Pistenrettung
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- Tibor
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Pistenrettung
Hi,
gab/gibt es eigentlich Trends, wie die Pistenrettung organisiert wird?
Ich kann mich grob an drei Phasen erinnern, die mir am Kronplatz aufgefallen sind.
- Um 1989 bis 1995 wurde die Verletzten meistens mit dem Akja geborgen und bis zur nächsten Strasse oder Gondel gebracht. In der Gondel wurden sie dann in die spezielle Rettungsgondel eingeladen, weswegen die Bahn angehalten werden musste.
- 1995-97 gab es mal eine Phase, wo ständig ein Hubschrauber Verletzte geborgen hat, der zu der Zeit wohl auch gerade eingeführt wurde. Oder war es versicherungstechnisch 'in', sich mit dem Hubschrauber bergen zu lassen bis es den Versicherungen zu teuer wurde? Oder hat es dann ein Gesetz beschränkt?
- Ab 1997 wird überwiegend ein Skidoo benutzt und wurde ein zentraler Rettungsstützpunkt am Gipfel eingerichtet. Entweder sitzen die Verletzten auf dem Suzius und es ist ein Akja angehängt. Mit der Rettungsgondel wird kaum noch jemand ins Tal befördert. Und es wurde eine einheitliche Telefonnummer für die Pistenrettung eingeführt/bekannt gemacht. Inzwischen hängen die Hinweise ja an jedem Lifteinstieg.
/Tibor
gab/gibt es eigentlich Trends, wie die Pistenrettung organisiert wird?
Ich kann mich grob an drei Phasen erinnern, die mir am Kronplatz aufgefallen sind.
- Um 1989 bis 1995 wurde die Verletzten meistens mit dem Akja geborgen und bis zur nächsten Strasse oder Gondel gebracht. In der Gondel wurden sie dann in die spezielle Rettungsgondel eingeladen, weswegen die Bahn angehalten werden musste.
- 1995-97 gab es mal eine Phase, wo ständig ein Hubschrauber Verletzte geborgen hat, der zu der Zeit wohl auch gerade eingeführt wurde. Oder war es versicherungstechnisch 'in', sich mit dem Hubschrauber bergen zu lassen bis es den Versicherungen zu teuer wurde? Oder hat es dann ein Gesetz beschränkt?
- Ab 1997 wird überwiegend ein Skidoo benutzt und wurde ein zentraler Rettungsstützpunkt am Gipfel eingerichtet. Entweder sitzen die Verletzten auf dem Suzius und es ist ein Akja angehängt. Mit der Rettungsgondel wird kaum noch jemand ins Tal befördert. Und es wurde eine einheitliche Telefonnummer für die Pistenrettung eingeführt/bekannt gemacht. Inzwischen hängen die Hinweise ja an jedem Lifteinstieg.
/Tibor
- thun
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Prinzipiell gibt's da keine IMHO keine "Phasen" oder "Moden".
Wie gerettet wird hängt primär von der Art der Verletzung und dem zur Verfügung stehenden Material ab. Alles andere ist sekundär.
Im Regelfall wird es immer so ablaufen, dass die Bergwacht/die Pistenwacht als erstes zum Unfallort kommt (früher per Ski, heute auch per Skidoo), der Helikopter (mit Notarzt) wird (wie auch bei allen anderen Unfällen) erst dann alarmiert, wenn feststeht, dass der Patient ärztliche Hilfe benötigt/schnell abtransportiert werden muss/keine andere Möglichkeit zum Abtransport in Frage kommt, alles andere wäre einfach zu teurer. Meist steht dies nicht zum Zeitpunkt des Notrufes fest (da der, der den Notruf absetzt oft nicht weiß, welche Informationen wichtig sind), sondern erst, wenn eine Einsatzkraft vor Ort ist und Verstärkung anfordert. Danach versorgen die Bergwachtler (Sanitäter) den Verletzten und transportieren ihn schnellstmöglich ab (Stichwort: Unterkühlung).
Natürlich sind auch die Bergwachten im laufe der Zeit immer besser ausgestattet und ausgebildet worden (ich nehme mal an, dass in den letzten 10, 15 Jahren sich Skidoos rasant verbreitet haben und somit auch die Zeit, bis ein Sanitäter vor Ort ist sich bemerkbar verkürzt haben dürfte). Das selbe übrigens mit Helikoptern: Seit Privatanbieter Rettungsdienst machen dürfen hat gerade in Österreich die Anzahl extrem zugenommen.
Die Veränderungen im Transport resultieren also hauptsächlich aus dem zur Verfügung stehenden Material, nicht aus irgendwelchen versicherungstechnischen oder "modischen" Gründen.
Auch heutzutage wird ja noch mit dem Akja transportiert, wenn es medizinisch möglich ist bzw. keine andere Möglichkeit in frage kommt.
Heutzutage ist es halt meist einfacher und schneller, den Verletzten mit dem Skidoo direkt ins Tal zu fahren als zur Gondel zu bringen, dort in die Sanitätsgondel zu legen, diese einzuhängen (den Betrieb der Bahn zu stören) und unten wieder auszuladen. Außerdem ist jedes Umlagern eines Verletzten mit einem gewissen medizinischen Risiko verbunden, das möglichst vermeidet werden sollte.
Ich denke auch, dass leicht Verletzte weiterhin meist mit der Gondel (aber halt nicht mit der Sanitätsgondel) ins Tal transportiert werden, schließlich ist der Skidoo dann schneller wieder einsatzbereit).
Darüber hinaus kommt es gerade bei Hubschraubern auf die Verfügbarkeit an. Wenn alle im Einsatz sind kann keiner kommen. Rettungshubschrauber sind auch unterschiedlich stark verbreitet (z. B.: Bayern: 7, Tirol: 22(!)). Zum Beispiel gibt's im Allgäu nur zwei Rettungshubschrauber (Christoph 17 aus Kempten und einen in Murnau); da kann man sich ausmalen, dass es öfter passiert, dass keiner von beiden sofort zur Verfügung steht.
Der alte Christoph 17 (seit gestern außer Dienst) war auch nicht instrumentenflugtauglich, das heißt nachts oder bei schlechter Sicht (Nebel!) musste der am Boden bleiben. Wie's beim neuen ist weiß ich nicht. Hubschrauber sind also auch nicht immer einsetzbar!
Dass eine zentrale Basis für die Bergwacht eingerichtet wurde und nicht mehr zig kleine Hütten rumstehen würde ich mal damit erklären, dass es nicht mehr nötig ist überall Ansprechpartner zu haben weil heute eh jeder per Handy alarmieren kann und nicht mehr erst zum Lift/zur Bergwacht gefahren werden muss. Außerdem ist auch für die Einsatzkräfte ein großes, bequemes, modernes Zentrum viel besser als die alten kleinen Holzhütten. Infolgedessen muss ich halt auch die Notrufnummern bekannt machen, dass die an jedem Lift groß ausgeschrieben sind ist sehr sinnvoll.
Außerdem kann man auch daran den Fortschritt sehen: offensichtlich ist man heute in der Lage genauso schnell in jedem Punkt des Skigebiets zu sein wie früher mit vielen verstreuten Hütten.
Wie gerettet wird hängt primär von der Art der Verletzung und dem zur Verfügung stehenden Material ab. Alles andere ist sekundär.
Im Regelfall wird es immer so ablaufen, dass die Bergwacht/die Pistenwacht als erstes zum Unfallort kommt (früher per Ski, heute auch per Skidoo), der Helikopter (mit Notarzt) wird (wie auch bei allen anderen Unfällen) erst dann alarmiert, wenn feststeht, dass der Patient ärztliche Hilfe benötigt/schnell abtransportiert werden muss/keine andere Möglichkeit zum Abtransport in Frage kommt, alles andere wäre einfach zu teurer. Meist steht dies nicht zum Zeitpunkt des Notrufes fest (da der, der den Notruf absetzt oft nicht weiß, welche Informationen wichtig sind), sondern erst, wenn eine Einsatzkraft vor Ort ist und Verstärkung anfordert. Danach versorgen die Bergwachtler (Sanitäter) den Verletzten und transportieren ihn schnellstmöglich ab (Stichwort: Unterkühlung).
Natürlich sind auch die Bergwachten im laufe der Zeit immer besser ausgestattet und ausgebildet worden (ich nehme mal an, dass in den letzten 10, 15 Jahren sich Skidoos rasant verbreitet haben und somit auch die Zeit, bis ein Sanitäter vor Ort ist sich bemerkbar verkürzt haben dürfte). Das selbe übrigens mit Helikoptern: Seit Privatanbieter Rettungsdienst machen dürfen hat gerade in Österreich die Anzahl extrem zugenommen.
Die Veränderungen im Transport resultieren also hauptsächlich aus dem zur Verfügung stehenden Material, nicht aus irgendwelchen versicherungstechnischen oder "modischen" Gründen.
Auch heutzutage wird ja noch mit dem Akja transportiert, wenn es medizinisch möglich ist bzw. keine andere Möglichkeit in frage kommt.
Heutzutage ist es halt meist einfacher und schneller, den Verletzten mit dem Skidoo direkt ins Tal zu fahren als zur Gondel zu bringen, dort in die Sanitätsgondel zu legen, diese einzuhängen (den Betrieb der Bahn zu stören) und unten wieder auszuladen. Außerdem ist jedes Umlagern eines Verletzten mit einem gewissen medizinischen Risiko verbunden, das möglichst vermeidet werden sollte.
Ich denke auch, dass leicht Verletzte weiterhin meist mit der Gondel (aber halt nicht mit der Sanitätsgondel) ins Tal transportiert werden, schließlich ist der Skidoo dann schneller wieder einsatzbereit).
Darüber hinaus kommt es gerade bei Hubschraubern auf die Verfügbarkeit an. Wenn alle im Einsatz sind kann keiner kommen. Rettungshubschrauber sind auch unterschiedlich stark verbreitet (z. B.: Bayern: 7, Tirol: 22(!)). Zum Beispiel gibt's im Allgäu nur zwei Rettungshubschrauber (Christoph 17 aus Kempten und einen in Murnau); da kann man sich ausmalen, dass es öfter passiert, dass keiner von beiden sofort zur Verfügung steht.
Der alte Christoph 17 (seit gestern außer Dienst) war auch nicht instrumentenflugtauglich, das heißt nachts oder bei schlechter Sicht (Nebel!) musste der am Boden bleiben. Wie's beim neuen ist weiß ich nicht. Hubschrauber sind also auch nicht immer einsetzbar!
Dass eine zentrale Basis für die Bergwacht eingerichtet wurde und nicht mehr zig kleine Hütten rumstehen würde ich mal damit erklären, dass es nicht mehr nötig ist überall Ansprechpartner zu haben weil heute eh jeder per Handy alarmieren kann und nicht mehr erst zum Lift/zur Bergwacht gefahren werden muss. Außerdem ist auch für die Einsatzkräfte ein großes, bequemes, modernes Zentrum viel besser als die alten kleinen Holzhütten. Infolgedessen muss ich halt auch die Notrufnummern bekannt machen, dass die an jedem Lift groß ausgeschrieben sind ist sehr sinnvoll.
Außerdem kann man auch daran den Fortschritt sehen: offensichtlich ist man heute in der Lage genauso schnell in jedem Punkt des Skigebiets zu sein wie früher mit vielen verstreuten Hütten.
- PRINOTHfan
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ich kenne das pistenrettungssystem nur bei den st. moritzer bergbahnen und im vinschgau!
bei den st. moritzer bergbahnen ist auf corviglia(bergstation der standseilbahn)ein SOS stützpunkt. da sind ca. 4 bis 5 leute angestellt die dann bei einem unfall alamiert werden. meistens rücken sie mit dem skidoo aus und wenn es schwere verletzungen sind wird die REHA(rettungshelicopter) beigerufen. wenn es keine schweren verletzungen sind so werden sie vom sos versorgt und dann bis zum parkplatz gefahren wo ein rettungswagen wartet.
die SOS nummer steht auf jedem markierungsstecken drauf.
in vinschgau-watles da übernehmen den rettungsdienst die carabinieri(polizei) und die rücken auch mit dem ski doo aus und transportieren den verletzten bis zum krankenwagen!
bei den st. moritzer bergbahnen ist auf corviglia(bergstation der standseilbahn)ein SOS stützpunkt. da sind ca. 4 bis 5 leute angestellt die dann bei einem unfall alamiert werden. meistens rücken sie mit dem skidoo aus und wenn es schwere verletzungen sind wird die REHA(rettungshelicopter) beigerufen. wenn es keine schweren verletzungen sind so werden sie vom sos versorgt und dann bis zum parkplatz gefahren wo ein rettungswagen wartet.
die SOS nummer steht auf jedem markierungsstecken drauf.
in vinschgau-watles da übernehmen den rettungsdienst die carabinieri(polizei) und die rücken auch mit dem ski doo aus und transportieren den verletzten bis zum krankenwagen!
- Skihase
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Na, super - vor zwei Jahren am Corvatsch kam ein Typ alleine mit nem Akia, um mich ins Tal zum Krankenwagen zu transportieren - unser Skilehrer musste noch mit anpacken... Wie gerne w�re ich Skidoo gefahren anstatt mich im Akia durchsch�tteln zu lassen! (Und dass es sich nur um eine normale Knieverletzung handelt, war auch klar!)PRINOTHfan hat geschrieben:ich kenne das pistenrettungssystem nur bei den st. moritzer bergbahnen und im vinschgau!
bei den st. moritzer bergbahnen ist auf corviglia(bergstation der standseilbahn)ein SOS st�tzpunkt. da sind ca. 4 bis 5 leute angestellt die dann bei einem unfall alamiert werden. meistens r�cken sie mit dem skidoo aus und wenn es schwere verletzungen sind wird die REHA(rettungshelicopter) beigerufen. wenn es keine schweren verletzungen sind so werden sie vom sos versorgt und dann bis zum parkplatz gefahren wo ein rettungswagen wartet.
die SOS nummer steht auf jedem markierungsstecken drauf.
Asmol und Plankenhorn - da lacht das Skihasen-Herz! Innamorati in Falcade - einfach nur schön...
- PRINOTHfan
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nein!das hab ich nicht gesagt!ich meinte nur weil du meine aussage von der pistenrettung von corviglia zitiert hast!und du dich dann über die pistenrettung am CORVATSCH beschwärt hast.Skihase hat geschrieben:Das wei� ich auch, war ja auf Beiden skifahren damals!
Soll das hei�en, Corvatsch ist also wesentlich altmodischer als Corviglia?
........so wäre das gemeint.......
-
Olli
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Leider kommt es auch oft drauf an, wie der Verletzte versichert ist.
Seit einer Gesetzesänderung in Österreich sind die gesetzlichen Sozialversicherungsträger nicht mehr verpflichtet, Hubschraubeeinsätze nach Schiunfällen zu bezahlen (ausgenommen Arbeitsunfälle, zu denen auch Unfälle auf Schulschikursen gehören).
Daher kann es vorkommen, dass bei der selben Verletzungen bei genügendem Versicherungsschutz der Hubschrauber gerufen wird, sonst aber bodengebunden abtransportiert wird.
Seit einer Gesetzesänderung in Österreich sind die gesetzlichen Sozialversicherungsträger nicht mehr verpflichtet, Hubschraubeeinsätze nach Schiunfällen zu bezahlen (ausgenommen Arbeitsunfälle, zu denen auch Unfälle auf Schulschikursen gehören).
Daher kann es vorkommen, dass bei der selben Verletzungen bei genügendem Versicherungsschutz der Hubschrauber gerufen wird, sonst aber bodengebunden abtransportiert wird.
- ThomasZ
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In Val Thorens werden die meisten Verletzten mit dem Akja transportiert. Dies kann man immer mehrfach pro Tag beobachten. Alle Pisten, die zum zentralen Platz am Fußpunkt der Retour-Lifte führen werden hier hin abgefahren. Dort wartet dann ein Skidoo, wo sich der Retter mit dem Akja anhängt, um ein Stück zur Medistation hochgezogen zu werden. Wo die Verletzten auf den tiefliegenden Pisten hingefahren werden, habe ich noch nicht beobachtet, aber auch hier gibt es meist Akja-Rettung.
Thomas
Thomas