WIEDER NEUER BESITZER: Skifirma Blizzard schon wieder verkauft
Die Mittersiller Skifirma Blizzard wird nach nur eineinhalb Jahren schon wieder verkauft. Die norditalienische Tecnica-Gruppe übernimmt zwei Drittel der Firmenanteile von der Stöckl-Gruppe, dem bisherigen Mehrheitseigentümer.
Kartellgericht soll bis 20.11. entscheiden
Tecnica produziert mehr als eine Million Paar Skischuhe im Jahr. In Mittersill sollen nun zusätzlich 100.000 Paar Nordica-Ski produziert werden.
Das Kartellgericht soll bis 20. November über die Übernahme entscheiden. Nordica hat unter dem vormaligen Eigentümer Benetton die Vorarlberger Skimarke Kästle gekauft. Blizzard ist in Österreich hinter Atomic, Fischer und Head die Nummer vier.
HOHE INVESTITIONEN: Umfassender Ausbau bei Blizzard geplant
Zehn Mio. Euro will Blizzard in den kommenden drei bis fünf Jahren für den Standort Mittersill investieren. Das kündigt Geschäftsführer und Miteigentümer Karl Hofstätter nach Übernahme durch den Mehrheitseigentümer "Tecnica" an.
Nun Komplett-Lösungen wie bei Atomic
60 bis 100 Mitarbeiter sollen neu aufgenommen werden. Der Verkauf an den italienischen Konzern "Tecnica" sei kein Notverkauf sondern gezielt aus einer Überlegung zu besserer Kooperation heraus entstanden, sagt Hofstätter.
Die neue Eigentümerstruktur ermögliche mehr Chancen auf dem Weltmarkt. So kann Blizzard nun - ebenso wie Marktführer Atomic - technische Komplettlösungen anbieten. Schuhe, Ski und Bindung aus einem Guss:
"Entwicklungsbereich wird verdoppelt"
"Mittersill wird zur Drehscheibe der Ski-Produktion. Hier wird der Standort für die Entwicklung des Bereiches für Produkte mittlerer und hoher Preise ausgebaut.
Wir brauchen Platz, um unsere Investitionsprogramme umzusetzen. Und wir werden den Entwicklungsbereich verdoppeln müssen. Es kommt ja noch eine zusätzliche Skimarke, die hier produziert wird. Für Mittersill gibt es entsprechende Chancen."
Zukunft für andere Blizzard-Firmen?
Die beiden anderen Firmen am Standort Mittersill will Raiffeisen demnächst verkaufen. Es handelt sich um Blizzard-Wingliner, wo Aufbausysteme für Lkw erzeugt werden. Außerden betrifft das Blizzard-Composite, eine Firma für Spezialprodukte aus Kunststoff.
Karl Hofstätter will sich nicht festlegen, ob ein Kauf der beiden Firmen möglich sein könnte:
"Platz für Ski-Bereich gewinnen"
"Beide sind derzeit Untermieter mit entsprechenden Verträgen. Wir müssen zuerst schauen, dass wir für den Ski-Bereich entsprechenden Platz im Werksgelände gewinnen. Erst dann kommen alle anderen Fragen."
Business-Plan wird gut eingehalten
Blizzard liegt mit der Skifirma laut Hofstätter genau im Business-Plan. Heuer wird ein Umsatz von 29 Millionen Euro angepeilt. Den Verkauf an "Tecnica" muss die Wettbewerbsbehörde des Bundes allerdings noch absegnen.
Ich befürchte ja, daß man dann in Zukunft die Marke Blizzard vergessen kann.
Diese Macke, daß man alles aus einer Hand von einer Marke anbieten muß, hat aus meiner Sicht bisher langfristig noch nicht funktioniert.
Ich hab' bisher keinen gefunden der bspw. mit Atomic- oder Fischer-Langlaufschuhen glücklich geworden ist.
Bei den Stiefeln im Abfahrtbereich ist von den großen Herstellern aus meiner Sicht Lange der beste Hersteller, für gewisse Füße ist Head noch ganz gut, aber die anderen "großen bekannten" Marken(egal aus welchem Firmensitz-Land) überzeugen mich da wesentlich weniger.
Mit dieser Erfahrung befürchte ich, daß ein zukünftiger Blizzard-Stiefel eben nur ein gewöhnlicher Tecnica/Nordica/Lowa-Stiefel sein wird.
Der Tecnica-Gemischtwarenladen wird wohl ziemlich bald Probleme kriegen; Salomon hat's in ähnlich gelagerter Art & Weise ja vorgemacht.
Langfristig werden mit ziemlicher Sicherheit in Österreich Arbeitsplätze verloren gehen(wahrscheinlich auch bei der "Mutter" in Italien).
Man braucht sich bei Brettern und Schuhen nur mal die Herstellungsländer ansehen; man ist ja schon froh, daß Estland oder Ukraine draufsteht(und nicht China, wie bei K2 bzw. teilweise auch bei Völkl).
Rajiv, der sein Zeug vom Spezialisten kauft(und meistens auch nicht deutlich mehr bezahlt)
Der italienische Sportausrüster Tecnica hat den Salzburger Skifabrikanten Blizzard komplett übernommen: Die Italiener hielten bereits seit November des Vorjahres zwei Drittel der Anteile.
Großinvestitionen nicht mitgetragen
Verkäufer der fehlenden 33 Prozent am Skihersteller aus Mittersill war Geschäftsführer Karl Hofstätter, der nun als Miteigentümer ausgestiegen ist. Er habe die geplanten Großinvestitionen nicht mittragen können, lautet seine Begründung gegenüber den "Salzburger Nachrichten" (Freitagausgabe).
Massive Investitionen in Mittersill
Tecnica will am Standort massiv investieren. Laut Firmenchef Giancarlo Zanatta will man zehn Mio. Euro in die Hand nehmen, um die Produktion zu modernisieren und die Kollektion aufzufrischen. Weitere zehn Mio. Euro sollen in die Werbung fließen.
Noch mehr im Qualitätsbereich
Im Zuge der Maßnahmen soll Blizzard verstärkt im Qualitätssektor angesiedelt und die Zahl der produzierten Hochpreisski auf 100.000 verdoppelt werden. Außerdem will die Tecnica-Tochter Nordica die Produktion von bis zu 90.000 Paar Alpinski nach Mittersill verlagern.
Viele Fachleute nötig
Für die ehrgeizigen Expansionspläne wären vierzig zusätzliche Fachkräfte vonnöten. Da diese aber derzeit am Markt nicht zu bekommen seien, werde man in die Automation investieren, kündigte das Unternehmen gegenüber den "Salzburger Nachrichten" an.