehrere Gründe sprechen dafür: Da ist der weitgehend erhaltene, wunderschöne Dorfkern mit relativ wenig Bausünden. Dann überzeugt die hochalpine Talebene mit ihrem Reiz als einzigartige Naturlandschaft. Zudem ist Andermatt verkehrstechnisch sehr gut gelegen: in kürzester Zeit sind sie in den Metropolen Zürich und Mailand.
Trotzdem könnten Sie sich nach kurzer Zeit wieder verabschieden.
Das habe ich bestimmt nicht vor. Es ist mein persönlicher Ehrgeiz, Andermatt gleich nach Top-Destinationen wie St. Moritz oder Saint-Tropez zu positionieren. Dabei kommt mir meine finanzielle Situation sicher zupass. Ich bin nicht darauf angewiesen, dass die Anlage möchglichst schnell eine Rendite abwirft. Die Gewinnmaximierung steht nicht an erster Stelle.
Ihre Rechnung mag für die Wintersaison aufgehen, aber was sollen die Touristen im Frühling, Sommer und Herbst in diesem kargen Tal machen?
Unterschätzen Sie die Anziehungskraft gerade von kargen Landschaften nicht. Aber es braucht sicher noch weitere Attraktionen, um die Leute nach Andermatt zu locken. Geplant ist deshalb etwa ein Hallenschwimmbad und ein Golfplatz.
Aber es gibt doch schon genügend Golfplätze in der Schweiz.
Ich will nicht irgendeinen Golfplatz bauen, sondern den besten 18-Loch-Golfplatz in den Alpen. Stellen Sie sich vor, sie schlagen die Bälle und nebenan grasen die Kühe. Das ist doch absolut einmalig und wird viele Golfspieler anziehen.
Dafür müssen Sie aber noch von etlichen Bauern Land erwerben und jetzt will auch noch Pro Natura mitmischen.
Ich bin zuversichtlich, dass mit den Landwirten gute Lösungen gefunden werden können. Ein wesentlicher Teil des Golfplatzes wird als Weideland genutzt werden können. Ich kann Pro Natura versichern, dass die landschaftschützerischen Aspekte umfassend berücksichtigt werden, denn Umweltschutz war auch bei meinen bisherigen Projekten ein zentraler Bestandteil. Ich werde mich persönlich Anfang September mit verschiedenen Umweltschutzverbänden und auch den Bauern treffen, um mir ihre Anliegen anzuhören.
Und wenn der Landerwerb für den Golfplatz nicht zustande kommt?
Der Golfplatz ist ein absolutes Muss. Kann er nicht gebaut werden, ist das gesamte Projekt gestorben.
Wie muss man sich das neue Ferienressort vorstellen, mehr kitschiges Heidiland oder architektonisches Experimentierfeld?
Weder noch. Es soll zwar ein Blickfang sein, aber ich will keine Revolution einleiten. Vielmehr soll die Anlage organisch mit dem Dorf zusammenwachsen...
...das dann neidisch auf die Anlage auf dem ehemaligen Militärgelände schauen muss.
Um genau solches zu verhindern, werde ich ein Grundstück mitten im Dorf erwerben und dort wird das beste Hotel zu stehen kommen.
Das Nebeneinander von Militär, das in Andermatt immer noch eine gewisse Präsenz markiert, und den reichen Gästen erachten Sie nicht als problematisch?
Nein, das Schweizer Militär stört doch nicht. Vielmehr Mühe hätte ich, wenn dort syrische, israelische oder amerikanische Soldaten stationiert wären.
Sie wollen das Projekt schnell vorantreiben?
Das ist so. Ich bin positiv überrascht, wie gut die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Urner Behörden bisher verlaufen ist.
Haben Sie sich noch nie genervt ob all der Vorschriften, die in der Schweiz einzuhalten sind.
Nein, das hat durchaus auch seine Vorteile. Denn so haben wir die Gewissheit, dass nicht böse Überraschungen auf uns zukommen während, oder schlimmer noch, nach den Bauarbeiten. Zudem sind wir derzeit noch in einer Phase, die von viel Flexibilität beiderseits geprägt ist. Aber das PotenZial, dass es mal lauter werden könnte, ist sowohl bei mir als wohl auch bei den Urnern vorhanden.
Wie und wo verbringen Sie eigentlich Ihre Ferien?
Ich erlaube mir pro Jahr acht bis zehn Wochen Ferien. Am liebsten bin ich auf meinem Boot, weit weg von allen Tourismusdestinationen und allen geschäftlichen Verpflichtungen. Zumal ich ein passionierter Fischer bin. Übrigens gibt es rund um Andermatt auch herrliche Flüsse und Seen zum Angeln.
«Ich bin doch kein Märchenprinz»
Der Ägypter Sawiris will aus einem Urner Bergdorf eine Top-Tourismusdestination machen. Zweifel lassen ihn kalt.
Interview: Gregor Poletti
Sind Sie der Märchenprinz, der Andermatt wie Dornröschen aus dem touristischen Tiefschlaf wachküssen will?
Samih Sawiris: Nein, denn dieses Dorf in den Schweizer Alpen ist keine Leiche und ich doch kein Märchenprinz. Ich verstehe mich vielmehr als Vater, der seine Tochter zum Opernball führt, gut vorbereitet und adrett gekleidet.
Aber ein bisschen wahnwitzig klingt...
...Sie meinen, ich sei doch ein Spinner. Dieses Etikett hat man mir auch damals angehängt, selbst meine Familie verpottete mich als Spinner, als ich mit meinen Plänen aufkreuzte, in der Wüste ein Tourismusprojekt auf die Beine zu stellen. Und inzwischen ist El Gouna eine hervorragend funktionierende Oase für Erholungssuchende. Heute bezeichnet mich niemand mehr öffentlich als Spinner. Das manche dies hinter vorgehaltener Hand immer noch tun, stört mich überhaupt nicht. Denn der Erfolg gibt mir Recht.
Hat Andermatt dieses Potenzial überhaupt oder ist dieses Vorhaben für Sie nicht vielmehr ein Spekulationsobjekt?
Ich bin vollständig überzeugt vom touristischen Potenzial dieses Bergdorfes. Gleich mehrere Gründe sprechen dafür: Da ist der weitgehend erhaltene, wunderschöne Dorfkern mit relativ wenig Bausünden. Dann überzeugt die hochalpine Talebene mit ihrem Reiz als einzigartige Naturlandschaft. Zudem ist Andermatt verkehrstechnisch sehr gut gelegen: in kürzester Zeit sind sie in den Metropolen Zürich und Mailand.
Trotzdem könnten Sie sich nach kurzer Zeit wieder verabschieden.
Das habe ich bestimmt nicht vor. Es ist mein persönlicher Ehrgeiz, Andermatt gleich nach Top-Destinationen wie St. Moritz oder Saint-Tropez zu positionieren. Dabei kommt mir meine finanzielle Situation sicher zupass. Ich bin nicht darauf angewiesen, dass die Anlage möchglichst schnell eine Rendite abwirft. Die Gewinnmaximierung steht nicht an erster Stelle.
Ihre Rechnung mag für die Wintersaison aufgehen, aber was sollen die Touristen im Frühling, Sommer und Herbst in diesem kargen Tal machen?
Unterschätzen Sie die Anziehungskraft gerade von kargen Landschaften nicht. Aber es braucht sicher noch weitere Attraktionen, um die Leute nach Andermatt zu locken. Geplant ist deshalb etwa ein Hallenschwimmbad und ein Golfplatz.
Aber es gibt doch schon genügend Golfplätze in der Schweiz.
Ich will nicht irgendeinen Golfplatz bauen, sondern den besten 18-Loch-Golfplatz in den Alpen. Stellen Sie sich vor, sie schlagen die Bälle und nebenan grasen die Kühe. Das ist doch absolut einmalig und wird viele Golfspieler anziehen.
Dafür müssen Sie aber noch von etlichen Bauern Land erwerben und jetzt will auch noch Pro Natura mitmischen.
Ich bin zuversichtlich, dass mit den Landwirten gute Lösungen gefunden werden können. Ein wesentlicher Teil des Golfplatzes wird als Weideland genutzt werden können. Ich kann Pro Natura versichern, dass die landschaftschützerischen Aspekte umfassend berücksichtigt werden, denn Umweltschutz war auch bei meinen bisherigen Projekten ein zentraler Bestandteil. Ich werde mich persönlich Anfang September mit verschiedenen Umweltschutzverbänden und auch den Bauern treffen, um mir ihre Anliegen anzuhören.
Und wenn der Landerwerb für den Golfplatz nicht zustande kommt?
Der Golfplatz ist ein absolutes Muss. Kann er nicht gebaut werden, ist das gesamte Projekt gestorben.
Wie muss man sich das neue Ferienressort vorstellen, mehr kitschiges Heidiland oder architektonisches Experimentierfeld?
Weder noch. Es soll zwar ein Blickfang sein, aber ich will keine Revolution einleiten. Vielmehr soll die Anlage organisch mit dem Dorf zusammenwachsen...
...das dann neidisch auf die Anlage auf dem ehemaligen Militärgelände schauen muss.
Um genau solches zu verhindern, werde ich ein Grundstück mitten im Dorf erwerben und dort wird das beste Hotel zu stehen kommen.
Das Nebeneinander von Militär, das in Andermatt immer noch eine gewisse Präsenz markiert, und den reichen Gästen erachten Sie nicht als problematisch?
Nein, das Schweizer Militär stört doch nicht. Vielmehr Mühe hätte ich, wenn dort syrische, israelische oder amerikanische Soldaten stationiert wären.
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Sawiris spricht mit mit Bauern und Naturschutzorganisationen
Der ägyptische Investor Samih Sawiris hat mit Landwirten und Vertretern von Naturschutzorganisationen Gespräche über sein Tourismusprojekt in Andermatt UR geführt. Er stellte eine etwas langsamere Gangart in Aussicht.
[sda] - Vorab direkt betroffene Landwirten hatten das forsche Vorgehen und den engen Zeitplan kritisiert. Die Naturschutzorganisation Pro Natura hatte sich bei der Schweizer Armee vergeblich um ein Stück Land beworben, das Sawiris für den Golfplatz seiner grossen Ferienanlage braucht.
Nach den Gesprächen sagte Sawiris vor den Medien, er habe Verständnis für die Sorgen der Bauern und sei auch zu Kompromissen bereit. Er sei überzeugt, für alle Beteiligten eine gute Lösung zu finden.
Einige der Landwirte könnten sich auch vorstellen, auf dem Golfplatz zu arbeiten. Eine 18-Loch-Anlage sei unabdingbar für das Projekt, das ohne Golfplatz nicht realisiert werde. Deshalb hätten die Verhandlungen mit den Landwirten Priorität.Sawiris kündigte an, die Auflage des Zonenplans zu verschieben, um den Landwirten mehr Zeit für die Klärung ihrer persönlichen Situation zu geben.
Sawiris begründete diesen Umstand mit Naturschutzanliegen, denen er entsprechen wolle. Auch die Vertreter der Natur- und Umweltschutzverbände zeigten sich von den Gesprächen in diesem frühen Projektstadium und vom Projekt selber grundsätzlich angetan. Doch seien die Pläne noch wenig konkret.
Sawiris plant in Andermatt eine grosse Ferienanlage samt Hotel im Dorfzentrum mit insgesamt rund 800 Zimmern und 1600 Betten, Hallenbad und Wellness-Angebot. Die Urner Regierung und das Kantonsparlament unterstützen das Projekt, das auch im Urserntal selber als grosse Chance zum Überleben gilt.
Mitte August erhielt die Korporation Ursern den Zuschlag für rund 735 000 Quadratmeter Land, die sie dem eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) für 10 Mio. Franken abkauft. Geplant ist, dass die Korporation das Land an Sawiris weitergibt. Dieser Verkauf ist noch nicht vollzogen.
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5. September 2006, Neue Zürcher Zeitung
«Wir haben die Bauern etwas überrumpelt»
Samih Sawiris zum Tourismus-Projekt in Andermatt
Insbesondere der geplante 18-Loch-Golfplatz, der grösser wird als angenommen, stand im Zentrum der Gespräche, die der ägyptische Investor Samih Sawiris während zweier Tage in Andermatt führte. Er zeigte dabei Verständnis vor allem für die Sorgen der betroffenen Bauern, denn sein Tourismusprojekt sieht eine Gesamtfläche von 1,38 Millionen Quadratmetern vor.
Können die Bauern das Projekt zum Scheitern bringen?
Samih Sawiris: Es ist nicht so, dass wir alles Land brauchen. Wir werden an einigen Orten Kompromisse machen. Auch die Bauern haben einen 18-Loch-Platz zugesichert. Die Frage ist nur, ob dieser grosszügig mit einem Nebeneinander von Golf und Landwirtschaft gebaut wird oder als Allerwelts-Golfplatz, der weniger Land braucht. Wir brauchen so viel Land, weil der Golfplatz mitten in die Landwirtschaft kommt.
Hat Sie die Reaktion der Bauern, die verunsichert sind, überrascht?
Nein, die Bauern wollen Sicherheit. Ich war nur alarmiert, dass ich nicht frühzeitig gewarnt war, dass man den armen Bauern nicht genug Zeit gegeben hat. Wir haben die Bauern etwas überrumpelt. Es ist für die Leute eine wichtige Entscheidung. Wir brauchen mehr Zeit, um individuelle Lösungen zu finden. Die Bauern können auf unsere Kosten mit Experten, die sie selber auswählen, ihre Situation analysieren. Wir suchen Ersatzland, oder das Land, das im Golfplatz als Landwirtschaftsland gebraucht wird, geben wir demjenigen, der weiter Landwirtschaft machen will. Wir haben einige Bauern, die eine andere Beschäftigung suchen, zum Beispiel als Greenkeeper. Zudem gibt es im Golfplatz 300 000 Quadratmeter Ökozone, die auch gepflegt werden.
Sie zeigen sehr viel Verständnis für die Situation der Bauern. Warum?
Es wäre absolut unsinnig und kurzsichtig, eine Lösung anzustreben, die keine Verbesserung der Situation der Bauern bringt. Jeder soll nachher eine bessere Situation haben.
Wie haben die Umweltverbände reagiert?
Die Leute sind zu Recht kritisch, weil sie noch zu wenig wissen. Aber die Umweltverträglichkeit ist Bestandteil unserer Projekte. Dies zahlt sich langfristig aus.
Sie betonen immer, dass Sie das Projekt nur mit der Bevölkerung machen wollen.
Ja, weil ich hier langfristig als Investor tätig sein will. Und die Hoteliers, die als Co-Investoren kommen, wollen nur bei einem Projekt dabei sein, wo auch Minderheiten nicht dagegen sind.
Ist dies ein Pilotprojekt?
Nein, ich habe das schon fünf Mal gemacht. Es ist aber das erste Mal in Europa. Bis jetzt ist nichts schiefgelaufen.
Gibt es andere Projekte in der Schweiz?
Nein, ich habe weder Zeit noch Lust auf neue Projekte. Ich kriege jeden Tag Angebote aus der Schweiz und Europa. Zuerst wird dieses Projekt in Andermatt fertiggestellt.
Welche Gäste erwarten Sie?
Jemand, der St. Moritz und Davos vor 30 Jahren kannte und die Überschaubarkeit von damals vermisst. Die Grössenordnungen, welche diese Destinationen erreicht haben, machen sie zwar attraktiv für mehr Gäste, aber sie haben auch einige Gäste verloren.
Kommen die Gäste aus der Schweiz, aus Europa?
Die wichtigsten Gäste werden die Norditaliener, die Deutschen und die Schweizer sein.
Besteht nicht die Gefahr, dass es neben Alt-Andermatt ein Neu-Andermatt gibt?
Nein, um Gottes willen. Um das zu vermeiden, soll das schönste und wichtigste Hotel des Projekts im Dorfkern von Andermatt stehen, ein Fünfsternhaus auf dem Areal des ehemaligen Bellevue. Die Architektur wird sich am Bestehenden orientieren.
Wie viele Hotels werden dies sein?
Das ist noch offen. Wir arbeiten nach wie vor mit der Zahl von 800 Zimmern oder 1600 Betten. Die endgültige Zahl wird von den Hoteliers festgelegt, die sagen werden, wie gross sie ihre Anlagen haben wollen. Steigenberger sagt zum Beispiel, wir brauchen 180 Zimmer. Wir wollen renommierte Namen, die haben Zugkraft.
Arbeiten Sie mit Schweizer Architekten zusammen, oder haben Sie eigene Leute?
Wir wollen das Sportzentrum mit Schwimmhalle an einen renommierten Schweizer Architekten vergeben, da das ein Aushängeschild wird.
Wie geht es jetzt weiter?
Ich hoffe, dass wir bis Ende Jahr eine Plangenehmigung bekommen. Dann gibt es die erste Ausschreibung für den ersten Bau.
Wann wird das Resort verwirklicht sein?
Ich wäre froh, wenn wir in den nächsten zwei, drei Jahren in einem der neuen Hotels übernachten können.
Interview: mjm.
(sda) Der ägyptische Investor Samih Sawiris hat mit Landwirten und Vertretern von Naturschutzorganisationen Gespräche über sein Tourismusprojekt in Andermatt geführt. Er stellte eine langsamere Gangart in Aussicht. Vorab direkt betroffene Landwirte hatten das forsche Vorgehen und den engen Zeitplan kritisiert. Die Naturschutzorganisation Pro Natura hatte sich bei der Schweizer Armee vergeblich um ein Stück Land beworben, das Sawiris für den Golfplatz seiner grossen Ferienanlage braucht. Nach den Gesprächen sagte Sawiris am Montag vor den Medien, er sei zu Kompromissen bereit. Sawiris plant in Andermatt eine grosse Ferienanlage samt Hotel im Dorfzentrum mit rund 800 Zimmern und 1600 Betten, Hallenbad und Wellness-Angebot. Die Urner Regierung und das Kantonsparlament unterstützen das Projekt, das im Urserntal als Chance zum Überleben gilt.
«Wir haben die Bauern etwas überrumpelt»
Samih Sawiris zum Tourismus-Projekt in Andermatt
Insbesondere der geplante 18-Loch-Golfplatz, der grösser wird als angenommen, stand im Zentrum der Gespräche, die der ägyptische Investor Samih Sawiris während zweier Tage in Andermatt führte. Er zeigte dabei Verständnis vor allem für die Sorgen der betroffenen Bauern, denn sein Tourismusprojekt sieht eine Gesamtfläche von 1,38 Millionen Quadratmetern vor.
Können die Bauern das Projekt zum Scheitern bringen?
Samih Sawiris: Es ist nicht so, dass wir alles Land brauchen. Wir werden an einigen Orten Kompromisse machen. Auch die Bauern haben einen 18-Loch-Platz zugesichert. Die Frage ist nur, ob dieser grosszügig mit einem Nebeneinander von Golf und Landwirtschaft gebaut wird oder als Allerwelts-Golfplatz, der weniger Land braucht. Wir brauchen so viel Land, weil der Golfplatz mitten in die Landwirtschaft kommt.
Hat Sie die Reaktion der Bauern, die verunsichert sind, überrascht?
Nein, die Bauern wollen Sicherheit. Ich war nur alarmiert, dass ich nicht frühzeitig gewarnt war, dass man den armen Bauern nicht genug Zeit gegeben hat. Wir haben die Bauern etwas überrumpelt. Es ist für die Leute eine wichtige Entscheidung. Wir brauchen mehr Zeit, um individuelle Lösungen zu finden. Die Bauern können auf unsere Kosten mit Experten, die sie selber auswählen, ihre Situation analysieren. Wir suchen Ersatzland, oder das Land, das im Golfplatz als Landwirtschaftsland gebraucht wird, geben wir demjenigen, der weiter Landwirtschaft machen will. Wir haben einige Bauern, die eine andere Beschäftigung suchen, zum Beispiel als Greenkeeper. Zudem gibt es im Golfplatz 300 000 Quadratmeter Ökozone, die auch gepflegt werden.
Sie zeigen sehr viel Verständnis für die Situation der Bauern. Warum?
Es wäre absolut unsinnig und kurzsichtig, eine Lösung anzustreben, die keine Verbesserung der Situation der Bauern bringt. Jeder soll nachher eine bessere Situation haben.
Wie haben die Umweltverbände reagiert?
Die Leute sind zu Recht kritisch, weil sie noch zu wenig wissen. Aber die Umweltverträglichkeit ist Bestandteil unserer Projekte. Dies zahlt sich langfristig aus.
Sie betonen immer, dass Sie das Projekt nur mit der Bevölkerung machen wollen.
Ja, weil ich hier langfristig als Investor tätig sein will. Und die Hoteliers, die als Co-Investoren kommen, wollen nur bei einem Projekt dabei sein, wo auch Minderheiten nicht dagegen sind.
Ist dies ein Pilotprojekt?
Nein, ich habe das schon fünf Mal gemacht. Es ist aber das erste Mal in Europa. Bis jetzt ist nichts schiefgelaufen.
Gibt es andere Projekte in der Schweiz?
Nein, ich habe weder Zeit noch Lust auf neue Projekte. Ich kriege jeden Tag Angebote aus der Schweiz und Europa. Zuerst wird dieses Projekt in Andermatt fertiggestellt.
Welche Gäste erwarten Sie?
Jemand, der St. Moritz und Davos vor 30 Jahren kannte und die Überschaubarkeit von damals vermisst. Die Grössenordnungen, welche diese Destinationen erreicht haben, machen sie zwar attraktiv für mehr Gäste, aber sie haben auch einige Gäste verloren.
Kommen die Gäste aus der Schweiz, aus Europa?
Die wichtigsten Gäste werden die Norditaliener, die Deutschen und die Schweizer sein.
Besteht nicht die Gefahr, dass es neben Alt-Andermatt ein Neu-Andermatt gibt?
Nein, um Gottes willen. Um das zu vermeiden, soll das schönste und wichtigste Hotel des Projekts im Dorfkern von Andermatt stehen, ein Fünfsternhaus auf dem Areal des ehemaligen Bellevue. Die Architektur wird sich am Bestehenden orientieren.
Wie viele Hotels werden dies sein?
Das ist noch offen. Wir arbeiten nach wie vor mit der Zahl von 800 Zimmern oder 1600 Betten. Die endgültige Zahl wird von den Hoteliers festgelegt, die sagen werden, wie gross sie ihre Anlagen haben wollen. Steigenberger sagt zum Beispiel, wir brauchen 180 Zimmer. Wir wollen renommierte Namen, die haben Zugkraft.
Arbeiten Sie mit Schweizer Architekten zusammen, oder haben Sie eigene Leute?
Wir wollen das Sportzentrum mit Schwimmhalle an einen renommierten Schweizer Architekten vergeben, da das ein Aushängeschild wird.
Wie geht es jetzt weiter?
Ich hoffe, dass wir bis Ende Jahr eine Plangenehmigung bekommen. Dann gibt es die erste Ausschreibung für den ersten Bau.
Wann wird das Resort verwirklicht sein?
Ich wäre froh, wenn wir in den nächsten zwei, drei Jahren in einem der neuen Hotels übernachten können.
Interview: mjm.
(sda) Der ägyptische Investor Samih Sawiris hat mit Landwirten und Vertretern von Naturschutzorganisationen Gespräche über sein Tourismusprojekt in Andermatt geführt. Er stellte eine langsamere Gangart in Aussicht. Vorab direkt betroffene Landwirte hatten das forsche Vorgehen und den engen Zeitplan kritisiert. Die Naturschutzorganisation Pro Natura hatte sich bei der Schweizer Armee vergeblich um ein Stück Land beworben, das Sawiris für den Golfplatz seiner grossen Ferienanlage braucht. Nach den Gesprächen sagte Sawiris am Montag vor den Medien, er sei zu Kompromissen bereit. Sawiris plant in Andermatt eine grosse Ferienanlage samt Hotel im Dorfzentrum mit rund 800 Zimmern und 1600 Betten, Hallenbad und Wellness-Angebot. Die Urner Regierung und das Kantonsparlament unterstützen das Projekt, das im Urserntal als Chance zum Überleben gilt.
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benjamin
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18. September 2006, 21:30, NZZ Online
Resort in Andermatt überzeugt
Uri passt Richtplan bis Ende Jahr an – 2000 Arbeitsplätze
Der Kanton Uri beginnt mit der Richtplananpassung für das Tourismusprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris. Er verspricht sich davon nachhaltig positive Auswirkungen.
mjm. Andermatt, 18. September
Genaue Pläne des riesigen Tourismusprojekts liegen noch nicht vor, doch der Masterplan, der am Montagabend der Bevölkerung in Andermatt präsentiert worden ist, zeigt die geplante Entwicklung in groben Zügen. Für das Resort des ägyptischen Investors Samih Sawiris scheint nur das Beste gut genug zu sein. Geplant wird die Anlage von der Architekturfirma Benniston aus Kuala Lumpur. Sie hat grosse Erfahrungen im Resortbau etwa auf den Malediven oder in Thailand. Es sollen aber auch schweizerische Architekturbüros zum Zug kommen, versprach Max Germann, der als Urner Architekt das Projekt begleitet.
Bis zu sieben Luxus-Hotels
Benniston wird das Flaggschiff des Projekts, ein Fünfstern-Luxushotel im Zentrum von Andermatt, planen. Es soll an der Stelle des vor Jahren abgebrochenen Belle-Epoque-Hotels Bellevue entstehen. Das neue Hotel werde das schönste Alpenhotel werden, versprach Sawiris. Daneben wird es 4 bis 6 weitere Hotels in der Vier- bis Fünfsterne-Kategorie geben, 600 Ferienwohnungen, 100 Ferienhäuser, 1 Hallenbad, 1 Shoppingmall mit Einkaufszentrum sowie einen 18-Loch-Golfplatz, der mit einer Auenlandschaft verbunden wird und zusammen mit kleinen Hügelchen naturnah gestaltet werden soll. Häuser mit bis zu 7 Stockwerken sollen das alpine Resort gegen die Kantonsstrasse hin abschirmen.
Über die Investitionen, die das Projekt ab 2007 in Andermatt auslösen wird, konnte Sawiris noch keine Angaben machen. Er sprach von mehreren hundert Millionen Franken, doch lasse sich die Summe nicht beziffern. Auch bei seinem früheren Projekt, dem Ferienresort Al Gouna in der ägyptischen Wüste, lasse sich nachträglich nicht mehr genau feststellen, wie viel investiert worden sei.
Kanton schafft Voraussetzungen
Der Kanton Uri verspricht sich vom Tourismusprojekt nachhaltig positive Auswirkungen, sagte Justizdirektorin Heidi Z'graggen. 2000 Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen, der Abwanderung im Tal entgegengewirkt werden. Mit dem Richtplan, der bis am 23. Oktober in die Vernehmlassung geht, werden die raumplanerischen Voraussetzungen für das Resort geschaffen. Verschiedene Gebiete werden umgezont, für Resortanlagen, für den Golfplatz, für Sportanlagen und Reserven, für eine spätere Siedlungsentwicklung von Andermatt. Das bestehende Siedlungsgebiet von Andermatt wird samt Reserven von derzeit 35 Hektaren auf neu 60 Hektaren ausgedehnt.
Die Erweiterung des Siedlungsgebiets erfolge vorwiegend unmittelbar angrenzend an die bestehende Ortschaft, betonte Z'graggen. Sämtliche Besucher könnten von der Hauptstrasse direkt in die Anlage nördlich von Andermatt fahren. Ein wichtiges Anliegen sei die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr. Die neuen Siedlungsgebiete sollen mit dem Bahnhof Andermatt vernetzt werden. Für den Golfplatz wird eine Sondernutzungszone geschaffen. Darin soll es auch Platz für rund 20 Golfvillen haben.
Wohnungen auch an Ausländer verkaufen
Die Bevölkerung wird im Richtplanverfahren eingeladen, Anregungen und begründete Einwendungen zu machen. Der Regierungsrat soll dann bis Ende Jahr abschliessend über den Richtplan entscheiden. Eine offene Frage betrifft den Verkauf der Ferienwohnungen im Resort an Ausländer, der durch die Lex Koller geregelt wird. Der Kanton Uri hat dazu ein Gesuch eingereicht, um die Wohnungen auch an Ausländer verkaufen zu können. Man sei zuversichtlich, dass dieses Gesuch positiv beurteilt werde, da es sich beim Resort um ein Gesamtkonzept für Andermatt handle.
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Da kann man wirklich nur gespannt sein, was sich die Bergbahnen bezüglichen ihren Kapazitäten einfallen lassen werden..... Geprüft wird, ob der (neue) Sessellift auf den Nätschen bereits im Bereich des Bahnhofs beginnen könnte. Anzunehmen ist auch, dass das Gebiet Nätschen/Gütsch mit Sedrun/Oberalp verbunden wird.
Resort in Andermatt überzeugt
Uri passt Richtplan bis Ende Jahr an – 2000 Arbeitsplätze
Der Kanton Uri beginnt mit der Richtplananpassung für das Tourismusprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris. Er verspricht sich davon nachhaltig positive Auswirkungen.
mjm. Andermatt, 18. September
Genaue Pläne des riesigen Tourismusprojekts liegen noch nicht vor, doch der Masterplan, der am Montagabend der Bevölkerung in Andermatt präsentiert worden ist, zeigt die geplante Entwicklung in groben Zügen. Für das Resort des ägyptischen Investors Samih Sawiris scheint nur das Beste gut genug zu sein. Geplant wird die Anlage von der Architekturfirma Benniston aus Kuala Lumpur. Sie hat grosse Erfahrungen im Resortbau etwa auf den Malediven oder in Thailand. Es sollen aber auch schweizerische Architekturbüros zum Zug kommen, versprach Max Germann, der als Urner Architekt das Projekt begleitet.
Bis zu sieben Luxus-Hotels
Benniston wird das Flaggschiff des Projekts, ein Fünfstern-Luxushotel im Zentrum von Andermatt, planen. Es soll an der Stelle des vor Jahren abgebrochenen Belle-Epoque-Hotels Bellevue entstehen. Das neue Hotel werde das schönste Alpenhotel werden, versprach Sawiris. Daneben wird es 4 bis 6 weitere Hotels in der Vier- bis Fünfsterne-Kategorie geben, 600 Ferienwohnungen, 100 Ferienhäuser, 1 Hallenbad, 1 Shoppingmall mit Einkaufszentrum sowie einen 18-Loch-Golfplatz, der mit einer Auenlandschaft verbunden wird und zusammen mit kleinen Hügelchen naturnah gestaltet werden soll. Häuser mit bis zu 7 Stockwerken sollen das alpine Resort gegen die Kantonsstrasse hin abschirmen.
Über die Investitionen, die das Projekt ab 2007 in Andermatt auslösen wird, konnte Sawiris noch keine Angaben machen. Er sprach von mehreren hundert Millionen Franken, doch lasse sich die Summe nicht beziffern. Auch bei seinem früheren Projekt, dem Ferienresort Al Gouna in der ägyptischen Wüste, lasse sich nachträglich nicht mehr genau feststellen, wie viel investiert worden sei.
Kanton schafft Voraussetzungen
Der Kanton Uri verspricht sich vom Tourismusprojekt nachhaltig positive Auswirkungen, sagte Justizdirektorin Heidi Z'graggen. 2000 Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen, der Abwanderung im Tal entgegengewirkt werden. Mit dem Richtplan, der bis am 23. Oktober in die Vernehmlassung geht, werden die raumplanerischen Voraussetzungen für das Resort geschaffen. Verschiedene Gebiete werden umgezont, für Resortanlagen, für den Golfplatz, für Sportanlagen und Reserven, für eine spätere Siedlungsentwicklung von Andermatt. Das bestehende Siedlungsgebiet von Andermatt wird samt Reserven von derzeit 35 Hektaren auf neu 60 Hektaren ausgedehnt.
Die Erweiterung des Siedlungsgebiets erfolge vorwiegend unmittelbar angrenzend an die bestehende Ortschaft, betonte Z'graggen. Sämtliche Besucher könnten von der Hauptstrasse direkt in die Anlage nördlich von Andermatt fahren. Ein wichtiges Anliegen sei die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr. Die neuen Siedlungsgebiete sollen mit dem Bahnhof Andermatt vernetzt werden. Für den Golfplatz wird eine Sondernutzungszone geschaffen. Darin soll es auch Platz für rund 20 Golfvillen haben.
Wohnungen auch an Ausländer verkaufen
Die Bevölkerung wird im Richtplanverfahren eingeladen, Anregungen und begründete Einwendungen zu machen. Der Regierungsrat soll dann bis Ende Jahr abschliessend über den Richtplan entscheiden. Eine offene Frage betrifft den Verkauf der Ferienwohnungen im Resort an Ausländer, der durch die Lex Koller geregelt wird. Der Kanton Uri hat dazu ein Gesuch eingereicht, um die Wohnungen auch an Ausländer verkaufen zu können. Man sei zuversichtlich, dass dieses Gesuch positiv beurteilt werde, da es sich beim Resort um ein Gesamtkonzept für Andermatt handle.
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Pilatus: Mit den seilbahnähnlichen Infrastrukturen ist gemeint, dass man das Resort mit einer Monorail-Bahn oder einer Seilbahn an den Bahnhof bzw. an die Talstation des Nätschen-Sesselliftes anbindet.
Schade finde ich beim ganzen Projekt, dass das immer wieder betonte Ziel eines nahtlosen Übergangs vom "alten" ins "neue" Dorf wohl kaum realisiert werden kann, da der Bahnhof wohl in seiner Form bestehen bleibt. Damit werden die beiden Teile zerschnitten. Irgendwie kann ich mir eine Monorail-Bahn in einem Bergdorf auch nicht so vorstellen - nicht zuletzt auch aus landschaftlichen Gründen.
Schade finde ich beim ganzen Projekt, dass das immer wieder betonte Ziel eines nahtlosen Übergangs vom "alten" ins "neue" Dorf wohl kaum realisiert werden kann, da der Bahnhof wohl in seiner Form bestehen bleibt. Damit werden die beiden Teile zerschnitten. Irgendwie kann ich mir eine Monorail-Bahn in einem Bergdorf auch nicht so vorstellen - nicht zuletzt auch aus landschaftlichen Gründen.
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Danke für die Infos. Eine Monorail kann ich mir auch nicht so gut vorstellen. Es sollen Gebäude mit bis zu 7 Stöcken gebaut werden. Ich finde, dass ist zu gross, um nicht aufzufallen. Aber eine Seilbahn Resort-Bahnhof-Talstation Nätschen und vielleicht gleich weiter hoch auf Nätschen wäre nicht schlecht. Aber dann mit anständigen Stationen, das Geld ist ja jetzt vorhanden. Ich hoffe generell das man die Gebäude innen modern, aussen aber mit viel Holz etc. baut, so dass das auch da hinauf passt. Und nicht so ein Glaspalast....