Debakel am Pizol

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sigma2
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Debakel am Pizol

Beitrag von sigma2 »

16:03 -- Tages-Anzeiger Online

Debakel am Pizol

Im Pizolgebiet muss mit einem Sturm gerechnet werden.


Weil neue Zubringerbahnen nicht gebaut werden können, steht das Ski- und Wandergebiet Pizol vor dem Aus. Dutzende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Die Sammlung von Privatkapital für zwei neue Zubringerbahnen ins Pizolgebiet ist gescheitert. Die Gondelbahn in Bad Ragaz wird Ende April stillgelegt, weil die Betriebsbewilligung abläuft, wie Jules Mullis, Verwaltungsrat der Pizolbahnen AG, heute vor den Medien sagte.

Was mit den Ski- und Sesselliften geschieht, ist noch unklar. Ebenfalls offen ist, was mit der Kabinenbahn in Wangs geschieht. Deren Betriebsbewilligung läuft Ende 2008 aus.

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Der Hauptgrund für das Debakel am Pizol ist, dass für die neue Achtergondelbahn in Wangs nur 2,1 Millionen statt der nötigen 7 Millionen Franken privates Aktienkapital gezeichnet wurden. Damit aber wird die angestrebte und vom Kanton St. Gallen verlangte Eigenkapitalquote von deutlich über 50 Prozent nicht erreicht.
Investitionshilfe zugesichert
Für die Gewährung einer Investitionshilfe des Bundes von 6 Millionen Franken forderte der Kanton zudem ein gemeinsames Konzept für die Erneuerung der Bahnanlagen und eine Gesellschaft statt bisher zwei. Dies wurde von den Bahnen in Bad Ragaz und Wangs mit dem Konzept «Pizol 2010» und der Vermögensübertragung an die Pizolbahnen AG erfüllt.

Weil das Eigenkapital in Wangs nicht zusammenkam und damit eine Bedingung des Kantons nicht erfüllt wurde, kann die Investitionshilfe nicht ausbezahlt werden. Ohne die Bundesbeiträge aber können die Bahnen nicht gebaut werden. Zum einen sind mehrere Gemeindebeiträge davon abhängig, zum andern die Gewährung von Bankkrediten.
Bad Ragaz wäre bereit
Tragisch ist die Situation für das Projekt in Bad Ragaz. Es ist schon weit fortgeschritten und die Finanzierung ist gesichert. Über die erhofften 3 Millionen hinaus wurden von Privaten für 3,4 Millionen Franken Aktien gezeichnet. Allerdings sind gegen den Bahnneubau noch Einsprachen hängig, weshalb der Zeitplan nicht mehr eingehalten werden kann.

Der St. Galler Volkswirtschaftsdirektor Josef Keller sprach von einem empfindlichen Schlag für den Tourismus. Gründe sieht er in der jahrelangen Zerstrittenheit der beiden Bahnen und im fehlenden Rückhalt der Pizolbahn in Vilters-Wangs. Bevölkerung und Behörden von Bad Ragaz aber verdienten Respekt für den finanziellen Kraftakt.
Arbeitsplätze verloren
Für das ganze Sarganserland sei es ein rabenschwarzer Tag, erklärte der Bad Ragazer Gemeindepräsident Guido Germann. Wie er mitteilte, gehen bei der Bahn, in Gastronomie und Skischule ab Ende April mehrere Dutzend Arbeitsplätze verloren und werden Existenzen vernichtet. Dies sei später auch in Wangs zu befürchten.

Rico Wengle, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Bad Ragaz, rief Kantons- und Gemeindebehörden auf, die bewilligten Darlehen trotz allem auszuzahlen, damit in Bad Ragaz gebaut werden kann. Regierungsrat Keller und Gemeindepräsident Germann schlossen einen Alleingang in Bad Ragaz aus, weil die Eigenwirtschaftlichkeit nicht gegeben sei. (rom/sda)


Bitte im News Thread über den Pizol weiter diskutieren.
Jakob

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