Magnet-Bahn / Transrapid

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!
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starli
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Magnet-Bahn / Transrapid

Beitrag von starli »

Also wenn wir schon über U-Bahnen reden....

In der vergangenen "Genial Daneben" - Sendung bin ich auf die Berliner "M-Bahn" gestoßen, die einzige Magnetschwebebahn in Deutschland, die jemals im richtigen Betrieb war.

Eigentlich dacht ich, ich hätte das Leiden des Transrapid einigermaßen mitverfolgt, aber das in Berlin ist wohl etwas an mir vorbeigeschliddert..

Die vermutlich beste Seite zu diesem Thema, auch mit den unten angeführten weiteren Links:
http://www.berliner-verkehrsseiten.de/m-bahn/

Kurzüberblick:
http://www.berliner-verkehr.de/mhaupt.htm

Und noch ein paar Seiten:
http://www.magnetschnellbahnen.de/geschichte/
http://www.michaeldittrich.de/ - Bilder
http://user.cs.tu-berlin.de/~gozer/M-Bahn/ - sehr gute Zeittafel

http://www.transrapid.de/de/index.html

Jedenfalls hab ich einige URLs besucht, die ich im Folgenden auch kreuz und quer zitieren möchte und ein paar Bilder verlinken möchte.

Kurze Transrapid-History:
1934 - Patentanmeldung zur grundlegenden Technik
1971 - erste Versuchsstrecke in Ottobrunn
1979 - 3 wöchtiger Personenverkehr bei der Internationalen Verkehrsausstellung (IVA 79) in Hamburg.
1980-1991 M-Bahn Berlin
1992 - Planung Berlin - Hamburg
2000 - Projekt Berlin - Hamburg wird eingestellt
2002 - Projekt Dortmund-Düsseldorf und München-Airport
2002 - Inbetriebnahme des Transrapids in Shanghai, und damit des ersten richtigen "Produkts" nach über 30 Jahren
2003 - Projekt Dortmund-Düsseldorf wird eingestellt

Nun zur Geschichte der Berliner M-Bahn:

1980 - Beschluß, in Berlin eine Magnetbahn zu bauen
1983 Baubeginn für die 1,6km lange Trasse Gleisdreieck - Bernburger Str. - Kemperplatz
1984 Probebetrieb aufgenommen (ohne Passagiere)
1988 Fahrzeug durchbricht wegen Bedienungsfehler Bf. Kemperplatz
1989 Probebetrieb mit Passagieren (kostenlos)
1991 Zulassung für den Öffentlichen Personennahverkehr
1991, 14 tage später: Beginn des Streckenabbaus, Ende Februar 1992 abgeschlossen, danach Wiederaufbau der U-Bahn-Trasse für die U2

Bild

Die Bahn war zwischen 1984 und 1991 größtenteils im 10-Minuten-Takt unterwegs, bis 1991 wurden über 1,7 Million (kostenlose) Fahrgäste gezählt, diese waren nötig, um den Versuchsbetrieb von 100.000km abzuschließen. Allerdings wurde schon 89/90 schnell klar, daß die Bahn wieder abgebaut werden muß, der Grund war nämlich folgender:
Die Bahn wurde oberhalb einer teilweise stillgelegten U-Bahnlinie gebaut, die durch die Wende aber wieder reaktiviert werden mußte - das war auch in den Anfängen der 80er Jahre schon klar, daß das gemacht werden wird, wenns jemals zu einer Wiedervereinigung käme ....

Bild

Die Geamtkosten 1981-1989 summieren sich damit auf rund 81,81 Mio Euro. Der Berliner Senat stoppte noch 1989 die weitere Finanzierung des Projektes.

Warum die Bahn dann überhaupt noch bis 1991 lief, dann 2 Wochen im Regelbetrieb war, bevor sie endgültig abgerissen werden mußte - weiß der Geier.

Die Fahrwegelemente und Fahrzeuge wurden zunächst für einen späteren Betrieb am Flughafen Schönefeld eingelagert. Die Bahnhöfe wurden eingerüstet und zurückgebaut. 4 Wochen früher, wie ursprünglich geplant war die Strecke bereits im Februar 1992 vollkommen beseitigt. Die Abrißkosten betrugen 5,57 Mio Euro, die der Senat Berlin voll zu zahlen hat.

Ab 1994 verläuft sich die Spur der Magnetbahn aus Berlin. Alle Anlagenteile (Fahrweg) wurden verschrottet, wenn sie nicht schon durch die Lagerung zerstört waren.

Bild

Bilder und Texte wie gesagt aus den o.g. Seiten.

Ich find das absolut traurig. Seit über 30 Jahren wird daran gearbeitet, Geld investiert, Projekte geplant, eigentlich hat das System NUR Vorteile ... aber immer gabs irgendwelche Rückzieher. Schon allein die ganze Phase in Berlin wenn man sich anschaut - 100.000km Fahrleistung nötig fürn Probebetrieb usw. - da kann man froh sein, daß das bei Seilbahnen nicht nötig ist..

Mit einer maximalen Steigung von 10% ist die Magnetbahn-Technologie allerdings für Bergbahnen nicht sehr geeignet.... (Vgl. Eisenbahn: 4%)

Wenn man die Baukosten der neuen ICE-Strecken und den höheren Energiebedarf des ICEs + höhere Selbstmord-rate und Tierunfälle usw. berücksichtigt, dann hätte doch eine Transrapid-Lösung eindeutig günstiger gewesen sein müssen??

Wollen wir hoffen, daß durch den Münchner Air-port - "Transrapid" das endlich etwas in Schwung kommt....

Übrigens: Mittlerweile fahren die Transrapid über 500 km/h - sind also wesentlich schneller als ICEs .. und für eine Alpen-Transit-Tunnellösung wär das sicher auch eine feine Sache....

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Migi
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Beitrag von Migi »

Ich war ja dieses Jahr Juni 5 Tage in Berlin. Bin oft mit der U2 gefahren. Beim Gleisdreicke sahs arg nach Baustelle aus, sprich ich dachte mir da schon, dass da mal irgendwas war. Bin dann per Zufall auch im inet auf die M-Bahn gestossen. Wär bestimmt interessant gewesen. Aber eine durchgehende U2 ist mir doch lieber. Kannste mit der U-Bahn durch die ganze Stadt fahren.
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michamab
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Beitrag von michamab »

Hm, ich wusste bisher garnicht, dass es sowas in Berlin schonmal gab, obwohl ich da doch ab und zu mal vorbeikomme, auch wenn ich hauptsächlich nur im Ostteil unterwegs bin. Aber ist mal wieder typisch für den Berliner Senat, Steuergelder für so ein Schrottprojekt rauszuschmeißen. Na gut, damals in den 80 hatten wir es ja auch noch :roll:
Stimmt, da wird momentan gebaut, wie eigentlich überall in Berlin, die haben ja jetzt erst vor kurzem den Stadtring wieder geschlossen, den Nord-Südtunnel eröffnet und neben dem Lehrter Bahnhof entsteht auch noch ein zentraler Großbahnhof am Gesundbrunnen. Geplant sind auch in Zukunft viele Projekte, aber in Zeiten knapper Kassen wird das meiste wohl nicht realisiert werden :(
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Migi
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Beitrag von Migi »

Ja, auch bei der U-Bahn ahben sie einige Projekte am Laufen. Die U5, auf die Verlängerung (hat sehr gute Realisationschancen) darauf freue ich mich. Haste endlich am Ostbahnhof ne U-Verbindung.
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Beitrag von Emilius3557 »

Ich bin grundsätzlich schon für die Transrapid-Strecke zum Münchner Flughafen, nur bevor sie 1,6 Milliarden (!) dort investieren:

bitte erst das Münchner S-Bahn-Netz auf Vordermann bringen, auch auf den Außenästen, sonst bringt ein 2. Tunnel der auch gebaut werden sollte, nichts.
U5 nach Pasing verlängern um Stammstrecke auf voller Länge zu "doppeln" (wie viele wichtige Liftanlagen!)
die Kürzungen im Hochschulsektor rückgängig machen, Humankapital ist einer unser wenigen harten Standortvorteile
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michamab
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Beitrag von michamab »

Migi hat geschrieben:Ja, auch bei der U-Bahn ahben sie einige Projekte am Laufen. Die U5, auf die Verlängerung (hat sehr gute Realisationschancen) darauf freue ich mich. Haste endlich am Ostbahnhof ne U-Verbindung.
U5 am Ostbahnhof ? Irgendwie kommt mir nicht in den Kopf, wie das klappen sollte. Naja, die Kanzler-U-Bahn ist erstmal auf 2010 verschoben worden und die Verlängerung der U7 bis Flughafen Schönefeld, der ja bald ausgebaut wird, wurde auch erstmal auf Eis gelegt, dafür bekommen wir ne neue Stadtautobahn, dann kann man endlich von der A113 durch die Stadt zur A111 durchfahren, 2006 wird der Abschnitt (A112) fertig :)
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Beitrag von michamab »

Migi hat geschrieben:Ja, auch bei der U-Bahn ahben sie einige Projekte am Laufen. Die U5, auf die Verlängerung (hat sehr gute Realisationschancen) darauf freue ich mich. Haste endlich am Ostbahnhof ne U-Verbindung.
U5 am Ostbahnhof ? Irgendwie kommt mir nicht in den Kopf, wie das klappen sollte. Naja, die Kanzler-U-Bahn ist erstmal auf 2010 verschoben worden und die Verlängerung der U7 bis Flughafen Schönefeld, der ja bald ausgebaut wird, wurde auch erstmal auf Eis gelegt, dafür bekommen wir ne neue Stadtautobahn, dann kann man endlich von der A113 durch die Stadt zur A111 durchfahren, 2006 wird der Abschnitt (A112) fertig :)
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Beitrag von TPD »

Mehrere Tote bei Bahnunglück in Deutschland
Bei einem Unfall auf der Transrapid-Teststrecke im deutschen Emsland sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. «Es hat Tote gegeben. Wie viele wissen wir noch nicht», sagte ein Sprecher des Landkreises Emsland.

Mehr als 20 Menschen wurden demnach verletzt. Die Magnetschwebebahn war am Morgen gegen 10.00 Uhr bei Lathen mit einer Geschwindigkeit von mindestens 200 Stundenkilometern auf offener Strecke auf einen Gegenstand geprallt, wahrscheinlich auf einen Werkstattwagen.

Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich rund 30 Menschen an Bord. Auf der Probestrecke können Besucher in den Zügen mitfahren. Die Bergung der Verletzten aus der auf Stelzen stehenden Bahn gestaltet sich nach Polizeiangaben schwierig.

Der stark zerstörte Zug selbst sei nicht heruntergestürzt, es seien aber zahlreiche Wrackteile heruntergefallen. «Die Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren», sagte ein Polizeisprecher. Rund 100 Helfer seien im Einsatz.

Die Transrapid Versuchsanlage Emsland (TVE) erstreckt sich mit ihrer Länge von 31,8 Kilometern zwischen den Gemeinden Dörpen und Lathen im niedersächsischen Emsland und gilt als weltgrösste Testanlage für Magnetschwebefahrzeuge. Die höchste auf der Strecke erreichte Geschwindigkeit betrug 450 Kilometer pro Stunde.

Die bisher einzige kommerzielle Strecke verbindet auf 30 Kilometern in Schanghai den Flughafen mit dem Finanzdistrikt. Im Herbst soll über den Bau einer Flughafenanbindung in München entschieden werden.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee brach wegen des Unfalls seine China-Reise ab. Nach Angaben seines Sprechers will er sich vor Ort im Emsland ein Bild von dem Unglück machen. Die Nachricht habe den Minister während eines Gesprächs mit dem chinesischen Eisenbahnminister in Peking ereilt.
Quelle: espace.ch 22.09.06 13:20
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mic
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Beitrag von mic »

Ein erster Bericht zum Unglück:
http://www.heute.de/ZDFheute/0,1360,,00.html

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Dachstein
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Beitrag von Dachstein »

War auch gerade auf N-Tv. Schaut ziemlich verherend aus. Und dabei hat sich das Unglück nur bei Tempo 200 ereignet. Trotzdem erstreckt sich das Trümmerfeld auf meheren Hundertmetern. Es ist laut N-Tv mit meheren Toten und Schwerverletzten zu rechen :cry:

MFG Dachstein
Zuletzt geändert von Dachstein am 22.09.2006 - 16:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Stefan
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Beitrag von Stefan »

bislang 19 Tote (Tagesschau.de)
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Beitrag von Dresdner »

Da der Unfal sicher in Richtung "menschliches Versagen" hinauslaufen wird, hier ein interessanter Bericht zu Streckensicherung und Betriebsleittechnik. Quelle: Transrapid-Fachtagung an der TU Dresden
http://www.hochleistungsbahnen.tu-dresd ... cherung%22
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oli
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Beitrag von oli »

Ich bin schockiert. Der Unfall gehört wieder einmal in die Kategorie "so was kann eigentlich gar nicht passieren"! In das Ding wäre ich ebenfalls bedenkenlos eingestiegen und hätte ein Kirmeskarussell für 1000x gefährlicher gehalten.
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Beitrag von Dresdner »

Der Unfall gehört wieder einmal in die Kategorie "so was kann eigentlich gar nicht passieren"!
Ja, wenn man alle Vorschriften beachtet hätte bestimmt nicht.
Ich habe 1980 mal einen Studentenjob als Zollvorführer am Zollbahnhof Bad Schandau gehabt. Da hatte jeder Zollvorführer sowie der zuständige Zöllner einen Schlüssel, mit dem er das jeweilige Gleis, auf dem der Zug stand stromlos geschlossen hat. so war es schon rein technisch nicht möglich, dass die E-Lok anfuhr. Diese Schaltung lies sich auch nicht überbrücken.
Bei einem Transrapid dürfte es doch zumindest so sein, dass der Montagezug ebenfalls einen solchen Schlüssel besitzt und damit die Strecke für alle weiteren Züge sperrt.
Interessant auch diesmal wieder die Informationsarbeit. Die Betreiber der Teststrecke haben einen Maulkorb, es müsse erst die "Pressesprecherin aus München kommen". Da läuft doch alles wieder darauf hinaus, dass keiner Schuld hat, so wie bei der Nebelhornbahn, der BZB und zuletzt mehrfach in Sölden.
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mic
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Beitrag von mic »

In das Ding wäre ich ebenfalls bedenkenlos eingestiegen
Ich hatte es schon in meiner langfristigen Planung!
http://www.stewa.de/internet/privat/rei ... ibung=AFT&
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Christoph Lütz
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Beitrag von Christoph Lütz »

Man ist offensichtlich bei den Sicherheitsbetrachtungen der Magnetbahn immer davon ausgegangen, dass sich im System nur Fahrzeuge befinden, die durch Magnetfelder getragen und bewegt werden. Dann kann man natürlich technisch auszuschließen, dass sich zwei Fahrzeuge in einem Streckenabschnitt befinden. Ein Wartungsfahrzeug, welches sich auf Gummireifen mit Verbrennungsmotor systemunabhängig auf dem Fahrweg bewegt, wird eben doch wieder nur durch den Mensch überwacht, und nicht durch die Technik. Ich wüßte mal gerne, ob dieses Fahrzeug von den Sicherungssystemen des Fahrwegs überhaupt erkannt wird.

Das bei der klassischen Eisenbahn zwei Züge zusammenstoßen, ist auch sehr unwahrscheinlich. Meist sind auch hier irgendwelche Baufahrzeuge oder Rangierabteilungen im Spiel, die sich in irgendeiner Form falsch verhalten.
Beim Transrapid hat man sich bezüglich der Aussagen zur Sicherheit immer sehr weit aus dem Fenster gehangen. Man darf nicht zu technikgläubig sein, 100% sicher ist gar nichts.
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Beitrag von TPD »

Ein Wartungsfahrzeug, welches sich auf Gummireifen mit Verbrennungsmotor systemunabhängig auf dem Fahrweg bewegt, wird eben doch wieder nur durch den Mensch überwacht, und nicht durch die Technik.
Auch das wäre kein Problem. Denn schon jetzt gibt es automatische U-Bahnen die mit einem Überwachungssystem ausgerüstet sind, das einen Nothalt auslöst sobald sich ein Hindernis im Lichtraumprofil befindet.
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Beitrag von Christoph Lütz »

Ich befürchte aber, sowas war hier nicht der Fall.
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Beitrag von stivo »

joa, das war auch mein erster gedanke. Vor allem in führerlosen Zügen wäre doch ein Pre-Safe-System sehr sinnvoll. Sensoren überwachen die Strecke die vor dem Transrapid liegt. Da die Bahn meist keine engen Kurvenradien hat, sollte das möglich sein. Oder man entwickelt das ganze so, dass die Sensoren in den Fahrweg eingebaut sind und meinetwegen die Strecke überprüfen, die immer 2km vor dem Zug liegt, dann kann er bei einem Hindernis noch echtzeitig heruntergebremst werden. Ob die Daten jetzt stimmen weiß ich nicht, ich hab keine Ahnung wie lange so ein Transrapid braucht, bis er zum Stehen kommt, aber ich meine, dass es schneller gehen müsste, als bei einem ICE. Und selbst wenn es durch Schubumkehrung möglich ist, so schnell anzuhalten, dass die Leute im Transrapid umfallen, dann ist das immer noch besser , als wenn er irgendwo drauffährt und es mehrere Tote gibt.
Ist man im Transrapid eigentlich angeschnallt, oder kann dort wie in jedem normalen Zug auch rumlaufen!?
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Christoph Lütz
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Beitrag von Christoph Lütz »

Ich glaube nicht, dass die Fahrgäste angeschnallt werden, warum auch? Man geht bei solchen Bahnsystemen, wie bei der Eisenbahn, nicht davon aus, auf ein Hindernis aufzufahren.

Gestern ist mehrfach von Experten gesagt worden, dass zwei Magnetbahnzüge niemals zusammenstossen können, da in den einzelnen Speise- bzw. Antriebsabschnitten immer nur 1 Zug angetrieben wird. Dies ist vergleichbar mit dem Blocksystem der Eisenbahn. Eine vergleichbare Gleisbelegungsmeldung (Rotausleuchtung im Stellwerk wie bei der Eisenbahn über isolierte Schienen und Achsen), die auch Arbeitsfahrzeuge erfasst, gibt es offenbar nicht. Hier wird die Sicherheit offenbar nur durch den Mensch mit einer betrieblichen Anweisung geregelt, dass sich bei Fahrten der Magnetbahn kein Arbeitsfahrzeug auf der Strecke ist. Ein Wunder, dass in den letzen 20 Jahren nichts passiert ist. Ein Lokführer hätte eventuell schlimmeres verhindern können, aber auf den hat man jetzt verzichtet.

Aber alles nur menschliches Versagen uns so weiter...
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Beitrag von TPD »

Ein Lokführer hätte eventuell schlimmeres verhindern können, aber auf den hat man jetzt verzichtet.
Da kommt es aber auf den Bremsweg des Transrapids an. Denn wenn in einem normalen Hochgeschwindigkeitszug der Lokführer ein Hindernis sieht, ist es meistens schon zu spät...
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Beitrag von F. Feser »

man ist im transrapid nicht angeschnallt. siehe die folgenden bilder aus shanghai, aufgenommen im herbst 2005

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zum thema sicherheit von meiner seite nur der hinweis, dass das unglück mit sicherheit wahnsinnig tragisch ist aber man nicht an den prinzipiellen dingen dieses systems zweifeln sollte.

Wenn das Ding erst mal in München gebaut wäre (!!!) dann müssten sich die ewigen Zweifler einfach mal reinsetzen und gut ist. In Shanghai funktioniert das Ding seit mehreren Jahren bislang störungsfrei und ist die ideale Zubringermöglichkeit zum Flughafen PuDong der 35 km ausserhalb des Stadtkerns liegt.

Das Problem was in Shanghai im Moment allerdings noch vorherrscht ist, dass die City Station nicht mitten in der Stadt ist sondern etwas ausserhalb liegt, daher auch die noch nicht optimalen Frequenzen im Betrieb.

An der Technik von dem ganzen System hab ich bisher noch nie gezweifelt und werde es auch jetzt nicht tun. Die einzige Frage die sich mir stellt (wenn das bisher über die medien vermeldetete richtig sein sollte...): Wurde das 23 Jahre alte System regelmäßig mit Ausstattung ausgerüstet, welche dem aktuellen Stand der Technik entspricht? Hat z.B. die Funkanlage versagt (=technisches Gebrechen eines "kleinsten" Teiles im System, welches zur Katastrophe führte)? (bzw. gab es doch "nur" eine irrtümliche Meldung (=menschliches Versagen) an die Station bzw. Leitstelle?

Wie oben ja bereits einige geschrieben haben: Bauartbedingt ist es nicht möglich, dass mehrere Fahrzeuge aufeinander auffahren bzw. in einen Unfall verwickelt werden, weil entweder für den Richtungsverkehr ein Kreuzungsfreies Pendelsystem verwendet wird UND vor allem weil das Antriebssystem als Blocksystem funktioniert.

Wenn der Werkstattzug nun wie es hier heißt auf der Strecke stand und Nicht in das Überwachungssystem eingebunden war, ist dies wohl ein tragischer Zwischenfall, wobei als konsequenz wohl eine solche Einbindung erfolgen wird.

Fazit meinerseits:
Tragisch, aber wenn, man wie in einigen Medien bereits wieder erfolgt, diesen einen "Zwischenfall" als Punkt nimmt, um das ganze System zu kritisieren beweist man meiner Meinung nach nur eins: die eigene Inkompetenz. Was hat das Prinzip Magnetschwebebahn mit einem Auffahrunfall (der so X-beliebig auf Straße bzw. Schiene (normale Schienengebundene Verkehrssysteme) passieren kann) zu tun? - Reichlich wenig!

Es grüßt,
Florian
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Beitrag von TPD »

In Shanghai funktioniert das Ding seit mehreren Jahren bislang störungsfrei
Falsch. Kürzlich hat da ein Zug gebrannt.
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Beitrag von F. Feser »

^^ ok, das ist mir neu, bislang wurde ich immer von unserem prof darüber aufm laufenden gehalten, da ich aber im moment nicht mehr an der hochschule bin fällt das ein wenig raus :)...

hast du da n paar mehr infos?


edit:

habs schon

Brandursache im Shanghaier Transrapid geklärt

Die zuständige Stelle hat am Sonntag mitgeteilt, dass die Ursache für den Brand während der Fahrt der Magnetschwebebahn in Shanghai vor zehn Tagen geklärt wurde. Das Feuer sei wahrscheinlich auf den Defekt einer Batterie im Zug zurückzuführen.

Am Nachmittag des 11. August kam es während der Fahrt in einem Waggon des Transrapid in Shanghai zu einem Brand. Das Feuer wurde rechtzeitig gelöscht und niemand wurde verletzt. Der Betrieb der anderen Züge wurde nicht gestört.

Nach dem Unfall haben chinesische und deutsche Experten gemeinsam die Brandursache untersucht.


grüße,
flo
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Christoph Lütz
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Beitrag von Christoph Lütz »

Die Einbindung von Wartungsfahrzeugen in die Leit- und Sicherungstechnik ist aber tatsächlich hier die entscheidende Frage. Das hat zunächst einmal mit der eigentlichen Magnettechnik nichts zu tun. Auch hier gibt es bestimmt eine technische Lösung wie bei der Eisenbahn.

8O Es geht aber um die speziellen Verhältnisse auf der Anlage im Emsland. Es kann nicht sein, dass auf einer Hochgeschwindigkeitstrasse planmäßig/regelmäßig Fahrzeuge unterwegs sind, die dem Fahrdienstleiter technisch nicht angezeigt werden, die keine Zugbeeinflussung haben und die nicht von der Leit- und Sicherungstechnik erkannt werden (Fahrwegprüfung). Egal ob Eisenbahn oder Magnetbahn.
Da ist vom Gefahrenpotenzial vergleichbar mit einem Bahnübergang, auf dem ein Straßenfahrzeug steht. Bahnübergänge sind daher auf Eisenbahnstrecken mit mehr als 160 km/h nicht zulässig!

:?: Ich gehe davon aus, das die Verhältnisse auf der Anlage in China anders sind.

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