CH-Heimatschutz für Erhaltung der VR101 Oeschinensee

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wso
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CH-Heimatschutz für Erhaltung der VR101 Oeschinensee

Beitrag von wso »

Quelle: espace.ch - Artikel im Original
Sessellift soll erhalten bleiben

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) hält die Erhaltung des Sessellifts Kandersteg-Oeschinensee BE für möglich und sinnvoll. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) habe diesen Aspekt bei der Konzession für den Neubau zuwenig abgeklärt.

Das BAV stütze sich bei den Erwägungen für die Machbarkeit der Erhaltung der historischen Anlage aus dem Jahr 1948 auf eine Stellungnahme jener Firma, die mit dem Bau der Ersatzanlage beauftragt sei. Damit stelle die Konzessionsbehörde auf eine Grundlage ab, die diesen zentralen Punkt nicht objektiv beurteile.

Der Sessellift zum Oeschinensee dokumentiere zusammen mit der nur wenig jüngeren Sesselbahn auf den Weissenstein bei Solothurn «ein einzigartiges Stück Seilbahngeschichte in der Schweiz». Die Anlage sei voll betriebsfähig und erlaube ein ganz besonderes Fahrerlebnis, heisst es in der Mitteilung des SHS vom Montag.

Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege habe im Sommer dieses Jahres klar festgelten, dass die Sesselbahn zum Oeschinensee ein Denkmal von nationaler Bedeutung sei, schreibt der SHS. Mit seiner Beschwerde ans Bundesverwalunggericht bekämpft der SHS die vom BAV erteilte Konzession für eine Ersatzanlage.

Der SHS bekämpft auch die Pläne der Seilbahn Weissenstein AG, die den Solothurner Hausberg künftig mit einer modernen Gondelbahn erschliessen möchte.
Mitteilung des Heimatschutzes vom 10.9.2007
Zuletzt geändert von wso am 11.09.2007 - 09:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von one_only80 »

bleibt nur zu hoffen, dass der heimatschutz nicht so umfällt wie unser bundesdenkmalamt (siehe hungerburgbahn, berghotel patscherkofel, kaufhaus tirol,...) mit genügend geld könnte man glaub ich auch das goldene dachl bei uns abreissen. einfach eine blamage für österreich.
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Mad Banana
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Beitrag von Mad Banana »

Heimatschutz vs. BAV... ZISCH! Feuer und Wasser prallen aufeinander!

So sehr ich es ebenfalls begrüssen würde, wenn man die Anlage am Oeschinensee generalüberholen würde, so sehr ist mir bewusst, dass sich dies vorne und hinten nicht rechnet. Gewisse Verbände in der Schweiz scheinen noch immer in einer Art Phantasiewelt zu leben, in welcher das Geld vom Himmel fällt und Effizienzüberlegungen verpönt sind.

Es ist interessant, dass sich der Heimatschutz zum jetzigen Zeitpunkt zu Wort meldet. Noch interessanter ist, dass z.B. die Wasserfallenbahn offenbar kein Stück Schweizer Seilbahngeschichte war... wenn man in Saas-Fee neue Kabinen an die Felskinnbahn hängt, dann wir dadurch die Schweizer Seilbahngeschichte ebenfalls nicht beeinflusst. So von wegen Konsistenz der Argumentation und so... :?

Zur neuen Anlage in Kandersteg ist zu sagen, dass sie IMHO gut an den Oeschinensee passt. Das Design der Gondeln ist schlicht und elegant. Wenn man es schafft, die Talstation zu erhalten oder die neue Talstation ähnlich traditionell zu gestalten, dann sollte man das vielleicht als gütlichen Kompromiss anerkennen.
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GMD
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Beitrag von GMD »

Ich bin immer noch der Meinung, dass die VR 101 viel besser zum touristischen Angebot Kanderstegs passt als eine 0815 EUB, mögen die Kabinen noch so elegant gestaltet sein! Nur so zur Erinnerung: Die Bahn ist eine Sommerbahn, das Wintergeschäft ist relativ unbedeutend.
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Beitrag von GAG »

GMD hat geschrieben:Nur so zur Erinnerung: Die Bahn ist eine Sommerbahn, das Wintergeschäft ist relativ unbedeutend.
Und genau da sehe ich den nachteil der alten Bahn!
Um heute den Bedürfnissen der Gäste vollauf gerecht zu werden, muss eine Bahn zumindest Behinderten- und Familienfreundlich sein!
Beim Sommergeschäft bringt ein Grossteil des Umsatzes Pensionäre und Familien.
Das Aufsteigen auf die alten Sessel ist für Gehbehindert und ältere Menschen nicht ganz einfach. Geschweige denn von Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen........
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Beitrag von baeckerbursch »

Und genau da sehe ich den nachteil der alten Bahn!
Genau das ist der Vorteil der alten Bahn!

Im Sommergeschäft geht es doch nicht nur darum igendwie hinauf zu kommen (Wie im Winter), sondern vor allem auch darum wie man hinauf kommt.

Sonst würden die Bahnen im Sommer genauso schnell laufen wie im Winter, es würde keine alten Ausflugsschiffe geben, es würde auch keine Dampfeisenbahn usw. geben.

Eine Fahrt in so einer Bahn ist doch ein Erlebnis, und genau das werden die Leute auch zunehmend wollen. Gerade wenn alle Bahen dieses Typs abgebaut sind und sich der Nostalgiefaktor einstellt.
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GMD
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Beitrag von GMD »

Gerade beim Einsteigen hat die Bahn grosse Vorteile! Die Sessel können nämlich im Umlauf angehalten werden, während die Gondeln neuer EUB ständig in Bewegung sind. Das macht gebrechlichen Passagieren viel mehr Mühe. Der einzige Nachteil sind Rollstühle und Kinderwagen. Da wäre Phantasie gefordert. Liesse sich nicht eine Art Rollstuhltransportmittel kreieren?
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Pilatus
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Beitrag von Pilatus »

Evtl. müsste man halt auch einfach auf diese Kunden verzichten. Da oben ist heute schon eine Völkerwanderung im Sommer, Gäste hats also mit der Sesselbahn genug.
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GMD
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Beitrag von GMD »

Das fände ich aber schon arogant!
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Jens
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Beitrag von Jens »

Stellen sich für mich nur noch 2 Fragen:

1) wer finanzierts ?

und 2. viel wichtiger:
2) Wer aus dem enstprechenden Ministerium setzt seine Unterschrift unter eine weitere Betriebsbewilligung und hält später den Kopf hin falls etwas passiert, weil genau dann wird das Geschrei groß sein.

Übrigens weils grad dazu kam. Von Kundengruppen ausschliessne halt ich sehr wenig, den jeder Gast zahlt seine Fahrkarte und finanziert somit das Überleben einer Bahn, egal welcher.
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GMD
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Beitrag von GMD »

Das mit der Sicherheit kann ich langsam nicht mehr hören! Gab es in den vergangenen 60 Jahren bei den VR101 mehr Unfälle als mit anderen Seilbahnsystemen? Eben!

Ohnehin, würde man überall so strenge Sicherheitsmassstäbe anlegen, müsste man alle historischen Dampfzüge aufs Abstellgleis schieben und Ju 52, Super Constellation & Co. müssten auch am Boden bleiben. Überall dort scheint es akzeptabel zu sein, dass man für das nostalgische Erlebnis ein geringfügig höheres Risiko in Kauf nimmt. Nur bei den Seilbahnen benimmt sich das BAV störrisch!

Und wenn wir schon bei der Sicherheit sind: Wer, wie die meisten, mit dem Auto zur VR101 anreist, ist dabei einem 1000x höheren Unfallrisiko ausgesetzt als in der angeblich nicht mehr sicheren Sesselbahn...
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Theo
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Beitrag von Theo »

@Pilatus: Es kann schon sein dass man vielleicht in kandersteg auf eine Kundengruppe verzichten muss.

Nur auf welche denn?
Auf diejenigen die nicht kommen können weil das Transportmittel für sie nicht geeignet ist und die deshalb gar nicht fahren können obwohl sie gerne möchten oder auf diejenigen die einfach nicht wollen weil ihnen das Angebot nicht mehr gefällt?

@bäckerbursch: Die meisten wollen im Winter nicht irgendwie hinauf sonder schnell und bequem.

@GMD: Rollstuhltransportmittel gibt es schon lange. Die besten so höhrt man sollen LWI Gondeln von CWA sein, mehrheitlich montiert sind solche Dinger an Bahnen mit blauen Herstellerschildern. Das Rad muss also nicht neu erfunden werden.

Das was hier einige wünschen könnte evt, funktionieren wenn der Betreiber es denn so möchte. Einen Eigentümer zu etwas zu zwingen hat doch keinen Wert und ist eigentlich nur eine Respektlosigkeit.
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Dachstein
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Beitrag von Dachstein »

GMD hat geschrieben:Das mit der Sicherheit kann ich langsam nicht mehr hören! Gab es in den vergangenen 60 Jahren bei den VR101 mehr Unfälle als mit anderen Seilbahnsystemen? Eben!
Materialermüdung? ;)

Eine Seilbahn ist ein verdammt kompexes Ding. Viele Teile sind heutzutage nicht mehr herstellbar, weil teilweise nicht mehr die Werkzeuge existieren oder das Knowhow verloren gegangen ist. Dann muss man eben modernisieren und urch Bauteile ersetzen, die es jetzt gibt. Schließlich hat man dann eine halbe Sache: eine historische Grundsubstanz, die jedoch zu Tode modernisiert wurde. Auch in der Eisenbahnbranche gibt es einige Beispiele dafür: die österreichische 310.23 gilt für mich als Paradebeispiel für eine Zutodemodernisieraktion: Kessel wegen Kesselschaden durch geschweißten Neubaukessel ersetzt, seit dem ist die Lok einige Male gefahren, seltsam, immer als Vorspann zu einer E Lok oder mit einer Schiebelok und wurde vor Kurzem kalt abgestellt, um sie zu "konservieren", und um sie wenigestens zun nächsten Jubiläum fahrfähig zu haben.......

MFG Dachstein
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GMD
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Beitrag von GMD »

Was die Materialermüdung angeht: Ich sag ja nicht, dass man die Bahn verlottern lassen darf, weil sie historisch ist! Kontrolle und Wartung müssen natürlich gemacht werden! Aber gerade bei den VR101 mache ich mir da wenig Sorgen. Ich bin diesen Sommer auf den Weissenstein gefahren. Glaubt mir, die Bahn ist in einem tadellos gepflegten Zustand! Da hat manche nur 15 Jahre alte moderne Anlage Mühe mitzuhalten!

Bei allen anderen Verkehrsmitteln auf Strasse, Schiene, Wasser und Luft ist es auch möglich, historische Exemplare für die Nachwelt betriebsfähig zu erhalten. Es geht mir einfach nicht in den Kopf, warum das bei Seilbahnen nicht machbar sein soll!

Wir setzen uns tagtäglich viel grösseren Risikien aus (eben zum Beispiel im Auto), da ist das leicht höhere Risiko bei einer historischen Seilbahn vernachlässigbar. Meine Meinung...
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Jens
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Beitrag von Jens »

GMD hat geschrieben:Das mit der Sicherheit kann ich langsam nicht mehr hören! Gab es in den vergangenen 60 Jahren bei den VR101 mehr Unfälle als mit anderen Seilbahnsystemen? Eben! ...
Eine Frage: Würdest Du persönlich dafür unterschreiben und bei einem eventuellen (Unfall den es hoffentlich nie geben wird) die Verantwortung auf Dich nehmen?
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Beitrag von Wombat »

Das sind doch IMHO Schnarchnasen beim Heimatschutz. Immer erst wenn 5 vor 12.00 ist melden die sich. Und in diesem Fall ist sogar 1 vor 12. Schliesslich haben sie schon mit Bauen begonnen. Die Neue Bahn wird schätzungsweise so im Juni 08 fertig.
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Oscar
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Beitrag von Oscar »

Sicherheitsvorschriften sind das eine, die du nachrüsten musst! Gerade bei alten Systemen sehr aufwendig und damit sehr teuer!!!!

Das andere ist, klar sind manche bahnen im tadellosen ZUstand, aber zu welchen kosten??? es ist was anderes ob du nen Lagerteil als ersatz verwendest oder das Teil irgendwo induvuduell anfertigen lassen musst, weil es das gar nicht mehr gibt! FRag mal die Betriebsleitung der Männlichen bahnen! Die werden dir vorrechnen, da wäre nämlich der neubau vor 5 Jahren das finaziell einfacher zu stemmende Unterfangen gewesen als das Ding (künstlich) am Leben zu halten. Die fahren auf der ganzen Welt rum um irgendwo noch nach Ersatzteilen zu suchen!!!! Überleg dir mal die KOsten!!!

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Dachstein
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Beitrag von Dachstein »

GMD hat geschrieben:Glaubt mir, die Bahn ist in einem tadellos gepflegten Zustand! Da hat manche nur 15 Jahre alte moderne Anlage Mühe mitzuhalten!
Ich bezweifle, dass man das so einfach sagen kann. Denn auch wenn es gepflegt ausschaut (äussere Werte stimmen), muss es nicht sein dass die inneren Werte stimmen (Microrisse, andere Verschleißerscheinungen).

MFG Dachstein
Zuletzt geändert von Dachstein am 12.09.2007 - 15:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von kaldini »

Bei allen anderen Verkehrsmitteln auf Strasse, Schiene, Wasser und Luft ist es auch möglich, historische Exemplare für die Nachwelt betriebsfähig zu erhalten. Es geht mir einfach nicht in den Kopf, warum das bei Seilbahnen nicht machbar sein soll!
Alle von Dir genannten haben aber den riesigen Vorteil, dass die Strecke an sich nicht gewartet werden muss! Wasser und Luft ist immer da, Strassen und Schienen werden wegen des "normalen" Bedarfs gewartet. Und die anderen Verkehrsmittel fahren nur selten und können (zumindest auf der Schiene und der Strasse) ohne Probleme auch andersweitig abgeschleppt werden. Das ist bei einer Seilbahn nunmal schwieriger.
Nur die Antriebs- und Spannstationen einer Sesselbahn zu erhalten wäre glaub ich ein einfacheres Unterfangen. Wenn die Bahn dann auch nur zu besonderen Anlässen fahren müsste (weil z.B. eine moderne Bahn parallel dazu verläuft für den Normalverkehr) dann wäre es noch einfacher. Aber dem ist hier nicht so.
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Beitrag von snowflat »

GMD hat geschrieben:Das fände ich aber schon arogant!
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Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Beitrag von GMD »

Gegenfrage: Hast du Angst in ein Auto einzusteigen? Wohl kaum. Dabei ist das Risiko dabei in einen Unfall verwickelt zu werden mehr als 1000 Mal höher als bei einer historischen Seilbahn!

Und darum geht es mir! Während man beim einen Verkehrsmittel ein hoher Blutzoll als unschöner, aber unvermeidbarer Nebeneffekt in Kauf nimmt, wird woanders eine Nulltoleranzpolitik gefahren. Das leuchtet mir einfach nicht ein!
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Beitrag von Pilatus »

snowflat hat geschrieben:
GMD hat geschrieben:Das fände ich aber schon arogant!
Mehr als das ...
Das Ganze war ein bisschen provokant forumliert, das geb ich zu. Aber ich hab mich nur an das gehalten, was hier gepredigt wird, nämlich: Es muss rentieren, es muss rentieren und es muss nochmals rentieren.

Ich habe nicht gesagt man solle diese Kundengruppe auschliessen. Aber wenn man die Bahn behält ist es für diese Personen einfach nicht besonders attraktiv da hochzufahren. Die Umbauten an der bestehenden Anlage um diese Zielgruppe transportieren zu können wären nicht wirtschaftlich.

Ich sag nur das, und ich habe auch nicht behauptet das das gut sei, im Gegenteil....
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Beitrag von Mad Banana »

@GMD

Ich habe zwar nicht gedacht, dass ich dies jetzt hier noch erwähnen werde, aber ich machs halt trotzdem. Im Grossen und Ganzen gebe ich dir recht - es ist schade, dass die Anlage trotz ihres Zustands nun abgerissen wird. Vielleicht hat der Heimatschutz recht und es wäre tatsächlich möglich gewesen, die Anlage zu erhalten und evtl. die Betriebsbewilligung um 10 Jahre zu verlängern.

Aber... es fragt sich effektiv, zu welchen Kosten. Beispiel Furka-Bergstrecke - die Zahnradbahn wird seit etlichen Jahren von einem Verein und einer Aktiengesellschaft getragen. Der Verein kümmert sich um den Wiederaufbau der Strecke und um die Rekrutierung von Helfern. Die Aktiengesellschaft ist für den Betrieb und den Unterhalt verantwortlich.
Ich finds toll, dass die Furka-Bergstrecke wiederbelebt werden konnte! Doch wenn ich mir die Fahrpreise ansehe... 58 Franken pro Person und Weg... Man stelle sich vor, die VR101 würde zu ähnlichen Konditionen am Leben erhalten :?
Ein Verein, der dafür sorgt, dass 20 Personen pro Jahr 5 Wochen Ferien für die Anlage opfern. Eine Aktiengesellschaft die den Betrieb aufrecht erhält - wohlgemerkt ohne grosse Rendite für die Anleger. Da musst du aber verdammt grosse Liebhaber finden, die bereit sind, Geld in das Projekt zu pumpen!

Wenn du keine Liebhaber findest die Geld in deine VR101 stecken und die Preise nicht auf 40 Franken pro Weg und Person (Beispiel) erhöhen kannst... ja dann lohnt sich halt evtl. doch der Neubau.

Es ist traurig, dass die Erhaltung von Kulturgut so viel kostet aber dennoch von so wenigen Leuten unterstützt wird. Aber - that's life! Den Gesetzen des Marktes kann man sich nur schwer widersetzen. Der Markt will möglichst billige Preise für Seilbahnfahrten zum Oeschinensee und gleichzeitig die Möglichkeit Bikes, Rollstühle, Schlitten, Schneeschuhe und sonstige Sportgeräte schnell auf den Berg bringen. Der Markt ist gross. Der Markt bestimmt den Preis. Wenn der Markt sagt: die VR101 ist toll aber nicht mehr zeitgemäss... dann muss die VR101 halt ersetzt werden.

Am Weissenstein werden die Sessel meines Wissens längs zur Fahrtrichtung (also wie bei der VR101) am Seil hängen. Das ist IMHO ein guter Kompromiss - neue Anlage, technisch hochmodern und doch noch ein Hauch von Nostalgie.

Fortschritt kann man nicht aufhalten - man kann sich höchstens dran anpassen.
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Beitrag von piano »

Das hab ich fast schon vermutet, dass die VR101-Diskussion einmal mehr aufkommt.

@ MadBanana: Das Beispiel mit der Furka-Bergstrecke finde ich doch recht extrem. Dort wurde der Betrieb der Eisenbahnstrecke 1981 eingestellt. Sobald man wusste, dass dies aufgrund des Basistunnels geschehen wird, vernachlässigte man die alte Bahnstrecke, so dass sie dann im besagten 1981 in einem maroden Zustand war. Danach mussten neue Fahrzeuge erworben werden, ebenso war es notwendig, die ganze Trassee zu renovieren. Hier liegt doch ein Unterschied zur Bahn in Kandersteg: Die ist heute noch in einem tadellosen Zustand.

Dennoch ist es natürlich so, dass der Aufwand einer Überholung doch ziemlich gross sein wird, wie hier mehrfach beschrieben wurde.

@ Theo: Für die Bahn in Kandersteg ist der Sommerbetrieb wichtiger als der Winterbetrieb, was aufgrund der Klimaerwärmung und der bescheidenen Höhe in Zukunft nicht anders sein wird. Leute, die nur möglichst schnell und konfortabel auf die Skipiste kommen wollen, gehen sowieso nicht nach Kandersteg. Somit kommt es auch eher drauf an, welcher Seilbahntyp im Sommer besser geeignet wäre. Ob man Bikes in eine Gondelbahn hineinbringt weiss ich nicht, für Kinderwägen ist die Gondelbahn sicher besser. Wegen den Rollstühlen weiss ich nicht... wenn einer im Rollstuhl von einer rollstuhlgängigen Gondelbahn liest, wird er trotzdem seine Zweifel haben.
Ich denke, und so habe ich das auch in Erinnerung, kommen halt wirklich die meisten Leute wegen dem einmaligen Öschinensee und wegen Hochtouren. Und für dieses Segment ist die VR101 wohl schön, aber nicht entscheidend für den Besuch.
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Beitrag von wasserfäller »

Mad Banana hat geschrieben: Am Weissenstein werden die Sessel meines Wissens längs zur Fahrtrichtung (also wie bei der VR101) am Seil hängen. Das ist IMHO ein guter Kompromiss - neue Anlage, technisch hochmodern und doch noch ein Hauch von Nostalgie.
woher hast du denn das?? :blah:

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