Viele werden sich denken: Für einen Tag ins Engadin, der muss ja wahnsinnig sein, 4 Stunden Fahrt einfach für 8 Stunden Ski! Würde ich auch denken, doch die Schwester eines Freundes geht in der Nähe von St. Moritz zur Schule, und musste nach den Weihnachtsferien wieder dorthin zurück. Wie es bei den Frauen so ist, hatte sie natürlich viel zu viel Gepäck um es im Zug zu transportieren. Ein Chaffeur war also gefragt, was lag da näher, als noch einen Skitag vor den PRüfungen im Februar einzuschieben.
Die Anfahrt erfolgte am 09.01 abends über Landquart und den Vereinatunnel mit Autoverlad. Bis zum Vereinetunnel problemlos, als wir jedoch wieder vom Zug fahren wollten, stellten wir fest, dass wir das Licht beim warten und auf dem zug wohl doch ein wenig zu lang brennen liesen. Batterie leer! Also auto vom Zug schieben, Gott sei Dank sind die Mitarbeiter am Vereinatunnel für solche Fälle gerüstet und es war sofort ein Startergerät parat. So konnte die Fahrt weiter gehen. Um 22.00 Uhr lieferten unseren Passagier in Zuoz ab, hier waren im übrigen abenteuerliche Straßenverhältnisse, zwar kaum Schnee auf der Fahrbahn, dafür aber umso mehr Eis. Wir schlitterten durch das Dorf zum Convict www.convict.ch, wo wir übernachteten. Ist zwar mit 25€ je Person auch nicht gerade billig, aber ist wohl schwer im Engadin billiger zu übernachten. Das Frühstück war übrigens gut und reichhaltig.
Nach dem Frühstück wollten wir gegen halb neun Richtung St. Moritz aufbrechen, doch wie befürchtet war die Batterie wieder am Ende, die kalten Nachttemperaturen haben ihr wohl den Rest gegeben. Der freundliche Koch hat uns Starthilfe gegeben. Doch wer denkt dass es jetzt losgehen konnte hat weit gefehlt, dummerweise sind wir auf die verschneiten Parkplätze gefahren. Also brauchte es schlussendlich die kraft vierer Männer um das Auto wieder auf festes Gelände zu bekommen.
Nun aber schnell nach St. Moritz, ab ins Parkhaus und mit der Zahnradbahn hinauf auf die Corviglia. Wir haben direkt in St. Moritz geparkt weil wir natürlich nach dem Skifahren doch mal einen Blick auf das Dorf werfen wollten.
Um halb elf endlich auf Ski bzw. Snowboard und die erste Abfahrt genießen.
Pistenplan gibts hier:http://www.bergbahnenengadin.ch/021stm_010203_de.htm
Der erste Eindruck versprach einen genialen Skitag
auch der zweite war ganz nett:
und der dritte auch, Im Bild die Bergstation des 2er Sesselliftes Suvretta-Randolins und die Talstation der Randolins-Munt de San Murezzan
Wir starteten mit einigen Abfahrten an der 4er KSB Salastrains und der 4KSB Alp Giop, welche eine gemeinsame Bergstation haben. Hier war der Schnee in den oberen Bereichen pulvrig weiter unten schon aufgefirnt aber überall perfekt zum fahren. Unter dem Lift wurde übrigens fleißig an der Halfpipe gearbeitet.
Trasse der 4KSB Salastrain
Nun wollten wir hoch hinaus: Es ging mit der Gondelbahn auf den Piz Nair, leider habe ich gerade kein bild von der schönen Bahn. Beieindruckend ist die "Mittelstation" auf halber Höhe wovon 2003 eine Herren-Weltcupabfahrt gestartet wurde. Unglaublich an diesem Steilhang, durchspickt mit großen Felsbrocken.
Vom Piz Nair ging zum 4er Sessel Lej de la Pêsch hier, der Ziehweg zu diesem verlief durch sehr abgeblasenes Gelände, die Piste am Lift selber war in Topzustand, aber etwas flach, also weiter zum Gebiet Marguns, mit seinen Anlagen. Der Weg dorthin litt etwas unter dem wenigen Schnee, allerdings waren alle kritischen Stellen hervorragend markiert!
Im Marguns Gebiet fuhren wir zuerst mit der Glüna Sesselbahn (4erKSB), die Talstation verdient besonderes Lob, da sehr schön in eine Hütte integriert. Hier waren die Pisten noch besonders gut, auch am Nachmittag noch schön pulvrig.
Nach einigen Fahrten beschlossen wir Mittag zu machen also zurück mit dem Sessel zur Corviglia und dann Rucksackvesper. Nach dem Mittag eine Runde am FIS Lift und dann die nordseitige 15 wieder zurück ins Margunsgebiet, wunderbar hart und griffig, nach 2 oder 3 Wiederholungen jedoch lockte uns die Sonne wieder an die Hänge der Trais Fluors 6KSB (übrigens die erste der Schweiz und von von Roll)
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Unter der Trasse wagten wir sogar ein bisschen Geländefahren, ging gar nicht schlecht, natürlich gabs hier keinen Pulverschnee sondern Firn, aber fast keine Bodenkontakte, das Board hatte jedenfalls keine Kratzer auch wenns ein oder zweimal unschöne Geräusche gab.
Geländefahren ist allerdings auch zuviel gesagt, da es eignetlich eine geschlossene Piste war.
Gebiet am Glüna Sessellift:
Hier hielten wir und bis um 4 auf bevor wir wieder zurück ins Corvigliagebiet mussten. Hier jedoch eine böse Überraschung: Plötzlich zog der Nebel oder die Wolken aus dem hoch und die Sicht war gleich null: Die Talabfahrt bis zur Salastrains Station quasi im Blindflug, danach gings.
Blöd ist dass die Talabfahrt nicht bis zum Parkhaus geht sondern am Ortsende von Stmoritz endet. Also noch ein ordentlicher Hatscher.
So nun noch ein paar Bilder aus St. Moritz selber;
Badrutts Palace
Pelze:
das Jäckchen für schlappe 9000CHF
Abgesehen davon dass unser Auto im Parkhaus ein weiteres mal den Dienst versagte, war die Rückfahrt problemlos
Fazit:
Gefallen
Abzug: keine schwarze Piste geöffnet, bzw beschneibar.
Positiv: ordentliches Winterfeeling
Die Engadiner sind soweit ich das beurteilen kann, sehr freundlich und hilfsbereit, keiner sagte nein als es darum ging uns zu helfen. Dankeschön an alle!
Schneehöhe: 15/90 könnte hinkommen
Geöffnete Anlagen: siehe Pistenplan
Geöffnete Pisten: 18/29 alle schwarzen zu.
Wartezeiten: max 2 Sessel
Pistenzustand: je nach Höhe und Schneezusammensetzung, griffig bis aufgefirnt auf der Talabfahrt braune Flecken aber nirgends Steine