München (Reuters) - Siemens trennt sich nach monatelanger Partnersuche nun doch komplett von seinem hoch defizitären Handy-Geschäft.
Die Übertragung der Sparte an den taiwanischen Hersteller BenQ kostet den Münchener Industriekonzern in diesem Jahr 350 Millionen Euro vor Steuern. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld blieb eine Prognose für das Gesamtjahr schuldig. "Wir haben bereits auf der Bilanz-Pressekonferenz ganz bewusst keine Prognose abgegeben", sagte Kleinfeld auf der Pressekonferenz am Nachmittag. Zunächst müsse eine Reihe von Themen abgearbeitet werden. Mit dem Verkauf des Handy-Geschäfts sei eines davon nun vom Tisch.
Im Zuge der Transaktion übernimmt BenQ die weltweit mehr als 6000 Mitarbeiter der Sparte einschließlich des Werks in Kamp-Lintfort und kann die Marke Siemens für fünf Jahre nutzen. Der Übergang zu reinen BenQ-Telefonen werde aber schon früher eingeläutet, sagte BenQ-Chef K.Y. Lee. Die Übernahme soll - die Zustimmung des Aufsichtsrats von BenQ und der Kartellbehörden vorausgesetzt - im vierten Quartal des zum 30. September endenden Geschäftsjahres von Siemens abgeschlossen werden. Hauptsitz des Mobiltelefongeschäfts wird München sein. "Mit dieser Partnerschaft haben wir eine nachhaltige Perspektive für unser Mobiltelefongeschäft gefunden", sagte Kleinfeld. Der Bereich für Schnurlostelefone für das Festnetz ist von der Vereinbarung nicht betroffen.
PERFEKTE ERGÄNZUNG
Im Rahmen der Vereinbarung beteiligt sich Siemens an BenQ für etwa 50 Millionen Euro mit einem Anteil von etwa 2,5 Prozent. Siemens investiert 250 Millionen Euro in die Harmonisierung der Produkte und technischer Plattformen sowie den Geschäftsübergang. 100 Millionen Euro werden noch in diesem Geschäftsjahr abgeschrieben, sagte Kleinfeld. Die Handysparte habe die Erfolge des restlichen Geschäfts überschattet. "Jetzt haben wir eine gute Lösung gefunden", sagte Kleinfeld. BenQ und Siemens ergänzten sich technologisch und geographisch hervorragend. Ein wichtiger Faktor für die Entscheidung sei die Weiterführung des Werkes in Kamp-Lintfort am Niederrhein gewesen, wo der Konzern erst im vergangenen Jahr den Mitarbeitern erhebliche Einsparungen abgerungen und im Gegenzug eine Bestandsgarantie für das Werk gegeben hatte. "Wir haben damit für unsere Mitarbeiter, wie im Ergänzungstarifvertrag zugesagt, eine gute Zukunftsperspektive geschaffen", sagte Kleinfeld. In Kamp-Lintfort sind mehr als 4000 Menschen beschäftigt. Zu weiteren Garantien über 2006 hinaus, wollte sich K.Y. Lee nicht äußern. "Priorität Nummer Eins, ist das Geschäft wieder profitabel zu machen", sagte er.
BENQ WILL KRÄFTIG EXPANDIEREN
Benq rechnet bei der fusionierten Handysparte mit dem Erreichen der Gewinnschwelle im nächsten Jahr. Der taiwanische Hersteller, der zudem Geräte wie Flachbildschirme, Laptops oder CD-ROM-Laufwerke herstellt, hat seine Prognose für seinen Handyabsatz in diesem Jahr nun auf 15 von zehn Millionen Mobiltelefonen erhöht. Durch die Übernahme will die gerade erst drei Jahre alte BenQ zur Nummer vier in der Branche werden. Diese Position hatte Ende letzten Jahres noch Siemens inne. Seitdem wurde der Münchener Konzern von LG Electronics überholt und liegt nun fast gleichauf mit Sony Ericsson auf Platz fünf.
Mit der Trennung vom Handy-Geschäft kommt der seit Anfang des Jahres amtierende Siemens-Chef Kleinfeld bei dem Ziel, alle renditeschwachen Bereiche des Konzerns binnen zwei Jahren auf Kurs zu bringen, einen wesentlichen Schritt weiter. Siemens suchte monatelang nach einem Partner für den Handy-Bereich, der dem Konzern allein im abgelaufenen Quartal einen Verlust von 138 Millionen Euro eingebracht hatte.
Siemens trennt sich vom Handy-Geschäft- BenQ sagt DANKE
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Siemens trennt sich vom Handy-Geschäft- BenQ sagt DANKE
"Herzlichen Glückwunsch" Herr Kleinfeld! Solche Manager brauchen Wir.
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Man darf gespannt sein, ob da in Kamp-Lintfort wirklich alles beim Alten bleibt. BenQ macht schon seit längerer Zeit seine eigenen Handys... naja Hauptsache die Werksansiedlung wurde damals von der NRW-Regierung noch fett subventioniert 
Übrigens, hier stehen ein paar Gründe warum es so weit gekommen ist:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,359464,00.html
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- Stefan
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meine Freundin hatte zwei Siemens-Handys, beide Schrott, beide binnen kürzester Zeit kaputt. Jetzt telefoniert sie wieder mit Nokia. Überraschung...Im vergangenen Herbst erhielt zu allem Unglück auch noch das Image der Qualitäts-Marke starke Kratzer, als ein Softwarefehler bei der S65-Reihe Siemens zu einer großen Rückrufaktion zwang: Unter gewissen Umständen spielte das Gerät die Abschaltmelodie so laut ab, dass es zu Hörschäden kommen konnte. Für die Handy-Marke made in Germany eine Katastrophe.
Das Management orientiert sich in seinem Treiben offensichtlich im Sinne der Corporate Identity an der Qualität seiner Produkte...
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Stefan hat geschrieben:...
meine Freundin hatte zwei Siemens-Handys, beide Schrott, beide binnen kürzester Zeit kaputt. Jetzt telefoniert sie wieder mit Nokia. Überraschung...
Das Management orientiert sich in seinem Treiben offensichtlich im Sinne der Corporate Identity an der Qualität seiner Produkte...
Da hab ich aber gegenteilige Erfahrungen gemacht, ich hatte drei Nokias und keins war länger als nen Monat ohne Störungen, das 6210 ist insgesamt 19 MAl eingeschickt worden ohne Erfolg das 8210 ist 11 mal ohne Erfolg eingeschickt worden und dazu musste ich auch noch jedesmal das Porto bezahlen. Ich versuche seitdem Nokiaproduckte wenns geht zu vermeiden. Hab dann nen 6310 von denen bekommen weil sie das Problem nicht finden konnten udn das geht so einigermassen, ausser, dass es nach einer halben Stunde kein Display mehr hat.
Bei den Siemens-Geräten hatte ich deutlich weniger Probleme und wenn dann nen kostenlosen Austauchservice. Allerdings gibt es den auch nimmer. Inzwischen ists mir eh egal weil ich die Geräte von der Firma kriege und mich da um nichts mehr kümmern muss.
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Also, ich persönlich hatte 3 Siemens Handys! S35, S45, S55, alle bestens, bei einem gabs Probleme, da stand am nächsten tag der Service mit einem neuen Handy vor der Tür! Bisher war ich absolut hochzufridener Siemens Kunde! Jetzt habe ich halt mal ein Sony Ericsson, weils mehr Funktionen hat! Geiles handy, ist aber gestern auch schon 3Mal abgestürzt! Warten wirs ab!Oscar hat geschrieben:Stefan hat geschrieben:...
meine Freundin hatte zwei Siemens-Handys, beide Schrott, beide binnen kürzester Zeit kaputt. Jetzt telefoniert sie wieder mit Nokia. Überraschung...
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Da hab ich aber gegenteilige Erfahrungen gemacht, ich hatte drei Nokias und keins war länger als nen Monat ohne Störungen, das 6210 ist insgesamt 19 MAl eingeschickt worden ohne Erfolg das 8210 ist 11 mal ohne Erfolg eingeschickt worden und dazu musste ich auch noch jedesmal das Porto bezahlen. Ich versuche seitdem Nokiaproduckte wenns geht zu vermeiden. Hab dann nen 6310 von denen bekommen weil sie das Problem nicht finden konnten udn das geht so einigermassen, ausser, dass es nach einer halben Stunde kein Display mehr hat.
Bei den Siemens-Geräten hatte ich deutlich weniger Probleme und wenn dann nen kostenlosen Austauchservice. Allerdings gibt es den auch nimmer. Inzwischen ists mir eh egal weil ich die Geräte von der Firma kriege und mich da um nichts mehr kümmern muss.
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war da was anderes zu erwarten ?????????????? es herrscht krieg - harter kapitalismuskrieg und die leidtragenden sind wie immer die bürger!
und da wird weder eine neue regierung noch sonst etwas dran ändern!
hauptsache ein rekordgewinn jagt den nächsten - die soziale denkweise ist bei diesen menschen nicht mehr vorhanden.....
ja ja der iran weiss schon warum "verzinsung" ect verboten ist
ps: aktiengesellschaften bzw die börse gehören für mich sofort verboten!
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hauptsache ein rekordgewinn jagt den nächsten - die soziale denkweise ist bei diesen menschen nicht mehr vorhanden.....
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Ich war bisher ein zufriedener Siemens-Kunde (S25, C35, S55) und wollte mir eigentlich bei meiner nächsten Vertragsverlängerung das bis dahin neu erscheinende
SXG75

( www.my-siemens.de -> Mobiltelefone -> Produktvorschau)
holen!
Das überlege ich mir nun aber nochmal...
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Skisaison 2018/2019: *** leider nur 4 Tage ***
- Downhill
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Interview mit dem BenQ-Chef bei Focus:Siemenshandys gibt es nur noch bis zum Herbst
Wer noch ein original Siemenshandy will, muss sich schnell für ein aktuelles Modell entscheiden, denn wie aus einem Interview durch den Focus mit BenQ-Chef Lee Kuen-Yao hervorgeht, hat der taiwanesische Hersteller vor, ab September nur noch Handys mit Doppellogo BenQ-Siemens oder nur BenQ auf den Markt zu bringen. Im Interview äusserte sich Lee auch zum Produktionsstandort und versicherte, dass die getroffenen Vereinbarungen eingehalten würden, wobei eine Produktion von Handys für das untere Marktpreissegment in Deutschland keinen Sinn machen würde. Top Produkte hingegen sollen genügend Raum für "Made in Deutschland" und den damit verbundenen höheren Kosten haben, sofern der Kunde bereit ist für das Gerät auch einen höheren Preis zu bezahlen. Auf die Frage, ob das Werk in Kamp-Lintfort genügend ausgelastet sei, da Tophandys in kleineren Stückzahlen produziert werden, meinte der BenQ CEO, dass er dies nicht wisse, da zunächst alles noch genau analysiert werden muss. Dennoch gelte die Standortgarantie für 2006.
Für die Misere der Handysparte von Siemens machte Lee die vielen Manager- und dadurch verbundenen Kurswechsel verantwortlich. Time-to-Market sei in dieser Branche entscheidend, denn auf neue Marktbedingungen müsse schnell reagiert werden. BenQ habe seit Jahren UMTS-Handys auf dem Markt und dies nicht etwa, weil der Konzern über die besseren Ingenieure verfüge, sondern weil man sich dafür früh entschlossen hatte. Zur Integration der Siemensmitarbeiter bei BenQ äusserte sich Lee unbedenklich, da die Siemens-Kultur gut zur Kultur seiner Firma passe. Dennoch geht es BenQ vor allem um das Technologie-Know-How und die Kundenkontakte, welche man durch die Übernahme mitbekomme, daraus macht Lee gemäss Focus keinen Hehl.
[as]
http://focus.msn.de/magazin/magazin/heft24?page=9
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benq wird die handy produktion von derzeit 50 % auf 20 % in deutschland zurückfahren "deutschland ist ein hochpreisland" deshalb werden wir teile ins ausland verlagern
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...was habe ich gesagt!
(steht oben- post3)
Wichtig ist: Das sich "die Verursacher" bei der Firma Sie. ordentlich die Taschen vollmachen.
"Die Schieflange" im Land zwischen Manager und Arbeiter wird immer größer. Mal gespannt wie lange das noch gut geht.....
WELT.de/dpa/rtr/APBenQ Mobile ist pleite
Vor einem Jahr hat Siemens seine Handy-Sparte nach Taiwan verschenkt. Das war klug: Der neue Besitzer BenQ ist mit der Sanierung gescheitert. BenQ Mobile Deutschland meldet Insolvenz an. Damit stehen in Nordrhein-Westfalen 1.600 Arbeitsplätze und in München 1.400 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Berlin - Das Unternehmen werde in den kommenden Tagen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München stellen, sagte ein Sprecher am Donnerstag. „Jetzt ist wirklich Feuer unterm Dach.“ Der taiwanische Mutterkonzern BenQ, der die Handysparte von Siemens im vergangenen Jahr übernommen hat, stelle die Zahlungen an die Tochter in Deutschland ein. Durch den völlig überraschenden Schritt seien 3.000 Arbeitsplätze in Deutschland in akuter Gefahr, erklärte das Unternehmen am Donnerstag in München.
BenQ Mobile geht es schlecht. Das Unternehmen hat bei Handys einen Weltmarktanteil von nur noch knapp über drei Prozent. Als Siemens noch selbst Handys produzierte, lang der Marktanteil weltweit bei sieben Prozent. Das war vor zwei Jahren. Dann bekam Benq das Siemens-Handygeschäft geschenkt – der Weltmarkt-Anteil war mit 5,5 Prozent noch recht ordentlich. Inzwischen ist Benq Mobile weiter zurückgefallen und liegt weit abgeschlagen hinter Nokia, Motorola, Samsung und SonyEricsson.
Bei der Übernahme war BenQ-Mobile-Chef Clemens Joos noch sehr optimistisch: "Zehn Prozent Marktanteil sind im Zeitraum von zwei bis drei Jahren erzielbar", sagte Joos vor einem Jahr anlässlich der Übernahme. Wenbig später sah es dann doch nicht so gut aus: "Es geht mir nicht um den Marktanteil. Ich kann mit fünf Prozent leben, wenn sie profitabel sind."
Weder das eine, noch das andere hat Joss erreicht. Weder ist BenQ Mobile profitabel, noch sind fünf Prozent Marktanteil erreicht. Jetzt kommt das Aus für Benq Mobile Deutschland – die Geschäfte werden künftig von Asien aus fortgesetzt. Dabei hatte BenQ-Chairman Kuen-Yao Lee nicht einmal vor einem Monat der Problemtochter seine uneingeschränkte Zuneigung ausgesprochen: "BenQ Mobile ist und bleibt eine wichtige Säule des Unternehmens." Das war einmal.
Am Unternehmenssitz in München sind 1.400 Arbeitsplätze in Gefahr, in den Werken Kamp-Lintfort und Bocholt in Nordrhein-Westfalen weitere 1.600 Stellen. BenQ hatte das hohe Verluste schreibende Handy-Geschäft mit rund 6.000 Beschäftigten im Juni 2005 von Siemens übernommen und dafür von dem Unternehmen noch zusätzlich 250 Millionen Euro gezahlt bekommen. BenQ kann den Markennamen Siemens noch fünf Jahre lang benutzen, will ihn aber schon ab Frühjahr 2007 schrittweise durch ein eigenes Logo ersetzen.
Bei der Übernahme hatte BenQ zugesichert, die rund 3.000 Arbeitsplätze in Deutschland vorerst zu erhalten, und hatte auch die von Siemens gegebene Standortgarantie bis 2006 für das nordrhein-westfälische Werk Kamp-Lintfort gehalten. Anschließend wollte BenQ eine Firma gründen, die die Mitarbeiter zumindest für ein Jahr weiter beschäftigt. Was danach mit den Jobs in Deutschland passiert, hatte BenQ schon damals offen gelassen.
Wichtig ist: Das sich "die Verursacher" bei der Firma Sie. ordentlich die Taschen vollmachen.
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Mittlerweile ist es ja wirklich schwierig geworden sich ein Funktelefon zu kaufen, welches in Europa hergestellt wird.
Die Nokia's kommen fast alle aus China, Sony/Ericsson wohl auch.
Siemens/BenQ hat sich auch erledigt. Was bleibt da noch?
Motorola, haben die nicht auch ein Werk in Dtl.?
Sagem, meins ist "Made in E.U.", aber wie lange noch?
Rajiv
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Kann man sich aber bei "Elektronik" generell abschminken - zumindest wenn man auf die reine Herstellung achtet. Ihr sitzt ja auch alle vor nem Computer. Hergestellt wird sowas nunmal in Asien.Rajiv hat geschrieben:Mittlerweile ist es ja wirklich schwierig geworden sich ein Funktelefon zu kaufen, welches in Europa hergestellt wird.
Deswegen ist Europa aber noch lange nicht out. Unsere Stärken liegen nun mal gerade in den Arbeiten, die über das simple Zusammenschrauben hinausgehen.
Siemens Mobile ist nur deswegen draufgegangen, weil man den Markt total verpennt hat. Aber wer ist dafür verantwortlich?? Sicher nicht der normale Angestellte.
Beispiel:
Ja, Nokias werden fast alle in China produziert. Aber vom Mitarbeiteranteil des Konzerns her ist das ein geringer Anteil. Entworfen wird das Teil trotzdem in Finnland, Deutschland oder USA.
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Ganz schön dreckig was da alles abging...spiegel.de hat geschrieben:Schadensersatz von Siemens
Mitarbeiter von BenQ-Mobile erwägen, mit Hilfe des Betriebsrates gegen Siemens Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Sie seien arglistig getäuscht worden. Ein Betriebsrat von BenQ-Mobile sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", jeder der rund 3000 Beschäftigten bekomme heute ein an die Siemens-Zentrale adressiertes Schreiben in die Hand, mit dem er seine individualrechtlichen Ansprüche geltend machen könne. Ein Siemens-Sprecher erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass "wir dazu nichts sagen können".
Die Mitarbeiter seien beim Verkauf der Handysparte an BenQ von der Siemens AG arglistig getäuscht worden, sagte der Betriebsrat. "Von vornherein waren beide Verhandlungspartner auf die Entsorgung der deutschen Mitarbeiter aus, anstatt sich um die Sanierung des Unternehmens zu kümmern", zitierte das Blatt aus dem Schreiben des Betriebsrates an Siemens.
"Vorsätzlicher Gestaltungsmissbrauch"
Das belege die Aufsplittung der Siemens-Handysparte in eine Management GmbH, in der die Abfindungen der BenQ-Mobile-Chefmanager gesichert seien, in eine Asset GmbH, in der man die Vermögenswerte der Siemens Handysparte wie Know-how gebündelt habe und in die von der Insolvenz bedrohte BenQ Mobile GmbH & Co OHG, in der ausschließlich die zirka 3400 deutschen Mitarbeiter zusammengefasst worden seien.
Das Kapital der BenQ Mobile habe 25.000 Euro betragen - zu wenig, um die Gehälter der deutschen Angestellten für einen Tag zu sichern, kritisierte der Betriebsrat. Beim Insolvenzverwalter sei nichts zu holen.
Dagegen habe BenQ Know-how im Wert von knapp einer Milliarde Euro aus Deutschland abgezogen. Nach Ansicht des Betriebsrats liege ein "vorsätzlicher gesellschaftsrechtlicher Gestaltungsmissbrauch" vor: Die Arbeitnehmer seien vom Kapital getrennt worden, damit sich die Arbeitgeber der arbeitsrechtlichen Verpflichtungen und Insolvenzforderungen entledigen könnten. Der Betriebsrat hoffe, dass sich Siemens zu einer Gesamtlösung, etwa der Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft, bereitfinde, statt sich mit 3000 Einzelforderungen auseinanderzusetzen.
PFUI SIEMENS!!!
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also das stimmt so nicht. benq ist nicht siemens und auch keine tochertfirma. die haben die siemens handy sparte "gekauft" (eigentlich haben sie 250 millionen bekommen, dass sie sie nehmen) und durften den namen siemens weiter verwenden.BenQ ist ja Siemens. Also eine Tochterfirma.
meine meinung zu der geschichte: für 350 millionen hätte siemens den laden auch selber dicht machen können und alles nach asien verlagern. nur der imageschaden wäre beträchtlich gewesen. finde die sache so wie sie gelaufen ist ziemlich scheiße. kann sein, dass man die handys nur noch in asien zu günstigen preisen produzieren kann. dann verlagert man, aber gibt nicht noch 3-5 monate vorher bekannt die deutschen standorte wären erstmal sicher. meiner meinung nach gehts auch hier wenn man die anlagen weit genug aufrüstet und ein bisschen was investiert. von den unersetzbaren schäden die einen in china durch patentklau oder lieferprobleme. gibt noch weiter risiken? was passiert wenn das öl noch teurer wird? hat man das in die transportkosten einkalkuliert? wie siehts mit wechselkursschwankungen aus? wenn china den yuan frei gibt kann das die kalkulation ganz schön sprengen
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...ein Lehrer der sich irrt? Unfassbar.
Text: him., F.A.ZSiemens hat Vorwürfe einer Mitverantwortung für die Insolvenz des Handyherstellers Benq Mobile zurückgewiesen. Das deutsche Unternehmen des taiwanischen Konzerns Benq hat am Freitag beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingereicht. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Martin Prager von der Münchner Kanzlei Pluta.
Wir sind sehr betroffen von der Entwicklung und es ist für uns unverständlich, daß Benq Mobile in Deutschland einen Insolvenzantrag gestellt hat“, wird Vorstandsvorsitzender Klaus Kleinfeld in einer Mitteilung von Siemens zitiert. Siemens werde seine Rechtsposition gegenüber Benq prüfen, heißt es weiter.
Inzwischen hat sich auch Benq-Strategiechef Rick Lei zu Wort gemeldet und eher moralisierende Vorwürfe gegenüber Siemens erhoben. Nach seinen Worten habe der Münchener Konzern seine ehemalige Handysparte in der Stunde der Not im Stich gelassen, so zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Manager. Noch in der letzten Woche habe die Siemens-Spitze finanzielle Hilfen für den Bereich abgelehnt, so Lei weiter. Als Konsequenz habe BenQ die Notbremse ziehen müssen. „Wir haben Siemens um Hilfe gebeten. Letzten Donnerstag haben wir die ganze Nacht lang mit hochrangigen Siemens-Managern gesprochen. Aber am Ende haben sie gesagt: 'Geschäft ist Geschäft'“, sagte Lei. Ein Siemens-Sprecher kommentierte das mit dem Hinweis, Benq habe nach der Übernahme vor einem Jahr immer wieder Ansprüche an die Münchener gestellt.
Vorwurf: Siemens zahlte für die Abwicklung
Vor einem Jahr hatte der Münchner Konzern das verlustreiche Mobiltelefongeschäft an Benq abgegeben, den Taiwanern 250 Millionen Euro dazugegeben und zuvor für 100 Millionen Euro Abschreibungen vorgenommen. Mitarbeiter von Benq Mobile warfen Siemens in einer Protestkundgebung in München vor, mit diesem Geld Benq dafür bezahlt zu haben, um mit einer Insolvenz das Handygeschäft abzuwickeln.
Die Weiterführung der deutschen Standorte sei im vergangenen Jahr ein wichtiger Faktor in der Entscheidung für den Käufer Benq gewesen, hält Siemens den Vorwürfen entgegen. Benq-Chef Kuen-Yao Lee hatte im Juni 2005 in einer Videozuschaltung nach München gesagt, sein Unternehmen könne sich vorstellen, neben Handys andere Elektronikprodukte in der von Siemens übernommenen Fabrik in Kamp-Lintfort zu fertigen. Siemens hatte neben Benq mit anderen Unternehmen über die Mobiltelefonsparte verhandelt. Der amerikanische Konkurrent Motorola wäre aber nicht bereit gewesen deutsche Arbeitsplätze zu übernehmen, hieß es damals in der Branche. Mit der Abgabe der Sparte an Benq war vereinbart worden, daß Mitarbeiter im Fall betriebsbedingter Kündigungen bei einer Bewerbung auf eine freie Stelle im Siemens-Konzern wie interne Mitarbeiter behandelt werden.
Gegenargument: Das Leiden der Marke
Als wichtigstes Argument gegen ein abgekartetes Geschäft mit Benq spricht nach Ansicht von Siemens die Marke. Benq darf den Namen Siemens für die Produkte fünf Jahre lang nutzen. „Mit einer Marke geht man äußerst vorsichtig um, um negative Effekte zu verhindern“, sagte ein Sprecher von Siemens. Ohne es auszusprechen, lautet seine Schlußfolgerung: Die Proteste gegen die Insolvenz von Benq Mobile schaden der Marke Siemens, was der Konzern nicht in Kauf genommen hätte, hätte er die Entwicklung geahnt.
Außerdem weist der Sprecher darauf hin, daß Benq-Chef Lee noch im August ein klares Bekenntnis zur Handysparte abgegeben hatte. Damals stellte der Konzern 400 Millionen Dollar für Benq Mobile in Aussicht. Zu Beginn dieser Woche sei die Zusage jedoch relativiert worden, berichtete ein Sprecher von Benq Mobile. „Wäre das Geld geflossen, dann gäbe es jetzt keine Insolvenz.“ Am Tag mache Benq Mobile wie zuletzt zu Siemens-Zeiten einen Verlust von deutlich mehr als eine Million Euro.
Markenrechte und Patente bei Benq in Taiwan
Der vorläufige Insolvenzverwalter Prager kündigte an, zunächst die Lage im Unternehmen zu prüfen. „Wir werden alles daran setzen, den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten.“ Prager hat den Ruf, kein typischer Abwickler zu sein, sondern sich für eine Fortführung von Unternehmen einzusetzen. Mit der Avcraft-Gruppe, einem Nachfolgeunternehmen des Regionalflugzeugherstellers Fairchild Dornier, war er aber nicht erfolgreich. Schwierigkeiten für Prager und Benq Mobile könnten die Markenrechte bedeuten. „Sämtliche Patente und Markenrechte sind im vergangenen Jahr an Benq in Taiwan übergegangen“, berichtete der Sprecher von Benq Mobile.
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Das Problem ist im Grunde in allen großen Firmengesellschaften das gleiche:
Manager und Führungsetage sind darauf bedacht, sich viel Geld selbst zuzuschieben. Das hat vielschichtige Gründe, warum ein Mensch so handelt! Das fängt schön während des Studiums an und geht dann im Berufsleben weiter. Darauf einzugehen, sprengt hier sicher den Rahmen. Der Kapitalismus, der bei uns betrieben wird, hat nichts mit den Wurzeln des Kapitalismus gemeinsam, der nämlich das Ziel hatte Wohlstand für alle zu schaffen... also einen sozialen Aspekt...
Wer in diese Theorie mehr einsteigen möchte, dem empfehle ich das aktuelle Jubiläumsheft der Zeitschrift GEO. Dort ist ein guter Bericht über den Nobelpreisträger von ich glaube 1998 drin, der genau für diese und weitere Thesen den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekam.
Manager und Führungsetage sind darauf bedacht, sich viel Geld selbst zuzuschieben. Das hat vielschichtige Gründe, warum ein Mensch so handelt! Das fängt schön während des Studiums an und geht dann im Berufsleben weiter. Darauf einzugehen, sprengt hier sicher den Rahmen. Der Kapitalismus, der bei uns betrieben wird, hat nichts mit den Wurzeln des Kapitalismus gemeinsam, der nämlich das Ziel hatte Wohlstand für alle zu schaffen... also einen sozialen Aspekt...
Wer in diese Theorie mehr einsteigen möchte, dem empfehle ich das aktuelle Jubiläumsheft der Zeitschrift GEO. Dort ist ein guter Bericht über den Nobelpreisträger von ich glaube 1998 drin, der genau für diese und weitere Thesen den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekam.
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- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Hat sich bedankt: 42 Mal
- Danksagung erhalten: 211 Mal
Das ist doch eine echte Sauerei: Da macht ein Unternehmen rückwärts und verlangt von den einfachen Angestellten grosse Opfer und Zusagen ohne Ende. Statt aber mit gutem Beispiel voranzugehen, greift die Chefetage ungeniert und unersättlich in die Firmenkasse. Ja, wer hat, dem wird gegeben; wer nichts hat, dem wird genommen! Der Schweizer Sozialdemokrat Jean Ziegler nennt sowas "Raubritterkapitalismus". Recht hat er!
Probably waking up