Alpinunfälle: Risiko dreimal so hoch wie auf der Straße

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snowflat
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Alpinunfälle: Risiko dreimal so hoch wie auf der Straße

Beitrag von snowflat »

Alpinunfälle: Risiko dreimal so hoch wie auf der Straße

Heuer gibt es bereits deutlich mehr Tote als 2006 zu beklagen.
Weitere Gefahr: Die Klimaerwärmung könnte das Bergsteigen im Hochgebirge noch gefährlicher machen.

Norbert Zobl, Chef der Alpinpolizei, präsentiert besorgniserregende Daten: So fanden vom 1. Jänner bis 9. August 70 Menschen in den Tiroler Bergen den Tod.

Ein erschreckendes Faktum: Nicht nur, weil der milde Winter weniger Opfer als sonst gefordert hat - was die Zahl der tödlich Verunglückten im Sommer nach oben schnellen lässt.

Sondern auch, weil der Blick auf den Vergleichszeitraum des Vorjahres zeigt, dass heuer bereits deutlich mehr Alpintote zu beklagen sind: Demnach starben vom 1. Jänner bis 9. August 2006 "nur" 55 Menschen in Tiroler Höh'n.

Gründe für diese Entwicklung gibt es mehrere. "Heuer haben der frühe Sommerbeginn und die günstige Wettersituation dazu geführt, dass mehr Menschen in den Bergen unterwegs sind", sagt Michael Larcher vom Oesterreichischen Alpenverein.

Stolpern, Ausrutschen
Damit steigt die Zahl gefährlicher Situationen: Stolpern und Ausrutschen mit tödlichem Absturz stehen dabei an der Spitze. "Gerade das Bergabgehen erfordert eine gewisse Gehtechnik", weiß Larcher von vielen Unerfahrenen und Ungeübten.

Zu viel Ehrgeiz
Ein weiterer Grund für tödliche Unfälle: "Den Ehrgeiz vom Berufsleben nimmt man mit in den Bergurlaub", spricht Larcher Fehleinschätzung der eigenen Leistung und Übermotivation an. So würden heuer die vielen Unfälle an Klettersteigen ins Auge stechen: "Das verleitet oft sogar erfahrene Bergsteiger dazu, aus Überheblichkeit auf die Sicherung zu verzichten", sagt Larcher.

Aber auch die demographische Entwicklung könnte eine Rolle für die zahlreichen tödlichen Unfälle in den Bergen spielen. "Bereits 60 Prozent aller Wanderer und Sportler in den europäischen Alpen sind über 40 Jahre alt. Personen dieser Altersgruppe stellen jedoch das klassische Risikoklientel für tödliche Herz-Kreislauf-Versagen dar", weiß der Sportwissenschafter Martin Schönfelder von der TU München.

Gleichzeitig gibt auch in den Bergen die Klimaerwärmung Anlass zur Sorge: Weil der Permafrost schwindet, könnte die Gefahr durch Steinschlag im Hochgebirge und bei Talübergängen steigen. "Mehr Unfälle sind denkbar", wagt Larcher einen Blick in die Zukunft.

Doch zurück in die Gegenwart: "Jeder geht bei uns einfach so in die Berge", baut Norbert Zobl auf mehr Bewusstseinsbildung speziell bei unerfahrenen Urlaubern. Sein Wunsch: "Ideal wäre eine Ausbildung über das richtige Verhalten in den Bergen."

Nur in einem Punkt hätte die jahrelange Aufklärung bereits Wirkung gezeigt. "Den klassischen Turnschuh-Unfall am Berg gibt es so gut wie nicht mehr", weiß Larcher.

Die Ursachen für tödliche Bergunfälle sind für 2005 untersucht: Die meisten Menschen starben beim Wandern.
Quelle: TT
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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Roberto
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Beitrag von Roberto »

Und wo wird jetzt die Headline Risiko dreimal so hoch wie auf der Straße näher erläutert?
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Jährlich sterben mehr als 100 Menschen in den Bergen

Oft sind Fehleinschätzungen der eigenen Fitness schuld: Rund 120 Menschen sterben jährlich in den österreichischen Bergen, Tausende erleiden Verletzungen. Dabei könnten viele der Unfälle mit etwas weniger Leichtsinn verhindert werden.

Wien - Häufig unterschätzen Abenteuerlustige die Risiken beim Bergwandern und Bergsteigen. Alljährlich kommen dabei allein in den österreichischen Alpen rund 120 Menschen ums Leben. Die meisten Unfälle könnten verhindert werden, wenn sich die Wanderer und Kraxler an entsprechende Sicherheitsregeln halten würden. Entscheidend seien ausreichende Fitness, gute Planung und Ausrüstung, so die Experten vom österreichischen Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Allein im Jahr 2005 wurden bei Bergunfällen mit Touristen in Österreich 7200 Menschen so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten, berichtete der zuständige KfV-Referent, Rupert Kisser, heute in Wien. Zwölf Prozent der Betroffenen erlitten Kopfverletzungen, 44 Prozent mussten mit Knochenbrüchen behandelt werden.

Nach den Ermittlungen der Behörde waren 40 Prozent aller Todesfälle am Berg auf die Fehleinschätzung der eigenen Fitness und Herzversagen zurückzuführen. "Bei einem Alter über 50, Übergewicht, unregelmäßiger körperlicher Tätigkeit, Diabetes oder bekannten Herzproblemen ist große Vorsicht geboten", warnte Kisser. Grundsätzlich solle man eine Route sorgfältig planen, niemals alleine auf den Berg gehen und die nötige Ausrüstung mitnehmen.

sto/gms
Quelle: SpiegelOnline
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
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