Lebensdauer von Seilen

Fachforum für Seilbahntechnik: Technische Diskussionen zu Kuppelsystemen, Steuerungen, Seilrechnung und Innovationen im Seilbahnbau.
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snowflat
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Lebensdauer von Seilen

Beitrag von snowflat »

Nach Alpis Rätsel, http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=18155, hat sich mit die Frage gestellt, wie lange halten eigentlich Seile bei kuppelbaren und/oder fix geklemmten Bahnen? Gibt es dort Unterschiede in der Haltbarkeit? Welche Faktoren spielen noch eine Rolle, die die Lebensdauer negativ beeinflussen können?

Ohne die Lösung des Rätsels z.Zt. vorwegzunehmen; wirklich alt ist die Anlage aus dem Rätsel bei weitem nicht und man hat das komplette Seil ausgetauscht. :?
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Beitrag von seilbahner »

Oftmals werden auch neuere Seile wegen unruhigem Lauf und fer falschen Schlaglänge und vibrationen ausgetauscht.
Das hängt u.a. auch mit den Rollenabständen auf den Batterien zusammen.

Eine Regel dafür, wie lange ein Seil lebt gibt es sicher irgendwo, die ist aber eher theoretisch.

Je länger eine Bahn ist und weniger das Seil umgelenkt wird, desto besser ist es.

Eine Flache lange Bahn hat sicher eine Seillebenszeit, wenn nicht andere äussere einflüsse eintreten, von ca. 20 Jahren.
Bei kurzen schweren Steilen Bahnen die grosser Belastung ausgesetzt sind, und auch noch ganzjahresbetrieb fahren, würde ich mal grob Geschätzt von 10-15 Jahren
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Beitrag von Dresdner »

Hier der absolute Weltrekord:
Das Tragseil der Predigtstuhlbahn liegt jetzt bereits 78 Jahre auf. Ein Test der Uni Stuttgart im Jahre 2002 ergab, dass das 2500 m lange Seil lediglich drei einzelne Drahtbrüche aufwies, erlaubt wären 2000!
Die Längenreserve für das Verschieben reicht noch ca. 30 Jahre, so dass das Tragseil eine Lebensdauer von 110 Jahren erreichen kann.
Doch auch dann braucht die Betreibergesellschaft kein neues Seil zu kaufen, denn bereits seit 1960 liegt ein Ersatztragseilpaar bereit, hergestellt in der gleichen Qualität von der Originalfirma, der Westfälischen Drahtindustrie in Hamm.
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Beitrag von seilbahner »

Bin leider nicht zun Fertigschreiben gekommen, da meine tastaturbatterien leer waren.
Also nochmal.
Bei den Umlaufbahnen wie ich geschrieben habe ist das mit den 10 bis 15 Jahren.

Wobei es sicher ausnahmen gibt.
Bei unserem Rossalmschlepper liegt das 24er Seil seit 1971 auf und hat sehr wenig Drahtbrüche.
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Beitrag von Alpi »

Da das Rätsel nun gelöst ist, kann ich ja sagen das es sich bei der von Snowflat angesprochenen Bahn um die Hochgurgl 8 EUB von Leitner aus dem Jahr 2001 handelt!
Hier die Stellungnahme der Hochgurgler Bergbahnen, weshalb das Seil an beiden Sektionen getauscht wurde:

Sehr geehrter Herr xxxx,

bei diesem Seil war eine Lize unwucht und somit das ganze Seil.

Es wäre nicht notwendig gewesen, das Seil zu tauschen, aber um einen besseren Fahrkomfort zu bieten, haben wir uns entschlossen, dass Seil bereits so früh zu tauschen.

Wir hoffen, Ihnen damit gedient zu haben und verbleiben mit

freundlichen Grüßen

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snowflat
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Beitrag von snowflat »

^^ Danke Alpi, dass Du nachgefragt hast. Konnte mir halt nicht vorstellen, dass ein Seil bei einer EUB nur 5 Jahre hält.
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Beitrag von seilbahner »

Genau das war meine Einschätzung der Sachlage.
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Beitrag von Alpi »

Nur mal zum besseren Verständnis: Wie kann eine Litze "unwucht" werden?
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Beitrag von seilbahner »

Unwucht war vielleicht falsch ausgedrückt.
Ich denke, der schlag hat nicht gepasst,oder es waren litzen Ellig oder das Seil machte Wellen.
Das kommt öfter vor.

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snowflat
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Beitrag von snowflat »

seilbahner hat geschrieben:Das kommt öfter vor.
Nach so "kurzer" Zeit? Fünf Jahre ist ja keine Ewigkeit ...
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Beitrag von Yeti01 »

Bei der 1. Funitel, ich glaub das war die Gaislachkogelbahn, wurde das Seil schon nach der ersten Betriebssaison getauscht!
Schuld waren die vielen Umlenkungen, wie Seilbahner schon beschrieben hat.
Man hatte auch damals noch keine Erfahrungen mit Förderseilen in dieser Dimensionierung.

Das Seil unserer Palüdbahn (Doppelsessellift) liegt schon seit 1968 auf. Es hat bereits einige Drahtbrüche, welche aber im Rahmen liegen.
Die einzige Auflage, die wir haben, ist, daß wir es jährlich magnetinduktiv untersuchen lassen müssen.
Ansonsten sind Seilangelegenheiten in Österreich in den Drahtseilbedingnissen DSB 80, bzw. in einer neuen EU- NORM geregelt.

Spannseile von Förderseilen (EUB´s, fixgeklemmte und kuppelbare Sessellifte und -Bahnen, GUB´s,... müssen in Österreich nach 8 Jahren gewechselt werden, unabhängig von ihrem Zustand.

...
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Beitrag von seilbahner »

Bei den neueren Seilen, die öfters getauscht werden müssen, liegt es fast immer an Materialfehlern und Produktionsfehlern. Ich kenne einige Umlaufbahnen, bei denen das seil auf kosten des Herstellers nach wenigen Betriebsjahren getauscht wurde.
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Beitrag von Yeti01 »

Jaja, schlechte Werbung kann sich keiner der 3 leisten :wink:

Mehr gibz ja in Europa nicht mehr, oder?
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Beitrag von seilbahner »

Doch, es gibt schon noch ein paar andere.
Trefilunion,Trefileurope, dann noch 2 oder 3 deutsche und noch einen oder 2 Italiener soviel ich weiss.
Aber die Namen kann ich Dir im Moment nicht sagen.
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Alpi
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Beitrag von Alpi »

@seilbahner: Vielleicht könntest du noch das "Einspleißstück" erklären?
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Beitrag von Yeti01 »

Buaaaah!

Das ist ja kompliziert :lol:
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Beitrag von lift-master »

also das förderseil des alten esl hasenhorn hatte auch über 40 jahre auf dem buckel bevor der lift samt seil dem neubau im jahre 2004 zum opfer fiel.
...willst du die berge sehn,dann mußt du zum schi fahrn gehn...

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Beitrag von seilbahner »

Einfach erklärt ohne lange irgendwelche Formeln zu zitieren, nimmt man das Einspleisstück bei etwaigen Seilschäden her, wenn man das Seil oder auch einzelne Litzen Repariren muss.

Die länge ergibt sich aus den Gesetzlichen Spleissregeln.
Je mehr man über hat, desto besser ist es.
Mit Seilschäden meine ich z.B.
Blitzschlag,hineingefallene Bäume, lockere Litzen,schäden durch fehlkuppelungen, seilentgleisungen....

Ich denke das ist so einigermassen gut erklärt.

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