Waldbrand wütet: 20 Hektar Wald zerstört
Im benachbarten Bayern kämpfen Feuerwehren seit Freitag gegen einen verheerenden Waldbrand bei Bad Reichenhall. Insgesamt sind rund 20 Hektar Schutzwald zerstört. Die Flammen haben einen halben Quadratkilometer in Mitleidenschaft gezogen.
Acht Hubschrauber fliegen
Der Brand wurde am Freitag gegen 14.00 Uhr oberhalb des Thumsees entdeckt. Ein Großaufgebot der Feuerwehren aus der Umgebung und insgesamt neun Löschhubschrauber waren bis zum Einbruch der Dunkelheit im Einsatz - sie konnten das Feuer bis dahin aber nicht vollständig löschen.
Deshalb haben Samstagfrüh acht Hubschrauber und zwei Wasserwerfer die Bekämpfung des Waldbrandes fortgesetzt.
Löschwasser aus dem Thumsee
Löschhubschrauber über dem Thumsee (Bild: AKTIVNEWS/F.F.)
Die Hubschrauber fliegen immer wieder zum Thumsee, laden die Behälter mit Wasser voll und fliegen zurück zum Brandort. Das Gelände ist steil und kaum zugänglich.
Jeder Wasserbehälter fasst 5.000 Liter Wasser - das Löschen vom Hubschrauber aus soll verhindern, dass sich das Feuer über die Straße weiter auf andere Waldflächen ausbreitet
"Unter Einsatz des Lebens" gegen Ausbreitung
Rund 300 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, sagt Rudolf Zeif, Kommandant der Feuerwehren im Landkreis: "Wir haben gegen 3.00 Uhr die Problematik gehabt, dass der Wind sehr aufgefacht hat und das wieder unwahrscheinlich zum Brennen gebracht hat."
Die Einsatzkräfte hätten dabei "nur unter Einsatz ihres Lebens verhindert, dass sich das Feuer weiter ausgebreitet hat", ergänzt Zeif.
Aufforstung von 20 Jahren Raub der Flammen
Hubschrauber im Löscheinsatz (Bild: AKTIVNEWS/F.F.)
80 Prozent der zerstörten Flächen sind bayerischer Staatswald, sagt Daniel Müller von den bayerischen Staatsforsten: "Insgesamt haben wir eine Schadensfläche von 20 Hektar Wald, der überwiegend durch Bodenfeuer - Gottseidank nur vereinzelt durch Kronenfeuer - zerstört wurde."
Für die Staatsforste sei der Brand "besonders bedauerlich, weil innerhalb der letzten 20 Jahre oberhalb der Straße Schutzwaldsanierung stattgefunden hat. Dort wurden mit enormem Aufwand Pflanzungen vorgenommen."
Selbstentzündung mögliche Ursache?
Als das Feuer ausbrach, wurden in der Umgebung keine Personen beobachtet. Außerdem liegt die Stelle, von der die Flammen ausgegangen sind, abseits von Wanderwegen.
"Diese Indizien sprechen eher momentan dafür, dass es sich möglicherweise um eine Selbstentzündung handelt", sagt der Chef der Polizeidirektion Traunstein, Hubertus Andrä, "Definitiv können wir das aber jetzt nicht feststellen."
Lager für Einsatzkräfte am See
Das Lager der Einsatzkräfte am Thumsee (Bild: AKTIVNEWS/F.F.)
Am Ufer des Thumsees ist ein Lager der Einsatzkräfte aufgebaut worden - dort werden die Helfer versorgt und ärztlich untersucht, wenn sie vom Brandort kommen. Wie lange die Löscharbeiten noch dauern werden, ist noch nicht absehbar.
Bauern verursachen Brände im Pongau
Rascher gelöscht hatten die Feuerwehren einen Waldbrand in St. Veit (Pongau): Dort konnten sie Freitagabend gegen 20.30 Uhr nach stundenlangem Einsatz "Brand aus" geben. Auf etwa 10.000 Quadratmetern hatte dort Wald Feuer gefangen.
Die Ursache für das Feuer ist inzwischen auch klar: Ein Bauern brannte einen Haufen ab. Dabei griffen die Flammen auf den Wald über. Aus dem gleichen Grund brannte auch in der Nachbargemeinde Goldegg eine Wiese, dort reichte aber der Einsatz zweier Feuerwehren zur erfolgreichen Bekämpfung aus.
Wälder sehr trocken
Nach dem Winter und wegen des warmen Wetters sind die Wälder derzeit sehr trocken. Deshalb ist beim Umgang mit offenem Feuer äußerste Vorsicht geboten.