Datum: Sonntag, 28. Januar 2007
Wetter:
Tja das Emoticon sagt alles, wer heute Gelegenheit zum Skifahren hatte und diese nicht genutzt hat ist einfach selber schuld! Am frühen Morgen und nachher am Abend ein paar hohe Schleierwolken am Horizont, sonst ein tiefblauer Himmel. Nichtmal Kondensstreifen! Die Verkehrsflugzeuge machten alle einen grossen Bogen um Davos. Dank der Flugverbotszone, das WEF hat also doch noch einen gemeinnützigen Zweck...
Lawinengefahr: "erheblich, vor allem für Triebschneehänge aller Expositionen oberhalb etwa 2000m". Kein Wunder, es hat doch einige Zentimeter Neuschnee gegeben am Samstag.
Doch ich sollte positiv überrascht sein, selbst an den etwas steileren Hängen blieb der klebrig-knollige Schnee gut liegen, einzelne Bälle rollten davon. Also freie Fahrt für die relativ flachen Hänge an der Sonnenseite des Flüelatals.
Anreise: mit der Rhätischen Bahn von Landquart Ried über Landquart nach Davos Dorf, trotz WEF ohne Behinderungen. Von dort aus mit dem (diesmal wohl doch wegen dem WEF verspäteten) VBD-Bus zur Talstation der Pischabahn. Nichtmal das dämliche DRS1-Geplärre aus dem Radio des Chauffeurs konnte mir die Laune verderben
Da wären wir nun, schauen wir uns doch erstmal um:
Zubringerbahn ist eine Pendelbahn von von Roll, die Kabinen mit Fassungsvermögen 100+1 Personen hat die SIG geliefert. In Betrieb, nicht annähernd ausgelastet, ich selber bin nur einmal gefahren. Wartezeit bis die Gondel fährt...
Von unten aus gesehen ganz links liegt der Skilift Flüelamäder, in Betrieb, Garaventa. Nichtmal zur Hälfte ausgelastet. Zahlreiche Wiederholungsfahrten meinerseits
Etwas rechts von der Zubringerbahn dann der Doppelskilift Mitteltäli; der kürzere Skilift Mitteltäli I war in Betrieb. Hersteller Garaventa. Mit dem bin ich etwa vier Mal gefahren. Zur Mittagszeit gab es sogar eine kleine Warteschlange, mit klein meine ich eine Wartezeit von unter einer Minute.
Rechts davon sein grösserer Bruder, der Skilift Mitteltäli II. Garaventa, ausser Betrieb.
Eigentlich hätte einer der beiden Lifte stillgelegt werden sollen (bin mir nicht mehr sicher welcher von den Beiden...), es waren jedoch beide bebügelt; im Gegensatz zum...
Skilift Mittelgrat, seit Ende letzter Saison (und der Neupositionierung als Freeridegebiet) stillgelegt. Garaventa.
Bilder von den Anlagen gibts hier und da.
Als ich mit der Zubringerbahn hinaufgondelte kam schon der erste kleine Störfall, nach einem *pieep* verlangsamte die Bahn und stand still. Vielleicht eine Minute und mehrmaliges beepen später setzte sie sich wieder in Bewegung.
Schon bald aber sah ich zum Kabinenfenster hinaus dass der Mäderlift still stand. Von einem anderen Passagier erfuhr ich dass es sich nur um eine kleinere technische Störung handle.
Also stürzte ich mich zuerst ins Mitteltäli. Die blaue Piste hier war präpariert (am Nachmittag fuhren da viele Leute runter - erstaunlich viele für ein Freeridegebiet...). Ich selber testete natürlich gleich den Pulverschnee nebenan.
Beim Hinauffahren sah ich dann dass mittlerweile auch der Flüelamäder wieder lief. Also nix wie rüber auf den Lieblingslift schon zu Prä-freeridegebietszeiten. Den Pulverschnee abseits der beiden Pisten da schätzte ich nämlich schon vorher.
Die beiden Abfahrtsrouten am Mäder waren eigentlich noch gesperrt. Bei der Bergstation stand auch ein Arsenal an Pfosten mit gelben Tafeln - zu meiner Überraschung waren sie als Seitenmarkierung gedacht, ich hätte wie bei Abfahrtsrouten üblich eine Mitte-Markierung erwartet.
Dass die Routen noch nicht offen waren lag wohl an der dünnen Schneelage. Aber im oberen Teil lag davon noch zur Genüge. Bei der Route Nr. 1 gab es bereits jede Menge frischer Spuren - im Gegensatz zur anderen Seite. Ich war tatsächlich Erster und durfte den Hang bei Nr. 2 entjungfern
Es war einfach phantastisch. Der unberührte Schnee glitzert in der Sonne und du surfst da runter...herrlich!
Weiter unten sah es dann schon düsterer aus. Oberhalb der etwa der natürlichen Waldgrenze liegenden Trennlinie lag genügend Schnee, darunter zu wenig. Da die Waldgrenze durch Bestossen der Alp nach unten gedrängt wurde liegt auch der schneearme Teil im offenen Gelände. Immerhin ists nicht steinig, trotzdem war es jedes Mal eine Tortur, sich von der Phasengrenze zur Talstation kratzarm durchzukämpfen.
Ihr habt bestimmt schon beobachtet, wie im Herbst oder Frühling die Schneefallgrenze oft genau bei der Waldgrenze zu liegen kommt. So entstand auch die eben beschriebene Situation. Die Seilbahnbauer wussten dies natürlich auch und haben deshalb für schneearme Zeiten einen Zwischeneinstieg gebaut, der ziemlich exakt am Ende der Schneereichen Partie liegt. Doch dieser wurde nie benutzt und schliesslich vor zwei oder drei Jahren gar abgerissen - warum bloss? Tja, bei der Talstation des Mäderlifts liegt ein Restaurant, die Mäderbeiz. Wegen diesem einen Betrieb also kämpfen wir uns also unzählige Male durch die Tundra, aber meine Skier entgraten - das wäre dann zu viel verlangt!
Den grössten Teil des Tages verbrachte ich also am Flüelamäder. War da denn nicht sehr schnell alles verfahren? Jein. Verspurt schon, optisch gab der Hang bald nichts mehr her. Aber zum Fahren gings immer noch tiptop, da er nicht wirklich verfahren war. Es waren nur einzelne Spuren drin, es gab dazwischen noch Powder in Hülle und Fülle. Überdies kann man talauswärts recht weit dem Grat entlang traversieren und so den Hang auf einer beträchtlichen Länge nutzen, fast bis zur Bedra rüber.
Rückreise: schon kurz vor drei Uhr nahm ich die kurze aber eisige Talabfahrt unter meine frisch geschliffenen Kanten. Der Ortsbus brachte mich an den "Pischa Terminal", von da aus sinds noch 100 Meter zur Talstation der Parsennbahn. Einige kleinere Umwege infolge der WEF-Absperrgitter nicht eingerechnet. Diese düste dann nach ~7 Minuten Wartezeit auch mit mir zum Höhenweg hinauf (Doppelmayr, Fahrzeuge Gangloff). Von der Dorftäli-6-KSB von Garaventa zur Wasserscheide hinaufgetragen entschloss ich mich noch für einige Fahrten am Skilift Hauptertäli (Garaventa). Um Punkt 16 Uhr machte ich mich schliesslich auf nach Klosters - das heisst, eine Viertelstunde lang möglichst in der Hocke da runterzubrettern^^ doch schon früh brannten die Oberschenkel, Tiefschneefahren ist halt doch anstrengender als Pistenrasen
Es hatte ziemlich viele Leute auf der Talabfahrt, es galt also konzentriert einen Slalomkurs um die Unterländer herum zu fahren. Nicht innert Rekordzeit, aber doch 16' nach Abfahrt auf der Wasserscheide passierte ich die Graströchni.
Die RhB brachte mich schliesslich direkt von Klosters nach Landquart Ried zurück, vorbei an Autos die nicht wirklich gut vorankamen...
Gefallen: Ich habs schonmal geschrieben..."Es war einfach phantastisch. Der unberührte Schnee glitzert in der Sonne und du surfst da runter...herrlich!"
Nicht gefallen: Das WEF und die daraus resultierenden Behinderungen; die Mäderbeiz und ihre Auswirkung auf den Zwischeneinstieg.
Fazit:
- Noch ein bisschen mehr Schnee schadet immer noch nicht^^
- Für mich unterscheidet sich das heutige Pischa kaum von jenem von früher, da ich schon damals den Pulverschnee geschätzt habe...
- Für andere jedoch schon, es gab einige Leute (Anfänger), die entweder nicht mitgekriegt haben dass sie in einem Freeridegebiet sind oder dies ignoriert/unterschätzt haben.
Benotung mache ich keine.
Falls du dir alles angetan hast und hier mit Lesen angekommen bist gratuliere ich dir zu deiner Ausdauer!