Pitztal: Helmpflicht für alle Skilehrer
Sicherheit ist Trumpf – Der alte Traum von einer Liftverbindung ins Ötztal
Hoch, höher, am höchsten: Nirgendwo in Österreich bringt eine Bergbahn Wintersportler höher hinauf als auf den Pitztaler Gletscher: auf 3440 Meter. Aber nicht nur das Bergpanorama rund um die Wildspitze, den mit 3774 Metern höchsten Gipfel Tirols, macht das Skigebiet zwischen Kaunertal und Ötztal im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Winter-Höhepunkt.
Insgesamt drei Regionen sind im Pitztal erschlossen: Am Eingang des Alpen-Hochtals liegen die Sonnenhänge am Hochzeiger mit Pisten auf 1450 bis 2450 Metern. Die Talstationen der Bergbahnen zum Skiareal Rifflsee (1640 bis 2800 Meter) und auf den Pitztaler Gletscher finden sich am Ende des engen Tales.
An diesem Tag eröffnet der 33 Jahre alte Marcus aus Baden-Baden die Saison im Gletscherskigebiet. Die Sonne strahlt vom Himmel. Skiguide Albert zieht perfekte Carvingschwünge auf der präparierten Piste, gleitet rasant den Abhang hinunter.
Ihm hinterher der sportliche Skicrack Marcus, der allerdings plötzlich verkantet, sich überschlägt und etwas verdattert kurz vor einem großen Felsbrocken wieder auf den Skiern steht. Glücklicherweise hat er einen Helm getragen.
„Wir Skilehrer im Pitztal müssen seit dieser Saison alle Helm tragen“, erklärt Albert. Denn mit der Auflage „Nie oben ohne“ starteten die Skischulen des Tiroler Pitztals zusammen mit dem Helmhersteller Uvex mit einer weltweit einmaligen Sicherheitskampagne in die Wintersaison 06/07: Erstmals wird nun im gesamten Pitztal die Helmpflicht für alle Skilehrer eingeführt.
Uvex-Vertriebsleiter Günther Kocher erklärt das Ziel dieser Aktion: „Der Kopfschutz soll sich auf den Pisten ebenso etablieren wie beim Fahrradfahren – und nicht nur für Kinder selbstverständlich sein. Denn 85 Prozent aller Kopfverletzungen auf den Pisten wären durch Tragen eines Helmes vermeidbar.“
Bereits 21 Prozent der Skifahrer und 25 Prozent der Snowboarder waren laut einer Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) in der vergangenen Saison mit Sturzhelm unterwegs. Immer mehr Erwachsene greifen mittlerweile zum Kopfschutz.
So auch Marcus, der nach seinem glimpflich verlaufenen Sturz gleich wieder nach oben liftelt – mit der 2400 Meter langen neuen Achter-Gondelbahn Mittelberg. „Sie ersetzt den bisherigen langen Schlepplift Mittelbergjoch I und bringt jetzt 2200 Wintersportler pro Stunde in neun Minuten bis auf 3285 Meter“, erklärt Skilehrer Albert.
Von der gleichen Talstation startet auch die neue Sechser Sesselbahn Gletschersee mit eingebauter Sitzheizung zum Bergrestaurant – sie ersetzt den bisherigen Doppelsessellift.
„Aber eigentlich fehlt ja immer noch der wichtigste Lift überhaupt, den sich die Skifahrer und Snowboarder seit Jahren wünschen: eine Verbindung vom Pitztal ins Ötztal nach Sölden“, findet Marcus. Die Landesregierung hat mittlerweile ein neues „Raumordnungsprogramm Gletscher“ beschlossen.
Mit diesem Beschluss könnte es nun auch möglich werden, eine Liftverbindung zum Ötztaler Rettenbachferner zu bauen. „Das ist ein nachhaltiger Wunsch von uns“, sagt der Chef der Pitztaler Bergbahnen, Willi Krüger.
Bleibt abzuwarten, ob das Projekt in den nächsten Jahren zustande kommt. Bis dahin stehen den Wintersportlern 29 Kilometer präparierte Pisten allein auf dem Gletscher zur Wahl. In den Skigebieten Rifflsee und Hochzeiger kommen nochmals knapp 60 Kilometer hinzu.
Marcus und Skilehrer Albert nehmen die Taschachtalabfahrt, rauschen vom Mittelbergjoch am oberen Taschach-Eisbruch vorbei in Richtung Tal und haben unten an der Talstation der Pitztaler Gletscherbahn immerhin 15 Kilometer mehr auf den Brettern.
Insbesondere wer breite Carvingpisten bevorzugt, kommt in den Skigebieten Hochzeiger, Rifflsee und Pitztaler Gletscher auf seine Kosten. Und für Kinder gilt der „Bambinifreipass“: Kinder unter zehn Jahren fahren in Begleitung eines Elternteils gratis.
Christina Kolb
10.1.2007
Pitztal: Helmpflicht für alle Skilehrer, Verbindung Ötztal
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Jay
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Pitztal: Helmpflicht für alle Skilehrer, Verbindung Ötztal
Echo-online berichtet:
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Ich finde es gut, dass die Skilehrer nun auch Helme tragen müssen. Wer sonst sollte mit guten Beispiel vorangehen?
Es kann einfach nicht sein, dass Skilehrer ohne jegliche Kopfbedeckung im Skigebiet herumfahren und dabei kleine Kinder unterrichten. Ich hoffe, dass sich noch weitere Skischulen dem Pitztaler Beispiel anschließen. Zumal ich mir vorstellen könnte, dass auch Skilehrer durch ihren Beruf einem gewissen Risiko ausgesetzt sind.
Es kann einfach nicht sein, dass Skilehrer ohne jegliche Kopfbedeckung im Skigebiet herumfahren und dabei kleine Kinder unterrichten. Ich hoffe, dass sich noch weitere Skischulen dem Pitztaler Beispiel anschließen. Zumal ich mir vorstellen könnte, dass auch Skilehrer durch ihren Beruf einem gewissen Risiko ausgesetzt sind.
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@seilreiter: Weil im Frühjahr am Morgen die Pisten auch steinhart sind und die Felsen werden im Mai auch nicht weicher...
Eine gute Aktion, Skilehrer haben Vorbildfunktion und bilden Leute aus, haben dementsprechend auch eine gewisse Verantwortung. Als Skilehrer wird dir noch einiges mehr vorgeschrieben, z.B. Alkoholverbot während der Arbeit bzw. im Skilehrerdress usw. Und das hat auch seine guten Gründe.
Eine gute Aktion, Skilehrer haben Vorbildfunktion und bilden Leute aus, haben dementsprechend auch eine gewisse Verantwortung. Als Skilehrer wird dir noch einiges mehr vorgeschrieben, z.B. Alkoholverbot während der Arbeit bzw. im Skilehrerdress usw. Und das hat auch seine guten Gründe.
- trincerone
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Toll, dass die so viel für die Sicherheit tun. Wundervoll. Und toll, dass Uvex so sichere Helme baut. Großes Lob! Ich wünsche mir ja, dass auch bald mal Geschwindigekeitsbegrenzungen an besonders gefährlichen Stellen eingerichtet, es gibt ja immer noch Idioten, die es nie kapieren! Und es sollte ein einheitliches Beschilderungssystem geben, mit EU-normierten Zeichen. Dann könnte man noch besser auf Gefahren hinweisen, und jeder wüsste sofort was gemeint ist - ganz unabhängig von der Sprache. Ich finde auch, dass die Einhaltung der Fis-Regeln besser überwacht werden sollte durch entsprechend geschultes Personal. Es kann einfach nicht sein, dass immer noch alle anderen unter dem Rowdietum einiger Unverbesserlicher leiden müssen. Wenn man da Bußgelder verhängen würde, könnte man damit die Skipässe quersubventionieren und dann würde Skifahren, für alle die angepasst und korrekt fahren, sogar billiger werden.
Mit Hilfe von Verkehrsleitsystemen könnte man dann auch die Verteilung der Schifahrer optimieren und eine optimale Auslastung der Pisten und Anlagen garantieren, was zum Vorteil aller wäre. Ich verstehe auch nicht, warum man nicht automatische Abstandswarner in die Helme einbaut, die Piepen, wenn man den nötigen Sicherheitsabstand unterschreitet. Dieses System könnte aktiv dazu beitragen, Unfälle zu verhüten. Und vor allem: ein Sonntagsfahrverbot! Genau. Am Sontag dürfen dann alle auf die Piste, die Lust auf Schifahren haben!
[@alle Helmträger: nur um das klar zu stellen: ich hab nichts gegen Helme, jeder wie er mag! Und Schilehrer bin ich auch nicht, mir kanns also egal sein. Finds aber in der Art, wie es im Artikel steht, trotzdem lustig! ]
@Christina Kolb: Hut ab, mit dem Schreibstil Journalistin geworden... das schaffen nicht viele!
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Re: Pitztal: Helmpflicht für alle Skilehrer, Verbindung Ötzt
Wenn ein Helmhersteller die Aktion sponsort, ist die Intention doch klar. Es geht hier nicht um die Sicherheit, sondern um die nachhaltige Sicherung von Umsätzen.jwahl hat geschrieben:Echo-online berichtet:
Uvex-Vertriebsleiter Günther Kocher erklärt das Ziel dieser Aktion: „Der Kopfschutz soll sich auf den Pisten ebenso etablieren wie beim Fahrradfahren – und nicht nur für Kinder selbstverständlich sein. Denn 85 Prozent aller Kopfverletzungen auf den Pisten wären durch Tragen eines Helmes vermeidbar.“
Gruß, Tom
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gibt es irgendwo Fotos von der Taschachabfahrt? Hab die schon oft in Panoramaplänen gesehen.
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Hey Trinc, gute Ideen muss ich sagen. Beruflich wärst du bei der EU-Stabstelle für Verkehrswegeentwicklung und Raumplanung in Brüssel gut aufgehoben, die könnens kaum erwarten neue Gesetze zu designentrincerone hat geschrieben:Mit Hilfe von Verkehrsleitsystemen könnte man dann auch die Verteilung der Schifahrer optimieren
Wie wärs mit nem Mautsystem für die Pisten a la Toll -Collect ich sag nur nutzungsabhängiges Entgelt -> Jeder zahlt nur soviel wie er fährt
"slope pricing" sozusagen
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Ist es ja auch - eine Skiroute durch das Taschachtal - also eine Taschachtalabfahrt und nicht eine Taschachtalabfahrttrincerone hat geschrieben:Stimmt überhaupt, was meinen die eigentlich mit Taschach"talabfahrt"?? Haben die Pitztaler etwa noch einen zweiten Noteweg gebaut?Und ich ungebildetes Nordlich dachte immer, dass wäre eine Skiroute...
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Maria
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Sies ist ein nicht präparierte Piste über den Gletscher und durch den Gletscherbruch hindurch. Landschaftlich sehr schön. Aber wirklich nicht präpariert. Wir sind es mal vor Jahren Ende März mit Führer gefahren. Es war damals der erste Tag in diesem Jahr an dem geführte Touren angeboten wurde. Es war super, traumhafte Tiefschneehänge.
An einem Hang bin ich als letzte der Gruppe gefahren und wundere mich, warum alle schreien und mir nach rechts winken. Ich war knapp links von den Spuren der anderen. Bei den anderen angekommen habe ich gesehen warum. Wäre ich so weitergefahren,wäre ich in einer Gletscherspalte gelandet.
Also nix mit einer normalen Talabfahrt. Dies ist eine hochalpine Tourenabfahrt die wirklich (zumindest für normale Pistenfahrer) nur mit Führer gefahren werden sollte. Und zumindest früher auch nur im Spätwinter befahren wurde. Daher finde ich es etwas komisch, daß die Skilehrer jetzt im Januar diese Abfahrt gefahren sind.
An einem Hang bin ich als letzte der Gruppe gefahren und wundere mich, warum alle schreien und mir nach rechts winken. Ich war knapp links von den Spuren der anderen. Bei den anderen angekommen habe ich gesehen warum. Wäre ich so weitergefahren,wäre ich in einer Gletscherspalte gelandet.
Also nix mit einer normalen Talabfahrt. Dies ist eine hochalpine Tourenabfahrt die wirklich (zumindest für normale Pistenfahrer) nur mit Führer gefahren werden sollte. Und zumindest früher auch nur im Spätwinter befahren wurde. Daher finde ich es etwas komisch, daß die Skilehrer jetzt im Januar diese Abfahrt gefahren sind.
- powder-fan
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also ich kenne das gebiet aus dem sommer und ich kann mir nicht vorstellen, dass man durch den gletscherbruch ohne weiteres eine normale abfahrt herrichten kann.
das ganze hätte aber wohl eh wenig sinn, da in dem tal ja ohnehin ein speichersee geplant ist. ich würde aber trotzdem gerne wissen, wie die pitztaler denn ihre 2. talabfahrt begründen würden:)
das ganze hätte aber wohl eh wenig sinn, da in dem tal ja ohnehin ein speichersee geplant ist. ich würde aber trotzdem gerne wissen, wie die pitztaler denn ihre 2. talabfahrt begründen würden:)