Wildschönau: Pfarrer wetterte gegen ersten Lift

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snowflat
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Wildschönau: Pfarrer wetterte gegen ersten Lift

Beitrag von snowflat »

Wildschönau: Pfarrer wetterte gegen ersten Lift

Pioniergeist war notwendig, bis 1947 der erste Lift Tirols eröffnet werden konnte. Die Niederauer läuteten damit ein neues Tourismuszeitalter ein.

Wo heute in Niederau Hotels und eine moderne Gondelbahn stehen, gab es vor sechs Jahrzehnten nur ein Marterl und eine Idee. Ing. Sepp Hochmuth, 1973 verstorben, errichtete nach seiner Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg 1946 am Fuße des Markbachjochs den ersten Sessellift Tirols. "Am Anfang war man da im Dorf schon skeptisch", erinnert sich die 87-jährige Marianne Brunner, Seniorchefin des Hotels Brunner und frühere Pächterin des ersten Liftstüberls im Hochtal. Der damalige Pfarrer wetterte sogar in seiner Predigt gegen die neumoderne Idee. "Er endete mit den Worten Skilift, Skilift, Amen!", muss Brunner heute noch schmunzeln, wenn sie an die Aufregung denkt.

Lift mit Kriegsmaterial
Hochmuth ließ sich nicht beirren und bewies Mut und Pioniergeist. "Das Material für den Lift stammte von einer Pioniereinheit, die im Pinzgau abgemustert und alles liegen gelassen hat. Man hat ja ansonsten nichts bekommen", erinnern sich der 83-jährige Brantlbauer Alois Sieberer und der 80-jährige Hans Doll, der später 33 Jahre lang beim Lift arbeitete. Die beiden und noch andere waren von Hochmuth als Arbeiter engagiert worden. "Wir mussten das Material auf dem Rücken die 2000 Meter lange Strecke nach oben tragen und dabei 700 Höhenmeter überwinden. Pferde hatten wir keine zur Verfügung", schildert Sieberer die mühevolle Arbeit. Aber sie seien gut bezahlt worden. "15 Schilling haben wir für jeden Weg nach oben erhalten und das wurde wöchentlich ausbezahlt", erzählt Doll. Nicht nur Schweiß, sondern auch Organisationstalent waren gefordert. Angetrieben wurde der Lift von einem Motor eines ausgeschlachteten Tigerpanzers.

Am 14. Jänner 1947 war der große Eröffnungstag, "vorher wäre es nicht gegangen, bis dahin war nämlich kein Schnee. Wir waren gespannt, ob da überhaupt Leute kommen", schildert Doll den Abschluss der Arbeiten.

Die Leute kamen dann zuhauf, wie Annemarie Brunner, die 1952 das Liftstüberl mit ihrem Mann übernahm, erzählt. "Später konnte es schon vorkommen, dass da 10 Busse und mehr aus Bayern auf dem Parkplatz vor dem Haus gestanden haben."

Von da an ging es im wahrsten Sinne des Wortes mit der Wildschönauer Tourismusbranche bergauf. 1971 machten der ständig steigende Gästestrom den Ausbau des Liftes auf das Markbachjoch zur Doppelsesselbahn erforderlich. 1967 hatte dann auch Auffach begonnen, den Schatzberg für den Wintersport zu erschließen. 1995 folgte der Neubau der Markbachjochbahn in Niederau. Und aus der einstigen Talstation des Sessellifts und dem Liftstüberl wurde das Hotel Brunner.

Großes Jubiläumsfest

Für die Wildschönauer Bergbahnen ist das Jubiläum ein geeigneter Anlass zum Feiern: Am 7. Februar steigt in der Schießhüttel­arena in Oberau ein großes Schneefest.
Quelle: TT
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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