Deutsche Seilbahntagung 2006 in Neukirchen beim Heiligen Blut
Bergwandern boomt, doch der Weg zum Ziel muss attraktiv gestaltet sein. Themenpfade und Erlebnisgastronomie, Mountainbiketrails und Funsportareale, vor allem aber moderne, sichere Beförderungsanlagen erst machen einen Gipfel zum Spitzengebiet und damit wettbewerbsfähig. Individuelle Konzepte und die Besinnung auf ihre Kern-kompetenzen am Berg könnten den deutschen Seilbahn-unternehmen, die für diese aufwändigen Infrastrukturen zumeist verantwortlich sind, weiteren Schub nach oben verleihen. So lautet das Fazit der Fachleute beim diesjährigen Forum Seilbahnen, das im Rahmen der Deutschen Seilbahntagung in Neukirchen bei Hl. Blut stattfand.
Obwohl das traditionelle Bergwandern und „junge“ Sportarten wie Nordic Walking, Biken und Klettern durchaus im Trend liegen, suchen die 120 im Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte zusammengeschlossenen Unternehmen nach neuen Wegen, ihr Angebot gerade im Sommer noch attraktiver zu gestalten. Rund 2,5 Mio. Gäste beförderten die deutschen Seilbahnen im Sommer 2006.
„Die Bedürfnisse der potentiellen Besucher haben sich verändert“, erklärte Prof. Dr. Harald Pechlaner vom Stiftungslehrstuhl Tourismus der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Gut ausgebaute Themenwanderwege, abwechslungsreiche, möglichst interaktive Informationen über alpine Besonderheiten sowie Fauna und Flora in den Bergen, Spielraum und Veranstaltungen machen einen Ausflug auf die Höhe zum Erlebnis. Neben diesen infrastrukturellen Angeboten steigere aber auch die Qualität der Aufstiegsanlagen die Attraktivität der Gipfel-Destinationen, betonte Pechlaner – der moderne Gast setzt Sicherheit und Komfort voraus. Das stelle die Seilbahnunternehmen in ihren Planungen vor große personelle und finanzielle Herausforderungen, so das Fazit des Touristikers. Zustimmung fand er beim neuen VDS-Vorstand, Peter Huber. „Wir können in Zukunft nur erfolgreich sein, wenn wir es schaffen, zu uns passende Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.“ Gerade Seilbahnen tragen entscheidend dazu bei, die Sport- und Freizeitbedürfnisse auf den Bergen zu erfüllen.
Wie ein solcher Prozess aussehen kann, erläuterte der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern e.V, Georg Steiner. Aus einem Höhenwanderweg wurde das Projekt „Goldsteig“ entwickelt, der zu den Top Trails of Germany gehört. Der 600 Kilometer lange Fernwanderweg, der über beliebte und bekannte Abschnitte anderer Wege und Wandersteige führt, von der EU und dem Freistaat Bayern kofinanziert wird, wendet sich mit einem durchdachten Angebot an die Trendgruppe der qualitätsbewussten Wanderer. Den Einstieg zu diesem Weg bieten zahlreiche Seilbahnen, unterwegs ist für Unterkunft, Information und gehobene Gastronomie gesorgt.
Quelle: www.seilbahnen.de