Warum stehen alle Blackhawks im flachen Osten?
Bergretter und Politiker in Westösterreich fragen sich, warum die gesamten Blackhawk-Hubschrauber des Bundesheeres in Langenlebarn - mitten im flachen Niederösterreich - stationiert worden sind? Hilfe bei größeren Katastrophen ist oft weiter westlich nötig.
Keine einzige Maschine im Westen
Bei einem Besuch an seiner ehemaligen Dienststelle in der Salzburger Riedenburg-Kaserne hat Österreichs Generalstabchef Roland Ertl nun zu dieser Frage Stellung genommen, warum kein einziger - für Nachtflüge und Schlechtwetter tauglicher - Blackhawk für große Notfälle und Katastrophen direkt im Westen stationiert sei?
Immerhin müssen bei solchen Anlässen in kurzer Zeit bis zu 300 Helfer zu bedrohten Siedlungen, in Hochtäler oder Gebirge transportiert werden.
ÖAMTC betreibt ganzes Dutzend Stützpunkte
Ein Hauptgrund für Niederösterreich sei, sagt Ertl, das Heer betreibe in Langenlebarn (NÖ) seine Spezialwerft für diese neuen Hubschrauber des Herstellers Sikorsky aus den USA.
Dennoch fragen sich Fachleute, Katastrophenhelfer, Notärzte, Bergretter und Alpinisten, warum nicht zumindest ein Viertel der neuen Blawkhawks auf Heeres-Stützpunkte in Salzburg, Tirol und Kärnten verlegt werden könnte?
Immerhin betreibt auch der ÖAMTC in Österreich - nahezu flächendeckend - ein Dutzend Stützpunkte und nur wenige Werften. Diese Maschinen transportieren bei kleineren Unglücken die Bergrettungsleute ins Hochgebirge.
Blackhawks spielen in anderer Liga
Generalstabschef Roland Ertl betont, der riesige und sehr starke Blackhawk spiele technologisch in einer anderen Liga. Die Stationierung habe nichts mit subjektiven Dingen im Zentralkommando der Luftstreitkräfte in Langenlebarn zu tun:
"Das hat sicher nichts mit Eitelkeiten zu tun. Es ist sinnvoll, eine bestimmte Typenreihe auf einem einzigen Platz mit einer Spezialwerft stationiert zu haben. Wie Sie wissen, müssen wir mit relativ wenig Geld operieren."
Amerikanische Blackhawks im oberen Inntal heben vom Zwischen-Landeplatz auf der Autobahn für Hilfsaktionen ins Paznauntal nach Galtür ab. Diese spontane Unterstützung durch die US-Army in Deutschland führte letztlich zum Ankauf solcher Maschinen durch Österreich.
Vorrang weiter für kleinere Hubschrauber
Auf die Frage von ORF-Reporter Gerald Lehner, ob nicht die ein bis zwei zusätzlichen Stunden Anflugzeit aus Niederösterreich zu Naturkatastrophen zwischen Salzburg,Tirol, Kärnten und Vorarlberg letztlich für erfolgreiche Lebendbergungen fehlen könnten, antwortet der Generalstabschef des Bundesheeres:
"Einsatztaktisch ist es sinnvoll zuerst mit kleineren Maschinen da hineinzugehen, die ebenfalls relativ hohe Transportkapazitäten für Ersthelfer haben und deren Besatzungen die Lage erkunden können. Dann können unsere großen Blackhawks sicherer einfliegen. Ich sehe keinen Nachteil durch die Stationierung im Osten."
Mit kleineren Maschinen meint General Ertl die Bell Agusta 212 Twin Jets mit je zwei Turbinen aus amerikanisch-italienischer Lizenz-Produktion, die beispielsweise für Salzburg im näheren Linz-Hörsching stationiert sind. In ihrer Größenklasse gehören diese Hubschrauber auch zu den stärksten. Immerhin schafft ein 212er pro Flug auch bis zu zehn Notärzte, Helfer mit Lawinensonden und Verschütteten-Suchhunden. Der große Bruder Blackhawk würde jedoch im Extremfall auch die mehrfache Nutzlast packen.
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Ohh, ich vergaß wohl das Bell ein russischer Hersteller istFür sowas gibts Bell UH1 Iroquis Und keine Blackhawk.
Amimüll! Die Russen sind besser und erst noch Billiger! Zudem unterstützt man damit nicht Herrn Bush.
Erinnert irgentwie an Raumschiff Enterprise, Zitat Chekov: Sie kennen Sicherlich das alte russische Märchen vom Aschenputtel