Vorbemerkung: Berichte zu Sportgastein sind leider sehr selten. Immerhin hat sich voriges Jahr Lanschi die Mühe gemacht und einiges an Freeride-Potential in seinem Bericht (Klick) aufgezeigt und Gerrit hat penibel (leider im Spätsommer) die Geschichte dieses in mehrerer Hinsicht außergewöhnlichen Gasteiner Skigebiets nachgezeichnet (Klick). Um die Lücke an Sportgastein-Berichten weiter zu füllen, hab ich mich entschlossen meinen Tag dort als eigenständigen Bericht unabhängig von meinem Gastein-Bericht hier (Klick) reinzustellen.
Geöffnete Anlagen:
Goldbergbahn, am Nachmittag wurden am Schlepplift erste Präparierungs- bzw. Ausgrabungsarbeiten vorgenommen
Geöffnete und präparierte Pisten:
Schideck (S1)
Mooskar (S4)
Schöneck (S5)
Am Nachmittag begannen erste Präparierungsarbeiten an anderen oberen Pisten (Baukar und Knappensee)
Offizielle Schneehöhe
110-250 cm
Wartezeiten
keine
Am Samstag hatte ich Geburtstag und ein (beinahe) unerhofftes Geschenk war mir gegeben. Es trafen nämlich gleich drei Optimalbedingungen zusammen:
1) Wolkenloses Wetter bei absoluter Windstille, ein in Sportgastein im Hochwinter eher seltenes Zusammenspiel,
2) Nach Tagen wetterbedingter Sperre wurde Sportgastein geöffnet,
3) der Grossteil der potentiellen Skifahrer dürfte auf Weihnachsteinkäufen zu finden gewesen sein, was für wenig Konkurrenz im Tiefschnee sorgte.
Die charakteristische Architektur von Sportgastein: Die großen Pläne der 1970er Jahre führten zum finanziellen Ruin – geblieben ist ein kleines, aber feines Freeride-Gebiet
Talstation der heutigen Goldbergbahn, ebenfalls mit einer "Kugel" von damals davor
Blickfang von Sportgastein: Schareck (3122m) und ursprüngliches Ziel für eine Seilbahnerschließung von Gasteiner Seite
Sportgastein ist das eigentliche Highlight von Gastein und zählt nach meinem Dafürhalten zu den wirklich guten freeride hot spots in Österreich. An diesem Tag ging (zugegebenerweise etwas verspätet) für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung: ein optimaler Varianten-Skitag in Sportgastein!
Die Hänge im unmittelbaren Pistenbereich am späten Vormittag - noch immer genug Platz
Goldbergbahn mit dem unvermeidlichen Schareck
In den schönen Steilhängen oberhalb der Talstation – im lockeren Wald und zwischen den Erlen waren die Schneeverhältnisse optimal
Eine der beiden offiziellen Talabfahrten war dagegen durch starken künstlichen Schneefall geprägt
Am frühen Nachmittag wären im unmittelbaren Liftbereich zwar noch immer einige lockende Hänge zum Verspuren frei gewesen, aber mich lockten dann doch die „Hintaus-Sachen“. Als erstes peilte Ich die Weissenbach-Variante (bzw. Variante Süd) an. Sicherlich ein absoluter Höhepunkt: etwas über 1000 Höhenmeter weit abseits der Skigebietsinfrastruktur – und das praktisch ohne Hike zu erreichen.
Der erste Hang der Weissenbach-Variante
Gegenlicht in der Weissenbach-Variante
Für diese Abfahrt lohnt der Rückweg über die Langlaufloipe allemal
Zweiter Höhepunkt von Sportgastein ist die so genannte Nordabfahrt über ca. 1400 Höhenmeter zur Mautstelle der Gasteiner Alpenstrasse (bzw. zur Abzweigung Gasteiner Heilstollen). Durch Zufall traf ich an der Bergstation auf eine Gruppe von „Semi-Locals“ denen ich mich für die Befahrung anschließen konnte. Abgesehen vom Sicherheitsaspekt und deren Ortskenntnisse hatte die auch den Fahrplan des Skibusses im Kopf. So konnten wir unsere Abfahrten gut timen um ohne besonderen Zeitverlust wieder zurück zur Talstation nach Sportgastein zu kommen. Die Abfahrt selbst ist tatsächlich ein Traum, eine Abfolge von zunächst steilen Mulden (hier konnte ich auch mal einige Cliff-Sprünge live bewundern), die ab und an mal durch flachere Hänge unterbrochen werden.
Tiefblick nach Badgastein und Fernblick zum Dachstein (rechts). Davor die Hänge der Nordabfahrt, die wohl bekannteste Variantenabfahrt in Gastein
Am Beginn der Nordabfahrt nach der Querung
In der Nordabfahrt. Die Lichtverhältnisse (Schatten) waren leider schlecht und aufgrund des Zeitdrucks wegen des Skibusses bin ich hier auch kaum zum Fotografieren gekommen
An der Baumgrenze mündet die Abfahrt dann in eine Forst-/Jagdstrasse, deren Serpentinen man tw. durch den Wald etwas abkürzen kann. Die Nordabfahrt bietet im Prinzip auch noch einige etwas spektakulärere (steilere) Einstiegs-Varianten, die wir aber aus Sicherheitsgründen nicht befuhren.
Tiefblick nach Bad Gastein von der Forstrasse der Nordabfahrt
Der Waldweg, der zurück zur Mautstation an der Gasteiner Alpenstrasse führt
Fazit
Sportgastein hat auch für traditionsbewusste Kurgäste einiges zu bieten