"Kurier" vom 19.03.2007
Ressort: Chronik
Seite: 10
Ausgabe: N.Ö/Süd,Morgen
Katerstimmung bei den NÖ- Liftbetreibern
Wintersport -Die viel zu früh abgelaufene Skisaison geht in die Geschichte ein - im negativen Sinn. In den Wintersportzentren des südlichen NÖ herrscht Katzenjammer. Der viel zu milde Winter beschwert den Lift- und Berherbergungsbetrieben Einbußen von bis zu 80 Prozent gegenüber einem Durchschnittswinter.
Am Schlimmsten hat es den Liftbetrieb am Unterberg im Piestingtal getroffen. Für die Betreiber-Familie Schwiglhofer ist die Bilanz katastrophal: Null Skitage. "Wir werden es aber nächstes Jahr nochmals versuchen", erklärt Chefin Waltraud Schwiglhofer und erteilt damit Gerüchten über das endgültige "Aus" des Liftbetriebs eine Absage.
Als katastrophal kann man auch das Betriebsergebnis der Skischaukel Mönichkirchen-Mariensee bezeichnen. Dabei hatte die Saison so gut angefangen. Mit einer Gesamtinvestition von zehn Millionen Euro wurde das Skigebiet vor dem Winter aus dem Dornröschenschlaf geholt. Man könnte fast meinen umsonst: Gerade einmal 51 Betriebstage bedeuten eines der schlechten Betriebsergebnisse der vergangenen Jahre. "Wir haben um 80 Prozent weniger Umsatz als üblich gemacht", klagt Liftbetreiber Gerald Gabauer. Trotz des dicken Minus wird der Ausbau des Skigebites im Sommer abgeschlossen. Der dritte und letzte 4er-Sessellift wird gebaut.
Investition verschoben
Dieses Glück wird dem Nachbarskigebiet St. Corona nicht zu Teil. Die schlechte Wintersaison hat ein großes Loch in die Kasse der Bergbahnen gerissen. Der geplante neue 4er-Sessellift muss verschoben werden.
Lediglich der Semmering ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Doch auch auf dem Zauberberg scheut man den Vergleich mit dem Vorjahr: "Wir hatten durchgehend gute Pistenverhältnisse. Trotzdem ist die Bilanz schlecht", sagt Markus Merz.