Aufrüstung in den Salzburger Skizentren

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Jay
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Aufrüstung in den Salzburger Skizentren

Beitrag von Jay »

Die Salzburger Nachrichten berichten:
Aufrüstung in den Skizentren

23. Februar 2007

Ohne Schneekanonen wäre der Skiwinter ausgefallen. Jetzt wird an der Logistik gefeilt. Künftig sollen ganze Skigebiete binnen Tagen beschneit werden.
Heinz Bayer Salzburg (SN). Auf Knopfdruck binnen kürzester Zeit nicht nur wichtige Hänge, sondern ganze Skigebiete beschneien.

Über solchen Plänen brüten derzeit Salzburgs Seilbahner. Christoph Eisinger, Direktor von Ski amadé : "Wir sind schon auf einem sehr hohen Level, können in unserer Region von 860 Pistenkilometern 645 beschneien. Jetzt geht es um die Verbesserung der Effizienz."

Das heißt: Leitungen, die noch leistungsfähiger sind, eine verbesserte Wasserzufuhr und mehr Speicherteiche. Der größte mit 430.000 Kubikmetern Fassungsvermögen entstand in Zauchensee. Er geht mit kommender Saison in Betrieb. Die Arbeitsgruppe Wasserwirtschaft und Naturschutz des Landes Salzburg arbeitet seit Wochen an Grundsätzen und Richtlinien, um den Seilbahnern die Planungen für den Ausbau der Beschneiung zu erleichtern. Denn die modernste Schneekanone ist umsonst, wenn zu wenig Wasser vorhanden ist. Um Schneekanonen mit ihrem wichtigsten Rohstoff füttern zu können, werden im Fall des Falles enorme technische Hürden überwunden. Zum Beispiel in Obertauern. Dort wird Wasser von der Talstation des Zehnerkarlifts über 520 Höhenmeter und eine Leitungslänge von 2,5 Kilometern auf den Berg gepumpt.

Obertauern: Neue Lifte und ein Golfplatz Das schneesichere Obertauern (1630 bis 2526 Meter Seehöhe) als einer der großen Gewinner des schneearmen Winters hat ehrgeizige Pläne für die kommenden zwei Jahre. In drei Wochen wird eine Betreibergesellschaft für ein neues Projekt stehen. Eine Kabinenbahn soll die Tagesgäste künftig von Untertauern zur Gnadenalm bringen. Damit können zusätzliche Pistenflächen gewonnen werden. Vor allem ist zugleich das Verkehrs- und Parkplatzproblem in den Griff zu bekommen.

Damit nicht genug. 2009 soll in Untertauern ein 18-Loch-Golfplatz eröffnet werden. Bürgermeister Hans Habersatter: "Wir arbeiten an beiden Projekten mit Hochdruck." Der Bau des Golfplatzes dürfte rund vier Millionen Euro kosten. Die neue Kabinenbahn 55 Mill. Euro.

Auch Salzburgs einziges Gletscherskigebiet, das Kitzsteinhorn in Kaprun, wird aufgerüstet. Ab 2008 können die Schneekanonen dort drei Mal so viel Kunstschnee erzeugen wie bisher. Beschneit werden die Hänge des Gletschers mit Wasser aus den Speicherseen, und zwar bis auf eine Seehöhe von 2900 Metern. Zusätzlich werden im Sommer sechs Hektar Vlies verlegt, um die Gletscherfläche vor Sonneneinstrahlung zu schützen.

Gebaut wird auch in Zell am See. Eine Achter-Einseilumlaufbahn Richtung Breiteck soll die betagte Seilbahn auf die Schmittenhöhe entlastet. Kosten: 20 Mill. Euro. Die Zeller wollen ihr Skigebiet auch Richtung Piesendorf ausdehnen. Experten des Landes prüfen das derzeit. Eine Erweiterung der Pisten ist nötig weil der Gästeansturm in Zell am See enorm ist.

© SN.

flo
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Beitrag von flo »

Komisch. Auch hier wir die Kabinenbahn von Untertauern aus mit 55 Millionen Euro beziffert. Das kann doch nicht stimmen oder wird die Trassenführung tatsächlich derart kompliziert? Mit dieser Bahn würde auch einem Zusammenschluß mit Zauchensee in greifbare Nähe kommen. Es bräuchte dann nur noch eine Piste und einen Lift von Untertauern zum jetzigen Tauernkarlift.
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Beitrag von trincerone »

55.000.000 € kommt mir auch sehr viel vor... 55.000.000 Schilling hätt ich ja geglaubt... ;)
Jay
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Beitrag von Jay »

flo hat geschrieben:Komisch. Auch hier wir die Kabinenbahn von Untertauern aus mit 55 Millionen Euro beziffert.
Es handelt sich bei diesem Artikel und dem Auszug im Obertauern Thread um den gleichen Artikel. Insofern glaube ich noch immer an einen Fehler.

Jakob
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lanschi
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Beitrag von lanschi »

Passend zu diesem Zeitungsartikel hab ich dann noch folgendes durchaus interessantes Textmaterial aus dem Salzburger Landtag:
Nr. 68 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages

(4. Session der 13. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Reiter und Schwaighofer an die Landesregierung – ressortzuständige Beantwortung durch Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Haslauer, Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Raus und Herrn Landesrat Eisl – (Nr 635 der Beilagen) betreffend Anträge zur Errichtung von Seilbahnen und Pisten

Hohes Haus!

In Beantwortung der am 29. Mai 2006 an die Landesregierung gestellten und hinsichtlich der Fragen 1 bis 6 und 8 an mich delegierten gegenständlichen schriftlichen Anfrage betreffend die Errichtung von Seilbahnen und Pisten darf ich Ihnen Folgendes berichten:



Zu Frage 1: Welche Projekte liegen derzeit der Schierschließungskommission zur Bewilligung bzw Begutachtung vor? (Bitte um möglichst genaue Aufstellung auch bezüglich des Standes der Verfahren).



Der Arbeitsgruppe Schianlagen liegen derzeit Grobkonzepte bzw Vorprojekte für Vorhaben in den Gemeinden Bramberg, Flachau, Krimml, Radstadt/Altenmarkt, Rußbach, Zell am See und Piesendorf vor. Sämtliche Projekte werden in nächster Zeit beurteilt werden. Weiters ist die Arbeitsgruppe Schianlagen vorinformiert, dass ein Projekt aus dem Bereich Sportgastein in nächster Zeit eingereicht werden wird. Auch dieses Projekt wird in nächster Zeit beurteilt werden.



Zu Frage 2: Schon seit Jänner 2005 (Bericht in den SN) gibt es Pläne einer Liftverbindung Seekareck/Gnadenalm (Obertauern), wobei auch an Verbindungen bis Zauchensee gedacht wird. In welchem Stadium sind diesbezüglich die Verhandlungen und in welcher Form ist der Naturschutz eingebunden?



Es soll Absichten für eine Liftverbindung Obertauern-Zauchensee geben, derzeit ist jedoch kein Projekt eingereicht und gibt es meiner Information nach diesbezüglich auch keine offiziellen Verhandlungen.



Zu Frage 3: Sind betriebswirtschaftliche Erfolgsaussichten eine Voraussetzung für die Genehmigung eines Projekts und wenn ja, wie werden sie beurteilt?

Bei der Beurteilung durch die Arbeitsgruppe Schianlagen sind die Sinnhaftigkeit und die Erfolgsaussichten eines Projektes als Grundvoraussetzung einzustufen. Darüber hinaus müssen Seilbahnunternehmen beim seilbahnrechtlichen Verfahren eine Wirtschaftlichkeitsanalyse und die Finanzierungssicherheit nachweisen. Erst dann ist eine Bewilligung möglich.



Zu Frage 4: Wie wird auf die Erhaltung bedeutender Bergwander- und Schitourengebiete geachtet?



Im Bundesland Salzburg gibt es keine Neuerschließung von Schigebieten. Daher werden bedeutende Bergwander- und Schitourengebiete nicht berührt. Im Rahmen des Ortsaugenscheines und der Beurteilung durch die Arbeitsgruppe finden mögliche Bergwanderwege oder Schitourengebiete immer eine entsprechende Berücksichtigung.



Im praktischen Betrieb von Seilbahnanlagen stellen jedoch Schitourengeher, welche in der Nacht die Schipisten als Schitourengebiet benutzen, leider relativ häufig eine große Gefahrenquelle dar, wenn die Schipisten mit Seilwinden präpariert werden. Die Schipisten müssen relativ früh am Abend präpariert werden, damit sie in der Nacht entsprechend durchfrieren können. Die Seilwindengeräte werden bei steileren Schipistenflächen eingesetzt.



Zu Frage 5: Wie werden die Auswirkungen von Anlagen auf den Verkehr in der Region berücksichtigt?



Die Auswirkungen von Anlagen auf den Verkehr beschränken sich im Bundesland Salzburg auf den Bestand von vorhandenen Schianlagen. Neue Talräume werden nicht mehr erschlossen. Bei der Komfortverbesserung, Anbindung, usw werden Zu- und Abfahrten, vorhandene Parkplätze, mögliche Errichtung von Busshuttle-Service entsprechend überprüft und beurteilt. In allen größeren Schigebieten gibt es gut funktionierende Schibus-Dienste. Diese werden im praktischen Betrieb stark angenommen. Darüber hinaus wird es notwendig werden, überregional zukünftig verstärkt Reisezüge zu organisieren, mit denen Touristen auf dem Schienenweg in die Schigebiete gebracht werden und dort mit einem organisierten Shuttle-System kein Auto benötigen. Es gibt auch die Entwicklung, dass sich Wintersportler keine eigenen Geräte mehr kaufen, sondern Schischuhe und Wintersportgeräte direkt vor Ort in einem Gesamtpaket anmieten. Darüber hinaus wird bei den zentralen Talstationen in letzter Zeit auch verstärkt eine Möglichkeit für die Deponie von Schischuhen und Schiern angeboten. Dadurch ist es möglich, mit normalen Winterschuhen von der Unterkunft zur Talstation zu gehen und erst dort Schischuhe und Wintersportgeräte zu übernehmen. Durch diese Maßnahme werden wesentlich größere Wegstrecken ohne die Benutzung eines Autos akzeptiert.



Zu Frage 6: Soll es Ausschlusskriterien für die Bewilligung von Schianlagen zur Wahrung der Interessen des Naturschutzes geben? Wenn ja, welche?



Die Frage, ob eine Errichtung von Schianlagen nach den Bestimmungen des Salzburger Naturschutzgesetzes genehmigt werden kann oder ob die Bewilligung versagt wird, ist im jeweiligen naturschutzrechtlichen Verfahren zu klären. Dabei sind auch die Bestimmungen der Alpenkonvention sowie allfällige Schutzgebietsverordnungen, Bescheide für Naturschutzdenkmäler udgl zu beachten.



Zu Frage 8: Wird der Kyotoeffekt bei der Erweiterung von Anlagen und damit die Vergrößerung der Kapazität berücksichtigt?



Die Erweiterung von Anlagen ist zumeist mit dem Rückbau von alten Anlagen koordiniert. Dabei werden zumeist mehr Lifte abgetragen als neue errichtet. Die Vergrößerung der Kapazität hält sich daher stark in Grenzen. Eine mögliche Kapazitätserhöhung muss auch mit den vorhandenen Pistenflächen übereinstimmen. Unabhängig von der Errichtung von Seilbahnen gibt es Versuche mit Gastankstellen und Biodieseltankstellen für Pistengeräte, verstärkten Einsatz von Russpartikelfiltern bei Pistenraupen, sowie den Einsatz von Solarenergie und Hackschnitzelheizungen für die Optimierung der Energieversorgung von Tourismusbetrieben. Gerade in den Wintersportorten wird zudem verstärkt auf die Errichtung von Biomasseheizwerken gesetzt (zB Altenmarkt, St. Johann, Wagrain, Obertauern uvm).



Ich bitte das Hohe Haus diese Anfragebeantwortung zur Kenntnis zu nehmen.
Bramberg: ist bekannt - Anbindung Wildkogel
Flachau: ist bekannt - Zusammenschluss Flachau/Flachauwinkl
Krimml: ???
Radstadt/Altenmarkt: ???
Rußbach: ???
Zell am See + Piesendorf: ist bekannt - Anbindung Piesendorf, neue EUB Schmittenhöhe


Hinsichtlich Gnadenalm dürfte dieser Text wohl nicht mehr aktuell sein. :wink:
Rob
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Beitrag von Rob »

lanschi hat geschrieben:Bramberg: ist bekannt - Anbindung Wildkogel
Flachau: ist bekannt - Zusammenschluss Flachau/Flachauwinkl
Krimml: ???
Radstadt/Altenmarkt: ???
Rußbach: ???
Zell am See + Piesendorf: ist bekannt - Anbindung Piesendorf, neue EUB Schmittenhöhe
Bezuglich Krimml: die wollen schon laenger mit einer Gondelbahn direkt ins Zillertal Arena.
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lanschi
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Beitrag von lanschi »

Was Rußbach anbelangt, so könnte es sich da um das Projekt Edtalmbahn samt Pistenerweiterung handeln. Letztere wäre aber nur marginal, ich weiß nicht, ob sowas auch ein Fall für die Arbeitsgruppe Schianlagen ist.

In Radstadt/Altenmarkt könnte das den Neubau der DSB betreffen, der ja auf neuer Trasse erfolgen soll. Auch eher ein vergleichsweise kleines Vorhaben.
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