Fusion der Bergbahnen im Oberengadin ist perfekt!

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Vadret
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Fusion der Bergbahnen im Oberengadin ist perfekt!

Beitrag von Vadret »

Auf dem Weg zum Bergbahn-Riesen



Fusionsvertrag unterzeichnet, Führungskräfte bestimmt, definitive Entscheidungen im April



Das Vertragswerk zur Fusion der Oberengadiner Bergbahnen ist am vergangenen Montagabend unterzeichnet worden. Ihre Unterschriften unter die Verträge gesetzt haben Ulrich Immler, Luis Wieser, Peter Barth, Daniel Eichholzer und Paul Koller (von links).

Im Sommer 2005 ist mit den Arbeiten im Projekt «EBB – Zusammenführung der Oberengadiner Bergbahnen» begonnen worden. Wenn alles wie geplant läuft, wird am 22. April dieses Jahres die Bergbahnen ENGADIN St. Moritz AG (BEST) Tatsache. Ein fusioniertes Unternehmen bestehend aus den bisherigen Gesellschaften Suvretta-Piz Nair AG (SPNAG), Celeriner Bergbahnen (CBB), St. Moritzer Bergbahnen (SMBB) und Diavolezza Bahn AG (DBAG). Ein Unternehmen, dazu den grössten Bergbahngesellschaften der Schweiz zählen wird mit rund 360 Mitarbeitern im Winter, 180 im Sommer und mittelfristig erwarteten Erträgen von 40 Mio. Franken auf den Transportanlagen und zwölf Mio. Nebenerträgen aus den Hotel- und Restaurationsbetrieben. Die heutige BEST wird wieder wie früher Arbeitsgemeinschaft der Oberengadiner Bergbahnen (AGOB) heissen. Deren Aufgaben sind noch näher zu definieren könnten aber das gemeinsame Ticketing und die Verkaufsaktivitäten ausserhalb des Tals umfassen.

Fusions-Vertragswerk unterzeichnet

Gemäss einer Medienmitteilung sind am vergangenen Montagabend im St. Moritzer Rathaus von den Verantwortlichen der involvierten Bergbahnen, der politischen Gemeinde und der Bürgergemeinde St. Moritz die Verträge zur Fusion unterzeichnet worden. Neben den eigentlichen Fusionsverträgen sind parallel die Baurechte der Bergbahnen auf dem Gemeindegebiet St. Moritz geregelt worden.
Ob die Fusion respektive die Sacheinlage der Gemeinde St. Moritz definitiv zu Stande kommt, werden die Aktionäre der Unternehmen an ihren Generalversammlungen im April, die St. Moritzer Bürgerversammlung und die St. Moritzer Stimmberechtigten am 22. April an der Urne entscheiden.
Dass in einer ersten Phase nur vier der insgesamt sieben Partner fusionieren, dürfte ein Wermutstropfen sein. In der Anfangsphase sind die Gespräche mit allen Unternehmen geführt worden, nach der Unternehmungsbewertung aber sind die Furtschellas Bahn AG, die Luftseilbahn Silvaplana-Surlej-Corvatsch AG und die AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair ausgeschieden. «Wir dürfen keine Unternehmen in die Gesellschaft integrieren, die finanziell nicht gesund sind», hatte Projektleiter Roland Zegg von der Firma Grischconsulta Mitte Dezember im St. Moritzer Gemeinderat unverblümt gesagt. Gemäss Medienmitteilung sollen separate Integrationsschritte die drei Unternehmen zu gegebener Zeit in die BEST überführen. Die Fusion und die neue BEST seien deshalb so konzipiert, dass die Integration der drei Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt ohne Weiteres möglich sei.
Die designierte Führungsequipe auf operativer Ebene setzt sich aus altbekannten Gesichtern zusammen. Geschäftsführer der neuen BEST soll der bisherige CBB-Betriebsleiter Markus Meili werden. Als Leiter Technik ist Peter Dübendorfer, heute Direktor an der Diavolezza vorgesehen. Leiter Gastronomie und Lodging würde Christian Meili (heute CBB) und Leiter Finanzen/Controlling Enrico Joos vom Treuhandbüro Riedi Berni Theus. Der heutige Direktor der St. Moritzer Bergbahnen, Nicolò Holinger, wird bei der BEST Leiter Projekte. Auf strategischer Ebene soll Luis A. Wieser Präsident des Verwaltungsrates werden. Die weiteren Mitglieder des siebenköpfigen Gremiums wären Marco Biancotti, Ulrich Immler, Marco Pitsch, Martin Candrian, Ivo Huber und Hans-Peter Pleisch. Die regionale Verankerung, die hohe Professionalität sowie Bergbahnen- und Management-Know-how seien ausschlaggebend gewesen für die Besetzung der Positionen, heisst es in der Medienmitteilung.

Gästerückgang stoppen

Hintergrund für die Fusionsbestrebungen sind der Logiernächte- und Umsatzverlust im Oberengadin. Die Bergbahnen haben seit 1998 rund einen Viertel ihrer Gäste verloren und verzeichnen heute noch 1,2 Mio. Ersteintritte ins Skigebiet. Und das trotz Millionen-Investitionen in die Infrastruktur. Ziel ist es, dank der Fusion die Ertragskraft zu steigern, um in Zukunft die anstehenden Investitionen aus eigener Kraft finanzieren zu können. Angestrebt wird in den nächsten fünf Jahren ein Cash-Flow von 19 Mio. Franken, heute sind es 12 Mio. Investitionen sind in dieser Zeit in der Höhe von 30 Mio. geplant. Die Angebote mit anderen Leistungsträgern im Tal sollen koordiniert und in die touristische Leistungskette integriert werden, Synergien zwischen den einzelnen Mitbewerbern sollen genutzt werden, um mehr Mittel für für die Marktbearbeitung und den Verkauf zur Verfügung zu haben.
Sparpotenzial gibt es beim Personalaufwand. Dieser soll mittelfristig um fünf Prozent (was in etwa zwölf Vollzeitstellen entspricht), zurückgefahren werden. Betroffen sind in erster Linie Saisonstellen. Der Abbau soll gemäss Medienmitteilung in den nächsten drei Jahren schrittweise, und unter Ausnützung der natürlichen Fluktuationen erfolgen. Weiteres Synergiepotenzial wird in den Bereichen Versicherungen, Unterhalt, Reparaturen und Gebühren ausgemacht. Der Finanzaufwand soll durch den Abbau des Fremdkapitals gesenkt werden. Die BEST wird mit einer Eigenkapitalbasis von rund einem Drittel starten. Das entspricht frankenmässig in etwa 30,3 Mio. Die vier angeschlossenen Unternehmen dürften rund drei Viertel des gesamten Umsatzes aller Oberengadiner Bergbahnunternehmungen erwirtschaften.

Gemeinde St. Moritz grösste Einzelaktionärin

Aus rechtlichen Überlegungen figuriert die CBB bei der Fusion mit der SPNAG und der DBAG als übernehmende Gesellschaft. Die SMBB würden nach der finanziellen Sanierung in der Höhe von 19 Mio. Franken durch Sacheinlage in die BEST integriert und die Gemeinde St. Moritz durch BEST-Aktien abgegolten. Die Gemeinde wäre mit einem Anteil von 21,1 Prozent grösste Einzelaktionärin der neuen Unternehmung. 57,2 Prozent der Aktien blieben bei den Kleinaktionären, 17,3 Prozent würde die Familie Wieser und 4,4 Prozent die Familie Meili halten.


Quelle: Engadiner Post Autor: Reto Stifel

Ort: 7500 St. Moritz
Datum: 08.02.2007
Rubriken: Diverses, Tourismus
Zuletzt geändert von Vadret am 24.04.2007 - 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Jay
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Beitrag von Jay »

Die NZZ berichtet:
Vier Oberengadiner Bergbahnen fusionieren
Gemeinde St. Moritz sagt Ja zum Zusammenschluss

Die Stimmbürger von St. Moritz haben der Fusion von vier Oberengadiner Bergbahnen deutlich zugestimmt. Damit entsteht das viertgrösste Bergbahnunternehmen der Schweiz. Der Abwärtstrend bei den Gästezahlen soll gestoppt werden - pünktlich zum 100. Geburtstag.




kru. St. Moritz, 22. April

Mit 755 gegen 299 Stimmen hiessen die St. Moritzer Stimmbürger am Sonntag das Zusammengehen der Bergbahnen gut. Das erwartet deutliche Resultat folgt auf beinah einhellige Zustimmungen durch die Bürgergemeinde St. Moritz und die Aktionärsversammlungen der Bahnen. Damit ist der Weg frei für die Fusion der St. Moritzer Bergbahnen, der Suvretta-Piz Nair AG, der Celeriner Bergbahnen AG und der Diavolezza Bahn AG zur neuen Bergbahnen Engadin St. Moritz AG. Die Fusion erfolgt rückwirkend auf den 1. November 2006 und schafft bei einer Bilanzsumme von 90 Millionen Franken das viertgrösste Bergbahnunternehmen der Schweiz - hinter der Weissen Arena Flims/Laax sowie den Bergbahnen in Zermatt und Davos/Klosters.

Nur selten rentable Geschäfte
Der Aufbruch zu neuen Strukturen erfolgt pünktlich zum 100. Geburtstag der Bergbahnen im Oberengadin, der kommenden Sommer ausgiebig gefeiert wird. Es war zur Mittagszeit des 9. August im Jahr 1907, als die Drahtseilbahn auf den Aussichtsberg Muottas Muragl ihren Betrieb aufnahm; der Anfang einer regen Erschliessung der umliegenden Gipfel. 13 Bergbahnen entstanden im Oberengadin, die meisten in den fünfziger und sechziger Jahren. Zahlreiche weitere Projekte blieben ohne Chance auf Realisierung, beispielsweise jene einer grösstenteils unter Tag geführten Zahnradbahn auf den 4049 Meter hohen Piz Bernina. Es war der aus Schaffhausen stammende und in Chur wohnhafte Ingenieur Robert Wildberger, der die Initiative für die Bahn auf Muottas Muragl ergriff. Die Hoffnung auf «äusserst rentable Geschäfte», wie sie vor der Eröffnung geäussert wurde, erlitt allerdings rasch erste Dämpfer. Die Geschichte der Bahn verlief trotz besten Aussichten auf dem Berg wechselhaft, bis sie 1996 mit den Celeriner Bergbahnen fusionierte.

Die jetzige Grossfusion umfasst zwar vorerst nur vier der sieben grossen Bahngesellschaften im Oberengadin, trotzdem ist sie Ausdruck eines dringend notwendigen Ausbruchs aus verkrusteten Strukturen, der parallel zum Aufbau der neuen Tourismusorganisation im Oberengadin erfolgt. Erneut kam die Initiative aus Chur, diesmal von Roland Zegg, der das Beratungsunternehmen Grischconsulta leitet und sich auf die Bergbahn- und Tourismusbranche spezialisiert hat. Seit mehreren Jahren schon berät Zegg die Oberengadiner Bergbahnen, und er war es, der vor zwei Jahren den Anstoss zu Fusionsverhandlungen gab. Die Zahlen waren alarmierend: Innert fünf Jahren waren die Frequenzen um 23 Prozent auf 1,2 Millionen Tageseintritte (Betriebsjahr 2005/06) gesunken, gleichzeitig erhöhten sich die Investitionen in Sicherheit und Beschneiung. Operativ arbeiten die Bergbahnen zwar seit vier Jahrzehnten zusammen, auf strategischer Ebene bedurfte es jedoch der Initiative von neutraler Seite, um die Verwaltungsräte an einen Tisch und zu Fusionsverhandlungen zu bringen. Dass er als Auswärtiger den Anstoss gegeben habe, sei im Umfeld lokaler Befindlichkeiten wahrscheinlich der Schlüssel zum Gelingen des Fusionsprojekts gewesen, sagt Zegg heute.

Mehr Gäste, mehr Effizienz
Die Ziele der neuen Bergbahnen Engadin St. Moritz sind klar formuliert: Der Negativtrend soll gebrochen, die Umsätze sollen innert fünf Jahren um 9 Prozent gesteigert werden. Die Auslastung soll insbesondere im Januar und im April dank gezielt gesteigerten Marketingmassnahmen verbessert werden, und auch im Sommer wollen die Bergbahnen mehr Gäste anlocken. Innert fünf Jahren sind zudem Investitionen von 30 Millionen Franken in die Anlagen vorgesehen. Die jährlichen Einsparungen dank der Fusion sind mit 7 Millionen Franken beziffert, darin inbegriffen ist eine Verringerung des Personalaufwands um 5 Prozent oder 12 Vollzeitstellen.

Drei weitere Partner stehen bei der Fusion vorläufig abseits: die beiden Bahnen, die den Corvatsch erschliessen, sowie die oberste Sektion im Skigebiet Corviglia - Piz Nair, die bis jetzt als eigenständige Aktiengesellschaft organisiert ist. Dies ist nach Ansicht von Roland Zegg zwar bedauerlich, habe aber mit unterschiedlichen Vorstellungen über die notwendige Ertrags- und Erneuerungskraft dieser drei Bahngesellschaften zu tun. Die Verhandlungen seien offen geführt worden, die Chancen auf eine Integration im Lauf der nächsten Jahre seien intakt. Interessant ist, dass zwei der noch nicht fusionsreifen Bahnen (Corvatsch, Piz Nair) mehrheitlich der griechischen Reederfamilie Niarchos gehören, die sich seit Jahrzehnten im Oberengadin engagiert.

Ein erster Schritt zum integralen Zusammenschluss ist bereits vor zehn Tagen erfolgt. Die Verwaltungsräte der beiden Bahnen auf den Corvatsch, die Silvaplana-Surlej-Corvatsch AG und die Furtschellas Bahn AG, haben ihrerseits eine Fusion vereinbart, die von den Generalversammlungen im Juli noch bestätigt werden muss. Der Zusammenschluss am Corvatsch würde auf Anfang Mai in Kraft gesetzt. Die Voraussetzungen zu weiteren Partnerschaften, so die beiden Verwaltungsräte, würden mit diesem Schritt verbessert.
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Die NZZ berichtet:
Vier Oberengadiner Bergbahnen fusionieren
Gemeinde St. Moritz sagt Ja zum Zusammenschluss

Die Stimmbürger von St. Moritz haben der Fusion von vier Oberengadiner Bergbahnen deutlich zugestimmt. Damit entsteht das viertgrösste Bergbahnunternehmen der Schweiz. Der Abwärtstrend bei den Gästezahlen soll gestoppt werden - pünktlich zum 100. Geburtstag.




kru. St. Moritz, 22. April

Mit 755 gegen 299 Stimmen hiessen die St. Moritzer Stimmbürger am Sonntag das Zusammengehen der Bergbahnen gut. Das erwartet deutliche Resultat folgt auf beinah einhellige Zustimmungen durch die Bürgergemeinde St. Moritz und die Aktionärsversammlungen der Bahnen. Damit ist der Weg frei für die Fusion der St. Moritzer Bergbahnen, der Suvretta-Piz Nair AG, der Celeriner Bergbahnen AG und der Diavolezza Bahn AG zur neuen Bergbahnen Engadin St. Moritz AG. Die Fusion erfolgt rückwirkend auf den 1. November 2006 und schafft bei einer Bilanzsumme von 90 Millionen Franken das viertgrösste Bergbahnunternehmen der Schweiz - hinter der Weissen Arena Flims/Laax sowie den Bergbahnen in Zermatt und Davos/Klosters.

Nur selten rentable Geschäfte
Der Aufbruch zu neuen Strukturen erfolgt pünktlich zum 100. Geburtstag der Bergbahnen im Oberengadin, der kommenden Sommer ausgiebig gefeiert wird. Es war zur Mittagszeit des 9. August im Jahr 1907, als die Drahtseilbahn auf den Aussichtsberg Muottas Muragl ihren Betrieb aufnahm; der Anfang einer regen Erschliessung der umliegenden Gipfel. 13 Bergbahnen entstanden im Oberengadin, die meisten in den fünfziger und sechziger Jahren. Zahlreiche weitere Projekte blieben ohne Chance auf Realisierung, beispielsweise jene einer grösstenteils unter Tag geführten Zahnradbahn auf den 4049 Meter hohen Piz Bernina. Es war der aus Schaffhausen stammende und in Chur wohnhafte Ingenieur Robert Wildberger, der die Initiative für die Bahn auf Muottas Muragl ergriff. Die Hoffnung auf «äusserst rentable Geschäfte», wie sie vor der Eröffnung geäussert wurde, erlitt allerdings rasch erste Dämpfer. Die Geschichte der Bahn verlief trotz besten Aussichten auf dem Berg wechselhaft, bis sie 1996 mit den Celeriner Bergbahnen fusionierte.

Die jetzige Grossfusion umfasst zwar vorerst nur vier der sieben grossen Bahngesellschaften im Oberengadin, trotzdem ist sie Ausdruck eines dringend notwendigen Ausbruchs aus verkrusteten Strukturen, der parallel zum Aufbau der neuen Tourismusorganisation im Oberengadin erfolgt. Erneut kam die Initiative aus Chur, diesmal von Roland Zegg, der das Beratungsunternehmen Grischconsulta leitet und sich auf die Bergbahn- und Tourismusbranche spezialisiert hat. Seit mehreren Jahren schon berät Zegg die Oberengadiner Bergbahnen, und er war es, der vor zwei Jahren den Anstoss zu Fusionsverhandlungen gab. Die Zahlen waren alarmierend: Innert fünf Jahren waren die Frequenzen um 23 Prozent auf 1,2 Millionen Tageseintritte (Betriebsjahr 2005/06) gesunken, gleichzeitig erhöhten sich die Investitionen in Sicherheit und Beschneiung. Operativ arbeiten die Bergbahnen zwar seit vier Jahrzehnten zusammen, auf strategischer Ebene bedurfte es jedoch der Initiative von neutraler Seite, um die Verwaltungsräte an einen Tisch und zu Fusionsverhandlungen zu bringen. Dass er als Auswärtiger den Anstoss gegeben habe, sei im Umfeld lokaler Befindlichkeiten wahrscheinlich der Schlüssel zum Gelingen des Fusionsprojekts gewesen, sagt Zegg heute.

Mehr Gäste, mehr Effizienz
Die Ziele der neuen Bergbahnen Engadin St. Moritz sind klar formuliert: Der Negativtrend soll gebrochen, die Umsätze sollen innert fünf Jahren um 9 Prozent gesteigert werden. Die Auslastung soll insbesondere im Januar und im April dank gezielt gesteigerten Marketingmassnahmen verbessert werden, und auch im Sommer wollen die Bergbahnen mehr Gäste anlocken. Innert fünf Jahren sind zudem Investitionen von 30 Millionen Franken in die Anlagen vorgesehen. Die jährlichen Einsparungen dank der Fusion sind mit 7 Millionen Franken beziffert, darin inbegriffen ist eine Verringerung des Personalaufwands um 5 Prozent oder 12 Vollzeitstellen.

Drei weitere Partner stehen bei der Fusion vorläufig abseits: die beiden Bahnen, die den Corvatsch erschliessen, sowie die oberste Sektion im Skigebiet Corviglia - Piz Nair, die bis jetzt als eigenständige Aktiengesellschaft organisiert ist. Dies ist nach Ansicht von Roland Zegg zwar bedauerlich, habe aber mit unterschiedlichen Vorstellungen über die notwendige Ertrags- und Erneuerungskraft dieser drei Bahngesellschaften zu tun. Die Verhandlungen seien offen geführt worden, die Chancen auf eine Integration im Lauf der nächsten Jahre seien intakt. Interessant ist, dass zwei der noch nicht fusionsreifen Bahnen (Corvatsch, Piz Nair) mehrheitlich der griechischen Reederfamilie Niarchos gehören, die sich seit Jahrzehnten im Oberengadin engagiert.

Ein erster Schritt zum integralen Zusammenschluss ist bereits vor zehn Tagen erfolgt. Die Verwaltungsräte der beiden Bahnen auf den Corvatsch, die Silvaplana-Surlej-Corvatsch AG und die Furtschellas Bahn AG, haben ihrerseits eine Fusion vereinbart, die von den Generalversammlungen im Juli noch bestätigt werden muss. Der Zusammenschluss am Corvatsch würde auf Anfang Mai in Kraft gesetzt. Die Voraussetzungen zu weiteren Partnerschaften, so die beiden Verwaltungsräte, würden mit diesem Schritt verbessert.
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Von BluewinNews:

Zitat:
St. Moritz stimmt Fusion von Oberengadiner Bergbahnen zu


Im Oberengadin entsteht eines der grössten Bergbahnunternehmen der Schweiz. Die Stimmberechtigten von St. Moritz haben am Wochenende der Fusion von vier der sieben Bergbahngesellschaften in der Region zugestimmt. [sda] - Im neuen Unternehmen mit dem Namen Bergbahnen Engadin St. Moritz AG gehen die Celeriner Bergbahnen, die Diavolezza Bahn AG, die Suvretta-Piz Nair AG und die St. Moritzer Bergbahnen auf. Das St. Moritzer Stimmvolk wurde zur Urne gebeten, weil die gleichnamigen Bergbahnen im Besitz der Gemeinde sind. Bei einer Beteiligung von 38,7 Prozent wurde die Fusion mit 755 gegen 299 Stimmen angenommen.

Die Generalversammlungen der anderen drei beteiligten Aktiengesellschaften hatten den Fusionsverträgen bereits zuvor mit 95 bis 99 Prozent zugestimmt.

Der Start der neuen Unternehmung erfolgt rückwirkend auf den 1. November 2006 mit einer Bilanzsumme von 90,1 Millionen Franken und einem Eigenkapital von 30,3 Millionen Franken. Die Bergbahnen Engadin St. Moritz AG, an der die Gemeinde St.Moritz mit 21 Porzent beteiligt ist, umfasst die Gebiete Corviglia-Marguns, Diavolezza-Lagalb und Muottas Muragl. Das Unternehmen betreibt mehr als 20 Transportanlagen und verfügt über 200 Kilometer Pisten.

Gemäss den Planern der Fusion wird das neue Unternehmen neben den Bergbahnen in Zermatt, Klosters-Davos, Flims/Laaax/Falera und Verbier sowie der Jungfrau-Gruppe zu den sechs grössten der Schweiz zählen.

Im Oberengadin steht eine weitere Fusion in der Branche bevor: Die Luftseilbahn Silvaplana-Surlej-Corvatsch und die Furtschellas Bahn AG werden sich zur Corvatsch AG zusammenschliessen, wie die Unternehmen Mitte April mitteilten.
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