Italien: Regierung will Skifahrer bremsen

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snowflat
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Italien: Regierung will Skifahrer bremsen

Beitrag von snowflat »

Regierung will Skifahrer bremsen

Der Entzug des Skipasses für Pistenrowdies, Helmpflicht bei allen Ski-Alpin-Wettkämpfen und die vorübergehende Schließung der Pisten bei Überfüllung: Dies sind nur einige der Änderungen, die auf Wintersportler zukommen könnten. Die Regierung hat einen Gesetzesentwurf ausgearbeitet, der für mehr Sicherheit auf den Skipisten sorgen soll.

In Skigebieten sollen die Maßnahmen mögliche Gefahren minimieren, von den Wintersportlern wird mehr Disziplin eingefordert. Der Wintersport soll mit neuen Regelungen zum sicheren Vergnügen gemacht werden.

Die neuen Sicherheitsvorschriften sollen von speziellem Sicherheitspersonal kontrolliert und ausgeführt werden. Dies können Polizisten, Carabinieri oder befähigte Zivilpersonen sein, die von den Regionen und Autonomen Provinzen oder in einigen Fällen auch von den Skigebieten gestellt werden.

Verschärfte Helmpflicht
Wie bisher soll für Pistensportler unter 14 Jahren Helmpflicht bestehen. Das Dekret sieht jedoch vor, dass auch all jene, die an einem Ski-Alpin-Wettkampf teilnehmen, einen Helm aufsetzen müssen. Hinzu kommt eine Kopfschutzpflicht bei Wettkampftrainings und für Sportler in den Snowparks. Die Kontrollen sollen außerdem verschärft werden.

Skikodex
Für Benutzer der Skipiste soll ein allgemeiner “Skikodex” gelten, demzufolge man sich risikovermeidend verhalten muss. Die Wintersportler sollen nur so schnell fahren, wie es ihre Fahrtechnik, die Pisten- und Wetterkonditionen sowie die Menschenmenge auf den Pisten erlauben.

Auch die Strafmaßnahmen will die Regierung drastisch verschärfen: Wer auf den Pisten andere in Gefahr bringt oder die Sicherheitsvorkehrungen nicht einhält, dem könnte der Skipass abgenommen werden. Dies bei besonders schweren Vergehen oder bei Wiederholungstaten.

Infrastrukturen
Der Gesetzesvorschlag sieht außerdem vor, dass alle Infrastrukturen im Skigebiet regelmäßig kontrolliert werden. Allen voran sollen Snowparks für Snowboarder gesichert werden. In Zukunft sollen eine elektronische Überwachung der Pisten, durch die eine Überfüllung vermieden werden soll, und auch ein Helikopterlandeplatz zur Pflichtausstattung eines Skigebiets gehören.

Mehr Hinweisschilder und Information
Das Dekret sieht auch eine Intensivierung der Information auf den Pisten vor: In erster Linie sollen Sicherheitsregeln und Schwierigkeitsgrade der Pisten stärker hervorgehoben werden. Für Skigebiete, die diese Regelung nicht befolgen, sind Strafen von 1000 bis 5000 Euro vorgesehen.

Eine Beschilderung ist auch für die am meisten befahrenen Strecken außerhalb der Skipiste, also für Tiefschneerouten, vorgesehen. Zudem sollen es vermehrt Informationskampagnen geben, die über die Gefahren des Tiefschneefahrens unterrichten.

Ausgebaut werden soll auch der Lawinenwarndienst: Der Gesetzesentwurf sieht die öffentliche Information über Lawinenberichte vor. Wer außerhalb der Pisten fährt, soll zudem verpflichtet werden, ein elektronisches Lawinen-Verschütteten-Suchgerät bei sich zu tragen.

Ski-Versicherung und alternative Sportangebote

Neu wäre auch die Regelung, dass den Sportlern beim Kauf des Skipasses eine Haftpflichtversicherung angeboten werden muss, durch die sie gegen Schaden an Dritte versichert sind. Die Information darüber soll gut sichtbar ausgewiesen werden.

Neben dem Ski- und Snowboardsport sieht der Gesetzesentwurf die Anerkennung weiterer Skisportarten, wie etwa Telemark, vor. Skigebiete dürfen, neben Langlauf- und Schneeschuh-, außerdem eigene Nordic Walking-Strecken ausweisen.

Sonderstatus für Autonome Provinzen unwahrscheinlich

Ob der Entwurf in dieser Form Gesetz wird, ist noch unklar. Allerdings scheint die Möglichkeit, dass die Autonome Provinz Bozen Abänderungen auf Provinzebene machen kann, eher unwahrscheinlich. Ziel des Staates ist es nämlich Regelungen einzuführen, die auf dem gesamten Staatsgebiet einheitlich angewandt werden.

Barbara Raich
Quelle: www.stol.it
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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e.j.
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Beitrag von e.j. »

es sind einige wichtige Aspekte genannt!

eine Anmerkung was die Versicherungspflicht betrifft:

hier sollte jeder Skifahrer, egal in welchem Land, darauf bedacht sein, dass er eine gute Haftpflichtversicherung zur Abdeckung evtl. Schäden, die er Dritten zufügen könnte und für sich selber eine gute Private Unfallversicherung hat!!!! Nicht zu vergessen ausreichend Krankenversicherungsschutz. Vorallem denkt an eure Kinder!

Ich persönlich halte nichts von Kombiprodukten z.B. mit Kauf eines Skipasses, außerdem lege ich Wert darauf im eigenen Land meine Verträge abzuschließen.

auf eine schneereiche und unfallfreie Skisaison 2007/2008

Skiheil! e.j.
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Versicherung

Beitrag von schifreak »

Abgesehn, daß ich noch nie ne Versicherung gebraucht hab, aber ich bin beim DSV, und noch beim Kitzbühler Schiclub. Das müßt doch langen.

Das ma die Geschwindigkeit an die Pistenzustände bzw. Sichtverhältnisse anpassen soll, das müßt ma eigentlich Keinem sagen müssen, sowas iss doch normalerweise selbstverständlich, wie beim Autofahren auch.
Fabi,alpiner Schifreak

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Re: Italien: Regierung will Skifahrer bremsen

Beitrag von andyman1609 »

snowflat hat geschrieben:
In Zukunft sollen eine elektronische Überwachung der Pisten, durch die eine Überfüllung vermieden werden soll, und auch ein Helikopterlandeplatz zur Pflichtausstattung eines Skigebiets gehören.
Wie soll das denn funktionieren? Wollens alle Pisten einzäunen und oben ein Tor machen das offen oder geschlossen ist?
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Beitrag von e.j. »

ja, so lange man seine Versicherung nicht braucht, ist alles gut.

stimme dir zu, dass man sich als Skifahrer auf der Piste verantwortungsbeswusst verhalten sollte und dies selbstverständlich sein sollte....., aber es ist nicht überall so, leider. Und für die, die es nicht als selbstverständlich betrachten, brauchen wir Gesetze und Verordnungen..das ist das Leben!

Ist doch ähnlich wie mit dem Rauchverbot nun in Deutschland....etwas mehr Rücksichtsnahme und Verständnis wären auch ausreichend gewesen.....

es ist leider so, dass viele erst zur Einsicht kommen, wenn etwas passiert ist (also, wenn es eigentlich schon zu spät ist....)...

dieses Thema ist eine Endlosschleife, leider.

da fällt mir etwas ein: wie wäre es mit einem Alkoholverbot auf den Skipisten ? .....jetzt geht es los: da hätten die Wirte sicher etwas dagegen...usw. usf.

grüße
e.j.
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Beitrag von TPD »

Wie soll das denn funktionieren? Wollens alle Pisten einzäunen und oben ein Tor machen das offen oder geschlossen ist?
Man kann ja in der Talstation die Drehkreuze blockieren.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Beitrag von andyman1609 »

TPD hat geschrieben:
Wie soll das denn funktionieren? Wollens alle Pisten einzäunen und oben ein Tor machen das offen oder geschlossen ist?
Man kann ja in der Talstation die Drehkreuze blockieren.
Ich denke, dass das in der Form auch nicht realisierbar ist, weil:
1. Gibt es für einen Lift oft mehrere Abfahrten
2. Will jemand vielleicht mit dem Lift hochfahren und die Abfahrt später machen (weil Hütte besuchen, Aussicht genießen, etc.)
3. Sind die meist befahrenen Pisten (oder Lifte) oft wichtige Verbindungen im Skigebiet. Eine Sperrung dieser Pisten (oder Lifte) würde die Bewegungsfreiheit im Gebiet einschränken. Manche Skifahrer, die z.b. den Skitag schon früher beenden wollen, werden dadurch aufgehalten. Die Zeit für den Rückweg kann nicht mehr kalkuliert werden.

So eine Regelung würde die Freiheit der Skifahrer in dem Gebiet wesentlich einschränken und sicher nicht zur Kundenzufriedenheit beitragen. Ist eine Piste überfüllt so pendelt sich das meist wieder ein, weil Skifahrer die Piste automatisch meiden. Ich persönlich würde bei so einer Regelung dieses Gebiet nicht mehr besuchen.
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Jens
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Beitrag von Jens »

Drakonische Strafen für zu schnelle Skifahrer

In Südtirol sind die Skifahrer in das Visier des Gesetzes geraten. Bis zu 5.000 Euro Strafe sollen jene zahlen, die mit ihren Skiern zu schnell unterwegs sind. Das offizielle Südtirol kritisiert das Gesetz aus Rom.

SVP: Gefahr für Wintertourismus
Dass Pistenrowdys aus dem Verkehr gezogen werden, dagegen kann niemand etwas haben, aber dass Aufpasser am Pistenrand die Geschwindigkeit kontrollieren und nach Ermessen Strafen bis zu 5.000 Euro ausstellen können, das gehe zu weit.

Die Südtiroler Volkspartei wehrt sich im römischen Parlament gegen das Gesetzesvorhaben der Regierung. Die Freiheit im Schnee und der Wintertourismus seien in Gefahr. Wer so ein Gesetz vorschlägt, hat vom Skifahren keinen Tau, wettert etwa der SVP-Parlamentarier Siegfried Brugger.

Zahlreiche weitere Einschränkungen
Neben den Geschwindigkeitsbeschränkungen sollten weitere Ver- und Gebote verhängt werden. Liftbetreiber müssten neben den Skipässen auch Versicherungspolizzen zum Verkauf anbieten, zusätzliche Pisten-Kontrolldienste sollen über die Wintersportler wachen. Auch sollten die Ordnungshüter entscheiden dürfen, wo und wann Skitouren und Schneewanderungen erlaubt sind.
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Tiefschnee muss gewalzt sein
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