aktualisiert: 26.03.2007 01:04 UhrZugspitzbahn: Schwarze Zahlen bleiben Träumerei
Vorstands-Duo rechnet auch für die nächsten Jahre mit Defiziten
Garmisch-Partenkirchen – Nach wie vor gilt die Bayerische Zugspitzbahn als größtes Sorgenkind der Marktgemeinde. Zwar hat die BZB, fast zu 100 Prozent in kommunalem Besitz, in den vergangenen Jahren beachtliche Sanierungserfolge erzielt. So schrumpfte das Minus in den Jahresbilanzen von sechs Millionen Euro auf heuer vermutlich 700 000 bis eine Million. Doch schwarze Zahlen bleiben auch künftig Träumerei – jedenfalls unter den aktuellen betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In einem Tagblatt-Gespräch erkären die BZB-Chefs Peter Huber und Wotan Lichtmeß das finanzielle Dilemma und werben für Solidarität mit dem traditionsreichen Bergbahnunternehmen: „Der Ort muss sich zur BZB bekennen.“
Die Zukunftsprognose : „Ein realistisches Ziel wäre es, in guten Jahren unter einem Defizit von 500 000 Euro zu bleiben und in schlechten Jahren unter einer Million“, sagt Lichtmeß, der sich nach dem Rauswurf von Ulrich Reinhardt erneut als Interims-Vorstand um die Finanzen kümmert.
Die Begründung für das Dauer-Minus: Die Zugspitzbahn steckt in der Schuldenfalle. Sie zahlt jährlich über zwei Millionen Euro an Zinsen sowie Leasingraten für Anlagen, die die Gemeindewerke vorfinanziert haben. Insbesondere die Banken verdienen mit der BZB gutes Geld. Sie beurteilen das Unternehmen gerne als Risikobetrieb und verlangen hohe Zinssätze – und das, obwohl sie wissen, das hinter der BZB die solvente Gemeinde steht. „Umschuldungen sind aus vertraglichen Gründen nur in kleinen Schritten möglich“, bedauert Lichtmeß. Zur Entlastung betreibt die BZB mit den Gemeindewerken ein gemeinsames „Cashmanagement“ – dadurch muss die Zugspitzbahn Tagesgeld nicht zu schlechten Konditionen von den Banken aufnehmen.
Die Alternativen : Denkbar wäre eine erneute Eigenkapitalaufstockung, die Technik-Chef Huber bereits vor dem Bau der Hausbergbahn gefordert hatte. „Aber dafür ist bei der Gemeinde kein Geld da“, weiß Lichtmeß. „Deshalb müssen wir strikt an unserem Sparkurs festhalten“, sagt Huber. Wobei diesem Grenzen gesetzt sind. So komme ein weiterer Personalabbau nicht in Frage, betonen beide BZB-Chefs. Schließlich sei die Zahl der Mitarbeiter bereits von 315 auf 260 gesenkt worden. „ Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen, da können wir keine weiteren Stellen mehr streichen“, sagt Lichtmeß. Auch die Stilllegung weiterer Lifte sei nicht vermittelbar.
Die Verkaufs-Debatte : Lichtmeß warnt vor einem Verkauf unter Wert. Schließlich müsste ein potenzieller Investor ja auch die alten Schulden aus der Fusion mit der Wankbahn-AG übernehmen. Außerdem bestehe die Gefahr, so Huber, dass sich ein neuer Besitzer lediglich für die wirtschaftlich lukrativen Gebiete interessiere – also vor allem für die Zugspitze. Eine engere Zusammenarbeit mit Partnern, etwa der Familie Dengg von der Tiroler Zugspitzbahn, sei allerdings vorstellbar, betonen die beiden Vorstände.
Der Kosten-Vergleich : Defizite sind nie schön. Aber andere kommunale Einrichtungen fahren auch Miese ein. „Das Alpspitz-Bad macht jährlich eine Million Euro Verlust – bei 180 000 Besuchern“, weiß Huber. Dagegen zähle die BZB eine Million Gäste. „Ohne die Zugspitzbahn wäre der Tourismus-Ort tot. Das sollten nicht nur Gemeinderäte, sondern auch Vermieter und Hoteliers bedenken.“
on Andreas Beez
Datum: 07.03.2007 00:00 Uhr
Defizit Bayerische Zugspitzbahn
- snowworld
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Defizit Bayerische Zugspitzbahn
aus dem Münchner Merkur Online vom 7.3.07
- Huppi
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Das Problem ist einfach in Deutschland werden Skigebiete zu viele Steine von politscher Seite in den Weg gelegt, aber das wissen wir ja alle inzwischen. Solange die Gemeinden nicht hinter dem Gebiet stehen ist es schwierig kostendeckend bzw. einen Gewinn zu erzielen.
Leasingraten? Haben die etwa ihre neuen Bahnen geleast?
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Re: Defizit Bayerische Zugspitzbahn
Sagt mal.....hieß der Betriebsleiter vom Hintertuxer nicht auch Dengg? Un die Tiroler Zugspitzbahn gehört auch den Tuxern???? Zufall?Eine engere Zusammenarbeit mit Partnern, etwa der Familie Dengg von der Tiroler Zugspitzbahn, sei allerdings vorstellbar, betonen die beiden Vorstände.
@ Verkauf:
Tja....wenns das machen, weiss ich, was rauskommt:
Nur noch die PB betreiben, Gletscherbetrieb sehr unwahrscheinlich, die restlichen Bahnen zumachen oder verkaufen....
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Carvergirl
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Von mir aus soll diese besagte Familie die Lifte in Garmisch übernehmen. Die können ja offensichtlich mit Geld und Schnee umgehen. Mich würde mal interessieren, wer die Schulden aus der Fusion mit gebracht hat. Die Wankbahn gehörte der Gemeinde und die BZB hatte einen anderen Besitzer!
Naja abwarten..!
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- Christoph Lütz
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Die Bay. Zugspitzbahn AG (BZB) gehörte bis 1997 der Frankfurter Aktiengesellschaft für Industrie und Verkehrswesen (AGIV), war also ein privates Unternehmen, welches, soviel ich weiss, Gewinne abgeworfen hat.
Die gemeindeeigene Wankbahn AG war dagegen defizier. Als z. B. Ende der 80er-Jahre die ebenfalls private Kreuzeckbahn verkauft wurde, konnte die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen nicht ihr Vorkaufsrecht in Anspruch nehmen. Die Wankbahn AG hatte die hohen Bau- und Betriebskosten ihrer 4er-EUB (Bj. 1982) noch nicht verkraftet. Es war leider die falsche Bahn am falschen Berg.
Die BZB erwarb zunächst die gesamte Kreuzeckbahn, später stieg die Gemeinde dann doch mit 50 Prozent ein. Die notwendige Investition in die dann gemeinsame Kreuzeckbahn wurde aber immer wieder verschoben, die Seilreserve der Tragseile zum Verziehen war längst aufgebraucht. Die BZB wollte eigentlich eine neue Pendelbahn (Hölzl) bauen, dann war eine 12er EUB im Gespräch. Nachdem die Gemeinde die BZB übernommen hatte wurde dann kräftig investiert: Kreuzwanklbahn, Kreuzeckbahn als 2S-Bahn, Sonnenkarbahn, Hausbergbahn, weitere Beschneiungsanlagen usw. Bei der Finanzierung hatte man dann offenbar nicht so ein gutes Händchen. Außerdem sind die Rahmenbedingungen am Alpenrand eben nicht so günstig wie anderwo, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Ich befürchte, das der heutige Anlagenbestand nicht dauerhaft zu halten ist....
Die gemeindeeigene Wankbahn AG war dagegen defizier. Als z. B. Ende der 80er-Jahre die ebenfalls private Kreuzeckbahn verkauft wurde, konnte die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen nicht ihr Vorkaufsrecht in Anspruch nehmen. Die Wankbahn AG hatte die hohen Bau- und Betriebskosten ihrer 4er-EUB (Bj. 1982) noch nicht verkraftet. Es war leider die falsche Bahn am falschen Berg.
Die BZB erwarb zunächst die gesamte Kreuzeckbahn, später stieg die Gemeinde dann doch mit 50 Prozent ein. Die notwendige Investition in die dann gemeinsame Kreuzeckbahn wurde aber immer wieder verschoben, die Seilreserve der Tragseile zum Verziehen war längst aufgebraucht. Die BZB wollte eigentlich eine neue Pendelbahn (Hölzl) bauen, dann war eine 12er EUB im Gespräch. Nachdem die Gemeinde die BZB übernommen hatte wurde dann kräftig investiert: Kreuzwanklbahn, Kreuzeckbahn als 2S-Bahn, Sonnenkarbahn, Hausbergbahn, weitere Beschneiungsanlagen usw. Bei der Finanzierung hatte man dann offenbar nicht so ein gutes Händchen. Außerdem sind die Rahmenbedingungen am Alpenrand eben nicht so günstig wie anderwo, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Ich befürchte, das der heutige Anlagenbestand nicht dauerhaft zu halten ist....
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Was willste denn noch kürzen an Skiliften??
Also ist die Wankbahn dran schuld. Ganz ehrlich, das Ding hätte nie gebaut werden müssen. Für wen denn? Ausflugsgäste fahren auch auf die anderen Berge...!
Nee nee, der Kreuzwankl wurde vor der Fusion gebaut, und das mit einer ganz merkwürdigen Finanzierung...! Die Fusion lief nur vor der Inbetriebnahme der Bergbahn ab. Aber die Finanzierung der Bahn musste von der Gemeinde im Vorfeld gestemmt werden.
Ich würde es besser finde, die BZB wird wieder privatisiert!
Also ist die Wankbahn dran schuld. Ganz ehrlich, das Ding hätte nie gebaut werden müssen. Für wen denn? Ausflugsgäste fahren auch auf die anderen Berge...!
Nee nee, der Kreuzwankl wurde vor der Fusion gebaut, und das mit einer ganz merkwürdigen Finanzierung...! Die Fusion lief nur vor der Inbetriebnahme der Bergbahn ab. Aber die Finanzierung der Bahn musste von der Gemeinde im Vorfeld gestemmt werden.
Ich würde es besser finde, die BZB wird wieder privatisiert!
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- powder-fan
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