Optimistische Seilbahner erwarten Investitionen
Seilbahnen Schweiz freut sich über bessere Rahmenbedingungen durch neues Gesetz
Mit dem neuen Seilbahngesetz und der Neuen Regionalpolitik konnte der Verband Seilbahnen Schweiz (SBS) im vergangenen Jahr wichtige politische Grundlagen für eine längerfristige Stärkung der Seilbahnbranche erlangen. Durch das neue Seilbahn-Kompetenz-Zentrum in Meiringen wurde die Ausbildung zudem weiter in den Mittelpunkt gerückt. Am Mittwoch orientierte der Branchenverband an einer Medienkonferenz in Bern.
«Wir konnten dieses Jahr das neue Seilbahngesetz massgeblich vorantreiben», freute sich Peter Vollmer, Direktor des Verbandes Seilbahnen Schweiz (SBS) anlässlich einer Medienkonferenz vom Mittwoch in Bern. Einen Seilbahnartikel gibt es überhaupt erst seit der neuen Bundesverfassung von 2000. Seither habe sich der SBS dafür eingesetzt, dass ein konkretes Gesetz baldmöglichst in Kraft treten könne. «Das neue Seilbahngesetz verhilft den Seilbahnen mittel- und längerfristig zu besseren Rahmenbedingungen. Wir erhoffen uns einen positiven Einfluss auf die Branchenentwicklung», so Vollmer. Das Gesetz, das der Seilbahn-Branche rechtliche Vereinfachungen bringt – die Verfahrensstufen werden von heute vier auf künftig zwei reduziert und zentral vom Bund geführt – ist auf gutem Weg. «Obwohl wir zuerst ein grosses Seilziehen mit den Umweltverbänden und den Aufsichtsbehörden hatten», so Vollmer. Ein Referendum sei nicht in Sicht und die Frist laufe Mitte Oktober ab. Wenn alles wie geplant laufe, trete das neue Gesetz auf den 1. Januar 2007 in Kraft, meinte er weiter. Zusätzlich hätten auch die Neue Regionalpolitik und die EU-Seilbahnrichtlinie – die Harmonisierung der technischen Anforderungen mit dem europäischen Recht – viele Erleichterungen mit sich gebracht.
SKZ Meiringen als regionalpolitisches Zeichen
Auch wirtschaftlich präge eine Aufbruchstimmung die Branche, so Vollmer. Nach dem Investitionsstau der vergangenen Jahre nehme die Investitionsbereitschaft wieder zu. «Die Stimmung unter den Aktionären ist gut. Sie stehen wieder hinter Investitionen», erklärte Vollmer. Aber auch die Neuordnung der Seilbahnenstruktur in der Schweiz – zum Beispiel mit Fusionen – helfe, die Zukunft der Branche zu sichern. Auch der Präsident von Seilbahnen Schweiz, Hans Höhener, blickt positiv in die Zukunft: «Politische und rechtliche Rahmenbedingungen verbessern sich, verschiedene Projekte fördern die wirtschaftliche Tätigkeit der Bahnen und die Investitionsfreudigkeit nimmt wieder zu.» Mit dem neuen Seilbahn-Kompetenz-Zentrum, das seinen Betrieb im August dieses Jahres in Meiringen aufgenommen habe, werde die Ausbildung wieder mehr in den Mittelpunkt gestellt, erklärte Höhener und meinte weiter: «Gut ausgebildete Mitarbeiter sind motivierter. Und das ist äusserst wichtig für unsere Branche. Zudem können wir mit dem Seilbahn-Kompetenzzentrum auch regionalpolitisch ein starkes Zeichen setzen.» Beim SKZ Meiringen etwa haben soeben zwölf Lehrlinge die Ausbildung zum Seilbahner mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis begonnen.
Bahnen auf guter Fahrt
Die Permafrost-Problematik – auch im Mikrokosmos Jungfrau ein Thema – möchten die Verantwortlichen nicht überbewertet sehen. «Das Problem ist bei weitem nicht flächendeckend, der Zustand nicht allarmierend. Und die durch Permafrost verursachten Investitionen integrieren sich in den normalen Investitionszyklus einer Bergbahn», beruhigte Vollmer. Die Seilbahnen Schweiz sind also offensichtlich – ab morgen sogar mit neuem Logo – auf guter Fahrt. An der Generalversammlung präsentierten die Verantwortlichen des SBS zudem einigermassen ansprechende Zahlen. Gesamthaft hat die Schweizer Seilbahnbranche im vergangenen Geschäftsjahr rund 871 Millionen Franken Verkehrsertrag erwirtschaftet, davon 727 Millionen im Winterhalbjahr. Damit stagniert dieser auf hohem Niveau. Wenig erfreulich ist die Tatsache, dass rund ein Drittel der Seilbahnunternehmungen in Zukunft notwendige Investitionen nicht selbst finanzieren werden können.
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Jay
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Die Jungfrau Zeitung berichtet: