Quelle: N24Olympische Winterspiele unter Palmen?
Russlands Scherzbolde haben die russische Bewerbung für Sotschi als Ort der Olympischen Winterspiele 2014 längst zum Ziel ihres Spotts gemacht. Bei einer Austragung an der russischen Schwarzmeerküste, so witzeln sie, blieben die Nobel-Skiorte in den europäischen Alpen wenigstens für ein paar Wochen von den Heerscharen russischer Oligarchen verschont. Ebenjene Superreichen pumpen auf Anordnung des Kremls große Geldsummen nach Sotschi, damit die erfolgreichste Wintersport-Nation aller Zeiten bei Olympia endlich auch einmal selbst Gastgeber sein darf.
Keine olympiareife Infrastruktur
Der leidenschaftliche Skifahrer Wladimir Putin gab die Marschrichtung vor. "Russland will für die Region eine gewaltige Summe ausgeben, etwa 12 Milliarden Dollar (9 Milliarden Euro)", kündigte der Staatspräsident bei der Präsentation Sotschis an. Die deutlich höheren Kosten als bei den Konkurrenten Pyeongchang (Südkorea) und Salzburg (Österreich) sind nötig, weil Sotschi außer einem Skigebiet im Kaukasusgebirge bislang keinerlei olympiareife Infrastruktur zu bieten hat.
Der Zauber der Bewerbung Sotschis liegt in den klimatischen Gegensätzen. Von den Palmen an der "russischen Riviera" zu den schneesicheren Skigebieten in den Bergen sind es gerade mal 50 Kilometer Entfernung. Die Region zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus ist Russlands beliebtestes Ferienziel - im Sommer. Nun soll sich Sotschi auch als Wintersportgebiet weltweit einen Namen machen.
Scharapowa rührt die Werbetrommel
Großkonzerne wie Gazprom, der Aluminiumhersteller Basic Element oder die Holding Interros sind angetreten, um den größten Wunsch des Kremlchefs in die Tat umzusetzen. Prominente wie die in Sotschi aufgewachsene Wimbledon-Siegerin Maria Scharapowa und der Eiskunstlauf-Olympiasieger Jewgeni Pluschtschenko rühren weltweit die Werbetrommel. Selbst auf der Internationalen Raumstation ISS wurde Sotschi in Szene gesetzt. Die 400 000 Einwohner von Sotschi plagen derweil noch irdische Probleme. Ende Januar musste die Stadt mit Trinkwasser von außerhalb versorgt werden, weil ein mehrtägiger Stromausfall auch die kommunale Wasserversorgung lahm gelegt hatte.
Im technischen Prüfbericht der Evaluierungskommission des IOC wurde vor allem das Thema Umweltschutz kritisch dargestellt. Ökologen befürchten, dass durch die geplanten massiven Bauvorhaben im Nationalpark an der Schwarzmeerküste Schaden angerichtet wird. Der Chef der föderalen Sportagentur, Wjatscheslaw Fetissow, stellt dagegen die kühne These auf, dass Olympia in Sotschi selbst für die Natur von Vorteil sein würde. "Bekommen wir den Zuschlag, wird sich die Umweltsituation nach den Spielen eher verbessern als verschlechtern", kündigt der frühere Eishockey-Weltstar an.
Nach der gescheiterten Bewerbung für die Sommerspiele 2012 sieht sich Russland bei den Winterspielen 2014 endlich an der Reihe. "Russland wird alles tun, damit Sotschi seine Rolle als Gastgeber der Olympischen Spiele 2014 würdig erfüllt", verspricht Putin. Doch selbst im Staatsapparat gibt es Zweifel daran, dass Russland in der Bewerbungsphase eine optimale Figur abgibt. "Bei solchen Vorhaben reichen die traditionelle russische Gastfreundschaft, der Kaviar und Wodka nicht aus", kommentierte die staatlich kontrollierte Agentur RIA Nowosti die Bemühungen für Sotschi. (Stefan Voß, dpa)
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Man werfe einen Augenmerk auf den zweiten Satz ...
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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