Sexy Disneyland im Schnee: Aloysierung Ischgls

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Jay
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Sexy Disneyland im Schnee: Aloysierung Ischgls

Beitrag von Jay »

Readers Edition schreibt:
Sexy Disneyland im Schnee
Mittwoch, den 23. August 2006 um 15:26 Uhr von Malte Olschewski
Die Piste ist mit rotem Farbstaub übersprüht. Bei der Abfahrt werden vom Ski weiß aufgewirbelte Linien in das Rot gestanzt. Snowboarder vergnügen sich in Pamelas Park; die Strecke in Form eines liegenden Frauenkörpers mit ausgeprägten sekundären Geschlechtsmerkmalen lässt um die Kurven kurven. Mit der Teufelskante soll im Tiroler Ort Ischgl die schwierigste Skipiste der Welt entstehen. Hotelbesitzer Günther Aloys hat noch weitere Ideen, um das einst verträumte Dorf zu einem Disneyland im Schnee zu machen. Die Spaßgeneration füllt sein Hotel “Madlein”. Im Massagesalon “Kharma”,versprach man laut Zeitschrift “Profil” Nr. 34 mit “Tantramassagen… das Zeitalter der Berührung, des Fühlens und Spürens” zu eröffnen. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck sah das etwas enger. Am 21.9. soll gegen den Hotelier ein Prozess wegen Zuhälterei eröffnet werden.

Viele im Paznaunertal hoffen, dass durch den Prozess ungeachtet des Urteils die Umwandlung Ischgls in ein “Aloysium” und in einen schrillen Erlebnispark verhindert wird. Das Wirken des touristischen Extremisten hat bereits schmerzhafte Spuren hinterlassen.

Aloys will den Tourismus neu erfinden und mit Hollywood verheiraten. “For ever Party in Paznaun,” heißt die Devise. Abenteur, Spaß, Fun und Event dürfen hierbei nicht abreißen. Lästiges Schlechtwetter wollte der Ideologe des neuen Tourismus durch eine Überdachung des ganzen Tales aussperren. Da die Spaßnation ins Totalitäre strebt, sei laut Aloys nicht einzusehen, warum man in Ischgl nicht auch im Winter surfen kann.

Aloys erschreckte die biederen Gemeinderäte mit der Errichtung eines Heizwasser-Sees, in dem eine neue Technik eine permanente Surfwelle erzeugen würde. Da man sich beim Wandern durch die künftige Schneewunderwelt kalte Füße holen könnte, sollen in Zukunft alle Straßen des Ortes beheizt werden. Und da der Extremsport immer mehr Anhänger findet, will sie Schneekönig Aloys mit dem neuen Mountainglider nach Ischgl locken. Zwischen zwei Gipfel wird hierbei ein Seil gespannt, an dem man durch die Bergwelt fliegen kann. Wahnhafte Projekte fielen wie Schneeflocken über Ischgl herab. Der Sohn eines Seilbahnwärters plante eine Steintreppe von 6660 Stufen zu einem Berggipfel. Aloys umhüllte dieses Projekt mit bedeutungsvoll klingender Philosophie, denn er suchte wie auch für andere Projekte Investoren.

Ein Projekt hat der “Kaiser von Ischgl” schon realisiert. Er ist der Ansicht, dass Skifahrer vorzugsweise Prosecco und zwar nicht nur bei Apres Ski, sondern auch auf der Piste bei Abfahrt und Schwüngen trinken sollten. Mit Flaschen und Gläsern will das nicht gelingen. So hat Aloys das golden glänzende Döschen mit “Prosecco Rich” erfunden. Mit dem kann man bei rasender Abfahrt immer nachschütten. Für 0,2 Liter wird mit 2 Euro ein stolzer Preis verlangt, denn die PR-Kosten bei Einführung des “Ski-Getränks” waren hoch. Die schrille Hotelerbin Paris Hilton wurde eingeflogen, um vor TV-Kameras aus der Dose zu nuckeln. Nahezu gleichzeitig hatte die Sängerin “Pink” bei einer Show auf der Ida-Alpe in 2300 Meter Seehöhe ihre Stimmbänder belasten müssen. Da nun die beiden einander spinnefeind sind, delektierten sich die Neomedien am “Zickenkrieg an der Baumgrenze.”

Wenn man so einen Tag voller Stress im “Aloysium” hinter sich hat, braucht man, wie Herr Aloys meint, Relaxation und Entspannung. Der Extrem-Hotelier hat in seinem Hotel “Madlein” mit einem Zen-Garten, einem Beauty-Spa und einem Gym vorgesorgt. Die meisten, die “Riläkchschn” -tirolerisch: Entspannung - suchten, zog es unweigerlich in das “Kharma”, wie Herr Aloys den Massagesalon getauft hatte. Dort seien bei einem “einzigartigen Erotik-Massage-Erlebnis und bei Tantra-Massagen geübte Göttinnen” am Werk, um für 120 Euro eine “Handentspannung” zu gewähren, hieß es auf dem Flyer, der laut tirol.orf.at zusammen mit Mundpropaganda seine Kreise zog. 200 Euro wären für Verkehr und 250 für Hotelbesuche zu entrichten gewesen. Bei diesen Preisen habe Günther Aloys mitgeschnitten, heißt es in der Anklage. Er habe Gäste ins “Kharma” gebracht, um ihnen alles zu erklären.

Der Anwalt des Hoteliers betont: Aloys sei unwissentlich das Opfer eines Prostituiertenringes geworden, der das Hotel regelrecht unterwandert habe. Die Anklage glaubt, dass eine Organisation einen Standort in einem Tourismuszentrum gesucht hat, “von wo aus die Mädchen eingeteilt werden können, ohne wertvolle Arbeitszeit für die Beförderung zu verlieren…”

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Beitrag von mountainfreak »

Najo, also ich kann euch versichern, dass dem Herrn Aloys in den Medien mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als in Ischgl oder gar Tirol. Kein Hahn kräht nach seinen "Visionen", die imho nur seine Mediengeilheit befriedigen.

Er ist zwar hin und wieder für einen :D gut, aber nicht ernstzunehmen.

Die Mär vom Pornounterwanderten Hotel ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten - der Rest vom Text , ja, eben nicht ernstzunehmen.

mfg
freak
IchhabAngstdeshalbbleibichanonym :)
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Beitrag von starli »

Ihr wißt ja, daß ich ein Fan von seinen Ideen bin, aber mir wär lieber, wenn jede seiner Ideen in einem anderen, kleinen, umsatzschwachen Gebiet umgesetzt werden würde - dann hätten mehr was davon. Ischgl ist eh schon so groß und voll, die brauchen diese Art Verbesserungen nicht mehr...
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