Jochtal: Umlaufbahn steht still – 300.000 Euro fehlen

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Jens
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Jochtal: Umlaufbahn steht still – 300.000 Euro fehlen

Beitrag von Jens »

Jochtal: Umlaufbahn steht still – 300.000 Euro fehlen

Das Skigebiet Jochtal kämpft seit längerem mit finanziellen Schwierigkeiten. Seit Dienstag stehen die Aufstiegsanlagen still, die Beschäftigten wurden in den Urlaub geschickt. Der Grund sind fehlende 300.000 Euro.

Anfang dieser Woche haben sich Beschäftigte der Skigesellschaft Jochtal AG bei der Gewerkschaft SGB/CISL in Brixen eingefunden, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Sie wurden von einem Tag auf den anderen in den Urlaub geschickt, die Umlaufbahn des Skigebietes Jochtal still gelegt.

Sie hätte ihren Sommerbetrieb am 7. Oktober beenden sollen. Manfred Gamper, Büroleiter des Bezirkssekretariats des SGB/CISL in Brixen, nennt die „Nacht- und Nebelaktion“ vom arbeitsrechtlichen Aspekt her nicht in Ordnung. Die Entscheidung zur Schließung, die wegen „innerdörflicher Gründe“ gefallen sei, dürfe nicht auf den Schultern der Beschäftigten ausgetragen werden.

Karl Leitner, der Präsident der Skigesellschaft Jochtal AG, bezeichnet die Stilllegung der Bahn als „notwendiges Zeichen“, mit dem der Bevölkerung in Vals bewusst gemacht werden solle, dass vom Skigebiet in Vals der Großteil der Arbeitsplätze abhängig sei und dass etwas getan werden müsse, um es am Leben zu halten.

Die Jochtal AG ist schon seit zwei Jahren damit beschäftigt, sich wirtschaftlich auf gesunde Beine zu stellen. Dazu hat sie eine Kapitalerhöhung mit Aktienzeichnungen ausgeschrieben. 80 Prozent der Kapitalaufstockung müssen zudem nachgewiesen werden, um an den Betrag von 500.000 Euro zu gelangen, den die Gemeinde der Skigesellschaft auf vier Jahre verteilt zugesichert hat. Das erste Viertel könnte laut Aussagen von Bürgermeister Franz Gruber sofort ausbezahlt werden, wenn die 80 Prozent nachgewiesen würden.

Am Montagabend hatte der Verwaltungsrat der Jochtal AG jene Gastbetriebe, die bisher noch keine Aktienzeichnung vorgenommen haben, zu einem Treffen geladen, zu dem niemand kam. Es fehlen noch 300.000 Euro: ein Betrag, der die Wintersaison für heuer und das nächste Jahr, wenn keine Investitionen gemacht werden, retten könnte.

„Es kann nicht sein, dass immer die gleichen Betriebe ihren Beitrag zum Erhalt des Skigebietes zahlen und die anderen sich aus ihrer Verantwortung schleichen“, sagt Leitner. Bisher hätten die Löhne der Beschäftigten immer bezahlt werden können: auch noch in den nächsten zwei Monaten. Dann werde es brenzlig.

„Als Präsident bin ich verpflichtet, etwas zu tun“, sagt Leitner, alles andere wäre Konkursverschleierung. Es sei an der Zeit, einzusehen, dass das Skigebiet den Rückhalt der gesamten Bevölkerung brauche. Wenn das Geld nicht demnächst eintrifft – Leitner ist noch zuversichtlich, dass das nach der nun verordneten Nachdenkpause passiert – würden die Beschäftigten nach ihrer Beurlaubung entlassen und das Skigebiet auch im Winter geschlossen bleiben.

Auf eine baldige Wiederöffnung hofft Florian Mair, Geschäftsführer der Ski- und Almenregion Gitschberg Jochtal. Der Tourismusverein sei nicht Aktionär, helfe aber bei der Vermarktung des Skigebiets mit. Sollte die Anlage zubleiben, wäre eine Werbung für Vals als Skigebiet nicht mehr möglich. Buchungen würden zurückgehen, fürchtet Mair.
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Andre_1982
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Beitrag von Andre_1982 »

Komische Politik, die die Valser fahren....das Skigebiet besteht fast ausschließlich aus hochmodernen Liften, deren Kapazität einfach viel zu hoch ist! Die geringe Zahl der Gästebetten und die fehlende Verbindung mit dem Gitschberg sind Gründe, warum die Besucherzahlen so schlecht sind und die Bahnen sich daher gar nicht rechnen können.

Ich war selbst schon Gast in der Region und finde es landschaftlich wirklich reizvoll, nur ist die Ecke einfach sehr abgelegen und das Skigebiet ohne Verbindung zum Gitschberg für mehrere Tage zu klein.
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