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Ein Streit droht zwischen den Gemeinden im Mont-Blanc-Massiv auszubrechen.
Für Aufsehen sorgt der Vorschlag des Bürgermeisters Jean-Marc Peillex der französischen Gemeinde Saint-Gervais zu Füßen des Mont-Blanc-Massivs, der die Einführung des "Numerus clausus" für Touristen auf der höchsten Spitze Europas (4.808 Meter) verlangt.
"Der Mont Blanc ist in Gefahr. Dieses Jahr ist eine Rekordzahl an Bergsteigern gemeldet worden", sagte Peillex nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag.
"Notfalls Eintrittskarten"
Peillex fordert sofortige Maßnahmen zum Schutz des Massivs, im Notfall auch eine Eintrittskarte für Touristen, die den Mont Blanc besteigen wollen. Nicht nur in den Berghütten seien die Zustände in diesem Sommer chaotisch gewesen.
"Vor einem Monat, während eines Aufsichtsrundflugs mit dem Hubschrauber, sind wir inmitten von Exkrementen gelandet. Der Gletscher war vom Urin der Touristen gelb gefärbt", klagte der Bürgermeister.
"Zu viele rufen die Bergrettung"
Zu viele Bergsteiger würden bei den ersten Schwierigkeiten die Bergrettung rufen. "Sie glauben, dass die öffentlichen Hubschrauber Taxis sind", meinte das Gemeindeoberhaupt.
In den vergangenen Jahren habe die Zahl der Touristen aus Osteuropa rasant zugenommen. "Bald werden auch Asiaten und Inder Lust haben, den Mont Blanc zu besteigen. Wie viele Bergsteiger können wir aufnehmen? 100.000 pro Jahr?" fragte Pelleix.
Proteste auf italienischer Seite
Der Vorschlag des Bürgermeisters von Saint-Gervais löste heftige Reaktionen aus - etwa unter den italienischen Gemeinden auf der anderen Seite des Berges.
Auch von französischer Seite wird Pelleix kritisiert. "Der Numerus clausus widerspricht dem ursprünglichen Geist der Berge und würde nur Spekulanten bereichern, wie es mit den 'Tour-Operators' geschieht, die Touren zur Everest-Spitze organisieren", kritisiert etwa der Vizebürgermeister des bekannten Skiortes Chamonix, Eric Fournier.
Berg muss freier Raum bleiben
Gefährlicher als der Touristenansturm seien das wilde Bauen an den Hängen des Berges sowie die häufigen Hubschrauberflüge, meinte Philippe Imbert, Mitglied des Umweltschutzverbands Mountain Wilderness. Die Ökologen sind einer Meinung: "Der Berg muss ein freier Raum bleiben."
Numerus clausus für den Mont Blanc?
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Numerus clausus für den Mont Blanc?
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Wenn man erlebt hat, was da teilweise für "Sandalenlatscher" unterwegs sind, dann hat man ein gewisses Verständnis für solche Überlegungen.
Aus meiner Sicht würde aber keine ausschließliche "Mengenbegrenzung" sinnvoll sein(von der juristischen Plausibilität abgesehen), sondern ich würde es begrüßen, wenn man sich bei Berghütten/Nationalparkstellen/... anmelden müßte vor einer Mt. Blanc-Tour und dort erst einmal geklärt wird, ob man für diese Tour geeignet ist(wenn da ein Chinese mit Turnschuhen in der Türe steht, dürfte dessen Nicht-Eignung offensichtlich sein
).
Leider ist dies alles nicht wirklich realisierbar bzw. es würde eine bürokratische Welle nach sich ziehen, von evtl. folgenden Gebühren ganz zu schweigen.
Ich glaube aber, daß man die Leute(ich meine vorrangig die schlecht ausgerüsteten und "fachlich ungeeigneten" Touristen) nur über den Geldbeutel erziehen kann. Deswegen müßten die Berge-Aktionen viel massiver auf solche unbedarften "Bergsteiger" umgelegt werden. Wer ohne ordentliche Ausrüstung und ohne ordentliche Vorbereitung(was einen guten Gesundheitszustand und gute Kondition und ordentliche Höhenaklimatisation einschließt) versucht auf den Mt. Blanc zu kommen, der handelt aus meiner Sicht grob fahrlässig und sollte dafür auch zur Verantwortung gezogen werden(wenn man es denn noch kann
).
Vielleicht würde diese Vorgehensweise dann langfristig auch die Zahlen der Leute am Mt. Blanc etwas reduzieren, zumindest sollte es die Unfallzahlen reduzieren.
Rajiv
Aus meiner Sicht würde aber keine ausschließliche "Mengenbegrenzung" sinnvoll sein(von der juristischen Plausibilität abgesehen), sondern ich würde es begrüßen, wenn man sich bei Berghütten/Nationalparkstellen/... anmelden müßte vor einer Mt. Blanc-Tour und dort erst einmal geklärt wird, ob man für diese Tour geeignet ist(wenn da ein Chinese mit Turnschuhen in der Türe steht, dürfte dessen Nicht-Eignung offensichtlich sein
Leider ist dies alles nicht wirklich realisierbar bzw. es würde eine bürokratische Welle nach sich ziehen, von evtl. folgenden Gebühren ganz zu schweigen.
Ich glaube aber, daß man die Leute(ich meine vorrangig die schlecht ausgerüsteten und "fachlich ungeeigneten" Touristen) nur über den Geldbeutel erziehen kann. Deswegen müßten die Berge-Aktionen viel massiver auf solche unbedarften "Bergsteiger" umgelegt werden. Wer ohne ordentliche Ausrüstung und ohne ordentliche Vorbereitung(was einen guten Gesundheitszustand und gute Kondition und ordentliche Höhenaklimatisation einschließt) versucht auf den Mt. Blanc zu kommen, der handelt aus meiner Sicht grob fahrlässig und sollte dafür auch zur Verantwortung gezogen werden(wenn man es denn noch kann
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Ich wünscht' ich wär ein Elefant,
dann wollt ich jubeln laut,
mir ist es nicht um's Elfenbein,
nur um die dicke Haut.
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Leider sind viel zu viele Leute unterwegs, die keine Ahnung haben, daß das Hochgebirge ein äußerst sensibler Bereich ist und man sich demzufolge so unauffällig wie irgend möglich in den Bergen zu verhalten hat.
Wenn wirklich Jeder seinen Müll wieder mit in's Tal nehmen würde, dann gäbe es bestimmte Probleme nicht. Den ganzen Krempel mit auf den Berg konnten sie ja auch schleppen; da fragt man sich wirklich, wieso die paar Gramm der Verpackung dann beim Abstieg dermaßen zu viel waren, daß das Zeug einfach weggeschmissen werden mußte.
Rajiv
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