Bei der Auffahrt ins Dorf wurde mir fast schlecht, als selbst in St.Luc nicht ein einziger cm Schnee lag. Erst ab etwa 1800 Meter waren am Straßenrand Schneereste zu erkennen. Im Ort lag dann ein bisschen, aber auch nur stellenweise.
Gott sei Dank waren die Pisten am nächsten Tag wirklich gut präpariert, selbst nach den ersten beiden Tagen bei strahlender Sonne und viel zu warmen Temperaturen schauten so gut wie keine Steine heraus. Generell muss man die Pistenpräparation in diesen Gebieten herausheben, die die schlechten Lifte wieder wettmachen. Selbst bei unserer unfreiwilligen Talabfahrt nach St-Luc (bei Abfahrt Bela-Tola eins zu früh abgebogen...) war ich von der Pistenqualität erstaunt. Zwar Sulz, aber ausreichend beschneit.
Dann kam der Schnee, aber wie. Das ging zwar auf Kosten des Wetters, aber der Schnee war für die restlichen 4 Tage absolut perfekt. Traumhafter Tiefschnee, z.B. neben der Verbindungspiste der Skigebiete, der Traumpiste Illhorn und unterhalbt von Le Rotsé. Hat richtig Laune gemacht. Teilweise musste ich die Pisten nichtmal verlassen, weil eine Neuschneedecke die abends gewalzten Pisten überdeckte.
Dienstag waren wir in Grimentz, das wohl das anspruchsvollere Skigebiet ist. Vor allem die schwarze Piste Lona hats mir da angetan. In einem Zug von 3000 auf 1600 bei diesen Verhältnissen. Vor allem waren die angenehmen Sessel dort eine ganz schöne Abwechslung zu den altbekannten Schleppern aus Chandolin/St.Luc.
Nach Zinal haben wir es nicht mehr geschafft, auch wenn wir es uns vorgenommen hatten. Schade.
Ganz abgesehen von den wirklich guten Umständen war einfach nichts los. Wir mussten nicht ein Mal länger als eine Minute anstehen, in den ganzen sechs Tagen.
Was ich aber nicht verstehe, ist, wie man einen derart langsamen Lift wie Le Rotsé überhaupt konstruieren kann. Das Ding ist ja der Wahnsinn, und das als Verbindung nach St.Luc. Der muss ganz schleunigst ersetzt werden, noch vor allen Schleppern.
Trotzdem: Wer wenig Wert auf gute Lifte legt und sehr günstig in ein recht großes Skigebiet möchte: Val d'Anniviers.
Zusammenfassend:
Gefallen:
- Schneeverhältnisse
- optimales Preis-/Leistungsverhältnis (Studentenermäßigung + Weiße Wochen!)
- Pistenpräparation
- sehr wenig los
- gemütlicher Ort, keine Wohnungsburgen
Nicht gefallen:
- Wetter
- Lifte (nennt mir ein Gebiet, das den Komfort untertrifft)
- Verbindung zwischen Talabfahrt und Talstation St.Luc
Insgesamt hat mich dieser Urlaub inkl. Anfahrt aus der Pfalz, großer Wohnung, Skipass und Verpflegung 220€ gekostet. Und das ist für so einen Skiurlaub geschenkt.
Wenn es mit den Klausuren hinhaut, nächsten Winter sofort wieder.