Umstrittene Konzert-Arena auf der Bielerhöhe

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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snowflat
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Umstrittene Konzert-Arena auf der Bielerhöhe

Beitrag von snowflat »

Umstrittene Konzert-Arena auf der Bielerhöhe

Auf der Bielerhöhe soll eine Freiluft-Konzertarena gebaut werden. Für Diskussion sorgt, dass die Verantwortlichen vom Stand Montafon das Projekt offensichtlich geheim halten wollten. Es wäre sonst krank geredet worden, so Standesrepräsentant Erwin Bahl.

Baubeginn könnte August sein
Der geplante Standort der neuen "Silvretta-Arena", die 750 Sitzplätze fassen soll, liegt auf dem Gemeindegebiet von Gaschurn, direkt auf der Bielerhöhe zwischen Parkplatz und Barbara-Kapelle - in 2.000 Meter Seehöhe.

Mit dem Bau will man so schnell wie möglich beginnen - vielleicht sogar noch im August. Die Baukosten sollen bei rund fünf Millionen Euro liegen.

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Die Arena soll in die Geländemulde gebaut werden.
Erwin Bahl (Bild: ORF)


Bahl: Sorge um Unterstützung von Sponsoren
Es sei ein fantastisches Projekt, so der Montafoner Standesrepräsentant Erwin Bahl (ÖVP) im Radio Vorarlberg-Interview. Wenn das Projekt früher in die Öffentlichkeit getragen worden wäre, wäre es krank geredet worden.

Dann hätte man die Unterstützung von vielen Sponsoren nicht erwirken können, so Bahl. Obwohl man bereits seit Jahren von der Arena rede, habe es niemand bewusst in die Öffentlichkeit getragen.

Noch keine genauen Angaben zum Projekt
Bauträger der Arena ist der Stand Montafon, involviert sind aber auch Bund, Land und die Illwerke - das bestätigt Bahl. Mehr zu diesem Projekt will er aber nicht sagen. Seine Begründung: Komponist Herbert Willi, der wesentlich in das Projekt eingebunden sei, ist derzeit in Japan. Man wolle das Projekt Mitte August auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit Herbert Willi vorstellen.

Rauch: Vorgangsweise ist inakzeptabel
Durch die lange Geheimhaltung des Projekts wollte man offenbar kritische Stimmen von eventuellen Projekt-Gegnern gar nicht erst aufkommen lassen, so Grünen-Chef Johannes Rauch im Radio Vorarlberg-Interview: "Dass bei einem Bauprojekt in äußerst sensiblem hochalpinen Gelände zuerst Beschlüsse gemacht und vorweggenommen werden, und erst dann die Öffentlichkeit informiert wird, sei inakzeptabel", so Rauch.

Anfrage der Grünen
Die Grünen haben diesbezüglich eine dringliche Anfrage an Landesstatthalter Markus Wallner (ÖVP) und Umweltlandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) gestellt.

Lins: Es wurden bereits Künstler engagiert
Sie habe erst am Dienstag vom Projekt erfahren, so Naturschutzanwältin Katharina Lins gegenüber Radio Vorarlberg. Sie sei über den Ablauf der Behördenverfahren verwundert. Es sei unglücklich, dass ein Verfahren in so einer Hektik abgewickelt werden müsse.

Es seien schon Künstler für die Arena engagiert worden, ohne dass es Genehmigungen gegeben habe, so Lins.

Laut BH-Bludenz kein Hinderungsgrund
Die Kommissionierung seitens der BH Bludenz ist bereits am Dienstag erfolgt. Nach Angaben von Leo Walser von der BH Bludenz liegt kein offenkundiger Hinderungsgrund vor.

Unterstützung vom Landeshauptmann
Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) will das Projekt unterstützen. Voraussetzung sei, die Region Montafon stehe dahinter und der Bund mache mit.

Baugrund gehört Tiroler Gemeinde Galtür
Der Baugrund gehört der Tiroler Gemeinde Galtür. Dafür, dass sie den Grund zur Verfügung stellt, darf als Gegenleistung der Tiroler Tourismusverband in der Arena gratis Veranstaltungen durchführen.
Gaschurn: Opposition kritisiert Bürgermeister

Heftige Kritik üben die Oppositionsvertreter am Gaschurner Bürgermeister Martin Netzer (ÖVP). Sie hätten erst vor wenigen Tagen Informationen über die geplante Freiluft-Konzertarena auf der Bielerhöhe erhalten. Netzer verteidigt die Vorgehensweise.

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Arena auf 2.000 Meter Seehöhe
Bielerhöhe (Bild: ORF)

Der geplante Standort der neuen "Silvretta-Arena", die 750 Sitzplätze fassen soll, liegt auf dem Gemeindegebiet von Gaschurn, direkt auf der Bielerhöhe zwischen Parkplatz und Barbara-Kapelle - in 2.000 Meter Seehöhe.

Oppositon: Unvollständige Informationen
Am Donnerstagabend fand in Gaschurn eine Gemeindevertretungssitzung statt. Die Vertreter der Opposition kritisierten, dass sie erst vor wenigen Tagen Informationen über das Projekt bekommen hätten, die zudem unvollständig gewesen seien.

Netzer: "Viele Fragen waren zu klären"
Bürgermeister Netzer verteidigte im Radio Vorarlberg-Interview die Vorgehensweise. Es sei richtig gewesen, zuerst das Projekt zu entwickeln. Es seien viele Fragen zu klären gewesen, etwa bezüglich der Standortfrage und der Finanzierung.

Man könne nicht mit ungelegten Eiern kommen, sondern müsse der Bevölkerung erklären, um was es wirklich geht, so Netzer.

Das Projekt würden Bund, Land, Illwerke und andere Sponsoren bezahlen, so Netzer. Der Stand Montafon beteilige sich mit einer Million Euro, Gaschurn müsse weniger als 100.000 Euro bezahlen.

Umwidmung der Fläche
Der Entwurf eines Umweltberichtes zum Projekt wurde in der Gemeindevertretungssitzung gegen die Stimmen der Opposition genehmigt. Damit ist die Umwidmung der betreffenden Fläche auf der Bielerhöhe ein Stück näher gerückt.

Stille und Bergerlebnis oder "Halli-Galli"?
Die Opposition kritisierte das geplante Projekt auch inhaltlich. Die Silvretta biete ein einmaliges Naturerlebnis, das durch die Konzertarena in Gefahr gerate. Gegen die Aufführung von Werken des Montafoner Komponisten Herbert Wille gebe es wenig einzuwenden. Aber es gebe keine Garantie, dass nicht auch andere Veranstaltungen wie Rockkonzerte durchgeführt werden.

Man wolle keine Halli-Galli-Partie, so Netzer. Entsprechend der Natur solle die Stille und das Bergerlebnis vermittelt werden.
Quellen. ORF

:gruebel: :gruebel: :gruebel:
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Beitrag von Stefan »

Schönes Signal in Zeiten wie diesen, noch mehr Verkehr zu erzeugen. Warum baut der Herr Bürgermeister sowas nicht mitten in seinem Ort? Da können die Leute hingehen. Ich halt's für Schwachsinn: Im Langlauf-Weltcup (und auch Biathlon) schaut man, dass man die Ereignisse in die Ballungsräume bringt, er bringt die Ereignisse ins (sorry) Nirgendwo. :roll:
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Beitrag von Dresdner »

Danke an den Bürgermeister, auch noch dieses Fleckchen Natur zerstören zu wollen. Es ist schon schlimm. Jede Gemeinde will alles und das noch größer als die Konkurrenz haben.
Sicher fällt den Dorfrepräsentanten auch noch etwas ein, um die Höhe auch im Winter mit dem Auto erreichbar zu machen. Dann kann man wenigstens das ganze Jahr Action machen.
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Arena in Form eines Amphitheaters geplant

Die umstrittene Konzert-Arena auf der Bielerhöhe die Form eines Amphitheaters erhalten. Die Arena ist hauptsächlich für den Festivalzyklus Montafon vorgesehen und soll im Sommer zum Einsatz kommen.

Durchmesser von 70 Metern
Laut der aktuellen Verhandlungsschrift der Bezirkshauptmannschaft Bludenz wird das Bauwerk einen äußeren Durchmesser von rund 70 Metern aufweisen sowie eine Tiefe von rund 15 Metern.

Bühne wird temporär aufgebaut
Die Bühne - eine Aluminiumkonstruktion mit Holzbelag - soll für die jeweiligen Veranstaltungen temporär aufgebaut werden. Der Bühnenbereich ist in Form einer Ohrmuschel angelegt und von einem geschwungenen Dach bedeckt. Hinter dem Orchesterbereich werden drei Garderoben-Räume in den Fels geschlagen, mit Beton ausgekleidet und mechanisch entlüftet. Als Zuschauertribüne sind schlussendlich Sitzblockstufen aus Beton geplant.

Überdachung noch nicht geklärt
Nicht geklärt ist momentan die Überdachung der Arena. Die gesamte Anlage soll mit Wasser und Strom versorgt werden. Die Arena ist hauptsächlich für den Festivalzyklus Montafon vorgesehen und im Sommer zum Einsatz kommen.
Quelle: ORF
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Beitrag von Enigma »

mm könnte man da nicht so was komplett mobiles verwenden, das man nur aufbaut, wenn man es braucht?


Andererseits: Jedes mal, wenn man etwas bauen möchte, wo vorher noch nichts stand, macht man ein Stück Natur kaputt. Egal ob in der Stadt oder auf dem Berg. Man sollte der Natur überall den gleichen Respekt zollen.

Mir ist es im Grunde eh fast egal. Hier in Duisburg wird gerade die Regattabahn "verbessert" und wieder auf internationales Niveau gebracht. Dazu musste viel Wald abgeholzt werden. Schade für die Natur, aber notwendig für den Sport und die Region. Und wenn ich das mal vergleiche, dann richtet so eine "Arena" so weit oben auf dem Berg doch viel weniger Schaden an der Natur an, oder lieg ich da falsch?

Auf jeden Fall sollten aber für so Projekte immer Ausgleichsprojekte für z.B. Aufforstungen oder so Pflicht sein. Nimmt man der Natur hier Fläche X, dann müsste man der Natur woanders X+ zurückgeben.
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Silvretta-Arena : Konzept wird erstmals präsentiert
Das heiß diskutierte Projekt der Silvretta-Arena auf der Bielerhöhe wird am 6. August, bei einem Informationsabend in Partenen, für die Gemeindevertreter der Montafoner Gemeinden erstmals öffentlich vorgestellt.

Herbert Willi: "Wir zerstören nichts"
Der Stand Montafon und der Komponist Herbert Willi laden zur Präsentation des Silvretta-Arena-Konzeptes am 6. August.

Herbert Willi sagt: "Ich möchte meine Musik an einen der Orte zurückbringen, wo ich sie gehört habe." Außerdem versichert er, dass auf der Bielerhöhe nichts zerstört werde. Der Ort auf der Bielerhöhe sei schon hundertprozentig erschlossen, das sei kein Gebiet, das unberührt ist.

Hintergrund für die geplante Silvretta-Arena ist laut Willi sein Werk "Zyklus Montafon", dessen viertes Konzert er schon bald fertig stellen wird. Das Horn-Konzert soll im Frühjahr 2008 im Wiener Musikverein uraufgeführt werden. Es ist als Kern des in der ersten Augustwoche 2008 geplanten "Festival Zyklus Montafon" in der Silvretta-Arena gedacht.

Suche nach neuen Vermittlungsformen
Willis "Reise in die Stille" soll auch nicht mit dem eigenen PKW, sondern mit Shuttle-Bussen angetreten werden: "Bei uns werden sie am Vormittag in die Berge gebracht, können dort wandern und die Stille der Bergwelt erleben und gehen anschließend um halb vier Uhr nachmittags ins Konzert, wo sie dieses Erlebnis in der Musik nachvollziehen können", sagt Willi. Ihm sei die Suche nach neuen Vermittlungsformen, vor allem auch für die Jugend, wichtig, so Willi.
Quelle: ORF
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Beitrag von snowflat »

"Silvretta Arena": "Heuer rollt kein Bagger auf"

Schwarzach - In der Diskussion um die "Silvretta Arena" meldet sich nun LR Manfred Rein als erstes ÖVP-Regierungsmitglied mit Kritik zum Vorgehen in den eigenen Parteireihen zu Wort.
Die Diskussion um die Silvretta Arena reißt nicht ab.Die Diskussion um die Silvretta Arena reißt nicht ab.VMH
Bis zuletzt hatte der aus dem Montafon stammende Landesrat Siegmund Stemer und Standesrepräsentant Erwin Bahl das Projekt verteidigt, appelliert, man solle der „Arena eine Chance geben“.

Rein: „Es ist dem Komponisten Herbert Willi gegenüber shade, dass die Projektplanung und -ankündigung dermaßen unprofessionell passiert ist.“ Bahl hatte ausgeführt, dass solche Projekte nicht auf breiter Basis diskutiert werden könnten, sonst „krank geredet“ würden.

„Solche Prozesse müssen offen geführt werden. Es wird immer Pro und Kontra geben. Aber wenn man sich vor der Diskussion schon fürchtet, ist solch ein Projekt von vornherein schon tot“, pocht der Landesrat auf Transparenz. „Die haben geglaubt, man kann unterm Teppich durchmarschieren. Dabei haben wir doch in den letzten Jahren gelernt, wie es auch anders geht. Hier wurde das alte Rezept des Durchboxens angewandt - und das funktioniert nicht“, findet Rein klare Worte.

Eigentlich wollten die „Arena“-Betreiber vom Stand Montafon noch im August mit den Bauarbeiten auf der Bielerhöhe beginnen - doch dieses Datum ist nicht haltbar. Raumplanungslandesrat Rein: „Ohne UmwidmungkeinBaubescheid. Und natürlich braucht es eine Umweltverträglichkeitsprüfung als Grundlage für die Umwidmung.“

Baubeginn ungewiss
Bei zügiger Abwicklung dauere die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) mindestens sechs Monate. „Es wird sich niemals ausgehen, dass heuer auch nur ein Bagger aufrollt“, so Rein.

„Jeder kleine Betrieb spricht seine Planungen mit der Raumplanungsbehörde ab, solch große Projekte sind nicht der Rede wert. Das ist kein Stil. Ich hätte mir gewünscht, dass Raumplanung und Bevölkerung von Anfang an eingebunden gewesen wären“, wettert Rein.

Grünen-Klubobmann JohannesRauchwaralsmassiver Kritiker des Projekts aufgetreten, nun erhält der Oppositionelle Rückendeckung aus der Regierung: „Johannes Rauch hat in Ansätzen Recht, wenn er sich im Raumplanungsbeirat übergangen fühlt. Das fühle ich mich auch - und das gefällt mir gar nicht.“

LH Herbert Sausgruber betonte am Dienstag nach der Regierungssitzung, dass die Realisierung des Projekts noch offen sei und die Verfahren am Laufen seien.
Quelle: VN
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Auf Bieler-Höhe: Silvretta-Arena immer unwahrscheinlicher

Die geplante Silvretta-Arena auf der Bieler Höhe in 2.000 Meter Höhe sorgt für heftige Diskussionen. Die Fläche ist nach wie vor als Freifläche und nicht als Bauland gewidmet. Das Gutachten des Geologen sieht die Arena von Steinschlag gefährdet.

Umwidmung noch nicht passiert
Vor drei Woche hätten die Bagger auf der Bielerhöhe auffahren sollen. Die Fläche ist jedoch nach wie vor als Freifläche und noch nicht als Bauland gewidmet.

Die Gemeindevertretung von Gaschurn, auf diesem Gemeindegebiet befindet sich die Bieler-Höhe, müsste die Umwidmung auf die Tagesordnung setzen. Aber es sei noch nicht ganz sicher, ob dies überhaupt Thema bei der nächsten Gemeindevertretungssitzung im September sein wird, so Bürgermeister Martin Netzer.

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Die Bieler-Höhe im Montafon mit der abgesteckten Markierungen fuer die geplanten Silvretta - Arena.
(Bild: APA)



Eine Arena ohne Dach
Gegenstand der Bauverhandlungen war ein Gebäude ohne Dach. Der Amtsachverständige sieht eine harmonische Einbettung in die Umgebung nur ohne Dach. Dann wären die geplanten 750 Sitzplätze auf 2.000 Meter im Freien.

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Ein Computer-Rendering der geplanten Silvretta. Sie soll einen Durchmesser von 70 Meter und eine Tiefe von 15 Meter haben.
(Bild: ORF)



Steinschlaggefahr: Schutzdamm nötig
Der Geologe sieht in seinem Gutachten eine Steinschlaggefahr für die Arena. Bis zu fünf Meter große Felsbrocken könnten die Arena gefährden. Deshalb fordert der Geologe einen drei Meter hohen und drei Meter breiten Steinschlag-Schutzdamm. Gegen diesen Damm hat aber die Raumplanung Bedenken.


"Willi nicht Wagner, Bahl nicht König Ludwig"
Georg Friedrich Haas, der zweite bekannte Komponist aus dem Montafon neben Herbert Willi, meinte zur Silvretta-Arena im Radio Vorarlberg-Interview: "Es ist vollkommen unüblich, ein so großes Ding in die Welt zu stellen, eigentlich nur für die Musik eines einzigen Komponisten. Da kenne ich in der Geschichte nur wenige Beispiele dafür. Mir fällt eigentlich nur Bayreuth ein, aber Herbert Willi ist nicht Richard Wagner und der Bürgermeister von Schruns (Anm. Erwin Bahl) ist nicht König Ludwig II."

Haas erhält im November den großen österreichischen Staatspreis. Arena-Ideengeber und Komponist Herbert Willi ist derzeit außer Landes und konnte nicht erreicht werden.
Quelle: ORF
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Stammtisch: Schlussstrich unter Silvretta-Arena

Schruns - Die Silvretta-Arena dürfte bald Geschichte sein. Beim "VN"-Stammtisch in Schruns verständigten sich LH Sausgruber und Vertreter des Tales darauf, einen Schlussstrich zu ziehen.

"Es wäre ein Fehler, die Sache gegen den Willen eines Großteils der Bevölkerung weiterzubetreiben“, meinte Sausgruber. Und an die Adresse von Standesrepräsentant Dr. Erwin Bahl gerichtet: ,,Es muss in einer Demokratie möglich sein zu akzeptieren, dass man nicht immer mit dem Kopf durch die Wand kann.“

Auch Erwin Bahl zeigte diesbezüglich Einsicht, verteidigte jedoch die vielfach kritisierte Vorgehensweise. ,,Wir wollten das Projekt nicht geheimhalten, sondern haben, wo es möglich war, alle zuständigen Personen eingebunden“, so der Schrunser Bürgermeister. Die Bevölkerung hätte laut Bahl Anfang 2006 informiert werden sollen. ,,Es wurde uns jedoch geraten, zuerst alles zusammenzutragen, was für das Projekt wichtig ist“, begründete er den Umstand, dass es schließlich noch einmal ein Jahr dauerte, bis alles an die Öffentlichkeit kam.

Überschwänglichen Lobeshymnen auf den ebenfalls anwesenden Komponisten Herbert Willi folgte die Erklärung, man habe eben etwas Besonderes und Unverwechselbares für das Montafon machen wollen.

Vom Publikum ins Spiel gebrachte Alternativen wie das Novatal oberhalb von Gaschurn bezeichnete dessen Bürgermeister und Arena-Verfechter Martin Netzer zwar als mögliche, aber nicht richtige Variante. Als Gegenargument wurde immer wieder auch das raue Wetter auf der Bielerhöhe genannt. Was Erwin Bahl allerdings nicht gelten ließ. ,,Beim Musikantenstadl am Hochjoch hat es geschneit und am Arlberg wird jedes Jahr die Oper der Festspiele auch bei widrigsten Verhältnissen präsentiert“, hielt er dagegen. Trotzdem würden die Leute kommen, weil eben die Örtlichkeit eine besondere sei. ,,Uns kennt als Montafon kein Mensch, nicht einmal in München“, ließ Bahl die 250 Besucher wissen.

Dass eine Idee nicht umsetzbar ist, ist laut Sausgruber keine Schande. ,,Wichtig ist nur, auch mit dem Komponisten in einer guten und ordentlichen Form umzugehen“, betonte er und forderte die Verantwortlichen auf, aus ,,einer schwierigen Situation etwas Gescheites zu machen“. Es gehe jetzt darum, sich um andere Zukunftsprojekte zu kümmern. Derer gäbe es genug. Es fehlt ein Veranstaltungssaal, ein Hallenbad und auch die Grabserbahn steht vor dem Aus.
Quelle: VN
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