von tirol.orf.at
Pettneu: Liftbau ohne Zustimmung der Behörde
Ein Liftschwarzbau in Pettneu am Arlberg beschäftigt derzeit die Behörden. Der Betreiber des Liftes begann ohne die nötigen Genehmigungen zu bauen.
Zuerst bauen, dann genehmigen
Laut Auskunft der zuständigen Beamten beim Verkehrsministerium in Wien sind noch nicht alle notwendigen Unterlagen eingelangt. Das Verfahren ist damit nicht abgeschlossen. Trotzdem begann der Liftbetreiber bereits zu bauen.
Es ist ein schon bekanntes Bild: Eilige Arbeiten im Skigebiet vor Beginn der Saison. Auch wenn, siehe Beispiel Notweg Pitztal, einzelne Genehmigungen noch auf sich warten lassen. Auch in Pettneu hat man offenbar den schnelleren Weg gesucht: Zuerst bauen, dann genehmigen lassen.
Alte Konzession erloschen
Dabei gab es in Pettneu bereits letzten Winter einigen Wirbel. Die Konzession für den 40 Jahre alten Zubringerlift ins Skigebiet war erloschen. Die Skifahrer mussten deswegen mit Kleinbussen über die Rodelbahn ins Skigebiet gebracht werden.
Beamte in Wien schütteln den Kopf
Touristiker im Ort befürchteten nicht nur einen Imageschaden sondern auch einen Geschäftsrückgang, weil viele Gäste ins benachbarte St. Anton ausweichen. Bereits damals wurde schnellster Ersatz durch eine neue Gondelbahn versprochen.
Seit geraumer Zeit laufen nun die Arbeiten an der neuen Bahn. Eine Vorgehensweise, die bei den Beamten im zuständigen Verkehrsministerium in Wien für Verwunderung sorgte.
Die Beamten des Verkehrsministeriums mussten erst bei Landeshauptmann Herwig van Staa (ÖVP) und Bürgermeister Klaus Zangerl nachfragen, was eigentlich Stand der Dinge in Pettneu sei. Fernmündlich sei dann mitgeteilt worden, dass mit den Bauarbeiten bereits begonnen wurde, heißt es im Ministerium.
Liftbetreiber droht Strafe
Das Ministerium hat nun per Bescheid vom 30. November die Arbeiten eingestellt und erklärte gegenüber Radio Tirol, ein Strafverfahren gegen den Liftbetreiber werde eingeleitet.
Die Nachricht dürfte die Gemeinde hart treffen. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres fürchten nun viele um die Zukunft des Skigebietes und um das Haupteinkommen im Winter.
Gäste drohen mit Storno
So mancher Gast hat bereits eine Stornierung des Urlaubes in Pettneu für den Fall angekündigt, dass die Bahn heuer neuerlich nicht fahren kann. Der Ausgang des Genehmigungsverfahrens ist nach dem illegalen Start weiter offen.