Quelle: SpiegelOnlineWINTERSPORT: Jagd auf die gemütlichste Hütte
Erst in der Gruppe mach Skifahren richtig Spaß. Doch wer auch jenseits der Piste Gaudi haben will, muss früh anfangen mit dem Planen. Die Angebote reichen vom einfachen Matratzenlager bis zum eigenen Ferienhaus - doch das Angebot ist begrenzt.
Garmisch-Partenkirchen - Bereits elf Monate vor einem gemeinsamen Skiurlaub mit Freunden oder Verwandten sollte die Suche nach einer Unterkunft beginnen - haben die Experten von Schweiz Tourismus ausgerechnet. "Das hat den Hintergrund, dass viele Gruppen im nächsten Jahr wieder dieselbe Unterkunft buchen möchten und dies meist einen Monat nach ihrem Aufenthalt entscheiden", sagt Patrizia Franz, Sprecherin bei der Deutschlandvertretung der Schweizer in Frankfurt/Main.
Skiurlaub in der Gruppe: Am besten schon elf Monate vorher planen
"Sehr viele Gruppen - Skiclubs, Vereine oder Schulen - sind Stammgäste und buchen von einem auf das andere Jahr wieder das gleiche Quartier", bestätigt Birgit Gamsjäger vom Österreichischen Tourismusbüro in Berlin. Zeitige Planung sei unerlässlich, sagt auch Peter Ries, Tourismusdirektor in Garmisch-Partenkirchen. "Je größer die Gruppe, desto früher sollte eine Anfrage erfolgen."
Theoretisch sei die Buchung einer Gruppenunterkunft bis etwa eine Woche vor Reisebeginn möglich, sagt Franz. "Das ist für Kurzentschlossene eine gute Möglichkeit, günstig Urlaub zu machen." Allerdings sei dann Flexibilität gefragt - es kann passieren, dass der günstige Urlaub in einer anderen Region stattfindet oder in einer Unterkunft, die nicht ganz den Vorstellungen entspricht.
Nicht auf günstige Preise hoffen dürfen Gruppen zu den bekannten Hauptzeiten in den Skiorten. "Weihnachten, Silvester und Fasching sind sehr beliebt", sagt Gamsjäger. Dann ist es voll in den Skiorten, und die Preise steigen mit der Auslastung. "In der Nebensaison hingegen bekommt man auch kurzfristig eher Zimmer", ergänzt Ries.
Gerade Gruppen suchten sich inzwischen alternative Termine für ihre Touren, dazu gehörten etwa die Frühjahrs-Angebote. "Ein fester Bestandteil in den Kalendern von Gruppen sind auch die Saisonabschluss-Events in den Skiorten über den 1. Mai."
Einfaches Matratzenlager oder lieber großes Ferienhaus?
Zu bekommen ist, was gefällt: Vom einfachen Matratzenlager über die Frühstückspension bis hin zu Hütten oder Ferienhäusern haben die Skiorte so ziemlich alles im Angebot - für große und für kleine Gruppen. "In der bayerischen Zugspitzregion stehen alle Arten von Unterkünften für Gruppen zur Verfügung", sagt Ries. "Aus der Erfahrung heraus zeigt sich aber, dass Gruppen Pensionen oder Gasthöfe bevorzugen." Ferienwohnungen oder -häuser hingegen würden eher von Familien gebucht.
Berghütten: Oft gelten schon drei gleichzeitig gebuchte Zimmer als Gruppenreise
Junge Leute verbringen gern ein paar Nächte in Berghütten an den Pisten, die es auch mit Hüttenwart zu buchen gibt, erzählt Patrizia Franz. Auch Jugendgästeheime und einfache Gasthöfe erfreuten sich während der Wintersaison großer Beliebtheit, sagt Birgit Gamsjäger aus Österreich. "Es ist auch ein Trend zu erkennen, dass sich Freundeskreise bewusst in sehr gute Hotels einbuchen und eine schöne Urlaubswoche verbringen."
Bei zahlreichen Buchungsplattformen gelten drei gleichzeitig gebuchte Hotelzimmer schon als Gruppenreise. In jedem Fall gilt Mut zur Anfrage, denn je nach Saison und Auslastung sind die Anbieter flexibel, was die Konditionen für eine Gruppe anbelangt. Bei den Skipässen sieht das anders aus - denn in vielen Skigebieten sind erst mindestens 20 Wintersportler eine Gruppe - mit weniger Leuten gibt es keine Vergünstigungen. Besser hingegen stehen sich Bahnfahrer, denn in den Zügen gelten auch schon sechs gemeinsam Reisende als Gruppe.
Recherche im Internet lohnt sich
Am flexibelsten ist, wer sich mit dem Auto oder einem kleinen Bus auf den Weg in den Wintersport macht - dann kann auch am Ort noch eine Entscheidung getroffen werden. "Es ist eine Frage der Flexibilität der Gruppe, ob sie auch auf andere Orte ausweichen möchte oder andere Quartiere in Betracht zieht", sagt Gamsjäger. Bei allzu großen Unterschieden in den Ansprüchen sollte man sich schon im Vorfeld auf Kompromisse einigen - sonst ist Ärger sicher.
Die Recherche im Internet lohnt sich bei der Suche geeigneter Unterkünfte ebenso wie das Umhören im Bekanntenkreis. "Gruppen sollten bei ihrer Reiseplanung die lokalen Busunternehmen oder Reisebüros einbeziehen, denn auch die haben oft noch weitere Ideen und Möglichkeiten", sagt Gamsjäger. Allzu viele der oft idyllisch und pistennah gelegene Skihütten oder Ferienhäuser gibt es in den Alpenländern nicht.
Wohin der Weg führt, kommt letztlich auf die Zusammensetzung der Gruppe an. "Traditionell sind es die Orte, in denen ein großes Angebot an Après-Ski-Bars vorhanden ist", sagt Gamsjäger. Genauso können aber auch stadtnahe Ziele interessant sein, wenn in der Gruppe auch Nicht-Alpinisten sind, die gar nicht auf die Piste wollen und die Zeit lieber für ausgedehnte Einkaufstouren nutzen.
Von Verena Wolff, gms
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Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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