Gesamtkapazität in einem Skigebiet
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Martin_D
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Gesamtkapazität in einem Skigebiet
In Skiatlanten oder Prospekten wird häufig die Gesamtkapizät eines Skigebietes angegeben.
Beispiel: Skigebiet Ötztal Arena 65000 Personen/Stunde (ADAC Skiatlas 2005)
Meiner Meinung nach ist diese Angabe wenig hilfreich. Sie müsste ergänzt werden mit der Gesamtzahl der Höhenmeter aller Lifte.
Das zeigt foldendes Beispiel.
Ein Skigebiet hat einen Sessellift mit 600 Höhenmeter und 2000 Personen pro Stunde. Würde man diesen Sessellift in zwei Sektionen mit jeweils 300 Höhenmeter und der selben Liftart aufteilen, käme man auf die doppelte Kapazität (4000 Personen/Stunde), obwohl das Angebot eigentlich im wesentlichen gleich geblieben ist.
Man kann das natürlich als Haarspalterei ansehen, aber ich bin der Meinung: Wenn man schon Vergleichswerte bringt, sollten diese auch aussagekräftig sein.
Beispiel: Skigebiet Ötztal Arena 65000 Personen/Stunde (ADAC Skiatlas 2005)
Meiner Meinung nach ist diese Angabe wenig hilfreich. Sie müsste ergänzt werden mit der Gesamtzahl der Höhenmeter aller Lifte.
Das zeigt foldendes Beispiel.
Ein Skigebiet hat einen Sessellift mit 600 Höhenmeter und 2000 Personen pro Stunde. Würde man diesen Sessellift in zwei Sektionen mit jeweils 300 Höhenmeter und der selben Liftart aufteilen, käme man auf die doppelte Kapazität (4000 Personen/Stunde), obwohl das Angebot eigentlich im wesentlichen gleich geblieben ist.
Man kann das natürlich als Haarspalterei ansehen, aber ich bin der Meinung: Wenn man schon Vergleichswerte bringt, sollten diese auch aussagekräftig sein.
- Seilbahnjunkie
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Na ja, die Gesammtkapazität wäre auch dann noch keine vernünftige Angabe. Um zu bewerten wie viele Schifahrer ein Gebiet verträgt müsste man noch die Schwierigkeit und Länge der Abfahrten einrechnen und für jede Bahn eine durchschnittliche Abafahrtszeit errechnen. Weil das dann aber so kompliziert wird lässt man es.
- trincerone
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Zumindest gibt es meines Wissens Angaben in Personenhöhenmetern - ich glaube Marius hatte mal sowas erwähnt. Interessant sind meines Erachtens auch die Relationen zu den Gästebetten, wobei die Angabe wegen der von Dir genannten Problematik und den Tagesgästen dann letztlich auch nicht wirklich etwa bringt.
Ein Novum wär mal Pistenfläche pro Schifahrer!
Heut steht man in den modernen Gebieten ja eher an der Piste Schlange als am Lift.
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- Seilbahnjunkie
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- gerrit
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Und die Tatsache, daß dieses Thema hier jedes Jahr neu diskutiert wird und schon die unterschiedlichsten Formeln zur Bewertung konstruiert wurden.....
(Ich glaub, ich hab auch mal versucht die Pistenfläche in die Berechnungen mit reinzunehmen).
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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Quelle: www.weissearena.chTransportanlagen
Anzahl Anlagen 27
Förderkapazität ab Tal pro Std. 8'000
Förderkapazität pro Std. 40'410
Länge aller Bahnen in km 51.8
Höhendifferenz aller Bahnen in km 12.2
Anzahl Luftseilbahnen 4
Anzahl Gondelbahnen 7
Anzahl Sesselbahnen 8
Anzahl Skilifte (inkl. Beginner-Lifte) 8
Pisten
Pistenkilometer 220
Anzahl Pisten 58
Anzahl Pistenmaschinen (davon 7 Windenmaschinen) 20
Anzahl Pipe Shaper (Pipe Dragon/Laax Pipe Monster) 2
Künstlich beschneite Fläche in ha 32.5
Künstlich beschneite Fläche in Pistenkilometer 12.9
Beleuchtete Pisten in km 3.5
Theoretisches Fassungsvermögen Skigebiet in Personen 47'000
Hier gibt es ein paar Daten. Da kann jetzt jeder rechen wir er will. Alle Angaben sind dabei
Ist es so hilfreicher?
- gerrit
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Aber natürlich kann man - basierend auf der nun wieder gewachsenen Lebenserfahrung - nochmal darüber nachdenken.
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mir ein System überlegt, das Kapazitäten, Höhenunterschiede, Auffahrtszeiten, Abfahrtslängen und Pistenfläche beinhaltet. Würde m.E. aber in Richtung "Extremwertaufgabe" abdriften, da manche Variablen nicht linear zu bewerten sind.
Beispiel: Wir halten die Zahl der Abfahrten und die Pistenfläche konstant und variieren die Beförderungskapazität. Eine geringe Beförderungskapazität wäre so lange gut, als nur wenige Gäste da sind, d.h. ideal wären viele Abfahrten und Varianten, große Pistenfläche und wenige Schifahrer, hier wäre die Beförderungskapazität eigentlich egal, günstig könnte man vielleicht schnelle Anlagen (PB) bewerten. Steigt die Gästezahl, so steigt die Attraktivität mit der Beförderungskapazität, m.E. aber nur bis zu einem Punkt, an dem die Zahl der Schifahrer pro Fläche Pistengelände einen kritischen Wert übersteigt (wobei man hier letztlich auch die Art des Skigeländes berücksichtigen müßte). Über dem kritischen Wert hätte man zwar auch keine oder nur geringe Wartezeiten beim Lift, aber keinen Genuß mehr beim Schifahren, und ich kenne einige Gebiete, bei denen das der Fall ist.
Vergleich: den höchsten Durchsatz an Kraftfahrzeugen hat eine Autobahn angeblich bei einer Einheitsgeschwindigkeit von ca. 80km/h, weil dann das Verhältnis GEschwindigkeit zu Sicherheitsabstand den höchsten Durchsatz an Fahrzeugen zuläßt. Sicher gäbe es sowas auch für Schigebiete, aber weder das eine noch das andere macht Spaß!
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mir ein System überlegt, das Kapazitäten, Höhenunterschiede, Auffahrtszeiten, Abfahrtslängen und Pistenfläche beinhaltet. Würde m.E. aber in Richtung "Extremwertaufgabe" abdriften, da manche Variablen nicht linear zu bewerten sind.
Beispiel: Wir halten die Zahl der Abfahrten und die Pistenfläche konstant und variieren die Beförderungskapazität. Eine geringe Beförderungskapazität wäre so lange gut, als nur wenige Gäste da sind, d.h. ideal wären viele Abfahrten und Varianten, große Pistenfläche und wenige Schifahrer, hier wäre die Beförderungskapazität eigentlich egal, günstig könnte man vielleicht schnelle Anlagen (PB) bewerten. Steigt die Gästezahl, so steigt die Attraktivität mit der Beförderungskapazität, m.E. aber nur bis zu einem Punkt, an dem die Zahl der Schifahrer pro Fläche Pistengelände einen kritischen Wert übersteigt (wobei man hier letztlich auch die Art des Skigeländes berücksichtigen müßte). Über dem kritischen Wert hätte man zwar auch keine oder nur geringe Wartezeiten beim Lift, aber keinen Genuß mehr beim Schifahren, und ich kenne einige Gebiete, bei denen das der Fall ist.
Vergleich: den höchsten Durchsatz an Kraftfahrzeugen hat eine Autobahn angeblich bei einer Einheitsgeschwindigkeit von ca. 80km/h, weil dann das Verhältnis GEschwindigkeit zu Sicherheitsabstand den höchsten Durchsatz an Fahrzeugen zuläßt. Sicher gäbe es sowas auch für Schigebiete, aber weder das eine noch das andere macht Spaß!
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Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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- trincerone
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Außerdem werden weder auf der AB noch auf der Piste die Sicherheitsabstände eingehalten...
Finde ich alles sehr interessant, hätt ich schon Lust mal etwas drüber nachzudenken. Mein Ansatz wäre für eine Näherung Lage von Anlagen und Pisten über ein Faktorensystem zu berücksichtigen... hm, mal schaun, vielleicht fällt mir ja was ein..
Finde ich alles sehr interessant, hätt ich schon Lust mal etwas drüber nachzudenken. Mein Ansatz wäre für eine Näherung Lage von Anlagen und Pisten über ein Faktorensystem zu berücksichtigen... hm, mal schaun, vielleicht fällt mir ja was ein..
- gerrit
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Pistenfläche fehlt..... (und 12 km beschneite Piste bei 220 km GEsamtpiste kann ich nicht ganz glauben).STB17 hat geschrieben:Quelle: www.weissearena.chTransportanlagen
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Beleuchtete Pisten in km 3.5
Theoretisches Fassungsvermögen Skigebiet in Personen 47'000
Hier gibt es ein paar Daten. Da kann jetzt jeder rechen wir er will. Alle Angaben sind dabei
Ist es so hilfreicher?
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OK es geht weiter:
... und zu den 12,9 km: Ab diesem Jahr sind es mehr, über 20 km, wie viel genau hab ich leider noch nirgends gefunden
Geschäftsjahr 2004/2005
Besucher im Skigebiet pro Tag im Durchschnitt (Winter) 8'000
Besucher im Skigebiet an Spitzentagen 20'000
Frequenzen Wintersaison in Mio. (inklusive Talfahrten) 9.2
Frequenzen pro Besucher im Skigebiet an einem Tag 10.3
Höhenmeter pro Besucher im Skigebiet und Tag 3’984
Umsatz Bahnen in Mio. CHF 32.2
Facts & Figures
Allgemein
Grösstes zusammenhängendes Wintersportgebiet Graubündens mit 100km² Fläche (Flims Laax Falera)
220km Pisten aller Schwierigkeitsgrade, davon 40km gesicherte, nicht präparierte Pisten
2 Halfpipes, 2 Freestyle-Parks
27 (4 Luftseilbahnen, 7 Gondelanlagen, 8 Sesselbahnen, 3 Skilifte, 2 Gletscherlifte, 2 Beginnerlifte, 1 Park&Pipe-Lift)
Förderkapazität pro Stunde: 40'410 Personen
Ski- und Snowboardfahrer pro Tag: Bis zu 20'000 Personen
Theoretisches Fassungsvermögen: 44'000 Personen
Zugang zum Skigebiet über die Talstationen Flims, Laax Murschetg und Falera
70% auf über 2000 m ü.M.
Höchster Punkt 3'018 m.ü.M. (Vorab Gletscher)
Tiefster Punkt 1'100m.ü.M. (Talstation Laax und Flims)
... und zu den 12,9 km: Ab diesem Jahr sind es mehr, über 20 km, wie viel genau hab ich leider noch nirgends gefunden
- Pilatus
- Disteghil Sar (7885m)
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Das ist aber nur bei Umlaufbahnen so. Es wird gezählt wieviel unten "abgeschaufelt" wird, aber nicht wieviel oben ankommt. Bei Anlagen mit Pendelbetrieb ist "unten abschaufeln" aber gleich "oben abladen". Deshalb ist dort die länge schon wichtig.An der Kapazität alleine ändert die Bahnlänge aber nichts.
- Pilatus
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Oben "abgeladen" werden bei einer kuppelbaren Sesselbahn aber minimal mehr.
Denn wenn man die Anlage anstellt, dauert es bei einer 1500 Meter langen 4-CLF etwa 12 Minuten, bis die ersten Leute oben vom Sessellift gehen. Bei einer kuppelbaren Anlage sind die ersten aber schon nach 6 Minuten oben. Wenn man die Anlage abschalten will, muss man bei dem fixen 12 Minuten vor Betriebschluss, bei der kuppelbaren Anlage erst 6 Minuten davor die Schranken dicht machen. Das heisst, der kuppelbare Lift würde bei gleicher Betriebszeit 12/60 x Stundenkapatzität mehr Leute oben absetzten.
Denn wenn man die Anlage anstellt, dauert es bei einer 1500 Meter langen 4-CLF etwa 12 Minuten, bis die ersten Leute oben vom Sessellift gehen. Bei einer kuppelbaren Anlage sind die ersten aber schon nach 6 Minuten oben. Wenn man die Anlage abschalten will, muss man bei dem fixen 12 Minuten vor Betriebschluss, bei der kuppelbaren Anlage erst 6 Minuten davor die Schranken dicht machen. Das heisst, der kuppelbare Lift würde bei gleicher Betriebszeit 12/60 x Stundenkapatzität mehr Leute oben absetzten.
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Vielleicht sollte man die Anzahl der verkauften Schi als groben Indikator mit einbeziehen?
Ich freue mich, wieder häufiger hier was von kompetenten Leuten zu lesen, in letzter Zeit waren nach meinem Geschmack die Beiträge von Leuten vom Fach hier etwas unterrepräsentiert. Da es in meinen Augen zu einem Diskussionsforum dazu gehört, dass zu den Beiträgen auch Antworten kommen und die zwangsweise nicht immer richtig sind, finde ich es sehr begrüßenswert, wenn die Äußerungen zu diesen ähnlich sachlich ausfallen, wie die Ausgangsbeiträge.
Zurück zum Thema:
Gibt es eigentlich fundierte Untersuchungen zu der Frage, wie bestimmte Bahntypen in der Praxis in ihrerer Kapazität tatsächlich ausgenutzt werden? Oder Erfahrungswerte? Erreicht beispielsweise eine KSB 8 in Spitzenzeiten den gleichen Prozentwert ihrer th. möglichen max. Kapazität wie eine KSB 4?
Ich freue mich, wieder häufiger hier was von kompetenten Leuten zu lesen, in letzter Zeit waren nach meinem Geschmack die Beiträge von Leuten vom Fach hier etwas unterrepräsentiert. Da es in meinen Augen zu einem Diskussionsforum dazu gehört, dass zu den Beiträgen auch Antworten kommen und die zwangsweise nicht immer richtig sind, finde ich es sehr begrüßenswert, wenn die Äußerungen zu diesen ähnlich sachlich ausfallen, wie die Ausgangsbeiträge.
Zurück zum Thema:
Gibt es eigentlich fundierte Untersuchungen zu der Frage, wie bestimmte Bahntypen in der Praxis in ihrerer Kapazität tatsächlich ausgenutzt werden? Oder Erfahrungswerte? Erreicht beispielsweise eine KSB 8 in Spitzenzeiten den gleichen Prozentwert ihrer th. möglichen max. Kapazität wie eine KSB 4?
- mic
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Zum Thema Gästefluß, Skifahrerströme ist vielleicht das interessant:
Ist ja einigen bekannt:
http://www.klenkhart.at/htmlde/prod05.html
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- Seilbahnjunkie
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Wie meinst du das mit dem Einstieg Hägar? Das der Einfluss auf die maximale Kapazität hat weiß ich, aber wiso wirkt der sich auf die Auslastung aus?
Das Beispiel von STB17 kann nicht stimmen. Nie im Leben verträgt ein Schigebiet mehr Leute als die addierte Gesammtkapazität der Lift. Bei erträglicher Wartezeit gibt es wenn überhaupt eine Hand voll Lifte an denen man weniger als eine Abfahrt pro Stunde macht, und die Stehen nicht in dem Gebiet. Auserdem kann man ja dank der angegebenen Zubringerkapazität ausrechnen, dass es fast 6 Stunden dauern würde die Personen ins Schigebiet zu bringen.
Das Beispiel von STB17 kann nicht stimmen. Nie im Leben verträgt ein Schigebiet mehr Leute als die addierte Gesammtkapazität der Lift. Bei erträglicher Wartezeit gibt es wenn überhaupt eine Hand voll Lifte an denen man weniger als eine Abfahrt pro Stunde macht, und die Stehen nicht in dem Gebiet. Auserdem kann man ja dank der angegebenen Zubringerkapazität ausrechnen, dass es fast 6 Stunden dauern würde die Personen ins Schigebiet zu bringen.
- trincerone
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@hägar: danke für Deine Antwort. Deine Einschätzung mit der DSB teile ich. Gleichzeitig vermute ich, dass aber einer gewissen Sesselgröße mangels vollständiger Füllung der Sessel, die proz. Nutzung der th. Kap. wieder rückläufig ist, d.h. ich denke es gibt einen optimalen Mittelwert. Ich neige ja gefühlsmäßig dazu zu sagen, dass der bereits bei der KSB 6 liegt, max. bei der KSB 8. Kann ich allderings nicht belegen, ist nur ein Eindruck von mir. Man wird es sehen, falls jemals irgendwer eine KSB 10 baut (was ich ehrlich gesagt vorerst für unwahrscheinlich halte).
So, sorry, das war jetzt etwas weit vom Thema weg, aber ich finde so Erwägungen sehr interessant.
So, sorry, das war jetzt etwas weit vom Thema weg, aber ich finde so Erwägungen sehr interessant.
- piano
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Ich finde, dass mit der Einstiegskapazität auf einfache Weise dass Skigebietsvolumen grob abschätzen kann. Die Einstiegsanlagen sind quasi die Schleusen, die zeigen, wieviele Personen theoretisch ins Skigebiet kommen. Und die Kapazitäten von Zubringer- und Beschäftigungsanlagen werdem ja häufig aufeinander abgestimmt, so dass einerseits die Zubringer nicht überproportioniert sind und halbleer laufen, und andererseits die Beschäftigungsanlagen auch alle Skigäste aufnehmen können.
Ansonsten wird es doch sehr schwierig, das Ganze genau zu modellieren.
Ansonsten wird es doch sehr schwierig, das Ganze genau zu modellieren.
- gerrit
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Achtung: jetzt wirds kompliziert:
Die laufende Diskussion bezüglich der Kapazität eines Skigebiets hat mich in der letzten - berufsbedingt ziemlich schlaflosen, aber doch mit "Nachdenkpausen" garnierten - Nacht nicht losgelassen und ich habe mir die Frage gestellt, ob es möglich ist, die "Qualität" eines Skigebiets aus dessen meßbaren Daten heraus in Faktoren und / oder Kennzahlen umzuwandeln und so darzustellen.
Vorausgeschickt sei, daß ich persönlich eine solche "Quantifzierung" nicht brauche, jedoch irgendwie plötzlich "akademisches" Interesse entwickle, ob ein derartiges System möglich ist bzw. welche Faktoren man dabei berücksichtigen müßte.
Für zukünftige "Planspiele" definiere ich vorweg einmal das Terrain als "idealen" Skiberg (nicht ideal im Sinne, daß man dort das beste Skigebiet bauen könnte, sondern ideal zur Definition der nötigen Parameter): zum Bau von Aufstiegsanlagen und Abfahrten steht uns quasi ein Hang zur Verfügung, der maximale Höhenunterschied beträgt 1000 Höhenmeter, das Terrain weist in der oberen Hälfte eine durchschnittliche Hangneigung von 30°, in der unteren von 20° auf. (Ich werde in der Folge von einigen Annahmen bezüglich Fahrtgeschwindigkeit von Liften und Schifahrern ausgehen, die möglicherweise nicht realistisch sind, ich bitte hier um sofortige Korrektur). Wir konzentrieren uns zunächst einmal auf die Pisten und gehen einfach von einer Liftanlage aus, die noch nicht näher definiert ist.
Es gibt vorläufig eine Piste von 2 km Länge, deren oberer Halbabschnitt eine Neigung von etwa 30° aufweist, unten sind es 20°. (Die Piste verläuft neben dem Lift, es kann sein, daß sich das geometrisch nicht ausgeht mit der beschriebenen Länge und dem HU von 1000 m, bin aber jetzt zu faul zum rechnen). Die Piste ist 50m breit, wir haben also 100000m2 Pistenfläche zur Verfügung. Die durchschnittliche Neigung der Pistenfläche beträgt 25°, die beiden Werte alleine geben aber kein zufriedenstellendes Bild von den Gegebenheiten, da ein Schnitt von 25° auch bei einer 1km Piste von 50° (mit 50000m2) und 1km 0° zustande kommen würde. Könnte man von einer Normalverteilung der verschiedenen Neigungen bezogen auf den Quadratmeter Pistenfläche ausgehen, so würden uns Standardabweigung bzw. Varianz weiterhelfen, hätte die gesamte Pistenfläche eine Neigung von 25°, wären die beiden Werte 0 und würden je nach Streuung variieren. Geht man aber davon aus, daß die Neigungswerte nicht noralverteilt um den Mittelwert sind, sondern beispielsweise wesentlich mehr flache als steile Pisten vorhanden sind, dann würde z.B. ein Histogramm besser Auskunft über die Gegebenheiten geben.
Kurze Erklärung: X-Achse: Hangneigung von 0 bis maximale Hangneigung im Skigebiet; Y-Achse: m2 Pistenfläche für die jeweilige Hangneigung.
Damit hätte man zumindestens einen Überblick über die Neigungsverhältnisse. (Vorgriff auf später: man könnte dieses Histogramm auch irgendwie mit der Kapazität der Aufstiegshilfen in Beziehung setzen, so könnte es z.B. sein, daß es viele steile Pistenflächen gibt, die jedoch nur von einem kapazitätsschwachen Lift bedient werden, die flachen Anteile jedoch von vielen kapazitätsstarken Aufstiegsanlagen versorgt sind).
Das Histogramm sagt aber überhaupt nichts über die Abfahrtslängen bzw. Höhenunterschiede aus, d.h. die Abfahrtsflächen könnten genauso auf einem sehr breiten und kurzen Hang mit 100m HU liegen oder so wie in unserem Beispiel von oben. Man müßte also auch Parameter bezüglich Pistenzahl, - länge und HU einführen, schließlich ist auch die Pistenbreite zu berücksichtigen, da auf obigem Berg 25 Pisten von je 2 Meter Breite wohl einen anderen Qualitätsfaktor aufweisen als das beschriebene Beispiel. Auch zu berücksichtigen wären z.B. "unumfahrbare" Steilstufen im Gelände, wenn unsere obige Abfahrt bei den beschriebenen durchschnittlichen Hangneigungen z.B. eine Geländestufe mit 60° hätte, dann wäre sie trotz "normaler" Durchschnittswerte für den Normalverbraucher nicht geeignet (für mich wohl auch nicht, weil 60° ist nur was für Extremskifahrer).
Nun aber einen Denkschritt weiter:
Die Piste mit ihrer Fläche erfüllt ja keinen Selbstzweck sondern dient ja dem Schifahrer als Sportgerät und sollte für ihn daher bestimmte Kriterien erfüllen. Diese variieren jedoch individuell, d.h. je nach Fertigkeit und Vorliebe hat der einzelne Schifahrer unterschiedliche Anforderungen.
Gesetzt den Fall, ich hätte das obige Skigebiet für mich alleine zur Verfügung, dann könnte ich die gesamten 100000m2 Pistenfläche für mich benützen. Es ergäbe sich jedoch wohl kein "Qualitätsunterschied", wenn sich z.B. 2 oder 3 Schifahrer in dem Gebiet aufhalten, irgendwann jedoch würde der Verkehr auf der Piste "störend" werden (Beförderungskapazität und Fahrzeit des Liftes bleiben zunächst mal unberücksichtigt). Ich definiere nun einmal für mich (und für diesen Hang??) eine Art "Qualitätsmaß" für die Pistenlfläche. Ich fühle mich dann völlig ungestört beim SChifahren, wenn ich vor mir auf 250 Meter Länge keinen weiteren Schifahrer sehe (wie man sieht, kann dieses Qualitätsmaß von Fahrer zu Fahrer variieren, wahrscheinlich differiert es auch für ein und den selben Schifahrer je nach Hangneigung und Pistenbeschaffenheit, das wird aber hier zunächst zu kompliziert, wir gehen also von einem einheitlichen Qualitätsmaß für mich aus). Unsere Piste ist 2 km lang, d.h. sie verträgt gleichzeitig durchschnittlich 8 Schifahrer (mit gleichem Qualitätsmaß). Und zwar unabhängig von deren Geschwindigkeit (die allerdings natürlich auch gleich sein müßte), da ja oben nur dann 250m Pistenlänge (bzw. 12500m2 Pistenfläche) frei werden, wenn der unterste Fahrer die Piste verlassen hat.
D.h. eine von vielen Kennzahlen für ein Schigebiet wäre es für mich, wie groß meine "Qualitätsfläche" ist bzw. wieviele SChifahrer sich voraussichtlich darin tummeln werden, ich nenne das mal "Humanstörfaktor" (Umgelegt auf Tiefschneegelände beantwortet eine solche Kennzahl (objektiv", warum ich zuletzt in kleinen Schigebieten in der Steiermark mehr Freude am Geländefahren hatte als am Arlberg, auf letzterem waren zwar die Geländeflächen deutlich größer, wiesen jedoch pro Flächeneinheit einen höheren "Humanstörfaktor" auf.).
Zurück zu unserem Schigebiet:
Bis zu einer Zahl von 8 Personen gibt es keinen "Humanstörfaktor" und die Anzahl der innerhalb einer Stunde befahrbaren "Qualitäts-Flächeneinheiten" hängt von meiner Fahrgeschwindigkeit (soferne ich alleine bin bzw. die anderen 7 genauso schnell fahren wie ich) und von der Zeit für die Liftfahrt ab.
Ich postuliere eine Aufstiegshilfe, die - ohne Wartezeiten - mit 5m/sec fährt, d.h. ich hätte bei 2000m Länge eine Auffahrtsdauer von 6 Min 40 sec., angenommen ich brauche für die Abfahrt 5 Minuten 20 sec., so dauert ein Zyklus 12 Minuten, d.h. ich schaffe 5 Zyklen pro Stunde und damit 40 "Qualitäts-Flächeneinheiten" pro Stunde bei einem Human-Störfaktor von 0.
Wenn ich nun - immer noch ohne Wartezeiten beim Lift - dessen Fahrgeschwindigkeit variiere, so hat das natürlich Auswirkungen auf die Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde, angenommen die Auffahrt dauert 9 Minuten u. 40 Sekunden, dann dauert ein Zyklus 15 Minuten und ich schaffe nur mehr 32 Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde.
Variieren kann nun auch der humane Störfaktor: wenn sich mehr Leute auf der Piste tummeln, dann steigt dieser Faktor und bewirkt zweierlei: einmal gibt es eine "subjektive" Störung meines Wohlbefindens, zun anderen jedoch wirkt sich "Verkehr" auf der Piste auch auf meine Fahrgeschwindigkeit aus, ich werde also langsamer unterwegs sein und daher weniger Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde konsumieren können. Spielt nun auch die Kapazität unserer Liftanlage eine Rolle und es kommt zu Wartezeiten, so hat das auch negative Auswirkungen auf meine Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde. Für die "Qualität" eines Gebietes sind also nicht nur Größen wie Pistenfläche, Pistenzahl, Zahl und Kapazität der Aufstiegshilfen oder Höhenunterschiede ausschlaggebend sondern auch die persönliche Erwartung (wie schnell fahre ich, wie groß ist meine Qualitätsfläche, wie bewerte ich den humanen Störfaktor, bevor er zu einer meßbaren Geschwindigkeitsreduktion führt) und die Zahl bzw. auch das Niveau der anderen Schifahrer, dies aber auch wieder irgendwie bezogen auf das Schigelände bzw. Flächen-Histogramm (da es für mich ja einen Unterschied macht, ob ich auf den von mir bevorzugten schwierigen Pisten alleine bin, ob sich hier mehrere oder viele gute Fahrer tummeln oder ob schlechte und langsame Fahrer meine persönliche Qualitätsflächeneinheit zusätzlich beeinträchtigen).
Soweit bin ich nun mal gediehen mit meinen Überlegungen. Was man mit dem Beispiel nun durchspielen könnte ist: wie setzt man die bisher genannten Faktoren in eine rechenbare Relation? Wie wirkt sich beispielsweise die Verdoppelung der Pistenfläche durch eine zweite Abfahrt aus, welchen Unterschied macht es, wenn ich anstelle einer Liftanlage über den gesamten Hang zwei kürzere über jeweils die Hälfte mache? (Die Kapazität würde zwar verdoppelt, aber nicht bezüglich der fahrbahren Höhenmeter oder Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde). Was ändert sich an den Faktoren, wenn ich eine lange Anlage stehen lasse und im flacheren Bereich eine zusätzliche kurze Anlage baue, ohne die Pistenfläche zu ändern? Was ist, wenn ich nur unten eine neue Abfahrt baue?
(Das Histogramm ändert sich nun sicher).
Fragen über Fragen, nachdem die Dinge alle in einer Beziehung zueinander stehen, wird das ganze höchst komplex.... Ich denke, ich werde morgen Nacht wohl doch lieber die Relativitätstheorie beweisen......
Die laufende Diskussion bezüglich der Kapazität eines Skigebiets hat mich in der letzten - berufsbedingt ziemlich schlaflosen, aber doch mit "Nachdenkpausen" garnierten - Nacht nicht losgelassen und ich habe mir die Frage gestellt, ob es möglich ist, die "Qualität" eines Skigebiets aus dessen meßbaren Daten heraus in Faktoren und / oder Kennzahlen umzuwandeln und so darzustellen.
Vorausgeschickt sei, daß ich persönlich eine solche "Quantifzierung" nicht brauche, jedoch irgendwie plötzlich "akademisches" Interesse entwickle, ob ein derartiges System möglich ist bzw. welche Faktoren man dabei berücksichtigen müßte.
Für zukünftige "Planspiele" definiere ich vorweg einmal das Terrain als "idealen" Skiberg (nicht ideal im Sinne, daß man dort das beste Skigebiet bauen könnte, sondern ideal zur Definition der nötigen Parameter): zum Bau von Aufstiegsanlagen und Abfahrten steht uns quasi ein Hang zur Verfügung, der maximale Höhenunterschied beträgt 1000 Höhenmeter, das Terrain weist in der oberen Hälfte eine durchschnittliche Hangneigung von 30°, in der unteren von 20° auf. (Ich werde in der Folge von einigen Annahmen bezüglich Fahrtgeschwindigkeit von Liften und Schifahrern ausgehen, die möglicherweise nicht realistisch sind, ich bitte hier um sofortige Korrektur). Wir konzentrieren uns zunächst einmal auf die Pisten und gehen einfach von einer Liftanlage aus, die noch nicht näher definiert ist.
Es gibt vorläufig eine Piste von 2 km Länge, deren oberer Halbabschnitt eine Neigung von etwa 30° aufweist, unten sind es 20°. (Die Piste verläuft neben dem Lift, es kann sein, daß sich das geometrisch nicht ausgeht mit der beschriebenen Länge und dem HU von 1000 m, bin aber jetzt zu faul zum rechnen). Die Piste ist 50m breit, wir haben also 100000m2 Pistenfläche zur Verfügung. Die durchschnittliche Neigung der Pistenfläche beträgt 25°, die beiden Werte alleine geben aber kein zufriedenstellendes Bild von den Gegebenheiten, da ein Schnitt von 25° auch bei einer 1km Piste von 50° (mit 50000m2) und 1km 0° zustande kommen würde. Könnte man von einer Normalverteilung der verschiedenen Neigungen bezogen auf den Quadratmeter Pistenfläche ausgehen, so würden uns Standardabweigung bzw. Varianz weiterhelfen, hätte die gesamte Pistenfläche eine Neigung von 25°, wären die beiden Werte 0 und würden je nach Streuung variieren. Geht man aber davon aus, daß die Neigungswerte nicht noralverteilt um den Mittelwert sind, sondern beispielsweise wesentlich mehr flache als steile Pisten vorhanden sind, dann würde z.B. ein Histogramm besser Auskunft über die Gegebenheiten geben.
Kurze Erklärung: X-Achse: Hangneigung von 0 bis maximale Hangneigung im Skigebiet; Y-Achse: m2 Pistenfläche für die jeweilige Hangneigung.
Damit hätte man zumindestens einen Überblick über die Neigungsverhältnisse. (Vorgriff auf später: man könnte dieses Histogramm auch irgendwie mit der Kapazität der Aufstiegshilfen in Beziehung setzen, so könnte es z.B. sein, daß es viele steile Pistenflächen gibt, die jedoch nur von einem kapazitätsschwachen Lift bedient werden, die flachen Anteile jedoch von vielen kapazitätsstarken Aufstiegsanlagen versorgt sind).
Das Histogramm sagt aber überhaupt nichts über die Abfahrtslängen bzw. Höhenunterschiede aus, d.h. die Abfahrtsflächen könnten genauso auf einem sehr breiten und kurzen Hang mit 100m HU liegen oder so wie in unserem Beispiel von oben. Man müßte also auch Parameter bezüglich Pistenzahl, - länge und HU einführen, schließlich ist auch die Pistenbreite zu berücksichtigen, da auf obigem Berg 25 Pisten von je 2 Meter Breite wohl einen anderen Qualitätsfaktor aufweisen als das beschriebene Beispiel. Auch zu berücksichtigen wären z.B. "unumfahrbare" Steilstufen im Gelände, wenn unsere obige Abfahrt bei den beschriebenen durchschnittlichen Hangneigungen z.B. eine Geländestufe mit 60° hätte, dann wäre sie trotz "normaler" Durchschnittswerte für den Normalverbraucher nicht geeignet (für mich wohl auch nicht, weil 60° ist nur was für Extremskifahrer).
Nun aber einen Denkschritt weiter:
Die Piste mit ihrer Fläche erfüllt ja keinen Selbstzweck sondern dient ja dem Schifahrer als Sportgerät und sollte für ihn daher bestimmte Kriterien erfüllen. Diese variieren jedoch individuell, d.h. je nach Fertigkeit und Vorliebe hat der einzelne Schifahrer unterschiedliche Anforderungen.
Gesetzt den Fall, ich hätte das obige Skigebiet für mich alleine zur Verfügung, dann könnte ich die gesamten 100000m2 Pistenfläche für mich benützen. Es ergäbe sich jedoch wohl kein "Qualitätsunterschied", wenn sich z.B. 2 oder 3 Schifahrer in dem Gebiet aufhalten, irgendwann jedoch würde der Verkehr auf der Piste "störend" werden (Beförderungskapazität und Fahrzeit des Liftes bleiben zunächst mal unberücksichtigt). Ich definiere nun einmal für mich (und für diesen Hang??) eine Art "Qualitätsmaß" für die Pistenlfläche. Ich fühle mich dann völlig ungestört beim SChifahren, wenn ich vor mir auf 250 Meter Länge keinen weiteren Schifahrer sehe (wie man sieht, kann dieses Qualitätsmaß von Fahrer zu Fahrer variieren, wahrscheinlich differiert es auch für ein und den selben Schifahrer je nach Hangneigung und Pistenbeschaffenheit, das wird aber hier zunächst zu kompliziert, wir gehen also von einem einheitlichen Qualitätsmaß für mich aus). Unsere Piste ist 2 km lang, d.h. sie verträgt gleichzeitig durchschnittlich 8 Schifahrer (mit gleichem Qualitätsmaß). Und zwar unabhängig von deren Geschwindigkeit (die allerdings natürlich auch gleich sein müßte), da ja oben nur dann 250m Pistenlänge (bzw. 12500m2 Pistenfläche) frei werden, wenn der unterste Fahrer die Piste verlassen hat.
D.h. eine von vielen Kennzahlen für ein Schigebiet wäre es für mich, wie groß meine "Qualitätsfläche" ist bzw. wieviele SChifahrer sich voraussichtlich darin tummeln werden, ich nenne das mal "Humanstörfaktor" (Umgelegt auf Tiefschneegelände beantwortet eine solche Kennzahl (objektiv", warum ich zuletzt in kleinen Schigebieten in der Steiermark mehr Freude am Geländefahren hatte als am Arlberg, auf letzterem waren zwar die Geländeflächen deutlich größer, wiesen jedoch pro Flächeneinheit einen höheren "Humanstörfaktor" auf.).
Zurück zu unserem Schigebiet:
Bis zu einer Zahl von 8 Personen gibt es keinen "Humanstörfaktor" und die Anzahl der innerhalb einer Stunde befahrbaren "Qualitäts-Flächeneinheiten" hängt von meiner Fahrgeschwindigkeit (soferne ich alleine bin bzw. die anderen 7 genauso schnell fahren wie ich) und von der Zeit für die Liftfahrt ab.
Ich postuliere eine Aufstiegshilfe, die - ohne Wartezeiten - mit 5m/sec fährt, d.h. ich hätte bei 2000m Länge eine Auffahrtsdauer von 6 Min 40 sec., angenommen ich brauche für die Abfahrt 5 Minuten 20 sec., so dauert ein Zyklus 12 Minuten, d.h. ich schaffe 5 Zyklen pro Stunde und damit 40 "Qualitäts-Flächeneinheiten" pro Stunde bei einem Human-Störfaktor von 0.
Wenn ich nun - immer noch ohne Wartezeiten beim Lift - dessen Fahrgeschwindigkeit variiere, so hat das natürlich Auswirkungen auf die Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde, angenommen die Auffahrt dauert 9 Minuten u. 40 Sekunden, dann dauert ein Zyklus 15 Minuten und ich schaffe nur mehr 32 Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde.
Variieren kann nun auch der humane Störfaktor: wenn sich mehr Leute auf der Piste tummeln, dann steigt dieser Faktor und bewirkt zweierlei: einmal gibt es eine "subjektive" Störung meines Wohlbefindens, zun anderen jedoch wirkt sich "Verkehr" auf der Piste auch auf meine Fahrgeschwindigkeit aus, ich werde also langsamer unterwegs sein und daher weniger Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde konsumieren können. Spielt nun auch die Kapazität unserer Liftanlage eine Rolle und es kommt zu Wartezeiten, so hat das auch negative Auswirkungen auf meine Qualitäts-Flächeneinheiten pro Stunde. Für die "Qualität" eines Gebietes sind also nicht nur Größen wie Pistenfläche, Pistenzahl, Zahl und Kapazität der Aufstiegshilfen oder Höhenunterschiede ausschlaggebend sondern auch die persönliche Erwartung (wie schnell fahre ich, wie groß ist meine Qualitätsfläche, wie bewerte ich den humanen Störfaktor, bevor er zu einer meßbaren Geschwindigkeitsreduktion führt) und die Zahl bzw. auch das Niveau der anderen Schifahrer, dies aber auch wieder irgendwie bezogen auf das Schigelände bzw. Flächen-Histogramm (da es für mich ja einen Unterschied macht, ob ich auf den von mir bevorzugten schwierigen Pisten alleine bin, ob sich hier mehrere oder viele gute Fahrer tummeln oder ob schlechte und langsame Fahrer meine persönliche Qualitätsflächeneinheit zusätzlich beeinträchtigen).
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Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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- trincerone
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