Anfahrt:
Frankfurt-Basel-Luzern-Andermatt
Wetter:
Sonnig in Deutschland, leichter Schneefall in Andermatt
Temperatur:
ca. -2°C und leichter Schneefall bei der Ankunft. Später dann wärmer, im Tal wahrscheinlich zweistellig.
Schneehöhe:
Tal ca. 30 cm/Berg: vermutlich >300 cm auf dem Gemsstock
Schneezustand:
pulver
Geöffnete Anlagen:
Alle. Glaube ich.
Geschlossene Anlagen:
gelegentlich Skilift Dürstelen
Offene Pisten:
Fast alle, bis auf siehe unten
Geschlossene Pisten:
Variante Talabfahrt vom Nätschen, schwarze Bärenfluh-Piste vom Winterhorn
Meisten Gefahren mit:
Val-Val/Calmut auf der Sedruner Seite, Lutersee, Gemsstock 2. Sektion und Gurschenalp-Sessel am Gemsstock, Skilift Winterhorn am Winterhorn
Wenigsten Gefahren mit:
Skilift Dürstelen
Wartezeiten:
Gemsstock 2. Sektion bis zu 20 Minuten, sonst eigentlich keine
Gefallen:
Schneeverhältnisse auf dem Gemsstock
Nicht gefallen:
Talabfahrten
Fazit:
Den kompletten Pistenplan vom Winterhorn bis nach Sedrun findet man hier:
http://www.gotthard-oberalp-arena.ch/da ... ap-opt.pdf
Abfahrt Frankfurt um 08:15 Uhr, Ankunft in Andermatt um ca. 13:30 Uhr. Dichter Verkehr auf der A5 in D und der A2 in CH, trotzdem konnte man flüssig im Verkehr mitschwimmen. Zwischenstopp an der Raststätte Pratteln, kurz hinter der Schweizer Grenze.
Nachmittags war nur noch Dorf und Umgebung erkunden angesagt, Skipässe kaufen und natürlich lecker essen gehen.
Den ersten und dritten Skitag verbrachten wir im Gebiet Nätschen/Gütsch mit Zahnrad-Verbindung nach Sedrun. Gerade am Sonntag waren die Naturschneepisten super zu fahren. Am liebsten am Grossboden auf der Urner Seite und Val-Val auf der Bündner Seite. Und was fast noch besser war: Das Alpsu auf dem Oberalp-Pass. Mit Abstand die beste Hütte im Skigebiet. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig war die Talabfahrt nach Andermatt über die Passstraße. Sonntags war sie noch einwandfrei befahrbar, am Dienstag aber war gerade im unteren Teil eher Wasserski angesagt. Die unteren Lagen auf beiden Seiten des Gebiets wurden nachmittags ziemlich sulzig, dafür waren sie dann am nächsten Morgen waschbretthart gefroren.
Den zweiten, vierten und letzten Skitag kurvten wir am Gemsstock herum. Nach der Sonnenpiste zum Einfahren wagten wir uns an die „schwarze“ Seite. Dort zweigt im oberen Drittel die gelbe Variante von der Piste ab. Vor uns fuhren drei mittelalterliche Herren locker in die anfangs noch moderaten Buckel. Geil, dachten wir uns, nix wie hinterher. Kurz danach wurde es jedoch krass steil, die drei Herren entschwanden hinter einem Felsgrat, der noch weiter abseits von der Variante führte. Vermutlich war ihnen das Steile zu langweilig. Wir dagegen hatten viel Spaß mit dem eingefahrenen Steilhang. Ich glaube, ich bin selten so viele Buckelis gefahren, wie in dieser Woche. Zur Entspannung machten wir uns dann an die Talabfahrt nach Andermatt. Im oberen Teil super – dann aber ziemlich vereist. Immer häufiger kamen Steine, Büsche und sonstiges Gemüse zwischen den Buckeln zum Vorschein. Die Ziehweg-Umfahrungen waren auch nicht besser. Eng und steil und schön vereist. Richtig Spaß hat man vermutlich nur als Leihskifahrer.
Die meiste Zeit sind wir die anderen Schwarzen gefahren und am Skilift Lutersee. Die Lutersee-Piste ist ebenfalls wunderbar, eigentlich immer in der Sonne und bestens präpariert. Auch schön: Die Gadä-Bar direkt am Lift. Was heißt eigentlich Gadä? Egal, es gibt prima Kuchen da.
Am Donnerstag wollten wir eigentlich noch mal über den Nätschen nach Sedrun, aber irgendwie hielt uns die Talabfahrt ab. Als unsere Vermieter uns dann erzählten, dass Nätschen ab Montag, 19.3. geschlossen ist und uns vom Winterhorn vorschwärmten, war die Entscheidung einfach. Wir packten ausnahmsweise die Skiklamotten ins Auto und fuhren zum Parkplatz an der Talstation der Sesselbahn zum Lückli. Kaum was los, null anstehen war angesagt. Aber windig. Wahrscheinlich sind deshalb die Pisten immer noch so gut in Schuss. Ohne Schneekanonen (zumindest im oberen Teil) und obwohl fast immer die Sonne reinstrahlt. Am Lückli schließt der Skilift zum Winterhorn an. Die Pisten sind rot und blau, extrem breit ausgewalzt und auch recht lang. Also Schlepper fahren, links runtercarven, Schlepper fahren, rechts runtercarven, Schlepper fahren, links runtercarven, und so weiter, den ganzen Tag. Am Abend waren wir total kaputt, man fährt viel mehr als man denkt, wenn man eigentlich nie anhalten muss, um auf den Lift zu warten oder zu überlegen, welche Piste man nehmen könnte.
Wir hatten ein Wahnsinnsglück mit dem Wetter, es hat wirklich NUR die Sonne geschienen. Und: Die Jungs und Mädels an den Bahnen sind extrem freundlich, immer wird man begrüßt und verabschiedet. Auch in Andermatt selbst konnte man die Einheimischen leicht von den Touristen unterscheiden: Die Einheimischen grüßen immer. Wir kommen bestimmt wieder, gerade weil sich Andermatt für Wochenendtouren anbietet. Und weil ich mir vorgenommen habe, mich das nächste Mal mit Freeriding/Skitouren zu beschäftigen. Da wurde ich ganz neidisch, als ich gesehen habe, wie manche da abseits losgestürmt sind.
Und Après-Ski? Schirme wie in Österreich gibt´s zum Glück keine. Aber dafür die Apotheke. Mit Dunkler Perle und Schweizer Hefeweizen. Da haben wir uns wohl gefühlt.