Anfahrt:
Aus dem Rhein-Neckar-Dreieck über Basel, Zürich problemlos in 4 Stunden
Wetter/Temperatur:
Donnerstag bis Sonntag purer Sonnenschein mit ganz deutlichen Plusgraden, an Neujahr im Tal Regen oben Schnee, am Dienstag überall Schnee
Schneehöhe/Schneezustand:
im Tal ca. 10 Zentimeter, am Berg teilweise sehr aper mit zunehmendem Grünstich, ziemlich sulzig, Montag auf Dienstag dann Neuschnee ca. 15 cm, an manchen Stellen neben der Piste ging mir der Schnee fasst bis ans Knie und es hat nach dem wir mittags abgereist sind munter weiter geschneit.
Geöffnete/geschlossene Pisten/Anlagen:
siehe Bericht
Meisten Gefahren mit:
Empächlilift (wahrscheinlich 100x)
Wenigsten Gefahren mit:
Egglilift (gar nicht)
Wartezeiten:
i. d. R. 0-2 Min, wenn Skirennfahrer unterwegs waren auch mal 5 Min.
Gefallen:
- Wetter
- Munggä-Hütte
- sehr freundliches Personal in Hotel, Gaststätten, Läden, Hütten und an den Liften
- endlich wieder Skifahren
Nicht gefallen:
- wenig geöffnete Pisten
- schlechter Pistenzustand
Ihr könnt jetzt entgegen halten, dass man bei der gegebenen Wetterlage nicht gleichzeitig das schöne Wetter loben und die schlechten/wenigen Pisten anprangern kann. Ist mir auch klar, ich zähle einfach nur die Punkte auf. Ich glaube (auch mit Blick auf andere Skigebiete), es wäre pistenmässig etwas mehr drin gewesen, das kann ich aber schwer beweisen.
Fazit: Aus alpinforumstechnischer Sicht kann man mit Wohlwollen bestenfalls
Details:
Noch nie habe ich vor einem Winterurlaub so oft den Wetterbericht und die Webcams studiert wie dieses mal. Und noch nie habe ich schlechtes Wetter so sehr herbeigesehnt. Der Grund dürfte klar sein: Der allgemeine Schneemangel in den Alpen. Doch alles Beten half nichts und so gings am 28. Dezember in den lange gebuchten Silvesterurlaub nach Elm.
In Elm dann verkehrte Welt. Im Ort ist es recht weiß, im Skigebiet hingegen ziemlich grün. Das liegt daran, dass Elm selbst auf dem Grund eines steilen Tals liegt und im Dezember kein Sonnenstrahl bis dort unten hinkommt. Das Skigebiet selbst befindet sich zu weiten Teilen den ganzen Tag in der Sonne und die gabs in den letzten Wochen reichlich.
Auf der Website wird mit der Aussage 4 von 6 Anlagen geöffnet geworben. Das relativiert sich aber sehr schnell wenn man genauer hinsieht:
- Egglilift - absoluter Anfängerlift
- 6er Gondel – reine Zubringerbahn da keine Talabfahrten geöffnet
- Schabellbahn – bedient derzeit ausschließlich die Vreni Schneider Piste
- Empächlilift – parallel zur Schabellbahn, bedient den unteren Teil der Piste, erschließt keine eigene Piste
Das heißt, derzeit ist lediglich eine nennenswerte Piste geöffnet. An der Talstation warnt ein Hinweisschild, dass die dazugehörige Vreni Schneider Piste nicht für Kleinkinder geeignet ist. Der Hinweis ist berechtigt, denn die Piste ist insbesondere im Starthang ordentlich steil. Sie ist zwar rot klassifiziert, ich bin aber schon etliche schwarze Pisten gefahren, die einfacher waren. Da unsere Tochter dafür noch nicht weit genug ist, konzentrierte sich unsere skifahrerische Aktivität im wesentlichen auf den Empächlilift (Höhendifferenz ca. 130 Meter). Dieser Bereich war vormittags zumeist zur Hälfte für Renn- und Trainingsgruppen abgesperrt. Die Vreni Schneider Piste war spätestens am späten Vormittag in desolatem Zustand, so das am Nachmittag selbst gute Skifahrer sich fasst nur noch am Empächli-Schlepper betätigten.
Dafür wurde der Preis für den Tagesskipass von regulär 42 CHF auf 36 CHF reduziert. Ich glaube, das darf man ungestraft Wucher nennen.
Ich hab mich ein paar mal gefragt, ob es mit ein wenig Einsatzwillen nicht möglich gewesen wäre mehr Pisten zu öffnen. Geöffnet waren offiziell 4 Pistenkilometer, beschneibar sind laut Homepage 10 Km und kalt war es ja in der letzten Zeit. Am Bischoflift sah die Schneelage aus der Ferne gut aus, es waren auch einige Tiefschneespuren zu erkennen. Allerdings hätte man dazu eine Zu- und Rückbringerpiste gebraucht. Oder man hätte (wie ich das schon in anderen Skigebieten gesehen habe) einen Shuttleservice mit Snowmobil, Bully oder ähnlichem einrichten können. Ich hätte meine Ski auch gerne ein Stück getragen, wenn ich dafür noch ein paar Abfahrtsmöglichkeiten mehr geboten bekommen hätte.
Ich bin einmal zur Mungä-Hütte gewandert, die offiziell nur zu Fuß zu erreichen war. Dort konnte ich sehen, dass etliche Skifahrer von der Bergstation der Schabellbahn zur Hütte abfuhren. Das waren zum Teil nur meterbreite Schneebänder, aber ich habe einen gefragt, der mir gesagt hat, dass es ohne Abschnallen ging. Die Mungähütte verdient ein persönliches Extralob. Ich glaube, das ist die beste Berghütte, die ich bisher besucht habe. Alles in Holz, auf den Bänken liegen Felle, draußen eine schöne Sonnenterasse mit herrlichem Ausblick und eine super Speise- und Weinkarte. Alle Sorten Fondue und Raclette. Wir haben uns Raclette aus dem großen Ofen gegönnt und dazu ein Fläschchen Fendant – ein traumhafter Nachmittag.
Die Restaurants, die wir besucht haben, kann ich durchweg empfehlen. Sardona – gute gehobene Küche, Sternen – leckere Pizzen, Elmer – gemischte Küche. Das Essen war ausnahmslos gut und die Preise für das jeweils gebotene fair. Auch die Preise auf den Hütten sind o.k. Mir gedenken gute 5 CHF für einen halben Liter Bier, das ist m. E. moderat.
Am Neujahrsmorgen habe ich meine Family ausschlafen lassen und hab rechtzeitig zum Liftstart vor den Drehtüren gestanden. Es hat zwar genieselt, belohnt wurde ich dafür aber mit einem Skigebiet ganz für mich allein. Das hat schon was. Als ich mich nach einer Stunde zum Neujahrsbrunch verabschiedet habe, waren etwa 10 Leute da. Das frühe Aufstehen hat sich auch deshalb gelohnt, weil es später stürmisch und die Sesselbahn geschlossen wurde, so dass wir den Rest des Tages mit ein bisschen spazieren und viel rumgammeln verbrachten.
Am Dienstag dann richtig schöner Neuschnee. Ich hatte gehofft, dass jetzt vielleicht doch noch ne weitere Piste geöffnet wird – war aber Fehlanzeige. Dafür konnte man wenigstens ein bisschen neben der Piste powdern.
Wie bereits erwähnt, war das ganze sicherlich keine skifahrerische Offenbarung. Viele aus dem Forum wären bestimmt vorzeitig abgereist. Mir hat es trotzdem gefallen. Elm ist zwar ein Kuhdorf, aber ein sehr nettes. Ich hab mich gut erholt und wenn es mal mehr Schnee hat, gebe ich dem Skigebiet gerne eine zweite Chance.