Seit 1300 Jahren nicht mehr so warm

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Stani
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Seit 1300 Jahren nicht mehr so warm

Beitrag von Stani »

Mit Temperaturen um die 15 Grad Celsius fehlt derzeit jede Spur vom meteorologisch bereits am 1. Dezember begonnenen Winter.

Wissenschaftler bestätigten nun im Rahmen einer internationalen Klimastudie nicht nur, dass es sich um ein rekordverdächtiges Wetterphänomen handelt: In den Alpen war es seit 1.300 Jahren nicht mehr so warm wie jetzt.

Wärmste Periode seit 8. Jahrhundert
Demnach erlebt die Alpenregion derzeit die wärmste Periode seit dem 8. Jahrhundert, so Reinhard Böhm, Klimatologe bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und Leiter der Alp-Imp-Studie, an der bis zu 30 Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Italien und Frankreich beteiligt waren.

"Wintertourismus wird Probleme bekommen"
Angesichts des Studienergebnisses machte Böhm auch eine klare Prognose für den heimischen Wintertourismus: Dieser werde "Probleme bekommen".

Allerdings werde es auch weiterhin Schnee in den Bergen geben, es werde nur weniger da sein, so Böhm: "Für die kommenden 20 Jahre braucht man aber gar nichts planen, da wird nämlich alles so bleiben, wie es ist."

Wärmster Herbst seit Jahrzehnten
Dennoch erlebt Österreich derzeit - wie viele andere Länder Europas auch - den wärmsten Herbst seit Jahrzehnten, und die Wintersportorte warten sehnsüchtig auf Schnee für den versprochenen Pistenzauber zum vielerorts verschobenen Saisonauftakt.

Zur Erinnerung: Vor einem Jahr waren um diese Zeit selbst die Täler bereits tief verschneit.

Tourismus auf Suche nach Auswegen
Laut Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, hofft man weiterhin darauf, dass sich auch dieser Winter dank sehr guter Buchungslage in der Kernzeit zwischen Weihnachten und den Semesterferien positiv entwickeln werde.

Der österreichische Tourismus habe aber bereits aus der Vergangenheit gelernt und stelle sich heute mit einem differenzierten Winterangebot dar, das nicht mehr ausschließlich an Schnee gebunden sei, so Stolba weiter.

Später Winter "nicht ungewöhnlich"
Auch der Innsbrucker Meteorologe Karl Gabl versucht zu beruhigen und erkennt an einem späten Wintereinbruch nichts Ungewöhnliches: "Es hat es auch schon gegeben, dass es bei Skiorten in 1.300 Meter Höhe zum ersten Mal Mitte Jänner einschneit."

Die globale Erwärmung sei bewiesen, doch es sei derzeit nicht absehbar, wie sich dadurch die Großwetterlage verschiebe, betonte Gabl.

Vergleich mit Kaukasus
"Wenn wir einen turbulenteren Witterungsverlauf bekommen, dann kann es auch mehr schneien", macht der Experte wohl nicht zuletzt den heimischen Touristikern wieder Hoffnung.

Dabei nannte Gabl, der für die ZAMG die westlichen Bundesländer Tirol und Vorarlberg beobachtet, den Kaukasus als Beispiel: Auch dort seien die Winter wärmer geworden, dennoch gebe es dort im Vergleich zu den Alpen das Doppelte und Dreifache an Schnee in 1.500 Meter Höhe.
ORF

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Pharao
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Beitrag von Pharao »

Der letzte Satz könnte von einem Politiker sein. :P Die Berge im Kaukasus gehen an die 6000 m... was für ein Vergleich.
Den Wert eines Menschenlebens bestimmt nicht seine Länge, sondern seine Tiefe.
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