Speicherseen sollen Winter retten

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lanschi
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Speicherseen sollen Winter retten

Beitrag von lanschi »

derStandard.at
Speicherseen sollen Winter retten
Bis Ende Dezember gab es in Österreich trotz Schneemangels ein Plus bei Umsatz und Nächtigungen. Nun wird der Ruf lauter, dem Winter nachzuhelfen

Wien - So lange wie heuer hat der Winter selten zuvor auf sich warten lassen. Trotz des frischen Neuschnees sind in tiefer gelegenen Skigebieten noch immer nicht alle Anlagen in Betrieb. Um in den nächsten Jahren nicht ebenso machtlos mitansehen zu müssen, wie hohe Temperaturen die letzten Schneereste wegschmelzen, wird der Ruf nach mehr Speicherseen lauter.

"Man muss rechtzeitig vorbauen, um bei Bedarf künstlich Schnee erzeugen zu können. Dazu gehören nicht nur Beschneiungsanlagen, sondern auch gut dimensionierte Speicherseen", sagte der Chef der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Sepp Schellhorn, dem Standard.

Gästeplus bis Silvester

Wasser auf den Berg hinaufzupumpen sei suboptimal. Wegen auftretender Temperaturverluste könne dabei nur bei vier bis fünf Grad Minus im Freien Schnee gemacht werden. Mit Wasser aus Speicherseen lasse sich hingegen auch bei zwei Grad höheren Temperaturen gut beschneien.

Schellhorn verwies auf Zauchensee im Salzburger Land. Die dortige Skiliftgesellschaft hat auf 2000 Metern den größten Speichersee der Alpen errichtet. Der im vorigen Herbst fertig gestellte Kunstsee ist etwa so groß wie der Natursee Goldegg und hat 13 Millionen Euro gekostet. Außerdem wurden rund drei Mio. Euro in neue Schneekanonen gesteckt. "Ohne diese Investitionen wäre Zauchensee in den vergangenen Wochen weniger glimpflich davongekommen", vermutet Schellhorn.

Mehr Gäste als je zuvor

Für die ersten beiden Wintermonate liegt nun schwarz auf weiß vor, was Rückmeldungen aus Tourismuszentren zuletzt bereits vermuten ließen: Mehr Gäste als je zuvor haben Urlaub in Österreich gemacht. Nach vorläufigen Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts sind die Tourismusumsätze im Beobachtungszeitraum November und Dezember 2006 auf 2,82 Milliarden Euro gestiegen, um 5,5 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des vorjährigen Rekordwinters. "Angesichts des Schneemangels ist das ein sehr gutes Zwischenergebnis für den Wintertourismus", sagte der zuständige Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Auch die Nächtigungszahlen haben sich verbessert, und zwar um 3,9 Prozent auf 11,82 Millionen.

Für den ÖHV-Chef ist es "keine Überraschung, dass es im November und Dezember so gut gelaufen ist". Skifahren stehe da weniger stark im Vordergrund als im Jänner und Februar. Auch wenn der Jänner für viele Tourismusbetriebe schlecht war, sollten die jüngsten Schneefälle Hoteliers und Seilbahngesellschaften mit einem blauen Auge davonkommen lassen. In Kärnten ist seit Kurzem auch die Abfahrt vom Nassfeld (1500 Meter) nach Tröpolach (600 Meter) möglich. Auch andere höher gelegene Skigebiete haben vorerst genug Schnee.

Drei Wochen Pause auf der Forsteralm

Nach wie vor schwer tun sich kleinere Gebiete. Am Annaberg in den Mostviertler Alpen etwa sind noch immer drei von sieben Liften gesperrt. Aber immerhin, zwischen 8. und 26. Jänner ist dort gar nichts gegangen. Auf der Forsteralm in Oberösterreich sind fünf von acht Anlagen offen. Auch dort musste man drei Wochen lang pausieren.

Besonders betroffenen Unternehmen soll jedenfalls geholfen werden, hat Minister Bartenstein erneut angekündigt (siehe auch Artikel Wintersaison bringt 5,5 Prozent Umsatzplus bis Dezember). Dazu gehört die Stundung von Tilgungsraten genauso wie Hilfe bei Restrukturierungen. (Günther Strobl, DER STANDARD, 29.1.2007)

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