Großinvestitutionen in der Tatra/Sk

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bayer
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Großinvestitutionen in der Tatra/Sk

Beitrag von bayer »

Slowakische Skizentren planen Großinvestitionen
Viele Liefer- und Kooperationschancen für ausländische Firmen

Bratislava (bfai) - Der Ausbau der touristischen Infrastruktur in der Slowakei kommt in Fahrt. Ganz oben auf der Projektliste stehen Vorhaben für eine massive Erneuerung und Erweiterung der führenden Wintersportzentren in den Bergregionen des Landes. Die neu gegründete Vereinigung Slovakia Ski Region beziffert den in den kommenden Jahren zu erwarteten Kapitalzufluss auf bis zu 1,5 Mrd. Euro. Auf der Projektliste slowakischer Investoren steht u.a. der komplette Umbau eines Sanatoriums zum 5-Sterne-Hotel für ca. 27 Mio. Euro (Kontaktanschriften)

Die slowakischen Ski- und Wintersportzentren stehen vor ihren bisher umfangreichsten Investitionen. Die vier landesweit größten Betreibergesellschaften von fünf Skigebieten haben sich zur Vereinigung Slovakia Ski Region zusammengeschlossen, um ihre Sport- und Erholungszentren in der Hohen und Niederen Tatra sowie in der Kysuce-Region gemeinsam auszubauen. Eine abgestimmte Vermarktung aller Sport- und Erholungsangebote im In- und Ausland wird ebenfalls angestrebt. Bereits für die Wintersaison 2006/2007 ist die Ausgabe eines gemeinsamen Skipasses vorgesehen. Kosten für den Kunden: voraussichtlich 6.000 Sk (rd. 160 Euro) für die Nutzung der Angebote aller fünf beteiligten Skizentren an 15 beliebigen Tagen.

Die für das geplante Gesamtprojekt erforderlichen Investitionen beziffern die vier Gesellschaften auf umgerechnet 1,5 Mrd. Euro. Bis 2010, so das Kalkül der Planer, sollen sich die Transportkapazitäten, die Anzahl der Betten, der Besucher, der in den Skizentren Beschäftigten und nicht zuletzt auch die Länge der Skipisten gegenüber dem heutigen Niveau in etwa verdoppeln. Große Hoffnungen setzen die Projektinitiatoren auf weitere Gäste aus Tschechien, Polen, Ungarn und den neuen Bundesländern Deutschlands. Die Betreiber selbst wollen bis 2010 ca. 0,5 Mrd. Euro in ihre Vorhaben investieren.

Bei der Umsetzung ihrer Ausbaupläne rechnen die Kapitalanleger auch mit der Unterstützung der Regierung. Handlungsbedarf gäbe es v.a. bei der Klärung noch zahlreich offener Fragen in Bezug auf die Festsetzung neuer Grenzen für die an die Skigebiete unmittelbar angrenzenden Naturschutzgebiete. Ferner fordern die Investoren die Verabschiedung eines Gesetzes über den Tourismus, das die Rechte und Pflichten der in der Branche tätigen Unternehmen klar definiert. Und schließlich soll ein von der Regierung bestellter Regierungsbevollmächtigter für die Entwicklung des Fremdenverkehrs alle ressortübergreifenden touristischen Projekte koordinieren.

Besonders große Ausbaupläne sind in den Ski-Gebieten von Jasna (Chopok) geplant, die in der Wintersaison 2005/2006 unter allen slowakischen Skizentren den größten Umsatz verbuchten (knapp 0,5 Mrd. Sk). Das Unternehmen Jasna Nizke Tatry (Jasna Niedere Tatra AG), das die stark besuchten Touristenzentren an den nördlichen Hängen der Niederen Tatra Chopok Sever (Chopok Nord) und Chopok Juh (Chopok Süd) betreibt, will beide Gebiete miteinander verbinden und dafür bis zur nächsten Saison umgerechnet 5 Mio. Euro investieren.

In den Folgejahren bis 2010 ist unter anderem eine Aufrüstung der Seilbahnen und anderer touristischer Transportobjekte für ca. 12 Mio. Euro vorgesehen. Für die Modernisierung und den Bau von Unterkünften sind 43 Mio. Euro eingeplant. Die insgesamt vorgesehen Investitionen dürften nach Einschätzung des Managements von Jasna Nizke Tatry weitere in Höhe von bis zu 135 Mio. Euro nach sich ziehen.

Auch der Betreiber der beiden Winterurlaubszentren Park Snow Donovaly, einem gefragten Ausgangspunkt für Ausflüge in die Niedere Tatra und in die Velka Fatra, und Park Snow Vysoke Tatry (Schneepark Hohe Tatra in Strbske Pleso) hegt ambitiöse Ausbaupläne. Die Tourismusgesellschaft 1. Tatranska AG will bis 2010 rd. 32 Mio. Euro in die Modernisierung ihrer Objekte investieren. Die möglichen Folgeinvestitionen beziffert das Unternehmen auf 135 Mio. Euro. Auf längere Sicht könnte dieses Kapitalvolumen auf bis zu 270 Mio. Euro steigen.

Die Seilbahnen AG Tatranska lanove drahy gilt mit ihren touristischen Einrichtungen in Tatranska Lomnica und Hrebienok (Jakubkova kuka und Horna luka) als größter Betreiber von Wintersportzentren in der Hohen Tatra. Auf der Projektliste der zu den führenden slowakischen Investorengruppen (J & T) gehörenden Gesellschaft stehen v.a. der komplette Umbau des Sanatoriums Hviezdoslav zu einem 5-Sterne-Hotel (Grand Hotel Kempinski High Tatras) für ca. 27 Mio. Euro und die umfassende Modernisierung des Touristenzentrums in Tatranska Lomnica für 55 Mio. Euro.

Die Pläne der SCR Velka Raca AG für Erneuerung und Ausbau der lokalen touristischen Infrastruktur rechnen mit einem Kapitalbedarf von 215 Mio. Euro. Die Gesellschaft bewirtschaftet das Skigebiet Snow Paradise Oscadnica in der Berglandschaft Kysuce (nördliche Mittelslowakei).

Generell durchlebt der slowakische Tourismus derzeit einen bemerkenswerten Aufwärtstrend. Die Deviseneinnahmen aus dem aktiven Fremdenverkehr sind 2005 nach Angaben der Nationalbank im Vergleich zu 2004 um 34% auf 972 Mio. Euro gestiegen. Der Anteil dieser Erlöse am Bruttoinlandsprodukt hat sich damit von 2,2% auf 2,6% erhöht. Von den entsprechenden Quoten in den Nachbarländern Ungarn und Österreich (5 bzw. 8%) ist die Slowakei aber noch ein gutes Stück entfernt. Die Slowakinnen und Slowaken gaben für Reisen ins Ausland 2005 rd. 680 Mio. Euro aus. Das waren 13% mehr als im Vorjahr.

Favorit ausländischer Gäste ist und bleibt die Landesmetropole Bratislava. Ein zunehmendes Interesse von Besuchern aus dem Ausland melden die zahlreichen Kurortzentren. Auch die Hänge und Pisten der Hohen und Niederen Tatra, der Großen und Kleinen Fatra, der Slowakischen Beskyden, der Kleinen Karpaten und des Slowakischen Erzgebirges werden bei ausländischen Wintersportlern immer beliebter. Die Beherbergungsbetriebe in bekannten Skigebieten wie Chopok und Tatranska Lomnica waren in den vergangenen Jahren (Wintersaison) zumeist ausgebucht. Mit ihren dem Ausbau der Wintersportzentren wollen die Mitglieder von Slovakia Ski Region die zunehmenden Kapazitätsengpässe schrittweise beheben.

Mittelfristige Ausbaupläne von Slovakia Ski Region
Kennziffer 2005 *) 2010
Transportkapazität (in Personen pro Stunde) 301.250* 700.000
Transporteinrichtungen in den Skizentren (Anzahl) 409* 600
.Darunter Seilbahnen 41* 120
Länge der Abfahrts- und Skistrecken(i km) 421* 900
Bettenkapazität (Anzahl) 96.820* 200.000
Beschäftigte der Skizentren (Anzahl) 3.620* 7.500
Beschäftigte in verbundenen Dienstleistungsbereichen (Anzahl)
19.360* 40.000
Umsätze der Seilbahnen und Skilifte (in Mrd. Sk) 3,0* 9,0
Umsätze für Übernachtungen und Zusatzdienste (in Mrd. Sk)
6 ,0* 24,9
Anzahl der Besucher (in Mio. Tagen) 7,25* 16,0

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Beitrag von broki »

Das nennt man mal Ausbaupläne. Die Frage ist nur, ob die Umwelkomissare der EU da auch so mit machen. Aber zum Vergleich in Bayern streitet man sich um 4Meter Waldfläche, die neben der Piste gerodet werden müssen um ein paar Schneekanonen anzubringen. Das nennt der BN gleich Ausbauwahn. Die BN-Leute sollen sich dann mal die slowakischen Pläne anschauen. :lol: :lol:
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