Quelle: Spiegel Online http://www.spiegel.de/sport/fussball/0, ... 02,00.htmlProbleme für den Deutschen Skiverband DSV: Wegen der Unklarheit über den TV-Vertrag geraten die Veranstaltungen in Deutschland in Gefahr. Sogar die Ausrichtung der Vier-Schanzen-Tournee ist fraglich. Am härtesten trifft es jedoch die kleineren Sportarten.
Hamburg - Die Turbulenzen rund um den neuen TV-Vertrag bringen nun sogar die Vierschanzentournee und die restlichen Ski-Weltcups in Deutschland in Gefahr. "Die Lage war noch nie so prekär", sagte Tournee-Präsident Claus-Peter Horle, der vom DSV eine Klärung der Situation bis spätestens 15. November fordert. "Eine Absage ist zwar ganz weit weg, aber diese Probleme hat der DSV wohl mitverschuldet", so Horle weiter.
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Skispringer Martin Schmitt: Prekäre Lage
Im Frühjahr hatte der Verband mit der Sportmarketing-Agentur Infront eine Vereinbarung bis 2011 abgeschlossen. Dabei wurde offenbar ein Passus falsch eingeschätzt, der dem bisherigen Rechteinhaber RTL das Recht einräumt, das beste Angebot noch zu überbieten. Bis zur Klärung des Streits zwischen DSV und RTL kann Infront die Rechte nicht weiterverkaufen - dem Verband drohen Verluste in zweistelliger Millionenhöhe.
Wegen der unklaren TV-Situation für die beiden Springen am 30. Dezember in Oberstdorf und am 1. Januar in Garmisch-Partenkirchen haben bislang nur vier von sechs Hauptsponsoren ihre Verträge unterzeichnet. Die finanziellen Einbußen für die Tournee könnten im sechsstelligen Bereich liegen. Noch schlimmer ist die Situation für die in Deutschland geplanten fünf Weltcups in der Nordischen Kombination und die zwei Rennen der Tour de Ski in Oberstdorf.
Beide Disziplinen sind auf Zuschüsse des DSV angewiesen, der momentan allerdings wegen der Finanzprobleme eine Ausgabensperre unterhalb des Weltcup-Kaders verhängt hat. (mehr...)
"Wenn sich nichts tut, sieht es ganz böse aus. Die Tournee werden sie schon irgendwie durchziehen, aber danach trifft es die kleineren Sportarten. Also uns", sagte Ulrich Wehling, Kombinierer-Chef des Internationalen Skiverbandes Fis, dem sid.
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Irgendwelche Häme verkneif ich mir jetzt, nachdem sie den Springer-Weltcup in Titisee-Neustadt auf absehbare Zeit abgesägt haben, die feinen Herren in Planegg. Stattdessen noch etwas mehr aus der Badischen Zeitung zum Thema.
Kommentar zum Thema:Skiverband in akuter Finanznot
Streit um TV-Rechte ungelöst: DSV muss Trainingslager für Nachwuchsathleten streichen / Weltcup-Übertragungen in Gefahr
Von Johannes Bachmann und Andreas Strepenick
FREIBURG. Der Deutsche Ski-Verband (DSV) steckt in einer Finanzkrise. Weil der Streit um die künftige Vergabe der Fernsehrechte noch immer schwelt, verhängte er eine weit reichende Ausgabensperre für seine Leistungssportler. Mehrere Dutzend Nachwuchsathleten aus dem Schwarzwald sind betroffen: Ihre Trainingslager fallen aus. Nur die A-Kader, also die Top-Athleten, dürfen sich weiterhin ohne Einschränkung auf die Saison vorbereiten. "Dem DSV fehlt eine zweistellige Millionensumme" , sagte Stefan Wirbser, Präsident des Skiverbands Schwarzwald, der BZ.
Dass die Lage derart dramatisch sei, wollte die Zentrale des DSV in Planegg aber nicht bestätigen. Als gestern durchsickerte, dass zahlreiche junge Skispringer, Biathleten, alpine Abfahrer, Skilangläufer und Kombinierer nicht zu ihren geplanten Lehrgängen reisen dürfen, sprach DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller lediglich von vorausblickenden Maßnahmen. Der Eingang liquider Mittel sei momentan "nicht genau vorhersehbar" . Pfüller will nun zunächst die Rücklagen des Verbands angreifen, um die Gehälter der Angestellten und die Trainingslager der Top-Athleten weiter bezahlen zu können. "Ohne den Fernsehvertrag geht’s aber nicht" , fügte er hinzu. In diesem Fernsehvertrag geht es um die künftige Übertragung der Weltcups im Winter. Wenige Wochen vor Saisonbeginn ist noch immer nicht geklärt, welche Sender die Wettbewerbe der Skispringer, Kombinierer, Skilangläufer und Alpinen künftig übertragen werden. Offen blieb gestern, ob auch das Biathlon betroffen ist. "Im schlimmsten Falle gibt es ein Desaster" , warnte Jürg Capol, der Langlauf-Chef des Internationalen Ski-Verbands (FIS).
Der deutsche Verband konnte im vergangenen Mai zwar einen neuen Fernsehvertrag abschließen. Der jetzige Rechte-Inhaber Infront Sports & Media versprach dem DSV dabei angeblich auch künftig Einnahmen von bis zu 15 Millionen Euro im Jahr für den Leistungssport. Dieselbe Summe hatte zuvor mindestens fünf Jahre lang der Privatsender RTL an den Verband überwiesen. Infront hat nun aber akute Probleme damit, die Rechte weiterzuveräußern — zum Beispiel an ARD und ZDF, aber auch wieder zurück an RTL, damit dieser Sender etwa die Vierschanzentournee übertragen kann.
RTL fühlt sich in dem Kontrakt des DSV mit Infront unangemessen behandelt. Sportchef Manfred Loppe erklärte, sein Sender beharre auf dem so genannten Matching-Offer-Right. Dabei handelt es sich um das Recht, das beste Angebot noch einmal zu überbieten. Dieses Recht habe der DSV im Mai nicht beachtet. Wann der Streit endet, ist nicht abzusehen. Der Verband hat für den Freitag eine Erklärung angekündigt. Klar ist aber, dass der Konflikt die Nachwuchsarbeit im Wintersport schon jetzt ernsthaft bedroht. Hermann Weinbuch, Bundestrainer der Kombinierer, erklärte gestern, er dürfe für seine Nachwuchsleute im Augenblick "nicht einmal mehr die kleinste Wachsdose ohne Genehmigung kaufen" . Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle sprach von einer "Katastrophe für die Athleten. Wenn sich die Probleme ausweiten, wird dies auch die Top-Athleten betreffen. Dann können wir die Erfolge der vergangenen Jahre ad acta legen."
Hermann Weinbuch, Bundestrainer der nordischen Kombinierer
Im Schwarzwald bleiben von den Sparbemühungen des DSV vorläufig nur die Top-Sportler unbehelligt. Das sind die Skispringer Martin Schmitt und Christian Ulmer, Kombinations-Olympiasieger Georg Hettich sowie die Biathletinnen Simone Denkinger und Kathrin Hitzer. Der Nachwuchs muss aber teils erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Hansjörg Löffler, Vizepräsident des Skiverbands Schwarzwald (SVS) und nordischer Sportwart, sprach von einer "mittleren Katastrophe" . Wenn der DSV jetzt alle Lehrgänge für die Nachwuchsathleten vom D/C- bis zum B-Kader einstelle, fehle jegliche Planungssicherheit. Aktuell betroffen vom Ausgabenstopp ist Trainer Ralf Rombach vom Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald, der zur Zeit mit den Nachwuchskombinierern Fabian Rießle (Breitnau), Luca Timm (Schonach), Thomas Faller vom SC Furtwangen und Florian Schillinger vom SV Baiersbronn am Dachstein trainiert. "Die müssen vielleicht vorzeitig zurück" , fürchtet Löffler. Akut gefährdet sind die Lehrgänge der Skilangläufer, die im November wieder zur Saisonvorbereitung ins schwedische Idre fahren wollten. Abgesagt werden muss wohl auch der Lehrgang der SVS-Skispringer im österreichischen Ramsau und/oder in Lillehammer.
Die Schwarzwälder Biathleten sind von den Sparmaßnahmen des DSV im Moment nicht existenziell betroffen. "Wir kommen glimpflich davon" , sagte Dirk Scheja, Stützpunkttrainer am Skiinternat Furtwangen (SKIF). Die SKIF-Schüler Simon Schempp (SZ Uhingen) und Anja Faller (HV Falkau) beenden wie geplant am Freitag ihren C-Kader-Lehrgang auf dem Dachstein-Gletscher. "Der ist zum Glück schon bezahlt" , so Scheja. Mehrere hohe Verantwortliche des Wintersports wollten sich zur Finanzkrise gestern nicht äußern. "Wir haben einen Maulkorb bekommen" , sagte einer.
Hoch gepokert und verloren
Der DSV verliert im Streit mit RTL Geld und Ansehen
Der Deutsche Ski-Verband (DSV) hat hoch gepokert und muss nun feststellen, dass andere das Spiel besser beherrschen als er. Im Frühjahr hatte er geglaubt, den Fernsehsender RTL austricksen zu können. RTL machte damals Druck in den Verhandlungen um den neuen Fernsehvertrag. Der Privatsender wollte die Rechte am Wintersport zwar auch weiterhin kaufen und einen Teil davon weitervermarkten an Sender wie ARD und ZDF. Er wollte dafür aber dem Vernehmen nach weit weniger Geld zahlen als wie bisher 15 Millionen Euro im Jahr. Gut, suchen wir uns einen neuen Partner, dachte sich der DSV und wurde handelseinig mit der Firma Infront. Infront versprach, auch künftig zweistellige Millionensummen für die Förderung des Leistungssports im DSV zu überweisen. Dieses Geld muss Infront aber erst selbst herbeischaffen — indem es die Rechte wieder erfolgreich veräußert an die Sender. RTL versucht, das zu sabotieren und sitzt dabei am längeren Hebel. Schon bald beginnt nämlich der Winter. Niemand kann wollen, dass die Bildschirme dann schwarz bleiben. Der DSV wird also aller Voraussicht nach klein beigeben und sich speziell mit RTL einigen müssen. Er wird dabei Geld und Ansehen verlieren. Er hat sich verzockt.
Andreas Strepenick
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Wirklich Schade wenn es dieses Jahr kein Wintersport im TV geben würde!!!
Kennt jemand die Einschaltquoten einer Wintersportübertragung auf ARD/ZDF???
Nur so ca. natürlich gibt es hier extreme Unterschiede, Bsp.weise Biathlon hat deutlich mehr Zuschauer als Bob usw.
Ich denke ja dass sie das oftmals nicht gerechnet hat.
Kennt jemand die Einschaltquoten einer Wintersportübertragung auf ARD/ZDF???
Nur so ca. natürlich gibt es hier extreme Unterschiede, Bsp.weise Biathlon hat deutlich mehr Zuschauer als Bob usw.
Ich denke ja dass sie das oftmals nicht gerechnet hat.