"Kurier" vom 16.01.2007
Ressort: Chronik
Seite: 9
Ausgabe: N.Ö.,Morgen
Schneemangel
Die Hoffnung schmilzt zuletzt
Von 22 Skigebieten in NÖ sind gerade einmal zwei in Betrieb - und das mehr schlecht als recht. Selten war die Lage in den Wintersportgebieten so angespannt wie in dieser Saison. Viele Liftbetriebe stehen vor einem wirtschaftlichen Desaster, und Touristiker bangen vor den fast schon überlebensnotwendigen Semesterferien ob einer möglichen Stornierungswelle.
Am Hirschenkogel am Semmering sind zumindest zwei Pisten in Betrieb, die nahenden Ferien bereiten den Betreibern der Bergbahnen aber schon schlaflose - und beschneiungsfreie - Nächte. "Mit dem Schnee, den wir haben, haushalten wir jetzt", erzählt Sprecher Franz Perner. Der Nachtbetrieb wurde vorläufig eingestellt.Die Höhe der Einbußen kann noch nicht beziffert werden.
Die beste Wintersaison aller Zeiten sollte es eigentlich heuer in der Skischaukel Mönichkirchen-Mariensse am Wechsel werden. Der Euphorie folgt nun die bittere Ernüchterung. Acht Millionen Euro wurden im Sommer in den Ausbau des Skigebiets gebuttert. Nutzen konnten die Skifahrer das Angebot bis dato kaum. Nach nur 14 Betriebstagen wurde der Betrieb am 7. Jänner wegen Schneemangels bereits wieder eingestellt. Der Verlust ist enorm.
Das selbe Bild auf der 100 Kilometer langen Wechsel-Semmering-Panoramaloipe: "Wir haben viele Wanderer, aber es ist absolut nix in Betrieb", so ARGE-Obmann Robert Apschner.
Waldviertel
Schneehöhe: Im Tal Null, am Berg Null. Gespurte Loipen: Keine. So sehen derzeit Auskünfte aus, die Homepages oder Tonbänder im Waldviertel erteilen. Entmutigen lässt man sich trotzdem nicht. "Dass wir bisher 100 Prozent Ausfall haben, ist keine Frage. Aber ich bin dabei, seit wir vor 35 Jahren mit dem Langlaufen angefangen haben. In der Zeit ist der Schnee öfter erst Mitte Februar gekommen", erzählt Christine Garschall aus der Waldviertler Langlaufregion Gutenbrunn. Hier ist man ebenso wie im benachbarten Bärnkopf dazu übergegangen, Gäste zum Wandern zu motivieren.
Alternativprogramm gibt es am Jauerling keines. "Wenn die Leute jetzt zu uns kommen, müssen sie entweder umdrehen oder mit uns um Schnee beten", sagt Michael Reichl zerknirscht.
Von einer "Katastrophe" spricht Walter Burger in Annaberg, Bezirk Lilienfeld. "Wir haben Umsatzeinbußen bis zu 80 Prozent. Einige meiner Leute musste ich stempeln schicken."
Nicht ermutigen lässt sich Ernst Auer, Chef der Königsberglifte bei Hollenstein. Mit viel Aufwand habe man das Pistenangebot mit einer neuen Abfahrt auf 14 Kilometer aufgestockt, jetzt stehen die Lifte still. Aber: Auch vor zwei Jahren konnte der Betrieb erst am 20. Jänner starten, und es wurde noch eine ganz passable Saison.
Schneelieferung
Nach dem Regen wurden gestern Früh die Lifte am Ötscher nicht mehr in Betrieb genommen. Mit Schneetransporten wird versucht, die Löcher auf der Piste zu stopfen. Die für heute geplante Eröffnung des neuen Vierersessellifts auf dem Eibenkogel und des neuen Restaurants wurde kurzerhand abgesagt. 4,2 Millionen wurden vor der heurigen Saison investiert. Froh sind die Beherberger in Lackenhof: Denn am nahe gelegenen Hochkar sind derzeit alle Liftanlagen in Betrieb.
und die Hoffnung wird nicht wegschmelzen
nächste Woche kommt der Winter! Bin mal gespannt , ob die Naturschneegebiete, wie Unterberg oder Muckenkogel aufsperren zu können. Laut ORF wird's in NÖ nicht so viel Naturschnee geben, aber mal schauen und abwarten.