Quelle: SüddeutscheSnowboard extrem: Haben Sie zu viel riskiert?
Der Snowboard-Profi Jody Koenders stürzte aus zehn Metern Höhe mit Kopf und Nacken voran auf das Eis. Bald will er wieder springen.
Interview von Stephan Bernhard
Im März 2006 stand Jody Koenders bei der "Arctic Challenge", dem prestigeträchtigsten Snowboardwettkampf in Europa, kurz vor dem Einzug ins Finale. Beim letzten Sprung des Wettkampfes zog sich der 27-jährige Profi aus Holland einen Schädelriss und einen doppelten Kieferbruch zu. Ein Gespräch über die Gefahren von Wettkämpfen.
SZ: Ausnahmsweise ist die sonst so banale Frage gerechtfertigt: Wie geht es Ihnen heute?
Koenders: Sehr gut, ich habe sechs Monate gebraucht, um mich von dem Sturz zu erholen. Ich musste wieder lernen zu gehen und sogar zu sprechen. Aber jetzt bin ich wieder topfit und trainiere jeden Tag. Im Krankenhaus habe ich elf Kilo an Muskelmasse verloren, das will ich wieder aufholen.
SZ: Sie hatten sich mehrere Knochenbrüche zugezogen.
Koenders: Ja, am schlimmsten war aber, dass viele Nerven beschädigt wurden und meine rechte Gesichtshälfte gelähmt war. Anfangs konnte mir niemand sagen, ob sich der Zustand je wieder ändern wird. Jetzt ist zum Glück aber alles wieder normal.
SZ: Erinnern Sie sich an den Unfall?
Koenders: Es war mein letzter Sprung im Halbfinale. Ich fuhr ein bisschen schneller als zuvor auf die Rampe zu. Kurz vor dem Absprung habe ich die Kontrolle verloren. In der Luft habe ich mich zweimal überschlagen und bin dann mit Kopf und Nacken aus zehn Metern Höhe auf dem Eis aufgeschlagen. Dabei habe ich das Bewusstsein verloren und bin erst eineinhalb Tage später aufgewacht.
SZ: Haben Sie bei Ihrem letzten Sprung zu viel riskiert?
Koenders: Nein, ich hatte nur Pech. Zuvor bin ich sieben Meter hoch gesprungen, habe dabei Überschläge und Drehungen gezeigt und mich total sicher gefühlt. Ich weiß genau, wo meine Grenzen liegen und überschreite sie nicht.
SZ: Aber das Verletzungsrisiko ist bei solchen Sprüngen doch enorm hoch?
Koenders: Nein. Sicher sieht es spektakulär und gefährlich aus, wenn ein Snowboarder sieben Meter oder höher fliegt, aber das sind keine kopflosen Aktionen. Das Material hat sich verbessert, das Fahrkönnen steigt unglaublich schnell und auch die Fahrer selbst sind körperlich viel stärker als früher. Ich bezeichne solche Wettkämpfe nicht als riskant.
SZ: Seit Ihrem Unfall herrscht bei der "Arctic Challenge" Helmpflicht - eine gute Idee?
Koenders: Ja, denn es kann immer etwas schief gehen. Ich wollte eigentlich auch letzten März mit Helm fahren, hatte ihn aber kurz vorher bei einem Wettkampf gebrochen und noch keinen neuen. Nächstes Mal setze ich einen auf.
SZ: Sie nehmen tatsächlich wieder an diesem Wettkampf teil?
Koenders: Ja, ich bin zumindest eingeladen. Bisher stand ich nach der langen Pause nur wenige Tage auf dem Snowboard, aber wenn ich mich wieder sicher fühle, trete ich an.
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Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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