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Schwyberg-Bahnen: Alles hängt vom Sanierungsprojekt ab - Einstellung des Winterbetriebs
Zukunft der touristischen Entwicklung in Schwarzsee in der Schwebe
Wie es weitergeht mit der Sesselbahn und den Skiliften am Schwyberg, ist derzeit noch ungewiss. In den nächsten Monaten werden die Delegierten der Region Sense noch einmal über eine Mitfinanzierung des Sanierungsprojektes (rund zehn Mio. Franken) diskutieren.
Die Umsatzzahlen der Schwyberg-Bahn für den Sommer 2001 bewegen sich etwa im Rahmen des Vorjahres. Das fehlende Bergrestaurant auf dem Schwyberg (vom Sturm zerstört) und die veraltete Bahn sind nach Meinung von Verwaltungsrats-Vizepräsident Manfred Riedo die Hauptgründe für das Ergebnis.
Die Einnahmen genügten knapp zur Deckung der anfallenden Lohnkosten, Reserven konnten keine getätigt werden. Um die Schwyberg-Bahnen auch nach dem Ende der Sommersaison in Betrieb zu halten, hätte die Gesellschaft etwa 400 000 Franken investieren müssen.
Allein in die beiden Schlepplifte Tierliberg und Gügger hätten etwa 250 000 Franken gesteckt werden müssen, um die Anforderungen des Bundesamtes für Verkehr und des interkantonalen Konkordats der Seilbahnen und Sessellifte erfüllen zu können. Zudem hätte man ein Pistenfahrzeug (ca. 100 000 Franken) anschaffen müssen. Bei der Sesselbahn allein wären etwa 25 000 Franken angefallen.
Wie Verwaltungsrats-Vizepräsident Manfred Riedo betonte, wäre ein Grossteil dieser Investitionen als Vorinvestitionen eines späteren Sanierungsprojektes getätigt worden. «Bis jetzt haben wir keinerlei Zusagen, dass etwas saniert werden kann», erklärte er. Deshalb konnte weder beim Gemeindeverband Region Sense, bei der Gemeinde Plaffeien, beim Verkehrsverein Schwarzsee, Plaffeien und Umgebung noch bei anderen Geldgebern ein Kredit aufgetrieben werden.
«Der Verwaltungsrat und die Gesellschafter hoffen weiterhin, dass das Sanierungsprojekt eines Tages Realität wird.» Ein wichtiger Schritt ist die öffentliche Informationsveranstaltung, die am 20. September in Plaffeien stattfinden wird.
Wie Riedo weiter mitteilt, musste den festangestellten Mitarbeitern gekündigt werden. Einer von ihnen hat bereits eine neue Anstellung gefunden. Für die beiden anderen sowie für die Teilzeitangestellten wird unter anderem mit den Kaiseregg-Bahnen nach einer Lösung gesucht.
Der Vizepräsident unterstrich hier das Entgegenkommen der Schwestergesellschaft. Der Verwaltungsrat hoffe, dass die Schwyberg-Bahn im Sommer 2002 wieder den Betrieb aufnehmen kann. Definitiv entscheiden könne man diesbezüglich allerdings erst im Frühling. Er betonte aber auch, dass der Entscheid lediglich den Winterbetrieb 2001/02 betreffe und nicht mit einer Auflösung der Gesellschaft gleichzustellen sei.
Oberamtmann Marius Zosso bezeichnete als Präsident der Region Sense die Einstellung des Winterbetriebs als schweren Schlag. Der Entscheid werde vom Vorstand der Region sehr bedauert. Man habe aber auch Verständnis für die Situation des Verwaltungsrates, zumal auch die Region Sense keine Möglichkeiten zur finanziellen Überbrückung habe.
Er erinnerte daran, dass nach dem 18. Januar 2001 Arbeitsgruppen eingesetzt worden waren. Bekanntlich hatten die Delegierten der Region Sense an der damaligen Sitzung die Genehmigung eines Anteils am Sanierungskredit (rund 1,5 Millionen Franken) zurückgewiesen, mit dem Auftrag, dass ein globales Konzept über die touristische Entwicklung in der Region Schwarzsee erstellt werde. In den Arbeitsgruppen haben diverse Interessenkreise und Vertreter verschiedener Regionen mitgewirkt. Das Ergebnis wird nächste Woche bekannt gegeben.
Unterstützung der öffentlichen Hand notwendig
Marius Zosso betonte, dass er überzeugt sei, dass heutzutage eine Zukunft für die Bergbahnen ohne Engagement der öffentlichen Hand nicht mehr denkbar sei. «Die Bergbahnen in Tourismusgebieten müssen als eine Art Groberschliessung angesehen werden, damit dieser Wirtschaftszweig überhaupt gepflegt werden kann», erklärte er.
Nach dem Entscheid der Delegierten der Region Sense Anfang Jahr wurde die ungewisse Zukunft der Schwyberg-Bahnen von vielen Seiten bedauert. Den Leuten sei langsam bewusst geworden, was für Auswirkungen eine dauerhafte Schliessung der Sesselbahn mit sich bringt, erklärte Manfred Riedo. «Dem Gast am Schwarzsee würde etwas fehlen.» Aber auch die Alphütten und Gastbetriebe in der Region bekämen es deutlich zu spüren. Dem Ferienheim Fuchses Schwyberg würde die Erschliessung fehlen.
Die Infrastruktur, um Gäste zu bewirten, und eine schöne Landschaft seien nicht genug, man müsse den Besuchern auch Betätigungsmöglichkeiten bieten, betonte Otto Lötscher, Ammann von Plaffeien. «Der Schwyberg ist ein idealer Aussichtspunkt und Ausgangsort für Wanderungen; beliebt vor allem bei Senioren und Familien.» Bereits 1990 sei in einem Tourismuskonzept festgehalten worden, dass beide Bahnen ihre Berechtigung haben, hielt der Ammann weiter fest. Adolf Käser vom Verkehrsverein sowie Manfred Riedo wiesen auf den grossen Verlust für die Sportvereine hin. Der Schwarzsee habe einen potenziellen Skiclub, der am Schwyberg-Hang viele Rennen und Trainings durchgeführt habe. «Man darf nicht vergessen, dass die Gügger-Piste eine der schneesichersten im ganzen Kanton ist, und dies ohne Schneekanonen»
„Freiburger Nachrichten“