Forschung: Die Zukunft des Wintertourismus

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snowflat
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Forschung: Die Zukunft des Wintertourismus

Beitrag von snowflat »

Forschung: Die Zukunft des Wintertourismus

Wie geht es mit dem Wintertourismus in Österreich weiter? Das Institut für Freizeitforschung am Ludwig Boltzmann Institut hat diese Frage aufgearbeitet.


Das Resümee: Es müsse viel mehr Geld in Forschung und Entwicklung für diesen Bereich fließen als bisher. Denn jeder dritte Arbeitsplatz hänge in Österreich inzwischen direkt oder indirekt vom Tourismus ab.

Bruttoinlandsprodukt könnte sinken
Die Fakten vorweg: Der Wintertourismus in Österreich ist inzwischen genauso wichtig für die Wirtschaft wie der Sommertourismus. Das war lange nicht so.

Bleiben die Gäste und die Umsätze durch Schneemangel in den nächsten Jahren aus, so könnte erstmals seit langem das Bruttoinlandsprodukt in Österreich sinken, warnen die Freizeitforscher, und das, obwohl sie den Wintersport als Minderheiten-Programm bezeichnen.

Der Wintergast gibt deutlich mehr Geld aus
Im Sommer werde drei Mal soviel Sport betrieben wie im Winter, aber - und das ist der große Unterschied: Der Wintergast gibt deutlich mehr Geld aus. Und darum dürfe man den Wintertourismus nicht einfach vernachlässigen, trotz all der Diskussionen etwa über Beschneiungsanlagen, ohne die in den Hauptgebieten des Wintersports auch in Zukunft nichts funktionieren wird.


Ökologische Bedenken
Schneesicherheit sei immer noch die wichtigste Entscheidungsgrundlage für Gäste, ob sie buchen oder nicht. Ökologische Bedenken bei der Beschneiung würden aber immer lauter, sagen die Freizeitforscher und stellen interessante Vergleiche an.

Ein Hotel mit 60 Betten verbrauche in einem Winter 900.000 Kilowattstunden Strom. Mit dieser Menge könnte man zwei Pisten in der Länge von fünf Kilometern und einer Breite von 100 Metern beschneien.

Badewasserqualität für die Beschneiung
Oder: Weltweit reicht für die Beschneiung Badewasserqualität. In Tirol etwa ist aber Trinkwasserqualität vorgeschrieben. Wie soll man also umgehen mit den natürlichen Ressourcen? Die Freizeitforscher schlagen zwei Bereiche vor: Mehr Geld und Forschung für umweltverträgliche, Energie-schonende Beschneiungsanlagen, die auch bei Plusgraden Schnee erzeugen können, denn sonst werde es in den nächsten Jahren vor allem in kleineren, tiefer gelegenen Skigebieten sehr schwierig.


Zum zweiten schlagen sie die Schaffung einer Modellregion vor. Dort sollten über zwei Jahre hinweg alle Probleme und Prozesse praxisnah, unter Einbeziehung der Bevölkerung, der Wirtschaft und Ökologen erörtert und gelöst werden.

Diese Erkenntnisse müssten dann auf andere Wintersportregionen in Österreich umgelegt werden, sagen die Freizeitforscher.
Quelle: ORF
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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Beitrag von Foto-Irrer »

ich hab folgenden Vorschlag:
schnell die kalte Fusion endlich erforschen, damit wir nahezu unendlich Energie zur Verfügung haben! Dann zusätzlich zu den Schneekanonen noch riesige "Kühlkanonen" auf die Pisten stellen (bitte auch in freeride-Areale). Oder gleich eine riesige Gitterkonstruktion über die gesamten Alpen, damit nicht nur die großen finanzkräftigen Gebiete die Kühlung nutzen können. Oder gleich die gesamten Alpen überdachen, damit wäre zusätzlich auch der Eintrag ins Guiness-Buch mit der größten Indoor-Skihalle gesichert...
Lacht nicht, denn global gesehen könnten wir so auch der Klimaerwärmung entgegnen!
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Glaskugel

Beitrag von schifreak »

Hi, die Idee iss net Neu, sogar der ``OTTI`` hat das in den 70 ern schon gefragt, wann wird Deutschland endlich überdacht. Es kann doch nicht sein, daß solche Gebäude wie Kölner Dom einfach so im Freien herumstehn... das wär in der Tat für die Alpen das Beste-- immer Schnee, kein Wind, kein Regen...
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Re: Forschung: Die Zukunft des Wintertourismus

Beitrag von Gletscherfloh »

Forschung: Die Zukunft des Wintertourismus

... Denn jeder dritte Arbeitsplatz hänge in Österreich inzwischen direkt oder indirekt vom Tourismus ab...
Ich kenne diese Studie nicht im Original, aber diese Behauptung ist nicht korrekt (handelt sich eventuell um einen Fehler des ORF-Journalisten ...).

Inklusiver indirekter Effekte wird der Anteil des Tourismus am BIP in Österreich zur Zeit auf ca. 12 % geschätzt. Das ist ordentlich viel (allerdings sind da auch alle möglichen Spielarten des Tourismus eingerechnet plus die indirekten Effekte), trotzdem können diese 12 % einfach nie ein Drittel der Beschäftigung ausmachen (auch wenn viele Formen des Tourismus vergleichsweise arbeitsintensiv sind).

Generell wird der Tourismus in seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung überschätzt, grade in so Ländern wie Österreich in denen einige wenige Regionen beinah vollständig auf den Tourismus spezialisiert sind (diese Regionen sind dann allerdings auch die international bekannten Regionen ... wer kennt denn schon im Ausland die österreichischen Industrieregionen bzw. ihre Unternehmen etc.).
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Foto-Irrer
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Beitrag von Foto-Irrer »

wer ist denn der OTTI???
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Beitrag von miki »

Das Institut für Freizeitforschung am Ludwig Boltzmann Institut hat diese Frage aufgearbeitet.

Das Resümee: Es müsse viel mehr Geld in Forschung und Entwicklung für diesen Bereich fließen als bisher.
Cooles Resümee: die Forscher verlangen, das mehr Geld in Forschung fliessen soll :twisted:. Nicht schlecht.

Ansonsten eine interessante Studie mit Empfehlungen, die ganz gut in meine Weltvorstellung passen (z. B. 'Beschneiungsanlagen, ohne die in den Hauptgebieten des Wintersports auch in Zukunft nichts funktionieren wird' oder sogar 'Forschung für umweltverträgliche, Energie-schonende Beschneiungsanlagen, die auch bei Plusgraden Schnee erzeugen können' :top: ). Einmal was anderes als die oft gelesene Weltuntergangsstimmung á lá 'Ende des Wintertourismus ... in 10 Jahren schneefreie Alpen ... alle Skigebite die unterhalb 1500/1800/2000 (Zahl je nach Bedarf) liegen werden bald dichtmachen ... usw. usw.'
Those who would give up essential liberty to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety !
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Skisaison 2025/26: aktuell 10 Skitage = 4 x Kitzsteinhorn, 2 x Mölltaler, 4 Berge, 1 x Obertauern, Zauchensee
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