Schneekanonen im Llz bei St. Andreasberg / Harz

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mcdee
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Schneekanonen im Llz bei St. Andreasberg / Harz

Beitrag von mcdee »

Zoff um Schneekanonen am Nationalpark


St. Andreasberg. Freunde des Wintersports dürfte die Nachricht freuen. Die Biathlonanlage Sonnenberg und das dazugehörige Landesleistungszentrum Langlauf bei St. Andreasberg im Harz sollen künftig auch bei Schneemangel genutzt werden können.


Der Niedersächsische Skiverband will die zu der Anlage gehörige rund zwei Kilometer lange Loipe im Winter mit sogenannten Schneekanonen beschneien. Der Knackpunkt bei dem Vorhaben: Die Anlage grenzt direkt an den Nationalpark Harz, ein Teil der Loipe führt durch das Schutzgebiet. Naturschützer sprechen von einem „Sündenfall“: Sie befürchten erheblichen Lärm, Wasserverschwendung und zu viel Touristenrummel im Nationalpark.

Der Vorsitzende des Niedersächsischen Skiverbandes und Bürgermeister der Samtgemeinde Oberharz, Walter Lampe, versteht die Aufregung nicht. „Die Maschinen stehen nicht im Nationalpark, und es gibt mittlerweile auch leise Anlagen“, versichert er. Von der Beschneiung profitiere der gesamte Harz-Tourismus, denn Wettkämpfe auf der Biathlonanlage seien Zuschauermagneten. „Veranstaltungen wie den Biathlon-Europacup kriegt man aber nicht mehr, wenn man keine schneesicheren Loipen anbieten kann“, sagt Lampe. Auch die Gemeinde St. Andreasberg begrüßt das Vorhaben. „Das belebt den Harz“, sagt Bürgermeister Hans-Günter Schärf.

Im Harz gibt es bereits Schneekanonen am Wurmberg, in Hahnenklee und an einer alpinen Abfahrt in St. Andreasberg – aber nirgendwo im Nationalpark. Am Sonnenberg sollen nun drei mobile „Schneeerzeuger“ die Strecke den Winter über befahrbar halten. Je nach Bedarf werden sie entlang der Loipe aufgestellt. Das benötigte Wasser soll aus dem Oderteich zur Loipe transportiert werden. Die Kosten belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro. Jeweils die Hälfte übernehmen Bund und Land sowie der Landessportbund aus Lottomitteln.

Für Umweltschützer „passt das Projekt nicht mehr in die Zeit“, wie Marita Wudtke vom Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) rügt. „Schneekanonen sind Wasser- und Stromfresser“, erklärt Wudtke. „Sinnvoller als in wärmer werdenden Wintern aufwendig zu beschneien wäre es, sich schneeunabhängige Angebote für die Harzurlauber zu überlegen“, sagt auch Ronald Olomski vom Niedersächsischen Heimatbund. Dass Tiere durch Lärm und Licht vertrieben werden, befürchtet wohl auch die Nationalparkverwaltung. Öffentlich äußern will die Leitung sich allerdings im laufenden Genehmigungsverfahren nicht. Hinter vorgehaltener Hand heißt es jedoch, der Ärger sei groß, der Nationalpark fürchte um seinen Ruf.

Der Landesskiverband hofft, die Schneekanonen ab Mitte November 2008 anwerfen zu können. „Wir hätten schon gerne in diesem Jahr angefangen, aber es gab Probleme bei der Förderung“, berichtet Verbandschef Lampe. Gefördert werden darf die Beschneiung nur dann, wenn auch der Fremdenverkehr angekurbelt wird. Das wird im neuen Antrag sichergestellt. „Wir öffnen die Anlage für Skischulen und Trainingskurse“, kündigt Lampe an. Kritiker halten gerade dies für „ein Unding“.

Von Margit Kautenburger

Quelle: http://www.haz.de/143033

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