Skitour gegen die Uhr: Das härteste Rennen der Alpen

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snowflat
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Skitour gegen die Uhr: Das härteste Rennen der Alpen

Beitrag von snowflat »

Skitour gegen die Uhr: Das härteste Rennen der Alpen

Neben der Abgeschiedenheit suchen Tourengeher auch den sportlichen Vergleich: Beim Mountain Attack über 3000 Höhenmeter zählt vor allem eines - der Wille, sich zu quälen.

Von Birgit Lutz-Temsch

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Skitour-Varianten: Eher meditativ am Piz Palü...
Foto: Agentur Laif


Der Rest ist Leiden. Die Oberschenkel brennen, die Schienbeine bitten um Gnade, die Lunge lechzt nach einer Pause, die Ohren dröhnen - der ganze Körper ist ein einziger Schmerz.

Bei manchen tritt dieser Zustand schon nach den ersten tausend Höhenmetern ein, am Gipfel des Schattbergs. Bei anderen auf der ersten Abfahrt, auf den tausend Höhenmetern hinunter nach Hinterglemm.

Die am besten Trainierten sprinten auch noch den Anstieg zum Hasenauer Köppl, aber spätestens auf dem Weg zum Bärenkogel leiden alle: Dieser Höllentrip heißt Mountain Attack, es ist das härteste Skitourenrennen der Alpen.

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...oder im Sprint mit den Konkurrenten in Saalbach-Hinterglemm.
Foto: www.mountainattack.at



Heute werden die Teilnehmer auf der so genannten Marathonroute wieder dreitausend Höhenmeter zurücklegen; die schnellsten Männer schaffen das in etwa zweieinhalb Stunden, die besten Frauen brauchen etwa eine Stunde länger. Außer einer Bärenkondition müssen die Renner und Rennerinnen vor allem eins mitbringen: den Willen, sich zu quälen.

Deswegen rechnete der Mountain-Attack-Erfinder Roland Kurz nicht mit sehr viel Andrang, als er das Skitourenrennen 1999 zum ersten Mal ausrichtete: "Ich hab' gedacht, es kommen maximal 100 Leute", sagt der ehemalige Chefskilehrer aus Saalbach-Hinterglemm. Es kamen 335, mittlerweile tun sich fast 600 Starter die Strapazen an.

Auch Skitourengeher, die bislang eher als Anhänger des Naturerlebnisses in der Einsamkeit denn als Freunde des Wettkampfes galten, suchen immer häufiger den sportlichen Vergleich.

Bei weitem nicht alle Rennen sind dabei so anspruchsvoll wie die Mountain Attack, deren "sanfte" Variante, die so genannte Tourenroute, sich auch noch über gut 2000 Höhenmeter erstreckt. "Um bei uns auf den vorderen Plätzen zu landen, muss man schon sehr trainiert sein", sagt Kurz, "das sind dann Leute, die zum Zeitpunkt des Rennens, also Mitte Januar, schon 130.000 bis 140.000 Höhenmeter hinter sich haben."

Um auf ein solches Trainingspensum zu kommen, muss man nicht nur jedes Wochenende, sondern auch morgens vor und abends nach der Arbeit die Skier und Stirnlampen anschnallen. Und in der schneefreien Zeit auf dem Mountainbike weitertrainieren, was offenbar vor allem Männer auf sich nehmen. "Wir hätten gern einen höheren Frauenanteil", sagt Kurz. Nur 40 der 600 Starter sind weiblich.

Wer sich für die Teilnahme nicht fit genug fühlt, kann die Läufer immerhin anfeuern: Die Mountain Attack ist mittlerweile zu einem Spektakel geworden, bei dem ganz Saalbach-Hinterglemm auf den Beinen ist.

Zuschauer können gratis mit der Bahn auf den Schattberg fahren, die Athleten durchqueren außerdem zweimal das Tal, und wenn der jeweils erste Läufer einen Checkpoint passiert, wird eine Rakete abgefeuert, um allen zu signalisieren, wie weit das Rennen ist. Als eine rein auf Ehrgeizlinge ausgerichtete Veranstaltung möchte Kurz Mountain Attack aber nicht verstehen: "Bei der Party hinterher sind die Strapazen schon wieder vergessen."

Noch stärker auf den Breitensportler ist der Black Diamond Skitourencup ausgerichtet, den der Deutsche Alpenverein zum vierten Mal veranstaltet. Zum Cup gehört die Hochgrat-Skirallye am 27. Januar, der Jennerstier am 10. Februar und der Dammkarwurm am 24. Februar.

Volkslauf für den Breitensportler
Teilnahmevoraussetzung sind hier keine tausende Höhenmeter Training, sagt Organisator Stefan Winter, im Gegenteil: "An den Rennen können Einsteiger genauso teilnehmen wie ambitionierte Läufer - wie bei einem großen Volkslauf." Jeweils zwei Strecken werden angeboten, von denen die kürzere weniger als 1500 Höhenmeter beträgt.

Anders als bei der Mountain Attack, die ausschließlich über Pisten führt, versucht der Alpenverein aber, die Routen auch auf freies Gelände zu legen. "Da kommt der Skisport schließlich her", sagt Winter, "zuerst gab es das Gehen im ungespurten Gelände, und dann kamen die Pisten."


» Frauen sind beim Tourengehen außergewöhnlich zäh. «
Tourengehen und Wettkampf sind für Winter kein Widerspruch: "Natürlich suchen viele Tourengeher abseits des Pistenrummels Ruhe. Aber wie jede Sportart hat auch das Tourengehen eine Leistungssportvariante, in der man in einer prickelnden Atmosphäre die Kräfte messen kann."

Und auch er würde sich einen höheren Frauenanteil wünschen: "Wir haben beim Cup ungefähr 30 Prozent Frauen. Das könnten weit mehr sein, denn Frauen sind beim Tourengehen außergewöhnlich zäh." Gegen den Schmerz sind natürlich auch sie nicht gefeit.
Quelle: SZ
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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BigE
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Beitrag von BigE »

eine gute einwärmrunde für die Patrouille des Glaciers, dort machst noch 1000 höhenmeter mehr :twisted:
hat ausserdem noch deutlich mehr horozintaldistanz -> unter 6h schafft das keiner^^

das wär nix für mich :roll:
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Beitrag von Wombat »

@BigE
Schon möglich das es das härteste Skitouren rennen ist. Die Patrouille des Glaciers ist nämlich ein Team Wettbewerb. Es gibt sicher noch weiter Unterscheidungsmerkmal z.B. Bei der Patrouille muss man zum Teil die Skier abziehen, damit man die Pässe hoch kommt, oder wenn zu wenig Schnee liegt. Des weiter ist es ein Hochgebirgs Rennen.

Für mich sieht der Artikel so aus, als hätte man den Presse Text des Veranstalters über nommen ohne nach zu recherchieren ob's nicht noch andere extreme Rennen gibt.
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