Fallstudie Doppelmayr

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Jay
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Fallstudie Doppelmayr

Beitrag von Jay »

Der Verlag für die deutsche Wirtschaft berichtet:
Fallstudie Doppelmayr: Benachbarte Märkte mit kleinen Schritten erobern

Wie können Sie in neue Märkte vorstoßen? Diese Frage stellte sich auch Doppelmayr, ein führender Hersteller von Seilbahnen und Sesselliften. Das Problem: Der Kernmarkt war gesättigt und unterlag wettbewerbsbedingten Schwankungen. Deshalb suchte das Traditionsunternehmen Doppelmayr neue Anwendungsmöglichkeiten für seine Technologien.
Doppelmayr: Gute Geschäfte auch ohne Schnee
Die Lösung kam bei Doppelmayr von außen: Ein Technikchef von VW rief nach einem Skiurlaub bei Doppelmayr an und fragte, ob man nicht auch für die Autoproduktion eine Art Sessellift bauen könne.

Ergebnis der Kooperation war eine Gondelbahn, die im VW-Werk Bratislava die Wagen zwischen zwei Werkshallen hin- und hertransportiert. Seitdem hat sich Doppelmayr (Umsatz: 581 Mio. Euro) darauf spezialisiert, mit einer speziellen Strategie der kleinen Schritte neue Märkte zu erschließen. Das Vorgehen: gibt es eine neue Produktidee, versucht Doppelmayr nicht, diese weltweit zu vermarkten, sondern konzentriert sich auf eine Referenzanlage beim Kunden.

Zu dieser werden dann potenzielle Kunden eingeladen. Dieses schrittweise Vorgehen dämmt die finanziellen Verluste im Falle eines Fehlschlags enorm ein. Ähnlich gingen die Vorarlberger von Doppelmayr auch bei ihrem neuesten Produkt vor: dem Cable Liner, eine Kabinenbahn zum Personentransport in der Stadt.

"Cable Liner" für Amerika
Zunächst bauten einige Mitarbeiter nebenher einen Prototyp. Soweit es ging, wurden dabei vorhandene Komponenten aus den Seilbahnen verwendet: Antrieb, Fahrwerk, Seilführung. Der erste Kunde kam aus den USA: In Las Vegas verbindet der Cable Liner drei Casinos miteinander.

Den nächsten Markt hat Doppelmayr bereits im Visier: Förderanlagen für Schüttgut. Auch hier wird auf die Kernkompetenz gebaut; die Technik der Bänder funktioniert nämlich ähnlich wie die eines Sessellifts. Die ersten Anlagen sind bereits bei Kunden in Österreich gebaut.

Läuft ein Produkt, wird die Fertigung möglichst nahe zum Kunden gebracht – das spart Transportkosten für die schweren Stahlträger, auf denen die Anlagen ruhen. Fabriken liegen in den USA, Italien, Russland oder China. Im Ausland werden allerdings nur Standardteile produziert. Das Herzstück der Seilbahnen, eine patentgeschützte Kammer, die die Kabine mit dem Seil verbindet, wird nach wie vor nur in Österreich hergestellt.

Mehr Informationen: www.doppelmayr.at

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Dresdner
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Beitrag von Dresdner »

Eigentlich keine Neuigkeit in der Seilbahnbaubranche. Auch Zueggs Haffling-PB war eine Referenzanlage, zu der Interessenten eingeladen wurden. Bereits Bleichert hatte um 1900 Auslandsvertretungen u. a. in Russland. Was den Schüttguttransport betrifft, sei nur auf die berühmte argentinische Golderzbergbahn verwiesen und die Anlage im südtiroler Laas arbeitet heute noch.
Bereits in den Vorjahren hat DM Materialtransportbahnen gebaut, in den Jahrbüchern sind sie aufgelistet. Was ist also so neu und revolutionierend an der ganzen Sache?
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Beitrag von Wombat »

Das Marketing spielt natürlich auch eine grosse Rolle. Gerade da zweifle ich aber am Weitblick der Verantwortlichen bei DM. Ich habe jetzt nicht nachgesehen, wer von wem alles in der Schweiz übernommen wurde. Nach der Übernahme von Von Roll durch DM wäre es geschickt gewesen weiter Bahnen unter Von Roll zu verkaufen. Oder falls das aus Markenrechtlichen gründen nicht möglich ist, unter Habberger weiter zu machen und die Produktion auszubauen. Es gibt einfach Länder in denen ein Made in Switzerland mehr zählt als ein Made in Austria.
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Dresdner
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Beitrag von Dresdner »

Es gibt einfach Länder in denen ein Made in Switzerland mehr zählt als ein Made in Austria.
Oder ein "Made in Germany" :D .
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