Der Lift steht im Winter still, lediglich Tourengeher ziehen ihre Spuren im Schnee.Kufstein: Zwei Skiläufer-Klubs ohne Skilift
Wieder einmal werden in der Festungsstadt neue Liftpläne geschmiedet.
Gemeinderat Toni Frisch (FPÖ/GKL) war dieses Jahr der Erste, dem es auffiel: Der Kufsteiner Kaiserlift steht wegen Revision still. Trotz herrlichem Sonnenschein, trotz traumhafter Schneeverhältnisse. Vergangenen Winter war es Gemeinderat Kurt Mayer (FPÖ/GKL), den dieser Umstand störte.
Die Vorschläge aus allen Richtungen für eine Revitalisierung reichten vom Neubau über den Ankauf eines gebrauchten Pistengeräts bis hin zur Installierung eines zusätzlichen Babylifts.
Alle Jahre wieder, vor allem im Winter, flammt in der Festungsstadt die Diskussion rund um den Kaiserlift auf - nur wirklich passiert ist bis jetzt nichts. Ein umsetzbares Konzept konnte bislang niemand vorlegen.
Für die beiden Skiklubs der Festungsstadt, die Kufsteiner Skiläufer-Vereinigung (KSV) und das Skiteam Glieber, die zusammen auf gut 550 Mitglieder kommen, ein trauriger Umstand. Die KSV-Mitglieder trainieren mangels Alternative derzeit in Ellmau, das Skiteam in Going.
Frisch möchte jetzt, dass möglichst bald ein neues Konzept für den Kaiserlift erarbeitet wird: "Jeder Tag der Beschäftigung mit der Vergangenheit und der traurigen Ist-Situation des alten Lifts ist ein verlorener Tag.
Wenn wir noch länger warten, wird der Schaden für den Tourismus und das Image der Stadt bezugnehmend auf diese unendliche Geschichte immer größer werden." Er habe bei den Budgetverhandlungen 20.000 Euro hineinreklamiert, damit könne ein neues Kaiserliftprojekt geplant werden.
Dem widerspricht Vizebürgermeister Walter J. Mayr (ÖVP): "Die 20.000 Euro sind für zwei bis drei Projekte der Fachhochschul-Studenten gedacht." Mit einem Teil der Summe könne man sich die Geschichte bestenfalls anschauen. Eine Machbarkeitsstudie wäre wesentlich teurer.
Die Haltung von Liftbesitzer Simon Hermann Huber ist eindeutig: "Ein Winterbetrieb rechnet sich nicht. Wenn mir jemand den Abgang bezahlt, fahre ich." Er verstehe die Aufregung nicht. "Gehe es nach den Ankündigungen der FPÖ, müsste seit zwei Jahren ein Lift in Betrieb sein", findet Huber zynische Worte.
Für Helmut Atzl, Obmann der Kufsteiner Skiläufer-Vereinigung, ist ein Winterbetrieb des Kaiserlifts naturgemäß wünschenswert. "Alleine 65 unserer Kinder sind im Rennkader. Trotz der Trainingsschwierigkeiten ist unser Verein in der Bezirkswertung in der vergangenen Saison am zweiten Gesamtrang gelandet", verweist Atzl auf die sportlichen Erfolge.
Bild: Mader
Quelle: Tiroler Tageszeitung